E-Book, Deutsch, Band 2, 435 Seiten
Reihe: The-Rough-Romance-Reihe
Tan Filthy Rockstar
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-3319-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 2, 435 Seiten
Reihe: The-Rough-Romance-Reihe
ISBN: 978-3-7517-3319-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Gwen Hamilton führt ein Leben voller Luxus - doch nur wenige kennen ihr Geheimnis. Gemeinsam mit ihrer Schwester hat sie den exklusiven Govenor's Club geerbt. Schnell stellt Gwen fest, dass dieses unerwartete Erbe befreiender und sinnlicher ist als alles, was sie bisher erlebt hat. Denn eines Tages betritt Mal Kennealy den Club: Gitarrist der erfolgreichen Rockband »The Rough« und unheimlich attraktiv. Obwohl der heiße Rockstar alles verkörpert, was sie nie wollte, kann Gwen sich seiner Anziehungskraft einfach nicht entziehen. Mit jedem verführerischen Befehl, der über seine Lippen kommt, erkennt sie, dass dieser Mann ihre dunkelsten Sehnsüchte erfüllen könnte ...
Heiße Rockstars, reiche Erbinnen und ein geheimer Privatclub - die eBook-Reihe von Cecilia Tan bietet prickelnde Liebesgeschichten voll knisternder Spannung.
Dieser Roman ist bereits in einer früheren Ausgabe unter dem Titel »The Rough - Fesselnde Harmonie« erschienen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cecilia Tan ist Autorin und Aktivistin. Ihr BDSM-Liebesroman Slow Surrender gewann den RT Reviewers Choice Award in der Kategorie Erotic Romance, sie selbst wurde mit dem RT Career Achievement Award in derselben Kategorie ausgezeichnet. Sie ist Gründerin und Herausgeberin von Circlet Press, einem Verlag für erotische Science Fiction und Fantasy und Initiator des Fetish Fair Fleamarket. Im Jahr 2010 wurde sie in die Saints & Sinners Hall of Fame aufgenommen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Real Life
GWEN
Als ich am Forum ankam, hatte das Konzert schon angefangen. Gott sei Dank hatte Ricki uns VIP-Parkausweise und Backstagetickets besorgt. Der VIP-Parkplatz lag direkt neben dem Parkplatz des Tourbusses der Band – ein riesiges Ding mit dem Logo von THE ROUGH auf der Seite –, und ich konnte einen Security-Mann sehen, der vor einer Seitentür stand, die in die Arena führte.
Ich umklammerte meine Handtasche, als ich auf ihn zuging. Er trug schwarze Kleidung und die Teamjacke der Band, und um seinen Hals hing ein Schlüsselband mit ein paar laminierten Ausweisen. »Hi, tja, ist das die richtige Tür? Da wartet ein Backstageausweis auf mich«, sagte ich zu ihm.
Er schaute mich von oben bis unten an. »Ach, wirklich?«, sagte er, als glaube er mir kein Wort und mache sich nur über mich lustig. »Und wer genau hat dafür gesorgt, dass Sie auf der Liste stehen?«
»Meine Schwester. Oder ihr Freund. Axel Hawke? Haben Sie vielleicht schon mal von ihm gehört?«
Er lachte. »Das können Sie einem anderen erzählen.«
»Okay, im Ernst, ich bin Gwen Hamilton.« Sein Benehmen fing echt an, mich zu nerven.
Amüsiert verzog er den Mund. »Weißt du, Süße, wenn du drauf aus bist, es dir mal richtig besorgen zu lassen, dann tun dir ’ne Menge Jungs in deinem Kaff zu Hause sicher gern den Gefallen.«
»Wie bitte?«
»Okay, okay, schon kapiert. Du bist den ganzen Weg hergekommen, um ’nen echten Eins-a-Rockstarpimmel abzukriegen. Welchen hättest du denn gern? Ich sag dir, ob du sein Typ bist. Der Einzige, der tabu ist, ist Axel. Der ist monoton, und seine Freundin ist hier zur Unterstützung.«
»Monogam meinen Sie, und ich hab’s Ihnen schon gesagt – seine Freundin ist meine Schwester.«
»Er steht ja schon auf so abgefahrenes Zeug, aber ich glaub nicht, dass Inzest …«
Die Tür ging auf, und ein Typ steckte seinen Kopf heraus. Er war groß und dürr und die Hälfte seines Kopfes war rasiert. »Gilbert, hast du hier ’n Problem?«
»Entschuldigen Sie«, sagte ich. »Haben Sie die Gästeliste? Ich stehe nämlich drauf, und der Schwachkopf hier hält es für witzig, mich sexuell zu belästigen.«
Der Typ kam heraus, mit einem Klemmbrett in der Hand. »Name?«
»Gwen Hamilton.«
»Können Sie sich ausweisen?«
»Ja.« Ich kramte meinen Führerschein aus meiner Tasche und zeigte ihn ihm.
