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Tack / Ravensburger Verlag GmbH | Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 688 Seiten

Reihe: Ever & After

Tack / Ravensburger Verlag GmbH Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-473-51278-2
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 688 Seiten

Reihe: Ever & After

ISBN: 978-3-473-51278-2
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das große Finale der 'Ever & After'-Trilogie Sei vorsichtig, was du dir wünschst! Denn Rains Wunsch, die Welt und ihre Freund*innen zu retten, hat schlimmere Konsequenzen, als sie es sich jemals hätte vorstellen können. Um den Prinzen und seine dunklen Vasallen aufzuhalten, hat sie nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Seele geopfert. Nun muss Rain alles daran setzten, ihren Wunsch rückgängig zu machen. Weitere unvergessliche Romance und spannende Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Stella Tack:

Stella Tack besaß schon immer eine große Leidenschaft für Romane voller mystischer Magier, sexy Dämonen und Bad Boys - was sie motivierte, selbst in die Computertasten zu hauen. Mit der 'Kiss the Bodyguard'-Trilogie stürmte sie die Bestsellerlisten. Genauso begeistert ihre Dark-Academia-Romantasy 'Night of Crowns' sowie die Märchen-Fantasy 'Ever & After' die Leser*innen.
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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Smugaid


»Weil wir so glücklich dem Tode entronnen sind, so wollen wir uns als gute Gesellen zusammenhalten und, damit uns hier nicht wieder ein neues Unglück ereilt, gemeinschaftlich auswandern und in ein fremdes Land ziehen.«

Aus »Strohhalm, Kohle und Bohne«
Gebrüder Grimm

Vor langer, langer Zeit …

Mein Atem schwebte in kleinen Wolken vor meinem Gesicht, als ich durch das zerklüftete Dach des Pferdestalls blickte. Hinter dem Loch im Gebälk konnte ich den Sternenhimmel sehen, wie ein Bruchstück von etwas Magischem. Ein wunderschöner Fleck, der über all dem Dreck und Elend leuchtete, in dem ich mich befand. Jeder Stern dort oben war mir bekannt. Doch heute Abend war etwas anders. Da war ein Stern, der mir fremd war. Er schien direkt über mir, als müsste ich nur eine Hand ausstrecken, um ihn zu berühren.

Wie seltsam. Konnten Sterne einfach so am Himmel auftauchen?

Fröstelnd grub ich meine nackten Füße tiefer ins Stroh, um nach Wärme zu suchen.

Es war eigentlich längst zu kalt, um im Stall zu übernachten. Seit meiner Kindheit arbeitete ich hier, versorgte die Pferde, putzte Stiefel und Zaumzeuge, schleppte Heu und fungierte als Laufbursche für die Soldaten. Im Grunde hatte ich nie mehr besessen als das Stroh unter mir, und dennoch hatte ich mich nie an die Kälte gewöhnt, die in der dunklen Jahreszeit, wenn die Götter übellaunig waren, wie eine eisige Hand nach mir griff und bis tief in meine Knochen drang.

In den nächsten Tagen würde ich mit Schneeflocken in den Haaren und gefrorenen Wimpern aufwachen. Doch solange ich die Nächte überleben konnte, würden die Köche mich nicht neben den Öfen schlafen lassen. Fröstelnd raffte ich die fadenscheinige, raue Decke, die aus einem alten Getreidesack bestand, fester um mich, doch die Kälte blieb. Vielleicht sollte ich mich doch in die Küche stehlen, um zumindest ein paar Stunden neben dem Kohleofen zu schlafen. Doch das letzte Mal hatte eine der Küchenmägde mich bemerkt, das Feuer angefacht und meine Fußsohlen dabei so verbrannt, dass ich noch Tage später eine Spur aus Blut und Asche hinterlassen hatte.

Allein die Erinnerung ließ meine Sohlen wieder schmerzen; ich krümmte die Zehen. Nein. Ich blieb im Stall, solange es möglich war. Hier draußen mochte es eiskalt sein, doch zumindest ließ man mich in Ruhe. Bis auf Ratten und Ungeziefer kam niemand her, der mich störte. Außer vielleicht die Dunkelheit in mir selbst, die an den Stäben meines Verstandes rüttelte, seit ich denken konnte. Wenn ich nachts schreiend aufwachte, den Mund voll Asche, den Kopf voll geflüsterter Worte von Blut und Tod, erregte das im Stall eindeutig weniger Aufmerksamkeit. Die Anfälle waren in den letzten Wochen schlimmer geworden. Die Schwärze in mir reizbarer, sodass es für alle sicherer war, wenn ich mich draußen aufhielt.

