E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Thacker Wetten, du bist der Richtige?
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1916-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-1916-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Lily hat das Mauerblümchendasein satt! Endlich will sie auch einmal etwas Aufregendes tun. Warum nicht den Filmstar Carson McRue verführen? Sie lässt sich auf eine verrückte Wette ein und findet dabei völlig unerwartet die Liebe ihres Lebens ...
Cathy Gillen Thacker ist eine Vollzeit-Ehefrau, - Mutter und - Autorin, die mit dem Schreiben für ihr eigenes Amusement angefangen hat, als sie Mutterschaftszeit hatte. Zwanzig Jahre und mehr als 50 veröffentlichte Romane später ist sie bekannt für ihre humorvollen romantischen Themen und warme Familiengeschichten. Wenn sie schreibt, ist ihr größter Wunsch zu unterhalten und mit ihren Worten aufzubauen. 'Menschen den Mut und die Kraft zu geben, zu träumen.' Ihre Bücher erscheinen zahlreich auf Bestseller - Listen und sind in 17 Sprachen übersetzt und in 35 Ländern in der ganzen Welt veröffentlicht.
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1. KAPITEL
Lily Madsen beobachtete, wie der leicht ramponierte „Cowboy“ in knallengen Jeans, kariertem Baumwollhemd und Stiefeln aus seinem Geländewagen stieg. Keine Frage, dieser Mann war eine Sünde wert. Zumindest wäre er es, hieße er nicht zufällig Fletcher Hart. Von Helen Harts fünf Söhnen war der dreißigjährige Fletcher der draufgängerischste und rastloseste, berüchtigt dafür, dass er die Frauen wie seine Hemden wechselte und sich auf nichts und niemanden einließ, abgesehen von seiner florierenden Tierarztpraxis in Holly Springs, North Carolina.
„Wieso bist du bloß immer so schwierig?“ Lily griff die Unterhaltung wieder auf, die sie beide begonnen hatten, bevor Fletcher zu einem Notfall auf einer benachbarten Farm gerufen wurde und Lily abrupt stehen lassen hatte. „Du sollst mich doch nur Carson McRue vorstellen. Den Rest schaffe ich schon allein.“
„Davon bin ich überzeugt.“ Fletcher warf ihr einen spöttischen Blick zu und ließ ein anzügliches Lächeln folgen, ehe er auf den Hintereingang der Klinik zusteuerte. Ein Mann, dessen Selbstbewusstsein durch nichts zu erschüttern war. „Trotzdem, Lily, meine Antwort ist Nein.“
Schmollend folgte sie ihm in das Gebäude, wo es nach Desinfektionsmitteln roch. Ein Geruch, der im krassen Gegensatz zu dem Duft stand, den Fletcher verbreitete. Als hätte er sich gerade im Heu gewälzt. Vielleicht hat er das auch, dachte Lily bissig, als sie die verschwitzten Stellen auf seinem Hemd bemerkte.
Zielstrebig betrat Fletcher einen Raum, der durch eine Glaswand abgeteilt war, hinter der sich in Metallkäfigen Hunde und Katzen verschiedener Rassen befanden. Alle schienen sich von einer Operation oder Krankheit zu erholen und lagen schlafend oder dösend auf ihrer Unterlage. In einer Kiste im Vorraum lag ein Hund, der offensichtlich sehr schwach war.
Als Fletcher neben dem Tier niederkniete und ihm das Fell kraulte, dachte Lily frustriert, dass der kranke Hund ihn anscheinend viel mehr interessierte als das, was sie zu sagen hatte. „Was hast du eigentlich dagegen einzuwenden, dass ich den Mann kennenlerne?“, fragte sie so selbstbewusst, wie sie nur konnte. Denn immerhin war sie fünf Jahre jünger als Fletcher, und der Altersunterschied schüchterte sie etwas ein.
Fletcher fuhr fort, den Hund zu streicheln, der mit traurigen Augen zu ihm aufblickte. „Du meinst, abgesehen davon, dass er ein arroganter TV-Star ist, der nur an sich selbst interessiert ist?“
Seufzend verschränkte Lily die Arme vor der Brust und betrachtete von oben Fletchers zerzaustes goldbraunes Haar, das zum Streicheln verführte. So wie er sich benahm, hätte man denken können, er wäre selbst einer von diesen egozentrischen TV-Stars. Aber nur weil er schöne braune Augen, ein markantes Gesicht und einen sinnlichen Mund hatte, brauchte sie noch lange nicht vor ihm auf die Knie zu fallen. Und auch nicht wegen seiner breiten Schultern und der langen muskulösen Beine.
