Templeton | Wenn dich die Hoffnung küsst | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Templeton Wenn dich die Hoffnung küsst


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-3066-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-7337-3066-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Kribbeln, diese verrückte Sehnsucht, sobald Patrick Shaughnessy sie nur ansieht. Doch der Singledad treibt April schon bald zur Verzweiflung. Warum muss sie sich ausgerechnet zu diesem Mann hingezogen fühlen, der seit seinem schweren Unfall nicht mehr an das Glück glaubt? Zwar erklärt Patrick, dass auch er Gefühle für April hat. Aber nur, um ihr nach einem einzigen zärtlichen Kuss sogleich wieder die kalte Schulter zu zeigen. Wie soll April bloß jemals die Mauer um sein Herz durchdringen? Da weist ihr Patricks niedliche kleine Tochter Lili unverhofft einen Weg.



Manche Menschen wissen, sie sind zum Schreiben geboren. Bei Karen Templeton ließ diese Erkenntnis ein wenig auf sich warten ... Davor hatte sie Gelegenheit, sehr viele verschiedene Dinge auszuprobieren, die ihr jetzt beim Schreiben zugutekommen. Und welche waren das? Zuerst, gleich nach der Schule, wollte sie Schauspielerin werden und schaffte tatsächlich die Aufnahmeprüfung in die Schauspielklasse der North Carolina School of Art. Eine Weile lang war das das Richtige, doch nach zwei Jahren merkte Karen Templeton, dass ihr diese Bretter doch nicht die Welt bedeuteten. Also wechselte sie zum Kostümdesign, und dort wurde ihr zweierlei klar: Erstens wollte sie nicht ihr Leben lang Kostüme nähen. Und zweitens hatte sie nicht vor, New York jemals wieder zu verlassen. Denn sie hatte hier die Liebe ihres Lebens getroffen! So blieb sie also im Big Apple und schlug sich mit unterschiedlichen kleinen Jobs durch. Zum Beispiel arbeitete sie im renommierten Kaufhaus Saks Fifth Avenue in der Abteilung für Brautkleider. Und dann war es auch für sie selbst so weit: Sie heiratete denn Mann ihres Lebens und bekam innerhalb der nächsten Jahre zwei Söhne. Die vier zogen nach Albuquerque, die Heimatstadt von Karens Mann, und dort kamen zwei weitere Söhne zur Welt. Es war Zeit für neue berufliche Herausforderungen! Karen Templeton gründete einen Versandhandel für Handarbeitsmaterial. Mit dieser Firma war Karen zehn Jahre lang erfolgreich, doch dann sollte sich durch zwei Dinge wieder alles ändern: Karens größter Werbeträger ging in Konkurs, und Familie Templeton schaffte ihren ersten Computer an. Einfach so, zum Ausprobieren, setzte sich Karen Templeton mal daran und schrieb drauf los: Eine Romance sollte es werden. Das Projekt gelang ganz gut, Karen machte weiter und schrieb insgesamt drei Romane. Einer davon wurde schließlich im März 1996 von einem Verlag gekauft. Und so konnte Karen Templeton bald hauptberuflich schreiben; sie war zu ihrer Passion gekommen, zu der Arbeit, die ihr wirklich richtig Spaß macht und bei der sie all ihre Erfahrungen einfließen lassen kann. Große Freude macht sie ihren Leserinnen besonders mit der Schilderung von Persönlichkeiten und vor allem Kindern, die nicht selten zu Tränen rühren.

Templeton Wenn dich die Hoffnung küsst jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. KAPITEL

Patrick hatte noch nie jemanden so rot anlaufen sehen. Außerdem schluckte April, als sei ihr übel. Er hielt sein Clipboard hoch, um April an den Zweck seines Besuchs zu erinnern. Doch sie schüttelte den Kopf, dass ihr das rotgoldene Haar um die Schultern flog, was Patrick irgendwie irritierte. Auch wenn er nicht hätte sagen können, wieso.

Was er jedoch sagen konnte, war, dass sie sogar noch hübscher war als in seiner Erinnerung. Wenn auch mit den farblich perfekt aufeinander abgestimmten Pullover, Schuhen und Haarband etwas zu akkurat gekleidet für seinen Geschmack. Und offensichtlich war sie ziemlich verstört wegen vorgestern.

„Bevor wir anfangen …“, sagte sie. „Es gibt keine Entschuldigung für mein Verhalten. Es tut mir leid.“

Patrick war hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sie vom Haken zu lassen und dem, sie sich vor Unbehagen winden zu sehen. Aber sein Gesicht war nun mal gewöhnungsbedürftig. Beleidigt zu reagieren, war daher überflüssig. Menschen waren nun mal so.

