E-Book, Deutsch, Band 3, 377 Seiten
Reihe: The-Rough-Romance-Reihe
Tan Wild Rockstar
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-3320-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 3, 377 Seiten
Reihe: The-Rough-Romance-Reihe
ISBN: 978-3-7517-3320-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Maddie Rofel liebt ihre Arbeit in Hollywood's bestgehüteten Geheimnis: dem Governor's Club. Doch ihr Leben gerät aus den Fugen, als sie dort eines Abends auf Chino Garcia trifft. Er ist der Drummer der Rockband »The Rough« und noch dazu extrem heiß und dominant. Maddie verbringt eine wilde Nacht mit dem verführerischen Rockstar.
Was als One-Night-Stand beginnt, entwickelt sich schnell zu so viel mehr: Maddie und Chino fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen und erkennen, dass sie gemeinsam ihre dunkelsten Fantasien ausleben können. Doch Chino verbirgt etwas vor Maddie, ein dunkles Geheimnis, das er noch nie mit jemandem geteilt hat. Um Maddie nicht zu verlieren, muss Chino die Dämonen seiner Vergangenheit hinter sich lassen - aber das ist leichter gesagt als getan ...
Heiße Rockstars, reiche Erbinnen und ein geheimer Privatclub - die eBook-Reihe von Cecilia Tan bietet prickelnde Liebesgeschichten voll knisternder Spannung.
Dieser Roman ist bereits in einer früheren Ausgabe unter dem Titel »The Rough - Harte Rhythmen« erschienen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cecilia Tan ist Autorin und Aktivistin. Ihr BDSM-Liebesroman Slow Surrender gewann den RT Reviewers Choice Award in der Kategorie Erotic Romance, sie selbst wurde mit dem RT Career Achievement Award in derselben Kategorie ausgezeichnet. Sie ist Gründerin und Herausgeberin von Circlet Press, einem Verlag für erotische Science Fiction und Fantasy und Initiator des Fetish Fair Fleamarket. Im Jahr 2010 wurde sie in die Saints & Sinners Hall of Fame aufgenommen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
MADISON
»Bist du dir da sicher?«, fragte ich Gwen, während ich die kurze Peitsche hin- und herschwang, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das ganze Ding war so lang wie mein Arm, und das geflochtene schwarze Leder verlieh ihm das Aussehen einer Kobra mit einem langen, losen Stück Leder an der Spitze. Im Katalog hieß es ›Gerte‹, aber es war eindeutig eine Peitsche, so ein Mini-Indiana-Jones-Teil, gemacht, um Menschen damit zu treiben, nicht Vieh.
»Ach Maddie, die kann auch nicht schlimmer sein als der Ledergürtel, den Mal so gern benutzt«, sagte Gwen mit einem katzenartigen Leuchten in den Augen, als ich die Peitsche durch die Luft sausen ließ.
Ich schmunzelte. »Ich glaube, du bist es, die den Gürtel gernhat.«
Sie errötete mit einem strahlenden Lächeln. »Ja. Mein Lieblingsinstrument.« Seit ein paar Monaten war sie mit Mal verlobt, und sie waren die goldigsten Sadomasochisten, die ich kannte. Sie liebte Schmerzen, er liebte sie, und sie waren vernarrt ineinander. Ich reichte ihr die Gerte, und sie fuhr mit dem Finger daran entlang. »Ich habe eine für jeden Raum bestellt. Meinst du, die Leute finden sie zu krass?«
»Ich glaube, in Wirklichkeit ist es eigentlich eine Peitsche.« Bilder von Cowboys, die von sadistischen Sheriffs gezüchtigt wurden, gingen mir durch den Kopf. Ich war schon lange im SM-Geschäft und arbeitete nicht nur seit ein paar Jahren hier im Governor’s Club, sondern hatte, seit ich vor zehn Jahren nach L.A. gezogen war, irgendwie mit Kinksex oder mit sexlastigen Jobs zu tun. Sogar meine ehrenamtliche Arbeit bei einer Hotline für Opfer häuslicher Gewalt hatte entfernt damit zu tun. Es war nicht so, dass ich noch nie eine Peitsche gesehen hätte, aber an den großen versuchten sich eigentlich nur Leute, die über jahrelange Übung in ihrem Gebrauch verfügten. Diese hier war so klein, dass sie in den Händen irgendeines Amateurs Schaden anrichten konnte. Ich traute mir selber zu, sie verantwortungsvoll zu gebrauchen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich den Clubmitgliedern zutraute, sich nicht zu verletzen, vor allem den Neuen, die wir in letzter Zeit aufgenommen hatten.
