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E-Book, Deutsch, Band 0031, 348 Seiten
Reihe: Bianca Arztroman
Taylor / Kingsley / Gordon Bianca Arztroman Band 31
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-101-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0031, 348 Seiten
Reihe: Bianca Arztroman
ISBN: 978-3-95446-101-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
ES WAR SCHICKSAL, DR. SUZANNAH von ABIGAIL GORDON
Bis in die Einsamkeit Neufundlands flieht die sensible Arztin Dr. Suzannah Scott vor der Erinnerung an den Tod eines kleinen Patienten. Sie gibt sich die Schuld daran, obwohl ihr Verlobter Nigel verantwortlich war. Kann ihr neuer Kollege Dr. Lafe Hilliard sie aus ihrem seelischen Tief holen?
ALLES GLÜCK VERLOREN? von JENNIFER TAYLOR
Ein Lächeln. Eine zarte Geste. Immer wieder versucht die gefühlvolle Hebamme Sarah, zum Herzen des unnahbaren Arztes Dr. Niall Gillespie vorzudringen. Er lebt jedoch nach dem Tod seiner Frau und seines ungeborenen Babys nur für die Arbeit. Warum träumt er dann trotzdem jede Nacht wild von Sarah?
SAG JA ZUM LEBEN, KATE von MAGGIE KINGSLEY
Wieder unter Menschen gehen will die hübsche Schwester Kate zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, und wird Betreuerin der 14-jährigen Jodie. Deren Vater, Dr. Ethan Flett, ist keineswegs ein ältlicher Witwer, wie Kate dachte, sondern überaus attraktiv. Beginnt nun eine heiße Romanze?
Jennifer Taylor ist Bibliothekarin und nahm nach der Geburt ihres Sohnes eine Halbtagsstelle in einer öffentlichen Bibliothek an, wo sie die Liebesromane von Mills & Boon entdeckte. Bis dato hatte sie noch nie Bücher aus diesem Genre gelesen, wurde aber sofort in ihren Bann gezogen. Je mehr Bücher Sie las, desto mehr wollte Sie selber welche schreiben. So entstand ihr erstes Buch 'Bilder einer Liebe', das prompt im September 1988 veröffentlicht wurde. Daraufhin schrieb sie 20 weitere klassische Liebesromane. Dann entdeckte die Autorin Medical Romances, als sie in der Bücherecke ihres Supermarktes stöberte. Sie war sofort gefesselt von der Mischung aus moderner Medizin und emotionsgeladener Romantik und beschloss selber einen Ärzteroman zu schreiben. 1998 wurde schließlich 'War alles Lüge, Dr. Matthew?' veröffentlicht. Seither hat Jennifer Taylor 40 Medical Romances geschrieben, aber sie verspricht, dass sie noch viele Geschichten im Kopf hat, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Jennifer Taylor lebt in einem kleinen Dorf im wunderschönen Nordwesten von England. Ihre Familie ist inzwischen erwachsen und sie und ihr Mann nutzen die Zeit, um Reisen zu unternehmen. Zu Hause verbringen sie Zeit im Garten, gehen mit ihrem Hund 'Toby' spazieren oder genießen es einfach, nach einem netten Essen mit Freunden am Tisch zu sitzen und sich zu unterhalten.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Goldene Farnwedel bewegten sich sanft im Wind. Graue Stücke von Baumrinde, die durch den Wind von den Baumstämmen abgetrennt worden waren, lagen auf dem steilen Waldweg, den Suzannah gerade erklomm.
Neufundland im Herbst zu erleben ist eine angenehme Überraschung, dachte sie, während die Septembersonne auf den Blättern tanzte. Es war kaum zu glauben, dass in nur wenigen Wochen dieses raue Land, geprägt durch seine Seen, Flüsse und das unendliche Meer, von einem Winter gepackt werden würde, der Englands kalte Monate höchstens noch kühl erscheinen ließ. Jedenfalls war dies Johns und Debbies Vorankündigung gewesen.
Der heutige Tag war jedoch ein typischer Herbsttag, wie sie ihn von zu Hause kannte. Und sie war an diesen Ort gegangen, um sich einen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen. Sie wusste, dass dieser Ausflug allerdings an eine Wunde rühren könnte, die noch nicht ganz verheilt war.
Suzannah war im Frühling in St. Anthony angekommen. Zu der Zeit waren Eisberge auf der See zu sehen, die sich von den Gletschern gelöst hatten und nun in ihrer Freiheit majestätisch aussahen. Sie wirkten wie vorbeiziehende Skulpturen aus hellblauem Glas.
“Sie sind das Wunderbarste, was ich in meinem Leben je gesehen habe”, hatte Suzannah damals ausgerufen.