„Das kannst du doch gar nicht wissen“, protestierte sie. „Nur weil Carson McRue reich und berühmt ist …“
Ohne ihren Satz zu Ende anzuhören, lief Fletcher die Treppe zu seiner Wohnung hoch und knöpfte sich im Gehen das Hemd auf. Lily folgte ihm auf den Fersen. „Lass uns das Thema beenden, okay?“
„Auf keinen Fall …“ Lily stockte, als er sein Hemd auszog und sie seinen umwerfenden Oberkörper mit der glatten gebräunten Haut, den muskulösen Armen und dem flachen Bauch sah. Nur mit Mühe gelang es ihr, den Blick nicht noch tiefer wandern zu lassen.
Fletcher ahnte natürlich nichts von ihren anzüglichen Gedanken. „Ich weiß, dass du mit deinen Freundinnen gewettet hast, Lily“, sagte er mit spöttischem Lächeln. „Alle wissen es.“
Lily stieg die Röte ins Gesicht. Auf ihrer Geburtstagsparty letzte Woche hatte sie wohl etwas über die Stränge geschlagen. Aber das kam nur, weil ihre Freundinnen sie dazu überredet hatten, zwei Cocktails zu trinken. Wo doch alle wussten, dass sie keinen Alkohol vertrug. Außer dem Tropfen Pfefferminzlikör, den ihre Großmutter immer an Heiligabend in die Milch geträufelt hatte, hatte sie keinerlei Erfahrung mit alkoholischen Getränken. Alkohol gehörte zu den vielen Dingen, die ihre geliebte Grandma Rose zutiefst verabscheut hatte. Und Lily war immer eine brave Enkelin gewesen, weil sie wusste, wie sehr ihre Eltern Grandma Rose enttäuscht hatten.
Sie versuchte, sich ihre Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. „Wer hat dir erzählt …“
„… dass du gewettet hast, mit Carson McRue in seinem Privatjet zu fliegen, wenn er North Carolina verlässt?“, beendete Fletcher ihre Frage. „Lass mich mal überlegen. Da ist meine Schwester Janey, dann Emma, die Frau meines Bruders Joe, und Hannah Reid drüben von der Autowerkstatt. Ach, und meine Cousine Susan Hart. Alle wissen, dass du auf ein Date mit diesem Schwachkopf scharf bist.“
Nun gut, Fletcher wusste also Bescheid. Aber er kannte nicht den Grund für Lilys großspurige Wette. „Carson McRue ist kein Schwachkopf und auch kein arroganter TV-Star.“
Wieder dieses spöttische Lächeln. „Und woher willst du das wissen?“ Fletcher schloss die Wohnungstür auf, durchquerte das unordentliche Wohnzimmer und lief direkt ins Bad.
Für Lily gab es jetzt zwei Möglichkeiten: ihm zu folgen oder vor der Wohnungstür stehen zu bleiben.
Es war keine Frage, was Fletcher lieber gewesen wäre, aber in ihrem Starrsinn tat sie das genaue Gegenteil. Sie lief ihm nach und lehnte sich im Flur gegen die Wand, mit dem Rücken zur offenen Badezimmertür. Während ihr das Herz bis zum Hals schlug, redete sie weiter, als würde sie jeden Tag mit Männern, die sie kaum kannte, beim Duschen plaudern. „Ich weiß es, weil ich mir seit fünf Jahren seine TV-Show ansehe.“
Nach einer harten Arbeitswoche war die Action-Serie mit dem lässigen Privatdetektiv immer ihr Lichtblick gewesen. Zeitweilig hatte sie dabei ihre Probleme völlig vergessen können.
Sollte sie ihre Wette gewinnen, schuldeten ihre Freundinnen ihr einen Tag im Thermalbad. Falls sie jedoch verlor – Lily wollte lieber nicht daran denken, was sie dann tun müsste. Und Fletcher schien es auch nicht zu wissen, denn sonst hätte er es ihr bestimmt schon unter die Nase gerieben.
