Thacker | Ein süßer Glücksbringer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1792, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Thacker Ein süßer Glücksbringer


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-185-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1792, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86349-185-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Baby aus heiterem Himmel? Der sexy Notarzt Thad Garner glaubt zu träumen, als die atemberaubende Michele Anderson von gegenüber mit einem Neugeborenen bei ihm klingelt. Ihr eigenes ist es nicht, seines aber auch nicht. Triumphierend und mit vorwurfsvoller, kühler Miene hält ihm seine schöne Nachbarin den Beweisbrief unter die Nase: Der süße Winzling ist offensichtlich das Kind seines Bruders! Thad ist sprachlos. Plötzlich erwacht in ihm ein starker Beschützerinstinkt. Und der unbändige Wunsch, die bezaubernde Michele in sein Leben zu lassen ...



Cathy Gillen Thacker ist eine Vollzeit-Ehefrau, - Mutter und - Autorin, die mit dem Schreiben für ihr eigenes Amusement angefangen hat, als sie Mutterschaftszeit hatte. Zwanzig Jahre und mehr als 50 veröffentlichte Romane später ist sie bekannt für ihre humorvollen romantischen Themen und warme Familiengeschichten. Wenn sie schreibt, ist ihr größter Wunsch zu unterhalten und mit ihren Worten aufzubauen. 'Menschen den Mut und die Kraft zu geben, zu träumen.' Ihre Bücher erscheinen zahlreich auf Bestseller - Listen und sind in 17 Sprachen übersetzt und in 35 Ländern in der ganzen Welt veröffentlicht.

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1. KAPITEL

Michelle Anderson hatte schon öfter Geschenke bemerkt, die auf der Veranda vor Thad Garners Haustür für ihn abgelegt worden waren. In den drei Monaten, die sie nun schon dem sexy Notarzt gegenüber wohnte, hatte sie eine ganze Parade hoffnungsvoller Singlefrauen beobachten können, die den begehrtesten Junggesellen von Texas mit allem Möglichen, von Geschenkkörben bis zu Luftballons, beglückten. Es war allerdings das erste Mal, dass Michelle einen Kindersitz, eine Wickeltasche und einen Baby-Tragekorb auf der Veranda der Landhausstil-Villa entdeckte.

Als sie für ihre morgendliche Laufrunde das Haus verlassen hatte, war von den seltsamen Geschenken noch nichts zu sehen gewesen. Sie fragte sich, ob das Babyzubehör wohl als Botschaft gedacht war.

Falls ja, war es in Anbetracht der Tatsache, dass Thad Garner den Ruf eines Weiberhelden hatte, der Frauen bloß als Spielzeug betrachtete, eine sehr interessante Botschaft.

Der gutaussehende dreiunddreißigjährige Arzt behauptete, er wolle Frau und Kinder, und zwar lieber früher als später. Tatsächlich verabredete er sich aber mit kaum einer Frau öfter als zwei- oder dreimal, bevor er sich so unverbindlich-freundlich aus ihrem Leben verabschiedete, wie er darin aufgetaucht war.

„Es fehlt einfach dieses Knistern. Ich hoffe, wir können Freunde bleiben“, pflegte er dann zu sagen, wie Michelle gehört hatte. Aber das war es nicht, was die Frauen wollten. Sie sehnten sich nach der „großen Liebe“, die für Thad offenbar ein Fremdwort war.

Sie wollten genau das, dachte Michelle, was auch sie selbst sich wünschte. Heirat, ein erfülltes gemeinsames Leben, Kinder. Neben der Karriere. Doch sie hatte keine Ahnung, ob sich ihr Traum jemals erfüllen würde.

Beruflich und finanziell war alles perfekt. Mit zweiunddreißig Jahren war sie Partnerin in einer Anwaltskanzlei, hatte ihr eigenes Haus – sie hatte sogar überlegt, allein ein Kind zu adoptieren und …

Weinte da ein Baby?

Das konnte nicht sein. Noch während sie das dachte, stockte das hohe Wimmern, hörte kurz auf und setzte dann wieder ein – nun als verzweifeltes Schreien aus vollem Hals.