Ich seufzte. Wieder stieg Dampf von meinem Mund auf, und ich stellte mir vor, wie er in den Sternenhimmel schwebte und sich dort verfing. Die Menschen mochten Angst vor der Dunkelheit haben. Ich nicht. Vielleicht weil sie längst ein Teil von mir war. Die Dunkelheit war ein Ort, an den ich mich zurückziehen konnte, wie in die Umarmung meiner Mutter, bevor sie verschwunden war und mich allein zurückgelassen hatte. Als Kind hatte ich mir vorgestellt, dass der Kuss der Königin sich anfühlte, als würde Sternenlicht durch meine Adern fließen. Warm und weich. Wie wohltuend es sein musste, geliebt zu werden. Nicht einsam zu sein. Ohne die Angst vor dem Monster in mir selbst zu leben. Oder den anderen Monstern im Palast. Wie es sein mochte, die Augen zu schließen und zu wissen, dass man sie am nächsten Tag wieder ohne Schmerzen öffnen konnte.

Aber ich war nun mal hier, hier unten, fern der Sterne und der Ewigkeit. Und jene Person, die mich hätte lieben können, hatte mich alleingelassen. Mein Blick wanderte meinen Arm hinab. Über die tiefen Schnitte, die die Haut durchkreuzten wie bizarre Adern. Manche stammten von der Arbeit, andere von Menschen und die tiefsten von den Göttern. Für jeden Versuch, meinem Schicksal, diesem Leben oder dem Palast zu entfliehen, hatte ich mit Blut und Schmerz zahlen müssen. Bis meine Haut genauso hässlich und vernarbt geworden war wie mein Innerstes. Die Einschnitte waren so tief, dass ich mir sicher gewesen war, wie Glas zu zerbrechen, nur um festzustellen, dass meine Wut und der Trotz größer waren als Angst und Schmerz. Jedes Mal, wenn ich erfolglos versucht hatte wegzulaufen, hatte ich gedacht, sie würden mich töten, und trotzdem war ich noch hier.

Zwischen meinen halb geschlossenen Augenlidern blitzte etwas auf. Der neue Stern über mir wurde größer und heller. Er schien zu pulsieren, und dann bewegte er sich. Überrascht riss ich die Augen auf und beobachtete, wie der Stern zu fallen begann, als hätte jemand seine Fäden durchgeschnitten.

Eine Sternschnuppe? Sie huschte über den Himmel wie ein schimmerndes Juwel.

Der Anblick brannte sich in meine Augen, und ich erinnerte mich daran, dass ein Küchenmädchen mir einmal erzählt hatte, wenn ein Stern fiele, wäre er bei den Göttern in Ungnade gefallen und dazu verdammt, auf dem Weg zur Welt zu sterben. Doch während er verglühte, könnte er einen letzten Wunsch erfüllen, um seine Schande wiedergutzumachen. Ich hatte schon lange aufgehört, an Wunder oder Wünsche zu glauben. Und dennoch ertappte ich mich dabei, wie ich die Augen zusammenkniff und genau das tat.

Ich wünschte mir ein Ende.

Oder vielleicht doch einen Anfang?

Ich wünschte mir den Anfang vom Ende und das Ende des Anfangs.

Alles, um meinem Leben endlich zu entkommen.

Der Wunsch kam von meinen Lippen wie ein Gebet. Nicht an die Götter, die im Palast saßen und sich an den Leben der Menschen vollfraßen wie Gewürm an Aas. Ich betete voller Inbrunst zu dem Stern, der, wie ich, in Ungnade gefallen war. Ich zitterte vor Kälte und spürte … nichts. Aber was hatte ich auch erwartet? Im Endeffekt waren nur meine Zehen noch kälter als zuvor.

Seufzend öffnete ich die Augen wieder und stutzte. Er war noch immer da. Der Himmelskörper fiel und sah dabei aus, als würde er näher kommen. Verblüfft setzte ich mich auf. Stroh rieselte aus meinen Haaren, als ich zu dem Loch krabbelte, das in der Wand klaffte wie ein Fenster. Heuballen waren darunter aufgestapelt, und ich kletterte an ihnen hoch, der kalten Nacht entgegen. Splitter bohrten sich in meine Finger, als ich mich an dem Bruch abstützte und nach draußen blickte.