Ihre jugendlichen Gastgeber hatten gelächelt. “Sie können auch sehr gefährlich sein, vergiss das nicht”, entgegnete ihr Bruder John sarkastisch. “Du erinnerst dich vielleicht an die Titanic? Der Ort, an dem sie sank, war nicht weit von hier.”
“Ich finde sie dadurch nicht weniger bezaubernd”, beharrte Suzannah. “Wenn ich von meinem Wohnzimmer aus immer diese Aussicht hätte, würde ich hier für immer bleiben wollen.”
Seine Frau Debbie entgegnete: “Sie werden bald verschwunden sein. Sobald es wärmer wird, zerbrechen sie. Aber ein paar Wochen können wir sie sicher noch genießen.”
Das hiesige Wetter war heute allerdings nicht von Bedeutung. Sie war kurz davor, sich in ihre Vergangenheit zurückzubewegen. Die Wanderung entlang des Hanges war etwas, das sie von dem ersten Moment an tun wollte, an dem sie diese Insel betreten hatte.
Es war einer der Gründe gewesen, weshalb sie der Einladung gefolgt war, für längere Zeit bei John und seiner Familie in St. Anthony zu bleiben. Es gab noch einen tiefer liegenden, mit Schmerzen verbundenen Grund. Aber sie war fest entschlossen, sich heute nicht davon quälen zu lassen.
Suzannah war hier zu Ehren eines Mannes ihrer englischen Heimatstadt, der einst ihre Fantasie beflügelt hatte. Als sich der Pfad am Hang plötzlich in eine Lichtung weitete, wusste sie, dass der Moment gekommen war.
Sie wollte die Worte auf der Bronzetafel lesen, die an einem in den Fels gemeißelten Gesicht befestigt war.
Der Weg ihres Lebens, der ein ebenso steiniger gewesen war wie der gerade erklommene Pfad auf den Tea House Hill, schien sich wie diese Lichtung langsam zu ebnen.
Auf der Tafel stand:
Und darunter so passende Worte, dass sie einen Kloß im Hals spürte:
Suzannah fühlte, wie die Tränen in ihr aufstiegen. Dieser furchtlose Mann, der die Kranken und Armen der Fischergemeinden von Neufundland und die Inuit von Labrador geheilt hatte, war für Suzannah die Inspiration gewesen, sich der Medizin zu widmen.
Und was habe ich daraus gemacht? fragte sie sich verzweifelt. Sie hatte sich ihre Karriere von einem einzigen Ereignis zerstören lassen!
In den Jahren ihrer Ausbildung war sie von der Geschichte Wilfred Grenfells, Arzt ihrer Heimatstadt Chester, fasziniert gewesen.
Seine hohen Ideale, die Berufung, seinen Mitmenschen zu helfen, ließen ihn als Vertreter der 1892 nach Neufundland reisen, um dort ein Gesundheitssystem für die von der Zivilisation abseits lebenden Fischer aufzubauen.
Aber es blieb nicht dabei. Als Erster überhaupt brachte er medizinische Versorgung zu den Inuit, die hinter der Belle Isle Meerenge in Labrador lebten.
Später errichtete er dann das Zentrum für medizinische Versorgung in St. Anthony, welches dort das erste seiner Art gewesen war und am Fuße des Hanges stand.
Schön, sie selber war nicht bis zum eisigen Norden vorgedrungen, sondern hatte in einem Krankenhaus in den Midlands gearbeitet. Bis zu dem Moment, in dem ein Ereignis ihr Leben zerstört hatte, war sie glücklich mit ihrer Arbeit.
Seitdem lebte sie in St. Anthony, ihrem selbst erwählten Exil, zusammen mit John, seiner kanadischen Frau Debbie und deren kleinen Söhnen Robbie und Richard.
“Ein beeindruckender Mann, nicht wahr?”, sagte jemand aus einiger Entfernung. Erschrocken drehte sich Suzannah um.
In einem versteckt gelegenen Winkel der Lichtung stand ein Mann auf einer erhöhten Holzplattform. Während sie ihn mit haselnussbraunen Augen überrascht ansah, kam er langsam die Stufen herabgestiegen.
Einen Moment lang glaubte sie, er wäre ein Gärtner. Aber obwohl er sehr bequeme Kleidung trug, war seine Erscheinung nicht die eines Mannes, der regelmäßig körperliche Arbeit im Freien verrichtete.
Als er näher kam, stockte Suzannah der Atem. Er hatte honiggoldenes Haar, und mit seinen Augen, so tiefblau wie der mächtige Ozean, blickte er sie offenherzig an. Er war kräftig, so kräftig, dass sie es sich nicht erklären konnte, wie sie ihn hatte übersehen können.
“Ja, er beeindruckend … sehr sogar”, antwortete sie endlich.
“Ah, Sie sind Engländerin”, bemerkte er. “Sind Sie hier, um einem Landsmann die Ehre zu erweisen?”