Aber irgendetwas an diesem speziellen Menschen hier provozierte ihn irgendwie. Vielleicht ihr unschuldiges Auftreten? Er schob die Hände in die Hosentaschen und sah sie aus schmalen Augen an. Sie erwiderte seinen Blick so stoisch, als wolle sie irgendetwas beweisen. Vermutlich eher sich selbst als ihm. „Ihr Verhalten?“

Sie schluckte erneut und errötete sogar noch heftiger. Immerhin war ihr hoch anzurechnen, dass sie nicht ihren Mann vorgeschickt hatte.

„Ja“, bestätigte sie. „Beim Gartencenter.“

„Mir ist nichts aufgefallen.“

„Sie machen sich wohl über mich lustig.“

Patrick zog die Augenbrauen zusammen. Zumindest das, was von ihnen übrig geblieben war. „Das mache ich nicht …“

„Sie wissen verdammt genau, worauf ich hinauswill. Aber ich helfe Ihrem Gedächtnis gern auf die Sprünge, wenn Sie sich dann besser fühlen. Ich habe mich unmöglich benommen, als ich Ihre Narben sah. Ich weiß nicht, warum, man hat mich auf jeden Fall nicht so erzogen, aber ohne eine Entschuldigung könnte ich nicht mehr in den Spiegel sehen. Sie sind natürlich nicht dazu verpflichtet, sie anzunehmen, aber ich möchte mich trotzdem entschuldigen. So. Wollen wir jetzt anfangen?“

Für gute fünf oder sechs Sekunden starrte Patrick sie ungläubig an. Dass sie sich bei ihm entschuldigte, verriet vermutlich eher gute Manieren als sonst irgendetwas, aber sie hatte mit einem Temperament gesprochen, das er ihr gar nicht zugetraut hätte. Genauso wenig wie ihren verdammten beharrlichen Blick.

„Entschuldigung angenommen“, hörte er sich selbst murmeln und räusperte sich verlegen. „Sie sollten sich vielleicht eine Jacke überziehen. Es ist ziemlich kalt da draußen.“

Nickend verschwand sie im Haus und kehrte kurz darauf mit einer anderen Frau im Schlepptau zurück, einer großen Blondine, die Patrick vage bekannt vorkam.

„Das ist meine Cousine Blythe Broussard“, stellte sie die Frau vor. „Sie beaufsichtigt den Umbau und hat ein paar Ideen für die Gartengestaltung.“

Immer noch kein Ehemann aufgetaucht. Interessant.

Aber vielleicht ist der Kerl einfach gerade nicht da …

Was war bloß los mit ihm? Patrick hatte schon jede Menge weiblicher Auftraggeberinnen gehabt, aber das hier war das erste Mal, dass er sich bei einer von ihnen fragte, ob sie mit jemandem zusammenlebte oder verheiratet war. Sich mental einen Schlag gegen den Hinterkopf versetzend, richtete Patrick die Aufmerksamkeit auf Blythe, die ihn ebenfalls direkt ansah. Vermutlich hatte April sie vorgewarnt.

„Okay, lassen Sie uns anfangen“, sagte er und zeigte mit dem Clipboard auf den wüsten Vorgarten – ein absolut passendes Symbol für sein derzeitiges Leben. „Nach Ihnen, meine Damen.“

April hatte Blythe den Großteil des Gesprächs überlassen, und zwar aus verschiedenen Gründen. Nicht zuletzt deshalb, weil Blythe sich viel besser mit Gartengestaltung auskannte als sie selbst. Aber auch, weil sie sich erst mal von Patricks Reaktion auf ihre Entschuldigung erholen musste.

Mal sehen, ob ich mich davon erholt habe, dachte sie, als sie eine Woche später vor dem nichtssagenden Firmengebäude der Shaughnessys auf der anderen Seite der Stadt parkte. April hatte eigentlich damit gerechnet, dass Patrick ihr seine Pläne und seinen Kostenvoranschlag zuschicken oder vorbeibringen würde, doch stattdessen hatte er eine Sekretärin beauftragt, sie zu einer Präsentation ins Büro zu bitten. Und da war sie jetzt.

Statt der Frau mittleren Alters, die sie am Telefon gehört hatte, saß ein älterer Mann mit schwarzer Brille hinter dem alten Empfangstresen. Sein freundliches Lächeln nahm April etwas von der Nervosität, die sie sich bis jetzt nicht eingestanden hatte.

„Sie sind Ms Ross, nicht wahr?“ Er stand auf und hielt ihr eine raue Hand hin.

„Ja.“

„Ich bin Joe, Patricks Vater. Er telefoniert gerade, aber gehen Sie ruhig schon mal in den Konferenzraum. Wir legen hier keinen Wert auf Formalitäten. Wollen Sie einen Kaffee?“ Er zeigte auf die altmodische Kaffeemaschine hinter sich. „Er ist ganz frisch. Marion hat ihn aufgesetzt, bevor sie zur Bank musste.“

„Oh … Nein, danke.“

„Gut. Der Konferenzraum ist gleich da hinten. Sie können ihn nicht verfehlen.“

April konnte Patrick bereits auf dem Gang hören – ein volles tiefes Lachen, bei dem ihr der Atem stockte. Sie hätte nicht gedacht, dass er so lachen konnte.

