E-Book, Deutsch, Band 174, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Thacker / Whitney / Browning Bianca Exklusiv Band 174
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-548-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hilf mir, das Glück zu finden / Du sollst meine Zukunft sein / Ich trau mich nicht /
E-Book, Deutsch, Band 174, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-86349-548-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
HILF MIR, DAS GLÜCK ZU FINDEN von WHITNEY, DIANA
Gefühle sind dem kaltherzigen Colby fremd. Deshalb ist er auch hoffnungslos überfordert, als er seine kleine Nichte Megan aufnehmen muss. Notgedrungen bittet er die chaotische Dani um Hilfe - und legt ihr bald nicht nur das Baby, sondern auch sein Herz in die Hände.
DU SOLLST MEINE ZUKUNFT SEIN von GILLEN THACKER, CATHY
Der Politiker John ist dagegen, dass sein Neffe eine Agentur damit beauftragt, seinen wahren Vater zu finden. Mag die Agenturchefin Anne Haynes auch noch so charmant sein, John will auf keinen Fall, dass sie die Geheimnisse seiner Familie an die Öffentlichkeit bringt.
ICH TRAU MICH NICHT von BROWNING, PAMELA
Es war einmal ... eine einzige Liebesnacht. In der begegneten sich Bianca und Neill auf einer Feier und erlebten eine kurze, intensive Romanze. Jetzt treffen sie sich wieder: Bianca hat ein Kind, und Neill weiß nicht, von wem. Nur eins weiß er: Er will noch eine Chance!
Cathy Gillen Thacker ist eine Vollzeit-Ehefrau, - Mutter und - Autorin, die mit dem Schreiben für ihr eigenes Amusement angefangen hat, als sie Mutterschaftszeit hatte. Zwanzig Jahre und mehr als 50 veröffentlichte Romane später ist sie bekannt für ihre humorvollen romantischen Themen und warme Familiengeschichten. Wenn sie schreibt, ist ihr größter Wunsch zu unterhalten und mit ihren Worten aufzubauen. 'Menschen den Mut und die Kraft zu geben, zu träumen.' Ihre Bücher erscheinen zahlreich auf Bestseller - Listen und sind in 17 Sprachen übersetzt und in 35 Ländern in der ganzen Welt veröffentlicht.
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2. KAPITEL
Die Blondine verbreitete beim Hereinkommen eine Wolke von Parfümduft. „Küsschen, Küsschen“, sie hielt ihre geschminkten Wangen in Colbys Richtung, setzte das Baby auf den Boden, strich sich das zerdrückte Nerzrevers glatt und schaute sich in Colbys Wohnung um, als betrachte sie einen Heuschober. „Das ist also dein kleines Nest, ja? Wie rustikal. Mutter wäre entsetzt.“
Colby spürte sogleich wieder den vertrauten Druck im Nacken. „Was machst du hier, Olivia?“
„Seit wann brauche ich einen Grund, um meinen Lieblingsbruder zu besuchen?“
Colby gab sich keine Mühe, zu betonen, dass er ihr einziger Bruder war, schloss die Tür und betrachtete seine Schwester. Zuletzt hatte er sie vor sechs Jahren gesehen, als sie bei der Beerdigung ihres Onkels einen Tobsuchtsanfall bekam, weil der alte Herr sie nicht im Testament bedacht hatte.
„Lass den Quatsch, Olivia, du würdest nicht mal den Papst an seinem Totenbett besuchen, es sei denn, es gibt dort etwas für dich zu holen.“
Sie schürzte die roten Lippen vorwurfsvoll. „Sei nicht so uncharmant, mein Lieber, ich dachte, du würdest deine Nichte gern kennenlernen.“
„Nichte?“ Sein erstaunter Blick ging zu dem blondgelockten Bündel, das gerade auf seinen makellosen weißen Teppich sabberte. „Das ist dein Kind?“
„Süß, nicht?“ Sie machte eine Bewegung mit ihrer manikürten Hand. „Megan, Schatzi, sag deinem Onkel Colby guten Tag.“
Megan blinzelte, stopfte eine Faust in ihren feuchten Mund und stieß einen ärgerlichen Laut aus. Das und der Schleim, der aus dem winzigen Näschen rann, minderten Colbys Begeisterung beträchtlich.