»Vielleicht sollten wir sie erst mal ausprobieren, bevor wir sie in alle Spielzimmer legen.« Vielleicht machte ich mir auch zu viele Sorgen.
»Ooch, ich würde wirklich gern rausfinden, wie sie sich anfühlt«, sagte Gwen trotz meiner Bedenken träumerisch mit einem Seufzer. »Aber Mal ist erst in einer Woche wieder da. Was ist noch in der Schachtel? Ich habe ein paar Sachen für das Verlies bestellt, und ein paar als Anschub für deine neue Kolumne.«
Ich hörte auf, in der Schachtel zu kramen, und schaute hoch. »Ach wirklich? Das wäre doch nicht nötig gewesen, Gwen.«
In der nächsten Woche sollte meine erste wöchentliche Kolumne mit Sexspielzeug-Kritiken bei PlayPeople Network erscheinen, zum Teil gedruckt und zum Teil als Videoblog. Es war ein prestigeträchtiger, gut bezahlter Auftrag, und ich war ein bisschen nervös. In einem Laden für Sexspielzeug zu arbeiten, war eine Sache. Videos von mir zu drehen, die dann die ganze Welt sehen konnte, eine ganz andere. Nun ja, es war ja nicht so, dass ich für irgendein Amt kandidieren wollte, oder? »Die Sexspielzeug-Hersteller werden mir jede Menge Zeug zuschicken, wenn es sich erst mal rumspricht.«
Sie grinste. »Ich mach mir nur Sorgen, dass du nichts weiter als zehn Billigversionen des Rabbit-Pearl-Vibrators kriegst und nichts Interessantes. Du musst gleich richtig durchstarten, weißt du? Das ist ja eine riesen Chance für dich.«
»Ach, vielen Dank.« Ich umarmte sie kurz.
Gwen und ich waren uns richtig nahegekommen, seit ihr Großvater gestorben war. Ich hatte ihr Ratschläge in Sachen SM und feste Freunde gegeben, und sie wollte mir bei meiner festgefahrenen Journalistenkarriere helfen. Ich war mir immer noch nicht sicher, ob es wirklich ein großer Karriereschritt war, wenn ich für eines der größten Medienunternehmen für ›Nicht jugendfreie Unterhaltung‹ Sexspielzeug besprach. Ich hatte das sichere Gefühl, dass mein mit Sexthemen angefüllter Lebenslauf allein der Grund dafür war, dass die Redakteure mich nicht ernst nahmen; eine bekannte Videobloggerin zu werden, würde wahrscheinlich den letzten Nagel in diesen Sarg treiben. Jedesmal, wenn ich etwas machte, was mit Sex zu tun hatte, schien ich Erfolg zu haben, während alle meine Versuche, ›ernsthaften‹ Journalismus zu betreiben, ins Leere gelaufen waren.
Nun, da mein dreißigster Geburtstag am Horizont heraufdämmerte, war es vielleicht an der Zeit, einem Beruf nachzugehen, von dem meine Eltern den Nachbarn erzählen konnten, und einfach mit dem weiterzumachen, was schon immer funktioniert hatte.
Die Tatsache, dass ich das war, was meine eigene Mom ›eine dralle Sexbombe‹ nannte, hatte mir im Lauf der Jahre eine Menge Aufmerksamkeit verschafft, und wenn diese Aufmerksamkeit auch vielleicht notwendig – und sogar willkommen – gewesen war, als ich versucht hatte, Engagements als Tänzerin zu bekommen, so wirkte sie sich in der Welt des Journalismus meist negativ aus. Um im politischen Journalismus einen Fuß in die Tür zu bekommen, war man am besten ein hochgewachsener Mann mit markantem Kinn.
Ich wühlte in der Schachtel und fand einen Satz neuer Lederpaddles. Sie waren schwarz und mit silbernen Nieten besetzt: à la Punkrock trifft Inquisition. Darunter lagen ein paar Sets Ledermanschetten mit Schafsfell gepolstert für Hand- und Fußgelenke und noch ein paar nützliche Bondageutensilien. Dann zog ich etwas Weißes heraus, das nach Hightech aussah. »Das muss ein Vibrator sein.«
»O ja. Den kann man mit einer Handy-App steuern. Ich weiß nicht, wie es ist, wenn man solo mit ihm spielt, aber ich hatte ihn schon mal drin, als Mal die Fernbedienung hatte.« Sie grinste und hüpfte davon, um die Vorräte an Laken und Handtüchern für den Abend zu überprüfen.