»Okay, kommen Sie mit.« Er boxte Gilbert gegen den Arm. »Sei nett.«
Gilbert rieb sich den Arm und hielt die Tür auf. »Ach komm, Nick. Woher hätt ich denn wissen sollen, dass sie auf der Liste steht? Sie sieht aus wie ’n x-beliebiges Groupie.«
»Indem du auf die Liste schaust«, sagte Nick und wedelte mit dem Klemmbrett. »Sie hat wahrscheinlich irgend ’nen Fanclub-Wettbewerb gewonnen oder so. Sei nett, sonst landest du noch auf YouTube.« Als die Tür sich hinter uns schloss, sagte er: »Bitte entschuldigen Sie, Miss. Hier.« In dem Flur stand ein Podest auf Rollen. Er zog ein Schlüsselband dahinter hervor, an dem ein laminierter Ausweis hing, auf den er mit einem Edding seine Unterschrift setzte.
Ich hängte ihn mir um den Hals.
»Wenn die Band von der Bühne kommt, gehen sie da durch zum grünen Zimmer.« Er zeigte nach links einen Flur hinunter. »Die Hauptparty findet da drüben statt« – dann zeigte er nach rechts –, »und wenn Sie den Rest der Show sehen wollen, dann geradeaus.«
Ich bedankte mich und ging geradeaus. Die Musik wurde lauter. An einem Betonpfeiler einer der Treppen, die nach oben führte, hing ein Schild mit der Aufschrift blick AUF DIE Bühne. Nichts wie rauf.
Als ich die Stufen hochstieg, war ich immer noch ein wenig wütend, was für ein Arschloch der Türsteher gewesen war, aber dann wurde es mir klar: Er hatte mich wie ein Groupie behandelt, das sich auf ein Konzert schleichen will, weil ich genauso aussah. Er hatte es mir abgekauft. Sogar als ich ihm gesagt habe, wer ich bin, hat er es entweder nicht geglaubt oder meinen Namen nicht gekannt. Das war schon möglich; mein Name war alles andere als allgemein bekannt. Aber trotzdem durchlief mich ein Schauder, als ich merkte, wie sicher er sich seiner Sache gewesen war.
Die Stufen führten auf eine Plattform weiter oben, auf der ein paar andere Leute mit Ausweisen um den Hals die Show verfolgten. Einige sahen aus wie Groupies, und ich fragte mich, ob es der Security-Mensch ernst gemeint hatte, als er sagte, ein paar von den Jungs seien ›zu haben‹.
Aber ich hielt mich nicht mehr lange damit auf, die anderen Leute zu beobachten, nachdem ich angefangen hatte, mir die Band anzusehen.
Axel, der Leadsänger, stand genau in der Mitte, doch auf der Seite der Bühne, mir am nächsten, stand der Gitarrist, Mal. Wir waren uns ein oder zwei Mal kurz bei Branchenveranstaltungen begegnet. Ich hatte bei diesen Gelegenheiten den Eindruck gewonnen, dass er nie lächelte und selten sprach, sondern sich wie ein grimmiger Wasserspeier im Hintergrund hielt.
Auf der Bühne hingegen war er lebendig, explosiv, sprang mit seiner Gitarre hoch in die Luft, landete wieder und schleuderte seine langen dunklen Haare nach vorn und mit einem Ruck des Kopfes wieder zurück. Er lächelte immer noch nicht, aber er stand Axels Energie in nichts nach, wenn er mit wilden Grimassen sang und dann über den langen Laufsteg ins Publikum spazierte, ein Solo spielte und dabei die Gitarre praktisch bumste.
Purer Sex. Einhundert Prozent purer Sex, der auf zwei Beinen ging und Gitarre spielte.
Als der Song vorbei war, riss er sich das T-Shirt vom Leib und warf es ins Publikum. Seine Arme und seine Brust wirkten wie aus einem Fitnesswahn-Werbeclip: Auch du kannst solche Bauchmuskeln haben! Solche Oberarme! Ich hätte gewiss nichts dagegen gehabt, da mal hinzufassen.