Olivia sah sich genervt um. „Der kleine Vielfraß ist vermutlich wieder hungrig.“
Colby konnte es noch immer nicht fassen, dass seine eitle, gierige Schwester sich nun in eine fürsorgliche Mutter verwandelt haben sollte. „Das Kind ist adoptiert, oder? Du hast es doch nicht geboren?“
„Allerdings habe ich das. Es war die ekelhafteste Erfahrung meines Lebens.“ Olivias Nerzmantel ging auf, sodass ein glänzendes rotes Etuikleid sichtbar wurde, das ihre makellosen Kurven betonte. „Meine Figur ist ruiniert, selbst der beste Schönheitschirurg in Brentwood konnte sie nicht wieder hinkriegen.“ Sie betrachtete sich von oben. „Ich sehe noch immer wie eine Bäuerin aus.“
Da Olivia ohnehin nur die eigene Meinung interessierte, zog Colby es vor, nichts zu sagen.
Inzwischen steigerte sich Megans Greinen in ein unmutiges Geheul, das beinahe den Krach im Hausflur übertönte.
Colby wollte sich gerade dem Geräusch widmen, als Olivia ihn am Arm packte und nervös lachte. „Ach, ich Dumme, ich habe etwas für Megan im Wagen vergessen.“ Sie rauschte um ihren Bruder herum zur Tür. „Nein, nein“, sagte sie zu Colby, der ihr folgen wollte, „ich bin gleich wieder zurück. Sei so nett und passe kurz auf das Baby auf, ja? Sie krabbelt schon, weißt du.“
Erschrocken nahm Colby wahr, dass das Kind sich mit alarmierender Geschwindigkeit in Richtung Büro bewegte. Gerade schaffte er es noch, die Tür zu schließen.
Zornig setzte die Kleine sich auf, ihr Gesicht lief rot an, und sie stieß ein durchdringendes Kreischen aus.
„Meine Güte, Olivia, tu doch was! Sie brüllt ja das ganze Haus zusammen! Olivia …?“ Colby starrte in den leeren Flur und brauchte eine Weile, bevor er begriff, dass seine Schwester schon weg war. Nervös beugte er sich zu dem Kind hinunter und sagte: „Hey, hey, ist ja gut, deine, äh, Mutter ist ja gleich wieder da.“
Megan schluchzte noch einmal und rieb sich die Augen.
Vorsichtig tätschelte Colby der Kleinen den Kopf und war ganz überrascht darüber, wie weich sich das Haar anfühlte. Noch nie hatte er ein Baby berührt.
Das Kind schien das Streicheln zu beruhigen. Es schaute auf und hörte auf zu weinen. Ermutigt strich Colby ihm erneut über den Kopf. Die Kleine schluchzte noch einmal kurz, dann lächelte sie. Colby merkte zu seiner eigenen Verwunderung, dass er zurücklächelte.
Nun gab sie einen vergnügten kleinen Laut von sich.
„Na gut“, Colby betrachtete das Kind näher. Es gab tatsächlich so etwas wie eine Familienähnlichkeit. Megan war sehr hübsch, hatte Olivias blaue Augen, nur die Stupsnase war ein wenig runder – und feuchter – als die ihrer Mutter.
„Megan ist ein schöner Name“, sagte Colby in der Hoffnung, dass seine Stimme tröstlich klang. „Er ist irisch“, erklärte er. Na ja, eigentlich griechisch.
Megan schaute Colby einen Moment an, dann krabbelte sie unter den Esstisch. Colby ging auf die Knie und sah gerade noch, wie das gewindelte Hinterteil zwischen den Chrombeinen hindurchwackelte. Er erhob sich schnell, umrundete den Tisch und erreichte das Kind, das nun auf die Küche zukroch.
Colby behielt es im Auge, zögerte aber, es hochzunehmen, da er nicht wusste wie und Angst hatte, dem Kind weh zu tun. Er nahm nur störende Gegenstände aus dem Weg und hoffte, Olivia würde bald wiederkommen.
Fünf Minuten später wartete er noch immer. Die Kleine wurde erneut unruhig.
Es vergingen zehn Minuten.
