E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Taylor Verwirrende Gefühle für Dr. MacIntyre
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0539-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-0539-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. James MacIntyre stürzt in ein Wechselbad der Gefühle, als er in der Notaufnahme mit Bella zusammenarbeiten muss. Einerseits ist er wütend auf die schöne Kinderärztin, weil sie seinen ehemals besten Freund verlassen hat. Andererseits begehrt er sie mehr denn je ...
Jennifer Taylor ist Bibliothekarin und nahm nach der Geburt ihres Sohnes eine Halbtagsstelle in einer öffentlichen Bibliothek an, wo sie die Liebesromane von Mills & Boon entdeckte. Bis dato hatte sie noch nie Bücher aus diesem Genre gelesen, wurde aber sofort in ihren Bann gezogen. Je mehr Bücher Sie las, desto mehr wollte Sie selber welche schreiben. So entstand ihr erstes Buch 'Bilder einer Liebe', das prompt im September 1988 veröffentlicht wurde. Daraufhin schrieb sie 20 weitere klassische Liebesromane. Dann entdeckte die Autorin Medical Romances, als sie in der Bücherecke ihres Supermarktes stöberte. Sie war sofort gefesselt von der Mischung aus moderner Medizin und emotionsgeladener Romantik und beschloss selber einen Ärzteroman zu schreiben. 1998 wurde schließlich 'War alles Lüge, Dr. Matthew?' veröffentlicht. Seither hat Jennifer Taylor 40 Medical Romances geschrieben, aber sie verspricht, dass sie noch viele Geschichten im Kopf hat, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Jennifer Taylor lebt in einem kleinen Dorf im wunderschönen Nordwesten von England. Ihre Familie ist inzwischen erwachsen und sie und ihr Mann nutzen die Zeit, um Reisen zu unternehmen. Zu Hause verbringen sie Zeit im Garten, gehen mit ihrem Hund 'Toby' spazieren oder genießen es einfach, nach einem netten Essen mit Freunden am Tisch zu sitzen und sich zu unterhalten.
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1. KAPITEL
Sie hatte sich überhaupt nicht verändert – immer noch so groß und schlank, das rotgoldene Haar im Nacken zu einem eleganten Knoten geschlungen. Bella English sah so wunderschön aus wie an dem Tag, als Mac sie das letzte Mal gesehen hatte: an ihrem Hochzeitstag.
„Mac, ich hörte schon, dass du wieder da bist. Schön, dich zu sehen, Kumpel. Wie geht es dir?“
„Super, danke, Lou.“ James MacIntyre – alle nannten ihn Mac – drehte sich um und lächelte Lou, den Pförtner, an.
Aus den Augenwinkeln konnte Mac immer noch Bella sehen, doch sein Blick ruhte weiterhin auf Lou. Nachdem Mac vor ein paar Tagen mit seinem alten Freund Tim gesprochen hatte, war er jetzt nicht allzu erpicht darauf, mit Bella zu reden.
„Ich muss sagen, du siehst super aus, Lou. Offensichtlich hat es dir gutgetan, in die pädiatrische Notaufnahme zu wechseln. Du wirkst bestimmt zehn Jahre jünger als damals, als wir uns das letzte Mal gesehen haben.“
„Das wäre schön.“ Lous runzeliges Gesicht verwandelte sich in ein schiefes Grinsen. „Aber ich bräuchte sicher zehn Operationen, um wie eine Dalverston-Version von George Clooney auszusehen.“ Er blickte Mac kurz über die Schulter, schaute ihn wieder an und zwinkerte ihm dann zu. „Okay, ich gehe jetzt besser. Ich sehe dich später.“
„Bis dann.“ Mac brauchte sich gar nicht umzudrehen, um zu wissen, wer da kam. Er konnte ihr Parfüm riechen, diesen leichten Duft von Freesien, den sie immer trug. Sie hatte ihm einmal erzählt, dass dieser Duft speziell für sie kreiert worden war. Und er fand, dass er perfekt zu ihr passte.
Bella war die Art von Frau, die ihr eigenes Parfüm trug. Nichts an ihr war gewöhnlich oder alltäglich.
Mac drehte sich langsam um und registrierte all die Details, die er schon vergessen geglaubt hatte. Obwohl Bella immer schlank gewesen war, wirkte sie jetzt jedoch fast dünn. Und obwohl ihr Teint zart aussah wie in seiner Erinnerung, bemerkte er die dunklen Ringe unter ihren grünen Augen – offensichtlich eine Folge vieler schlafloser Nächte. War es das schlechte Gewissen, das ihr den Schlaf raubte?
