E-Book, Deutsch, 177 Seiten
Tezcan Das muslimische Subjekt
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-8353-9704-0
Verlag: Konstanz University Press
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Verfangen im Dialog der Deutschen Islam Konferenz
E-Book, Deutsch, 177 Seiten
ISBN: 978-3-8353-9704-0
Verlag: Konstanz University Press
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eine Untersuchung der deutschen Islampolitik.
Im letzten Jahrzehnt hat die Kategorie »Muslim« politische Beschreibungen verdrängt und ethnische Zuschreibungen weitgehend überwölbt. »Dialog mit den Muslimen« ist zu einem der wichtigsten strategischen Instrumente in einem Diskursfeld geworden, das sich aus Themen wie Sicherheit bzw. Terrorismus, Integration, Religion und demographischer Entwicklung zusammensetzt. Das muslimische Subjekt wird in diesem Dialog regelrecht konstruiert. Die Deutsche Islam Konferenz, die 2006 vom Bundesministerium des Inneren ins Leben gerufen wurde, markiert hier einen entscheidenden Wendepunkt. Sie verfolgt nämlich das ehrgeizige Ziel, die gesellschaftliche Integration der muslimischen Einwanderer über die Religion zu regeln.
Das muslimische Subjekt befasst sich mit dieser deutschen Islampolitik - mit einer historischen Rückblende auf die koloniale Vorgeschichte im Kaiserreich - am Beispiel der Deutschen Islam Konferenz, an deren ersten Phase (2006-2009) der Autor teilgenommen hat. Levent Tezcan enthüllt die kulturalisierenden Zuschreibungen, in denen sich Migranten primär als Muslime wiederfinden. »Muslime« ist nicht einfach eine unzutreffende Bezeichnung für die Einwandererbevölkerung, sondern die Operation einer politischen Rationalität, die unter Einbeziehung von islamischen Organisationen und Einzelpersonen auf die Konstruktion eines gesellschaftsfähigen, berechenbaren muslimischen Subjekts abzielt. Als Teil eines im breiteren Sinne zu verstehenden »Sicherheitsdispositivs« fördert die Islamkonferenz diejenigen Subjektpositionen im Integrationsdiskurs, die sich über religiöse Zugehörigkeit definieren. Das Buch beschreibt neben den konkreten Auseinandersetzungen die Bestandteile des projektierten muslimischen Kollektivs, die Motivationen der Akteure und die Themen des Dialogs.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Umschlag;1
2;Titel;3
3;Impressum;4
4;Inhalt;5
5;Vorwort;7
6;1. Einleitung;11
7;2. Historischer Ru?ckblick: Deutsche Islampolitik zu Beginn des 20. Jahrhunderts;21
7.1;Mission und Staatsräson auf den Kolonialkongressen von 1905 und 1910;24
7.2;›Kulturwert des Islam‹;26
7.3;Aspekte der Islamgefahr;27
7.4;Carl Heinrich Becker und die ›Europäisierung des Islam‹;30
8;3. Dialog als Form. Wie der Staat einen Teil seiner Bu?rger ›islamisiert‹;35
8.1;Dialog als politische Technik;38
8.2;Integration des Islam und Integration der Muslime;42
8.3;Organisationsstruktur des Dialogs;46
9;4. Akteure des Dialogs;53
9.1;Der Dialog des Innenministeriums;55
9.2;Die muslimische Auslese: Organisationen und Individualisten;64
9.3;Zwischenbetrachtung;99
10;5. Themen des Dialogs;103
10.1;Vom Wert des ›Wertekonsenses‹;103
10.2;Bekenntniskonfl ikte;108
10.3;Sozial oder Religiös? Der Deutungskampf um Schulprobleme;124
10.4;Sieg der ›sozialen Ursachen‹: Praktische Empfehlungen der AG 1;137
11;6. Exkurs: Einbu?rgerungstest als Mittel der ›Verbindlichkeit‹;143
12;7. Vom theoretischen Wertekonsens zur praktischen Arbeit an der muslimischen Pastoralmacht;155
12.1;Die zweite Phase der DIK;155
12.2;Pastorale und staatliche Macht;159
13;8. Schlussbetrachtungen;163
13.1;Das Kriegsmodell im Zentrum;166
13.2;Das Kriegsmodell in der Peripherie;167
14;Literaturverzeichnis;171
15;Abbildungsnachweise;177