Ich machte mich daran, all die neuen Spielsachen auf die Spielzimmer zu verteilen, bevor die Gäste kamen. Gwen und ihre Schwester Ricki waren die offiziellen Gastgeberinnen, da sich das Verlies auf dem Anwesen ihrer Familie befand – das Familiengeheimnis –, während ich nur eine von drei bezahlten Angestellten war, die sich um die Gäste kümmerten und, wenn nötig, für einen unterhaltsamen Abend sorgten. Ich machte die Runde, überprüfte das Safer-Sex-Zubehör und stöpselte eines der anderen neuen Geräte ein, die Gwen kürzlich angeschafft hatte, den Rotorvator.
Da alles bereit zu sein schien, war es Zeit, mich selbst anzuziehen. Als ich den Umkleideraum für die Angestellten betrat, wurde ich von jemandem erschreckt, der herausgestürmt kam: Paul, Rickis Assistent. Drinnen fand ich einen meiner Kollegen, der mit etwas dümmlichem Gesicht auf einer Schuhbank saß. »Brad«, schimpfte ich ihn. »Bist du nicht hetero?«
»Nicht ganz«, sagte er achselzuckend und folgte - seinem Liebhaber? seiner Eroberung? – aus dem Raum. Ich hoffte, dass was immer sich hier abspielte kein großes Drama nach sich ziehen würde, und öffnete meinen Spind.
Während ich meine Tasche herausholte, um die neuen Spielsachen zu verstauen, die Gwen für mich gekauft hatte, kündigte mein Handy mit einem Summen eine neue Nachricht auf meiner Mailbox an. Ich nahm es, um zu sehen, von wem sie kam, und fluchte leise: ein Typ, bei dem ich vor ein, zwei Jahren versucht hatte, einen Artikel unterzubringen. Damals war er Redakteur bei einer großen Zeitung gewesen. Es wurde gemunkelt, er sei vor Kurzem gefeuert worden. Was sollte das, am Freitagabend anzurufen? Zweifellos versuchte er, mich wieder anzubaggern. Loser. Ich vergewisserte mich, dass der Klingelton abgeschaltet war, und stopfte meine Tasche wieder in den Spind. Rasch zog ich meine übliche Arbeitskleidung an: ein ledernes Überbrustkorsett, passende kniehohe Stiefel, einen ›Tennisrock‹ aus Leder und ein verruchtes Auftreten.
Das Auftreten war mir inzwischen zur zweiten Natur geworden. Bei allem ging es um Professionalität; ich hatte zuvor in jeder Menge Jobs gearbeitet, die entfernt etwas mit Sex zu tun hatten, unter anderem als Showgirl, Model und Kassiererin in einem Kaufhaus für Sexspielzeug. Hier, im Governor’s Club, demonstrierte ich zusammen mit Gwen und Chita Techniken und Accessoires – wobei ich ab und an auch nackt war – aber eigentlich war ich nicht hier, um mit Partygästen Sex zu haben. Okay, es sei denn, ich wollte es wirklich – und normalerweise wollte ich nicht. Alles lief reibungsloser, wenn sie das wussten. Sie kamen her, um ihren Spaß zu haben; ich war hier, um zu arbeiten. Es war nicht so, dass mich die Arbeit im Verlies sonderlich scharfmachte.
Die ersten Gäste trafen ein, und ich ging zum Eingang, um ein bisschen Gastgeberin zu spielen. Ich begrüßte Conrad Schmitt, eines der ältesten Clubmitglieder, und erkundigte mich nach seiner Frau, die nicht mitgekommen war. Sie habe sich erkältet und sei zu Hause geblieben, sagte er. In letzter Zeit schienen weniger der langjährigen Mitglieder herzukommen, während mehr Leute kamen, die Gwen und Ricki rekrutiert hatten.
Als Nächstes traf Sakura ein, eine enge Freundin von Ricki, die außerdem zeitweise als Model für Fetischmode und als Performancekünstlerin arbeitete. »Maddie, wie schön, dich zu sehen. Hilf mir doch, mein Korsett festzuziehen, ja?«
»Ich wollte dich gerade darum bitten, dasselbe bei mir zu machen«, sagte ich lachend.
Nachdem wir uns gegenseitig geholfen hatten, im Umkleideraum für Gäste unsere Schnüre enger zu ziehen, kam Gwen zu uns. »Sakura! Komm und schau dir den Rotorvator an! Bis...