Suzannah lächelte. “Ja, das stimmt. Grenfell stammte sogar aus dem gleichen Ort wie ich.”
“Chester?”
Sie sah ihn ungläubig an. “Ja. Woher wissen Sie das?”
Der Mann lächelte. Seine kräftigen Zähne blitzten weiß. “Ich weiß nicht viel über ihn. Aber mein Urgroßvater war einer seiner ersten Patienten. Er hatte Frostbeulen an einem Bein, was damals nichts Ungewöhnliches war. Aber wenn Grenfell nicht so schnell zu ihm gekommen wäre, hätte sich mein Urgroßvater das Bein abhacken müssen. Aber wie von Gott gesandt kam der Arzt mit seinem Hundeschlitten rechtzeitig durch den Schnee gefahren …”
“Und hat das Bein gerettet?”
Er lächelte verstärkt. “Nein, er amputierte es, allerdings fachgerecht. So war mein Vorfahr bereits nach wenigen Wochen wieder auf. Er hatte damals etwas, von dem noch keiner gehört hatte: eine Prothese. Das ist ein künstliches Bein, wie Sie vielleicht wissen.”
“Ich weiß sehr wohl, was eine Prothese ist. Ich bin selber Ärztin”, antwortete Suzannah ruhig. “Sie sind ebenfalls im medizinischen Bereich tätig?”
“Lafe Hilliard, Chirurg und zu Ihren Diensten, meine Dame. Früher war ich an einem deutlich kälteren Ort tätig, bin aber jetzt zurück in meiner Heimatstadt St. Anthony.”
“Ich habe Sie hier noch nie gesehen”, antwortete Suzannah ohne nachzudenken und bereute es sofort. Es war ein Geständnis, dass sie sich ganz sicher an die Begegnung erinnert hätte.
“Ich bin auch erst seit gestern wieder zu Hause.” Und mit freundlicher Neugierde fragte er: “Was ist mit Ihnen? Wie ist Ihr Name … und was machen Sie in St. Anthony?”
Sie zögerte. Solange sie die Fragen an den blonden Wikinger richten konnte, fühlte sie sich sicher. Aber wollte sie ihm auch von sich erzählen?
Während er auf eine Antwort wartete, sog er mit seinen hellblauen Augen jede Kleinigkeit ihres zarten, schlanken Körpers in sich auf und betrachtete das weiche, kastanienbraune Haar, das von dem hübschen Gesicht hinabfloss.
Die klaren, haselnussbraunen Augen beeindruckten ihn am meisten, obwohl in ihnen eine Spur von Unglück zu erkennen war.
“Ich heiße Suzannah Harding”, brach sie endlich das Schweigen. “Ich besuche meinen Bruder und dessen Familie in St. Anthony. Und Sie? Was führt Sie hierher?”
“Es gibt da offensichtlich etwas, das wir gemeinsam haben: Respekt vor einem bedeutenden Mann. Immer wenn ich nach Hause zurückkehre, gehe ich an diesen Ort. Haben Sie schon einen Blick in sein Haus geworfen?”
Suzannah schüttelte den Kopf. “Nein. Während des Aufstiegs bin ich aber daran vorbeigekommen.”
“Vielleicht können wir es gemeinsam besichtigen?” Zweifelnd sah sie ihn an.
“Aber wenn Sie aus St. Anthony stammen, haben Sie es sicherlich schon gesehen.”
“Schon unzählige Male, aber noch nie in Begleitung einer englischen Ärztin.”
“Dann übernehmen Sie die Führung, Lafe Hilliard”, stimmte sie zu, und ließ sich vollkommen auf den Moment mit diesem Fremden ein. “Zeigen Sie mir Grenfells Haus.”
Das Haus dieses furchtlosen Arztes war mittlerweile ein Museum. Der Holzfußboden war spiegelglatt poliert und vor dem Wohnzimmerkamin lag ein wunderschöner Teppich aus dem Fell eines Eisbären. Die Wände waren in warmem Rosarot und zartem Grün gestrichen, vor denen schwere Möbel aus vergangenen Zeiten standen.
Während sie von Raum zu Raum gingen, spürte Suzannah das Meer in allen Richtungen. Der Hafen war nicht weit entfernt.
“Wie schön”, hauchte sie, als sie nach einem Rundgang durch das Haus wieder im Wohnzimmer angelangt waren. “Es ist so alt und doch unwahrscheinlich elegant. Ich würde gerne selber hier wohnen.”
“Es geht mir genauso”, antwortete er und fügte lächelnd hinzu: “Mit ein oder zwei kleinen Verbesserungen vielleicht.”
Suzannah hatte den Mietwagen vor dem Krankenhaus geparkt. Als sie gemeinsam dorthin zurückgingen, machte sich leichte Beklommenheit...




