TerKeurst | Liebe braucht Grenzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

TerKeurst Liebe braucht Grenzen

Wie du deine Beziehungen gesund gestaltest
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96122-694-8
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie du deine Beziehungen gesund gestaltest

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

ISBN: 978-3-96122-694-8
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ist es lieblos oder egoistisch, Grenzen zu setzen? Dürfen Christen Beziehungen beenden, wenn sie nicht länger sicher oder tragfähig sind? Lysa TerKeurst kennt aus eigener Erfahrung all die schwierigen Fragen, die Beziehungsprobleme mit sich bringen. Und sie sagt: Grenzen sind nicht nur eine gute Idee, sie sind Gottes Idee. Was sollte bei der Einführung gesunder Grenzen beachtet werden? Warum ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie intensiv man jemandem Einblick in das eigene Leben und Fühlen geben will? Können Bibelverse als Waffe eingesetzt werden, wenn sie falsch verstanden werden? Die Leser lernen, wie man mithilfe von praktischen Strategien und guter Kommunikation effektiv Grenzen setzen und beibehalten kann.

Lysa TerKeurst ist eine bekannte Bestsellerautorin und Rednerin. Darüber hinaus leitet sie die Organisation Proverbs 31 Ministries. Millionen von Frauen lesen ihre Online-Andachten. Sie lebt in der Nähe von Charlotte, North Carolina. Ihre fünf Kinder sind mittlerweile erwachsen und haben eigene Familien, leben aber nicht weit von ihr entfernt. Und ihre drei Enkelkinder liebt sie über alles!
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Kapitel 1

Du bist nicht verrückt (du kannst sie lieben, aber nicht ändern)


„Du kannst kein Vertrauen aufbauen, wenn dieses Vertrauen immer wieder enttäuscht wird.“ Dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf, während ungeheure Wellen der Trauer die noch wunden Stellen meines Herzens überrollten. Ich schwankte zwischen dem Verlangen, diese Worte hinauszuschreien und sie zurückzunehmen und hinunterzuschlucken.

Bis zu diesem Augenblick hatte ich sie nur in mein Tagebuch schreiben können. Aber dann, in einem unvorhergesehenen Moment schmerzhafter Ehrlichkeit, sprach ich sie laut aus. Zunächst gegenüber meinem Seelsorger und später gegenüber dem Mann, mit dem ich seit fast drei Jahrzehnten verheiratet war.

„Du kannst kein Vertrauen aufbauen, wenn das Vertrauen immer wieder enttäuscht wird.“ Es war ein Schlag in die Magengrube. Manchmal kann es schrecklich sein, die Wahrheit auszusprechen. Aber noch viel schlimmer ist es, wenn die Wahrheit dir ins Gesicht starrt und du sie verleugnest.

Ich liebte ihn. Ich schätzte unsere langen Gespräche über das Leben und die Liebe und sogar all die alltäglichen Dinge, die eine enge Beziehung eben so ausmachen. Als alles noch „normal“ war, dachte ich, dass diese Beziehung immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein würde. Aber dann veränderten sich die Dinge, sie verschlimmerten sich, und schließlich stand alles Kopf. Lügen waren gängiger als die Wahrheit. Aus einer zweiten Chance wurde eine dritte, vierte und fünfte, um dem anderen die Möglichkeit zu geben, das Unrecht wiedergutzumachen.

Versprechungen wurden gemacht.

Und eine Zeitlang wurden sie auch gehalten. Aber gerade als ich dachte, es ginge wieder aufwärts, wurden die Versprechen erneut gebrochen.

Das Problem ist, dass Vertrauen etwas sehr Zerbrechliches ist und schwer zurückzugewinnen. Die Rückschläge sind schrecklich und lähmend. Und wenn das Vertrauen bis zum Zerbrechen beansprucht wird, bohren sich die Knochensplitter wie Dolchstiche ins Herz.

Ich sehnte mich mit jeder Faser meines Seins nach einer gesunden, blühenden Ehe. Aber die Realität machte Veränderungen nötig.

Die Sucht kehrte zurück und mit ihr die Übertretung klar gesteckter Grenzen. Das konnte ich nicht ignorieren, und ich konnte auch nicht so tun, als machte es mir nichts aus. Jedes Mal, wenn ich wieder neue Beweise dafür erhielt, zog sich in mir alles wegen des Schmerzes und der heftigen Flashbacks zusammen. Mein Seelsorger nennt sie „Trigger“ (Auslöser). Jedes Mal, wenn so etwas in mir ausgelöst wurde, wurde ich in die Zeit zurückversetzt, als ich Suchtverhalten noch nicht verstand. Ich verstand nicht, dass gute Menschen wirklich schlimme Dinge tun können, wenn die Sucht sie kontrolliert. Ich dachte, ich würde verrückt.