Michelle suchte Thads Veranda und den Hof mit Blicken ab, dann die Straße. Normalerweise war es am Wochenende um sieben Uhr morgens still. Nicht heute. Nicht, wenn das unverkennbare Geschrei eines Babys durch die Nachbarschaft hallte.

Mit klopfendem Herzen lief Michelle über die Straße und hastete die Stufen der überdachten Veranda von Thads Haus hinauf.

Und tatsächlich lag da ein rotgesichtiges, aufgebracht weinendes Kind in dem Babykorb. Er – Michelle vermutete zumindest, dass es ein Junge war, da er in eine blaue Decke gewickelt war – konnte nicht mehr als wenige Tage alt sein.

Ihr Herz flog dem Kleinen zu. Auf die Veranda gekniet schlug sie die weiche Decke zurück, unter der das jammernde Kind lag, und hob es aus dem tragbaren Babybett in ihre Arme.

In genau diesem Moment wurde die Haustür unsanft geöffnet.

Ihr zu-sexy-um-wahr-zu-sein Nachbar starrte auf sie hinab.

Und Michelles Herz tat einen weiteren Sprung.

Thad rieb sich das Gesicht und versuchte wach zu werden. „Was ist denn hier los?“, fragte er – und glaubte, noch zu träumen. Sonst stünde nicht die umwerfende Eisprinzessin von gegenüber mit einem Baby im Arm vor seiner Tür. „Und warum haben Sie Sturm geklingelt, als stünde die ganze Nachbarschaft in Flammen?“, fügte er schroff hinzu. Er hatte gedacht, das sei nur ein Traum gewesen, und war wieder eingeschlafen – bis ihn das Weinen dieses Kindes geweckt hatte.

Michelle Andersons Blick glitt über seine bloße Brust und die tiefsitzende Pyjamahose, bevor sie ihm wieder ins Gesicht sah. Eine für die morgendliche Kühle ungewöhnlich hitzige Röte erblühte auf ihren hübschen Wangen. „Ich habe nicht geklingelt“, sagte sie.

Thad hatte keine Ahnung, wie lange es her war, dass ihn das Klingeln geweckt hatte. Fünf Minuten? Eine Viertelstunde? „Sie stehen direkt neben der Klingel“, stellte er trocken fest.

„Nur weil ich Sie fragen wollte, was hier vor sich geht“, gab sie zurück.

Verspätet fiel ihm ein, dass er sich vielleicht ein T-Shirt hätte überziehen sollen. Thad betrachtete Michelle und das Neugeborene in ihren Armen. Er wusste nicht, wieso, doch sie schien ihm etwas Ungeheuerliches zu unterstellen. „Sie sind diejenige mit dem Baby“, bemerkte er.

Michelle tätschelte das Kind, das sich an sie geschmiegt hatte. Der beschützende Ton in ihrer anziehend weiblichen Stimme verstärkte sich. „Stimmt, aber ich bin nicht diejenige, die besagtes Baby vor Ihrer Haustür zurückgelassen hat.“

Sie klang wie eine Anwältin. „Wovon reden Sie überhaupt?“

Auf die Utensilien zu ihren Füßen deutend antwortete sie: „Jemand hat ein Baby auf Ihrer Türschwelle abgelegt.“

Die in Summit lebenden alleinstehenden Frauen hatten schon einige verrückte Dinge getan, um sein Interesse zu wecken, aber das hier übertraf wirklich alles. „Jemand hätte Ihnen sagen sollen, dass es für einen Aprilscherz etwas spät ist“, spöttelte Thad.

„Ich weiß sehr gut, dass heute der sechste April ist“, erwiderte Michelle kühl, „und wenn das hier eine Masche ist, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen, Dr. Garner, kann ich Ihnen versichern, dass dieser Versuch nicht von mir kommt.“

Thad sah Michelle an. Er rieb sich den letzten Schlaf aus den Augen. „Warum sollte mir jemand ein Kind übergeben?“

Michelle deutete auf das weiße Papier, das zwischen Seitenwand und Matratze des Babykorbs steckte. „Vielleicht steht es ja in dem Briefumschlag dort.“

Thad kniete sich hin, um den Umschlag aus dem Babybett zu fischen. Tatsächlich, da war sein Name auf die Vorderseite gekritzelt. Er riss das Papier auf und las.