Ich war von der Show so gebannt, dass ich gar nicht bemerkte, dass die anderen die Plattform verließen, als die Band sich verbeugte. Eine der Frauen kam wieder die Treppe herauf, als ich gerade überlegte, was ich jetzt machen sollte.
»Komm schon«, sagte sie. »Wenn du einen abkriegen willst, dann ist nach der Zugabe genau die richtige Zeit.«
Einen abkriegen? Ich war mir nicht sicher, was sie meinte, aber ich hatte so meine Vorstellungen. Ich folgte ihr nach unten zum grünen Raum. Wir kamen an mehreren Türen vorbei, an denen Zettel klebten:
Einsingen, Garderobe, Nur Bandmitglieder. Sie führte mich in ein Zimmer ohne Beschriftung an der Tür.
In dem Raum befanden sich ein Dutzend Frauen, manche tranken aus Wasserflaschen von einem Tablett auf einem Tisch, manche zogen ihren Lippenstift nach, manche plauderten. Einige saßen auf Klappstühlen, aber die meisten standen. Ich holte meinen eigenen Lippenstift aus der Tasche, um etwas Zeit zu gewinnen und mir über alles hier klar zu werden.
»Ich hatte schon mal was mit Samson«, sagte gerade eine Frau mit schwarz geschminkten Katzenaugen, ähnlich wie meinen, zu einer anderen. »Aber er hat heute Morgen getwittert, dass er erkältet ist, deshalb weiß ich nicht, ob er heute Abend mitfeiert.«
»Am letzten Abend der Tour? Da kannst du davon ausgehen, dass sie alle feiern«, sagte die Frau, die zurückgekommen war, um mich zu holen. Sie hatte rote Haare und einen breiten Nietengürtel, den sie doppelt um ihre Hüften geschlungen hatte. »Stört mich nicht, wenn er erkältet ist. Ich hätte nichts dagegen, das Brot von einem Samson-Sandwich zu sein.« Sie und die andere Frau klatschten sich ab.
Okay, es schien also, als hieße ›einen abkriegen‹ tatsächlich das, was ich vermutet hatte – zum Sex ausgesucht zu werden.
»Wie war noch mal deine E-Mail-Adresse?«, fragte das Katzenauge. »Ich hätte gern ein paar von den Fotos, die du heute Abend gemacht hast.«
»Na klar. Ich poste sie auch noch auf meiner Website.« Die Rothaarige wühlte in ihrer Handtasche und holte einen Stapel Visitenkarten mit einem Foto der Band auf der einen und ihren Kontaktdaten auf der anderen Seite heraus. »Hier.« Sie verteilte sie. Ich nahm eine, um nicht die Einzige zu sein, die sie ablehnte.
Ich sollte zu der Party gehen, sagte ich mir. Eigentlich gehörte ich nicht hierher. Aber ich war neugierig, wie lange ich es durchhalten könnte. Wann würde es jemandem auffallen, dass ich nicht dazugehörte?
Eine dritte Frau gesellte sich zu uns, die gerade eine Flasche Wasser leerte. Sie sah aus, als habe sie getanzt, an einigen Stellen klebte ihr das dünne T-Shirt auf der Haut. »Stimmt es, dass Mal richtig grob ist?«
»Ich hatte noch nie was mit Mal«, sagte das Katzenauge achselzuckend. »Bei all dem Bondagekram und so Zeugs in ihren Videos sollte man denken, dass mindestens einer von denen schwer kinky ist. Mal sieht ganz danach aus.«
Die Frau, die mich hergebracht hatte, zuckte die Achseln. »Ich hab sie mal zusammen mit ’ner Freundin in Indianapolis gesehen. Sie hat gemeint, er sei riesig.«
»Fotos her, oder ich glaub dir nicht«, warf ich ein, und mehrere Frauen lachten laut los.
»Tja, Bilder hatte sie keine, aber am nächsten Tag konnte sie kaum gehen«, sagte sie, was noch mehr Gelächter hervorrief.
Dann kam der Roadie herein, der mir vorhin geholfen hatte, und alle wurden sofort still. Er hatte eine Taschenlampe in der Hand. »Okay, meine Süßen«, sagte er. »Mal ist so weit.«
Niemand regte sich.
»Wollt ihr mir ernsthaft erzählen, dass keine von euch auf den Kinky-Scheiß steht?«
»Ich steh drauf«, sagte ich und wollte...