Wenn ich wieder Anzeichen für die Sucht entdeckte, gellten mir schreckliche Warnungen in den Ohren: „Du bist nicht sicher. Es passiert schon wieder. Alles war nur eine Lüge. Es wird dich wieder völlig umhauen. Das wirst du nicht überstehen.“

Ich schüttelte den Kopf. Ich krümmte mich zusammen und aus meinem tiefsten Inneren brach ein Schluchzen hervor. Ich hatte all die Liebe und Vergebung gegeben, die ich zu geben hatte, und es war nicht genug gewesen. Jemandem seine Liebe zu schenken, ist etwas ungeheuer Schönes. Liebe zu empfangen, etwas ungeheuer Erfüllendes. Aber damit diese Liebe wahrhaft und dauerhaft gedeihen kann, braucht sie den Schutz des Vertrauens. Ohne Vertrauen stirbt die Liebe ab. Und deshalb musste ich es sagen: „Du kannst kein Vertrauen aufbauen, wenn das Vertrauen immer wieder enttäuscht wird.“

Als ich diese Worte aussprach, hatte ich das Gefühl, mir eine der schlimmsten Niederlagen meines Lebens einzugestehen. Ich hatte die falsche Vorstellung, dass man als Christ unter allen Umständen immer das Beste vom anderen annehmen muss. Dass es lieblos ist, Grenzen zu setzen. Dass es ehrenwert und lobenswert ist, unter allen Umständen an einer Beziehung festzuhalten. Heute glaube ich das nicht mehr.

Inzwischen glaube ich, dass wir das ehren sollten, was Gott Ehre macht. Und dabei dürfen wir das gute Gebot von Liebe und Vergebung nicht damit verwechseln, dass wir Dinge zulassen und vertuschen, die Gott keine Ehre machen. Wenn das schlimme Verhalten eines anderen uns praktisch schon auffordert zu gehen, dann sollten wir auch ernsthaft darüber nachdenken.

Mein Seelsorger Jim Cress hat einmal ein Kissen genommen und es zwischen mein Gesicht und seines gehalten. Er sagte: „Wenn du mit dieser Person sprichst, muss alles, was du sagst, zuerst an der Sucht vorbei. Du sprichst gar nicht mit dem Menschen, den du liebst.“

Ich wusste, dass Jim recht hatte. Ich versuchte immer wieder, mit der irrationalen Sucht zu reden – aber es gab nur zwei Dinge, die ich für den Betroffenen sein konnte: In seinen Augen war ich entweder ein Ermöglicher oder ein Feind. Der Ermöglicher wird manipuliert. Der Feind wird angelogen. Aber weder in der Manipulation noch in der Lüge verbirgt sich auch nur ein Hauch Liebe. Liebe atmet Vertrauen. Die Sucht nimmt der Liebe die Luft zum Atmen, bis sie schließlich erstickt.

Ich war zwar nicht diejenige, die sich für ein Leben mit der Sucht entschieden hatte, aber ich war diejenige, die jetzt eine Grenze gezogen hatte, die nicht mehr überschritten werden durfte. Doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass sie wieder überschritten werden würde, genau wie viele andere Male zuvor.

Mir war inzwischen bewusst, dass er sich so in seine zahlreichen Süchte verstrickt hatte, dass ich nicht länger mit dem Mann sprach, den ich liebte.

Seine Augen sahen zwar so aus wie die Augen, in die ich unzählige Male geschaut hatte, aber sein wahres Ich war nicht mehr da. Er konnte nicht sehen, was ich sah. Er würde nicht hören, was ich ihm sagte. Obwohl wir keinen Meter voneinander entfernt waren, tat sich zwischen uns ein Abgrund auf.

Wir dürfen das gute Gebot von Liebe und Vergebung nicht damit verwechseln, dass wir Dinge zulassen und vertuschen, die Gott keine Ehre machen.

Gesundes kann sich nicht mit Ungesundem verbinden.