Lieber Thad,

Brice und Beatrix haben vielleicht ihre Meinung über das Kinderkriegen geändert – ich nicht. Jetzt muss Ihr Bruder Russell entscheiden, was mit William geschieht – der Kleine ist schließlich sein Sohn.

Es tut mir leid, dass das alles so schiefgegangen ist, aber ich muss es noch einmal sagen: Es ist nicht mein Problem. Ich habe getan, wofür ich engagiert wurde – und mehr kann ich nicht tun.

Alles Gute,

Candace

P.S. Ich hoffe, Sie sind bei der Suche nach Russell erfolgreicher als ich.

„Was zum …?“, murmelte Thad, während er den Brief ein weiteres Mal überflog. Noch immer rätselnd hielt er den Brief Michelle hin, sodass sie ihn auch lesen konnte.

„Wer sind Brice und Beatrix?“, fragte sie stirnrunzelnd.

„Keine Ahnung“, sagte er. Das Baby sah zutiefst glücklich aus, wie es sich da an die Brüste seiner Nachbarin gekuschelt hatte.

Michelle zog die Decke um das winzige Ding etwas fester zusammen. „Und Candace?“

Mit einem Schulterzucken musterte Thad das Büschel dunkler, lockiger Haare, das unter dem blau-weißen Häkelmützchen hervorblickte. Die Kleidung des Babys wirkte teuer. „Auch nicht die geringste Ahnung.“

„Aber Russell …?“

„… ist definitiv mein Bruder und mein einziger noch lebender Verwandter“, antwortete Thad, während er die bildschönen Gesichtszüge und die helle Haut des Babys betrachtete. Bildete er sich das ein oder hatte William die Garner-Nase? Und Garner-Augenbrauen? Und dieses Kinn?

Er wusste, dass sein Bruder stolz auf seinen unsteten Lebenswandel war, doch hätte Russell wirklich seinen eigenen Sohn im Stich gelassen? Oder wusste er gar nichts von ihm? Hatte die Mutter dieses offensichtlich ungewollten Kindes beschlossen, dass Russell als Vater nicht gerade das große Los war, und das Baby zur Adoption freigegeben, ohne ihm davon zu erzählen? Nur um zu erleben, wie die Adoptiveltern im letzten Moment absprangen?

Michelle sah auf das Baby hinunter, als wäre es das anmutigste Kind der Welt. Zu Thad aufblickend fragte sie: „Glauben Sie, Ihr Bruder weiß überhaupt, dass er Vater geworden ist?“

Thad seufzte. „Schwer zu sagen.“

Gereizt nahm er die Wickeltasche, den Kindersitz und den Tragekorb und stellte die Sachen in seine Diele. „Bitte, kommen Sie doch herein“, grummelte er.

Zögernd, fast misstrauisch, folgte sie seiner Einladung.

Nicht dass sie sonst besonders freundlich zu ihm gewesen wäre, dachte Thad.

Seit sie vor ungefähr drei Monaten nach Summit gezogen war, war er ihr kaum einen Gruß wert gewesen. Auf ihre reservierte Art – zumindest ihm gegenüber – konnte er sich keinen Reim machen. Er selbst war der attraktiven Anwältin nie anders als freundlich begegnet.

Trotzdem war es verdammt schwer gewesen, die gertenschlanke Blondine mit dem warmen Kupferton im Haar nicht bei jeder Gelegenheit anzustarren.

Michelle Anderson trat mit der selbstbewussten Anmut einer vollendeten Karrierefrau auf. Zur Arbeit ging sie meist in eleganten Business-Kostümen mit High Heels, abends und am Wochenende war sie sehr viel legerer gekleidet.

...



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