Er kickte seine Stiefel weg. „Carson McRue spielt einen Krimihelden, Lily. Was du am Bildschirm siehst, ist eine Rolle, das hat nichts mit der Realität zu tun.“
„Das weiß ich auch“, gab Lily zurück, während sie hörte, wie Fletcher hinter ihr seinen Reißverschluss öffnete und seine Jeans auszog. Schnell machte sie die Augen zu, um nicht Gefahr zu laufen, Fletcher nackt zu sehen. „Aber so einfühlsam und leidenschaftlich kann man nur spielen, wenn man es wirklich ist.“ Zumindest hoffte sie das. Denn sonst könnte sie ihre Wette nicht wahr machen. Und dann müsste sie dieses Unmögliche tun …
„Da wäre ich mir nicht so sicher. Aber was soll’s.“ Hinter Lily wurde der Duschvorhang zugezogen, und dann hörte sie Wasser rauschen und nahm den Duft von Seife und Shampoo wahr. Es roch irgendwie … männlich. „Jedenfalls werde ich dich nicht mit ihm bekannt machen.“ Seine Stimme übertönte das Rauschen der Dusche.
Am liebsten hätte Lily mit dem Fuß auf den Boden gestampft. „Aber er kommt morgen mit dem Fernsehteam hierher“, erwiderte sie hitzig. Hinter ihr drehte Fletcher die Dusche ab, zog vehement den Vorhang auf und nahm sich ein Handtuch vom Haken. „Und du bist der Einzige in der Stadt, der ihn kennt.“
Sie hörte, wie Fletcher mit nackten Füßen über den Boden lief, und dann stand er plötzlich neben ihr. Es wäre feige gewesen, die Augen geschlossen zu halten, also machte Lily sie auf. Unverfroren lächelnd stand er da, ein Handtuch um die Hüften geschlungen, mit dem anderen trocknete er sich die Haare. Er sah unglaublich sexy aus.
„Ich habe ihm nur ein Pferd besorgt für die Zeit, die er hier ist. Das ist alles. Es war ein Telefongespräch, mehr nicht.“
Trotzdem ist er mit Carson McRue in Kontakt gekommen, dachte Lily voller Neid. Warum passierte ihr so etwas nie? Das musste sich auf jeden Fall ändern, sonst würde sie nie aus ihrem Mauerblümchendasein herauskommen.
Sie ließ nicht locker. „Aber du arbeitest doch auch am Set, als Tierschutzbeauftragter.“
Fletcher hob seine breiten Schultern, und Lily beobachtete fasziniert, wie sich das lose um seine Hüften gewickelte Handtuch dabei bewegte. „Das besagt gar nichts, es ist nur eine Alibifunktion. Ich habe nicht den geringsten Einfluss auf die Dreharbeiten, es sei denn, ein Tier wird ernsthaft verletzt. Aber außer dem Pferd, das Carson McRue reitet, gibt es keine Tiere.“
„Trotzdem.“ Lily war es egal, wenn sie Fletcher mit ihrem Anliegen auf die Nerven ging. „Das Filmteam ist nur für eine Woche in Holly Springs, und du bist dabei. Und ich will meine Wette gewinnen …“
Fletcher sah ihr fest in die Augen, und diesmal war sein Blick nicht spöttisch. „Eine Wette, die dich garantiert unglücklich machen wird.“
„Woher willst du das wissen?“, fragte Lily herausfordernd, wobei sie sich große Mühe geben musste, nicht zu auffällig auf das Handtuch um seine Hüften zu starren. Und auf das, was darunter war. Nicht, dass sie davon viel Ahnung gehabt hätte. In Wahrheit hatte sie noch nie einen nackten Mann gesehen! Außer im Kino. Und da sah man sie meistens nur von hinten.
Fletcher legte das Handtuch, mit dem er sich die Haare gerubbelt hatte, um seinen Hals und stützte sich mit der Handfläche dicht neben ihr an der Wand ab. „Lass uns das Ganze einmal auf den Punkt bringen“, begann er mit sanfter Stimme. „Mädchen aus der Kleinstadt, das...