Inzwischen weinte Megan so herzzerreißend, dass Colby dachte, sie würde gleich ersticken. Gerade wollte er die Polizei rufen, als es an der Tür klopfte. Er eilte hin, um aufzumachen. „Wo zum Teufel warst du so lan…“ Seine Frage blieb in der Luft hängen, als er ins erstaunte Gesicht seiner Nachbarin blickte. „Was wünschen Sie?“
„Ihnen auch einen guten Abend“, sagte sie und spähte an seiner Schulter vorbei, um nach der Ursache des lauten Weinens zu forschen. „Dachte ich mir doch, dass ich mich nicht verhört habe.“
„Äh, ja, Ms. McCullough … Ich bin im Moment ziemlich beschäftigt. Wenn Sie mich bitte entschuldigen würden …“
„Natürlich, aber wenn die Leute von der Feuerwehr zufällig all das finden, was im Flur herumsteht …“
„Im Flur?“ Als Colby dort hinsah, fiel er beinahe in Ohnmacht. Neben seiner Tür standen ein tragbares Kinderbett, ein Hochstuhl, eine Karre, eine riesige Einkaufstüte mit Babynahrung und ein Koffer. „Du liebe Güte!“
Dani sah ihn forschend an. „Vielleicht hilft es Ihnen ja, wenn ich Ihnen sage, dass schon so manchen seine Vergangenheit eingeholt hat.“
„Wie bitte?“ Colby sah, wie Klein Megan auf die offene Tür zukrabbelte. „Das ist nicht mein Kind!“
„Das sagen sie alle.“ Dani nahm das Baby hoch, als sei das die normalste Sache der Welt, und wischte mit einem Kleenex aus ihrer Schultertasche dem Kind das klebrige kleine Gesicht ab. „Schon gut, Süße, dein Daddy wollte dich nicht zum Weinen bringen.“
„Das ist doch Unsinn!“, sagte Colby empört.
„Pst“, warnte Dani, „selbst ein Baby kann durch elterliche Zurückweisung traumatisiert werden.“
„Ich bin nicht der Vater dieses Kindes!“
„Ach nein? Sie sieht aber genauso aus wie Sie, bis hin zu dem komischen Grübchen im Kinn.“
Unwillkürlich berührte Colby sein Kinn. Wieso nannte sie sein Grübchen „komisch“? Er ballte die Fäuste. „Natürlich besteht da eine Ähnlichkeit, das Kind ist meine Nichte. Und seine Mutter kommt gleich …“ Er beendete den Satz angesichts der Babyausstattung im Hausflur nicht. Olivia hatte offensichtlich nicht die Absicht, bald wiederzukommen. „Ich bringe sie um“, murmelte er.
Dani merkte, dass er in Panik war. Menschen einzuschätzen, Vorgespieltes von Echtem zu unterscheiden, das gehörte zu ihrem Job. Dieses süße kleine Mädchen war wohl tatsächlich seine Nichte, aber wieso reagierte er nur so abweisend?
Sie setzte sich das Baby auf die Hüfte und schaute ihn nachdenklich an. „Ich verstehe ja, dass Sie nicht gerade begeistert sind, aber ein Mord erscheint mir doch etwas übertrieben.“
Colby warf noch einen Blick in den Flur. „Glauben Sie mir: Das ist es nicht.“
„Na ja, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Einer meiner Brüder hat mal die heißesten Stellen aus meinem Tagebuch gerissen und sie ans Schwarze Brett in der Schule geheftet. Im Vergleich dazu ist doch ein erzwungenes Babysitting ziemlich harmlos.“
„Ich kann darüber aber gar nicht lachen.“
„Es gibt doch sicher eine Erklärung dafür.“ Dani schaute sich um und entdeckte einen weißen Umschlag auf dem Hochstuhl. „Oder einen Hinweis.“
Colby nahm den Brief entgegen. Sein Name stand darauf.
Dani spähte ihm über die Schulter. „Ist das die Handschrift Ihrer Schwester?“ Er nickte, machte aber keine Anstalten, den Umschlag aufzureißen.
Dani seufzte. „Sie möchten Ihre Post sicher lieber allein lesen. Inzwischen nehme ich mal Ihre Nichte … Wie heißt sie denn?“
„Megan“, murmelte er. Er starrte noch immer auf den Brief.
„Megan“, wiederholte Dani und freute sich, als die Kleine lächelte. „Also, Megan, was hältst du davon, wenn wir beide mal reingehen und uns ein bisschen frisch machen?“
Die Kleine strahlte. Als Colby nicht widersprach, nahm Dani ein Paket Windeln und trug das Kind in seine Wohnung. Sie fand sich in einem Wunderland aus Glas, Chrom und Leder wieder.
Die Wohnung hatte den gleichen Grundriss wie ihre, aber damit endete die Ähnlichkeit auch schon. Bei Dani gab es geblümte Stoffe, warme Holztöne und saftige Grünpflanzen, sie war einfach gemütlich. Die von Colby dagegen war eine Art glänzendes Art-déco-Museum … nichts für klebrige Finger oder Hundepfoten. Dani stellte sich vor, wie schnell der elfenbeinfarbene Teppichboden schmutzig würde …
Die Ledercouch schien ihr zum Windelwechseln am besten geeignet. Vorsichtig...