Die Möblierung des Konferenzraums bestand nur aus einer Ansammlung alter Tische und Klappstühle und einem Großbildfernseher. Patrick saß auf einem Stuhl, einen Fuß lässig auf den Tisch vor sich gelegt. Er hatte sein Handy ans Ohr gepresst und seine „gute“ Seite zur Tür gewandt. Er war so ins Gespräch vertieft, dass er April gar nicht sah.

Interessantes Gesicht, dachte sie, auch wenn Mel recht damit hatte, dass er nicht wirklich gut aussah. Dafür aber sehr männlich …

Als er ihre Gegenwart bemerkte, setzte er einen neutralen Gesichtsausdruck auf, nahm den Fuß vom Tisch und stand auf, wobei er sein Handy einsteckte. „Sorry, ich habe Sie gar nicht gesehen.“

April bekam Bauchschmerzen vor lauter Nervosität … und nicht nur deshalb. „Schon gut“, sagte sie lächelnd. „Ich wollte Sie nicht unterbrechen.“

Nickend winkte er sie ins Zimmer. „Setzen Sie sich. Die Präsentation wird nicht lange dauern.“

Sein Tonfall war so kühl, dass April unwillkürlich zusammenzuckte. Er hatte ihre Entschuldigung angenommen, schien aber trotzdem noch verletzt zu sein – eine sehr unangenehme Vorstellung. Auf der anderen Seite hatte sie alles in ihrer Macht Stehende getan, um ihr Fehlverhalten wiedergutzumachen.

Patrick hatte bestimmt Schreckliches durchgemacht, aber das war weder ihre Schuld, noch ging es sie etwas an. Leider hatte sie die nervige Angewohnheit, jedes Problem lösen zu wollen, das man ihr in den Weg warf. Es war gar nicht so leicht, alte Gewohnheiten abzulegen.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin wäre vermutlich, sich nur auf die professionelle Ebene zu konzentrieren. Sie sollte Patrick als ihren Landschaftsarchitekten betrachten und nichts weiter.

Ein Entwurf flackerte auf dem Fernsehbildschirm auf, offensichtlich Aprils künftiger Vorgarten – ein Areal voller Blumenbeete, gepflasterter Wege, blühender Obstbäume und üppiger Büsche. Sitzgruppen waren in verschiedenen „Räumen“ im Freien verteilt. Zwei Koniferen flankierten die Verandastufen, und vor einer niedrigen Steinmauer war eine Rosenhecke gepflanzt.

„So könnte der Garten aussehen?“

„Ja, könnte er“, antwortete Patrick ein paar Schritte abseits. Er nahm April auf eine virtuelle Reise mit. Seine Begeisterung war so unüberhörbar, dass ihre ohnehin schon schwachen Schutzmauern noch weiter bröckelten. „Das Konzept ist ein Garten für jede Jahreszeit – daher die immergrünen Bäume. Man könnte sie zum Beispiel zu Weihnachten schmücken.“

Im Überschwang des Augenblicks trafen sich ihre Blicke. Nach ein paar magischen Sekunden richtete April die Aufmerksamkeit hastig wieder auf den Bildschirm. Es war offensichtlich ein Fehler gewesen, Patrick anzusehen. „Oh … ja“, sagte sie, während sie versuchte, ihr wild klopfendes Herz zu beruhigen. „Perfekt.“

„Und hinterm Haus …“, Patrick drückte ein paar Tasten, und der rückwärtige Garten flackerte auf dem Bildschirm auf, „… könnte ein Pavillon stehen. Für Hochzeiten oder was auch immer.“

April bekam einen Kloß im Hals. „Wahnsinn.“

„Das Ganze wird allerdings nicht billig.“

Konzentrier dich auf den Garten. „Davon bin ich auch nicht ausgegangen.“

„Ich dachte, ich zeige Ihnen erst mal sämtliche Optionen, dann können wir immer noch reduzieren, wenn es sein muss.“ Patrick griff nach einem neben dem Computer liegenden Umschlag und reichte ihn ihr. „Hier ist der Kostenvoranschlag einschließlich Material- und Arbeitskosten.“

April zog die Unterlagen heraus und überflog sie. Dann blätterte sie zur letzten Seite vor und verdrängte einen Anflug schlechten Gewissens. „Haben Sie einen Kugelschreiber?“

Mit dieser Reaktion hatte Patrick offensichtlich nicht gerechnet. „Sind Sie sicher, dass Sie schon unterschreiben wollen? Ich meine, haben Sie gar keine Fragen …?“

„Nein.“ April zog ihr Scheckbuch aus ihrer Handtasche und fand bei dieser Gelegenheit einen eigenen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.