Er fiel immer weiter. Ein Ball aus gleißendem Licht, der Schweif war so hell, dass ich mir einbildete, seine Hitze auf der Haut zu spüren, obwohl das unmöglich war. Der Stern verglühte nicht, sondern füllte mein gesamtes Blickfeld aus. Stürzte er gerade auf uns alle nieder? Mein Puls schnellte nach oben, aber nicht zwingend aus Angst. Es war ein unheimlich befriedigender Gedanke, im Licht eines Sternes zerschmettert zu werden, und wenn ich dazu die Götter schreien hörte, würde ich mit einem Lächeln auf den Lippen sterben. Die Dunkelheit in mir regte sich wie ein Biest, das witternd den Kopf hob. Ein heftiger Schauer überkam mich. Die kleinen Härchen in meinem Nacken stellten sich auf. Im nächsten Augenblick war ein Grollen zu hören, als käme die Erde in Bewegung. Ein heftiger Wind schlug mir entgegen. Ich riss den Kopf hoch und sah den Stern über die goldenen Spitzen der Dächer des Palastes fallen. Bei den Göttern, was ging hier vor sich?

Mein Herzschlag beschleunigte sich, er durchdrang mich, bis das Pochen meine Ohren erfüllte. Winzige Flammen huschten über meine Haut. Mein ganzer Körper fühlte sich an wie vom Blitz getroffen.

Der Stern war unerträglich hell. Sein Schein fraß sich in meine Augen, bis ich sie vor Schmerzen schließen musste.

Ein ohrenbetäubender Knall zerriss mir fast das Gehör. Ein heißer Windzug pustete mir die Haare aus dem Gesicht. Die Dunkelheit in mir knurrte. Beinahe schon aufgeregt, und ich spürte das Pulsieren unter der Haut, als dunkle Nebelfetzen hervorzuquellen drohten. Mit Gewalt drängte ich sie zurück und zwang meine Lider auf, um zu sehen, was das Monster in mir in Aufregung versetzte. Das Licht des Sterns war verloschen, nur noch der Mond und die Sterne am Himmel beleuchteten die Nacht. Hinter dem Dorf, tief im dunklen Wald, am Fuß der gläsernen Berge, kräuselte sich eine Rauchfahne empor. Ein Schwarm Vögel stieg wie dunkler Qualm von den Baumkronen des Waldes auf und flog aufgebracht in den Himmel. Die Welt war eindeutig nicht in Flammen aufgegangen, aber dennoch war etwas passiert. Als würde die Erde einen Seufzer ausstoßen, der in mir nachhallte wie ein Echo. Oder ein Ruf. Die Dunkelheit in mir brüllte zurück.

Gänsehaut fuhr über meinen gesamten Körper, und diesmal hatte sie nichts mit der Kälte zu tun.

Aus den Gebäuden erhoben sich aufgeregte Stimmen. Auf dem Schlosshof flammte das Licht von Fackeln auf, als Bedienstete und Soldaten nach draußen stürmten und über die vergoldeten Burgzinnen hinab in den Wald starrten, aus dem die Rauchfahne immer höher aufstieg. Mit klopfendem Herzen sprang ich auf. Stroh flog in alle Richtungen, während die fadenscheinige Decke ein reißendes Geräusch von sich gab. Fluchend schüttelte ich sie ab und kletterte die hölzerne Sprossenleiter nach unten in den Stall, in dem die Pferde unruhig schnaubten. Sie wirkten allesamt, als wollten sie Reißaus nehmen, wie sie mit den Hufen scharrten und gegen die Stalltüren traten....


Tack, Stella
Stella Tack besaß schon immer eine große Leidenschaft für Romane voller mystischer Magier, sexy Dämonen und Bad Boys – was sie motivierte, selbst in die Computertasten zu hauen. Mit der „Kiss the Bodyguard”-Trilogie stürmte sie die Bestsellerlisten. Genauso begeistert ihre Dark-Academia-Romantasy „Night of Crowns“ sowie die Märchen-Fantasy „Ever & After“ die Leser*innen.

Stella Tack besaß schon immer eine große Leidenschaft für Romane voller mystischer Magier, sexy Dämonen und Bad Boys – was sie motivierte, selbst in die Computertasten zu hauen. Mit der "Kiss the Bodyguard"-Trilogie stürmte sie die Bestsellerlisten. Genauso begeistert ihre Dark-Academia-Romantasy "Night of Crowns" sowie die Märchen-Fantasy "Ever & After" die Leser*innen.



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