Bitterkeit stieg in Mac auf. Er wusste nicht, ob Bella auch nur die Spur eines schlechten Gewissens verspürte, nachdem sie ihre Ehe mit Tim beendet hat.
„Hallo, Mac. Ich hörte, dass du wieder da bist. Wie geht es dir?“
Mac verspürte unwillkürlich den Drang, Bella an den Schultern zu packen und sie zu schütteln, so sehr wünschte er sich eine Antwort auf die Frage, warum sie Tim verlassen hatte. Sie hatte Tims Leben ruiniert – war ihr das denn gar nicht klar? Und kümmerte es sie nicht, dass sie alle Versprechen gebrochen hatte, die sie ihrem Mann vor drei Jahren gegeben hatte?
Liebe, Ehrlichkeit und Respekt. Mac erinnerte sich an die Trauung, an Bellas klare Stimme, als sie Tim ewige Treue geschworen hatte. Und er hatte ihr jedes Wort geglaubt. Er fühlte sich genauso hintergangen, wie Tim sich jetzt fühlen musste.
Der Gedanke schockierte ihn so, dass er ihr nicht sofort antwortete. Bella und er waren nie mehr als Freunde gewesen – darauf hatte er immer geachtet. Warum also war er so enttäuscht von ihr?
Er blendete die Überlegung aus, denn er wusste, dass es töricht war. Wenn er in den nächsten Wochen mit Bella arbeiten sollte, durfte das Geschehene ihnen nicht im Wege stehen.
„Gut, danke“, sagte er darum. „Ich bin schon sehr gespannt auf die neue Abteilung.“ Er schaute sich um und nickte. „Ich muss sagen, es sieht großartig aus. Offensichtlich hat man keine Kosten und Mühen gescheut.“
„Nein, alles ist auf dem neuesten Stand. Wir sind schon fast einen Monat hier, und ich muss mich noch immer kneifen, wenn ich zur Arbeit komme. Ich kann gar nicht fassen, was für tolle Geräte wir zur Verfügung haben.“
Bellas Lachen klang rauchig, und Mac fühlte, wie sich auch die kleinsten Härchen an seinem Körper aufrichteten. Er hatte ihr Lachen fast vergessen. Vergessen, wie sanft es war und wie sexy.
Ihr Lachen war damals das Erste gewesen, was ihm an ihr aufgefallen war. Es war in der Uni gewesen. Er stand in der Schlange in der Mensa und hörte hinter sich eine Frau lachen. Er hatte sich umgedreht, um zu sehen, wem dieses Lachen gehörte …
Mac schob die Erinnerung daran beiseite, er konnte jetzt keine weitere Ablenkung gebrauchen. Er wusste, wem gegenüber er loyal war, und er wusste, dass er auf Tims Seite stand. Tim hatte ihm alles von der Beziehung zu Bella erzählt, vom Anfang bis zum Ende. Und auch wenn Mac wusste, dass immer zwei beteiligt waren, wenn eine Beziehung scheiterte, so wusste er doch, dass Bella die Hauptschuld trug.
Nein, Tims größter Fehler war es gewesen, dass er Bella geliebt hatte und zu nachsichtig mit ihr gewesen war.
„Bist du deshalb hierher nach Dalverston gekommen?“, fragte Mac. „Wegen der Aussicht, auf so einer tollen Station zu arbeiten? Ich war ziemlich überrascht, als ich hörte, dass du London verlassen hast.“
„Es war einer der Gründe, ja.“
Bellas Miene war ernst geworden, und Macs Herz zog sich zusammen, als er den Schmerz in ihren Augen bemerkte. Tim war verletzt, aber Bella litt auch, wie es schien. Diese Erkenntnis berührte ihn mehr, als sie sollte. Er versuchte, sich seine Gefühle nicht anmerken zu lassen, als sie fortfuhr.
„Ich musste weg, und dies schien mir das Richtige zu sein. Es ist ein Neuanfang für mich, und hoffentlich ist es das auch für Tim.“
Bella konnte die Feindseligkeit regelrecht spüren, die Mac ausstrahlte, und es verletzte sie, dass er sie verurteilte und ihr offensichtlich die Schuld gab.