Also musste ich entweder ungesund werden und den Kreislauf weiter unterstützen, oder ich musste an den Grenzen festhalten, auf die wir uns geeinigt hatten. Als es in unserer Beziehung einmal bergauf gegangen war, hatten wir schriftlich festgehalten, welche Dinge in unserer Beziehung zukünftig annehmbar sein sollten und welche nicht. Und jetzt war die Realität dieser gebrochenen Versprechen niederschmetternd.

Ich wollte mir nicht eingestehen, dass die Sucht zurückgekehrt und wieder an die Oberfläche gekommen war. Wenn ich mir das eingestand, war ich gezwungen, den Mann, den ich liebte, wieder seinen eigenen Entscheidungen zu überlassen. Um diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, würde ich seine Hand loslassen müssen. Ich musste das loslassen, was einen so großen Teil meines Lebens ausgemacht hatte. Ich musste aufhören, immer wieder in die Bresche zu springen, um ihn zu retten. Und dann musste ich mich selbst ermahnen, jeden Tag tausendfach schmerz- und angsterfüllt Luft zu holen. Ich wusste, dass ich mich eines Tages im Spiegel anstarren und fragen würde:

Aber Dank der klugen Ratschläge, die ich bekommen hatte, wusste ich, dass ich nichts tun konnte. Und das kam mir wie eine beschämende Niederlage vor. Es ist schwer, die Verantwortung für etwas zu übernehmen, das du dir nicht selbst ausgesucht hast. Ich wusste, dass ich für die Konsequenzen einer Sucht, die nicht meine eigene war, eigentlich auch nicht verantwortlich war. Aber wenn dein Leben so eng mit dem eines anderen verwoben ist, dass man eins ist, kann es einen in den Wahnsinn treiben, zusehen zu müssen, wie jemand Entscheidungen trifft, von denen man weiß, dass sie ihn zerstören werden. Selbst wenn die Entscheidungen nicht die eigenen sind, sondern die dieser Person, haben die Konsequenzen doch Auswirkungen auf alle Menschen, die diese Person lieben. Es ist wie bei einer Handgranate: Man muss nicht derjenige sein, der den Sicherungsstift herauszieht, um schwere Verletzungen von den Splittern oder Trümmern davonzutragen.

Man kann mit einem Menschen, der in einer Sucht gefangen ist, genauso wenig vernünftig argumentieren, wie man eine scharf gemachte Granate überreden kann, nicht zu explodieren. Wenn der Stift herausgezogen wurde, setzt das eine Kettenreaktion in Gang, die Verwüstungen anrichtet. Die meisten Menschen mit Suchtproblemen bringen abstruse Rechtfertigungen hervor, die keinen Sinn ergeben. Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf andere, sondern glauben tatsächlich, dass ihre Entscheidungen nur sie allein betreffen.

Sie spüren deinen Schmerz nicht.

Sie wollen deine Tränen nicht sehen.

Sie werden dir erzählen, der blaue Himmel sei orange … und das orangefarbene Auto sei grün … und in ihrem Glas sei ein bestimmtes Getränk, während du genau weißt, dass es etwas ganz anderes ist. Und wenn sie dich ohne einen Hauch von Reue anlügen, fragst du dich, ob die Wahrheit sich auch bereits aus eurer Beziehung verabschiedet hat.

Wenn du mitspielst, wirst du immer mehr zu der Überzeugung gelangen, dass du das Problem bist. Wenn du dich ihnen widersetzt, werden sie dafür sorgen, dass du das Gefühl hast, es liegt definitiv an dir.

So oder so hast du verloren.

Und ich habe verloren … meine Gesundheit, mein emotionales Gleichgewicht und – auch wenn ich es mir...


TerKeurst, Lysa
Lysa TerKeurst ist eine bekannte Bestsellerautorin und Rednerin. Darüber hinaus leitet sie die Organisation Proverbs 31 Ministries. Millionen von Frauen lesen ihre Online-Andachten. Sie lebt in der Nähe von Charlotte, North Carolina. Ihre fünf Kinder sind mittlerweile erwachsen und haben eigene Familien, leben aber nicht weit von ihr entfernt. Und ihre drei Enkelkinder liebt sie über alles!

Lysa TerKeurst ist eine bekannte Bestsellerautorin und Rednerin. Darüber hinaus leitet sie die Organisation Proverbs 31 Ministries. Millionen von Frauen lesen ihre Online-Andachten. Sie lebt in der Nähe von Charlotte, North Carolina. Ihre fünf Kinder sind mittlerweile erwachsen und haben eigene Familien, leben aber nicht weit von ihr entfernt. Und ihre drei Enkelkinder liebt sie über alles!



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