Ihr war klar, dass Tim ihm seine Version der Geschichte erzählt haben musste. Sie hoffte zwar, dass Mac sich auch ihre Version anhören würde, bevor er ein endgültiges Urteil über sie fällte. Aber wie es schien, gab es für ihn keinen Zweifel an Tims Geschichte.
Sie war diejenige, die ihre Ehe zerstört hatte, und Tim war das unschuldige Opfer.
Sie wandte sich ab, weil sie sich nicht verteidigen wollte. Sie hatte sich geschworen, sich nicht zu rechtfertigen, als sie erfuhr, welche Lügen Tim über sie verbreitete. Sie hatte es bei anderen Paaren mit ansehen müssen, was passierte, wenn zwei Menschen sich einen Rosenkrieg lieferten. Auf dieses Niveau wollte sie sich nicht begeben – das hatte sie sich fest vorgenommen. Die Leute glaubten sowieso, was sie glauben wollten.
Wenn sie alles abstritt, was Tim behauptete, nämlich dass sie für ihn nicht gut gewesen war, dass sie seine Karriere zerstört und ihre Ehe beendet hatte, weil sie kein Baby bekommen wollte, würde ihr das sowieso kaum jemand glauben.
In ihrer Beziehung war sie stets die Zurückhaltende gewesen, diejenige, die länger brauchte, um Freundschaften zu schließen, während Tim immer gern im Mittelpunkt stand. Er scharte Menschen um sich, fand sehr schnell neue Freunde, und wenn er sie kurze Zeit später wieder fallen ließ, schien ihm das niemand übel zu nehmen. Nein, wenn die Leute die Wahl hatten, würden sie Tims Version glauben. Ebenso wie Mac, wie es schien.
Sie verspürte einen scharfen Schmerz bei dieser Erkenntnis, als sie ihm den Weg zur Aufnahme zeigte. Obwohl sie wusste, dass es albern war, hasste sie den Gedanken, dass sie in Macs Ansehen gesunken war.
Sie zwang sich zu einem Lächeln, als sie sich Janet Davies zuwandte, der Kollegin am Empfang. Sie würde Mac nicht merken lassen, wie es in ihr aussah.
„Dies ist Dr. MacIntyre, Janet. Er wird Dr. Timpson vertreten, bis sie sich von ihrem Unfall erholt hat.“
„Oh, ich kenne Mac. Wer tut das nicht?“ Janet kam um die Theke herum und umarmte ihn. „Also, wo waren Sie diesmal? Afrika? Indien? In der äußersten Mongolei?“
Mac erwiderte die Umarmung, und er lächelte so strahlend, dass es Bella warm ums Herz wurde.
„Philippinen“, antwortete er.
Er hatte schon immer ein wundervolles Lächeln, dachte Bella. Er hatte sie allerdings nie so ehrlich und warm angelächelt wie gerade Janet.
„Oje.“ Janet verzog das Gesicht. „War es wirklich so schlimm, wie es im Fernsehen aussah?“
„Schlimmer.“ Mac schüttelte den Kopf, und eine dunkelbraune Haarsträhne fiel ihm in die Stirn.
Sie müssten geschnitten werden, fand Bella. Aber es stand ihm gut, die leicht zerzausten Haare betonten irgendwie seine Männlichkeit. Mac sah genauso aus, wie er war: ein Mann, der in jeder Situation unerschütterlich war, jemand, auf den man sich immer verlassen konnte, der einen nie im Stich ließ.
Bellas Herz zog sich bei dem Gedanken zusammen. Mit Mac hätte sie das vergangene harte Jahr überstehen können.
„Der Taifun hat ganze Städte zerstört, und die Menschen hatten nur noch das, was sie am Leibe trugen. Es war ein harter Job. Am Anfang konnten wir kaum eine Basisversorgung leisten“, erzählte Mac weiter.
„Wie furchtbar!“ Janet schüttelte sich, als sie wieder an ihren Platz ging. „Das macht einen dankbar, hier zu leben, oder?“
„Das ist wohl wahr.“ Mac lächelte. „Auch wenn es hier mehr regnet als in anderen Teilen der Welt.“
Janet lachte, als sie zum Telefon griff.
Bella wandte sich zum Whiteboard und checkte die Namen, die dort aufgelistet waren, fest entschlossen, nun mit ihrer Arbeit weiterzumachen. Möglich, dass sie und Mac einiges zu klären hatten, doch in erster Linie waren sie Kollegen – und das war die Hauptsache.
Auf der Liste standen drei Namen von Kindern, die bereits untersucht worden waren und bei denen...




