Thalassa | The Emperor of Evening Stars | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten

Reihe: Bargainer-Reihe

Thalassa The Emperor of Evening Stars


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98718-602-8
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten

Reihe: Bargainer-Reihe

ISBN: 978-3-98718-602-8
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Am Anfang war nur Dunkelheit. Lange bevor er Callie traf, bevor er der gefürchtete Bargainer wurde, war er Desmond Flynn - der uneheliche Sohn eines einfachen Schreibers. Geboren von einer schwachen Mutter, verflucht mit kaum spürbarer Magie, und bestimmt, eine Sklavin zu heiraten. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Von den kargen Höhlen von Arestys über die prunkvollen Hallen des Palastes von Somnia bis hin zu den pulsierenden Straßen der Menschenwelt - dies ist die Geschichte von Desmond Flynn, einem Fae-Wesen, das mit nichts begann und zum Kaiser der Abendsterne aufstieg. Sein Weg ist gezeichnet von Licht und Schatten, bis die Dunkelheit selbst zu sterben begann.

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Bastard.

Bastard. Bastard. Bastard.

Es ist ein hässliches Wort, das ich zu hassen gelernt habe. Vor allem, weil ich ihm nicht entkommen kann.

Ich höre, wie andere es flüstern, wenn ich an ihnen vorbeigehe. Ich sehe es in ihren Augen, wenn sie mich beobachten. Ich rieche es im sauren Atem der Stadtkinder, die mich gerne herumschubsen. Meine Knöchel sind verschorft von den vielen Kämpfen, die ich meiner Ehre wegen führen musste. Aber am schlimmsten ist es, wenn die Leute es gedankenlos benutzen.

Bastard ist von nicht allzu weit entfernt. Und ich muss den Titel wie ein Abzeichen der Schande tragen.

Ich mache mich auf den Weg in die Höhlen von Arestys und schlängle mich durch die Tunnel, wobei mir die flackernde Kerze in meiner Hand als einzige Lichtquelle dient. Nicht, dass es wichtig wäre. Ich kann in der Dunkelheit gut sehen, Licht hin oder her.

Als ich durch die schäbige Tür unseres Zuhauses trete, wird meine Stimmung noch schlimmer. Ein Bastard, der in der schlimmsten Gegend der ärmsten schwebenden Insel des ganzen Königreichs lebt.

Meine Mutter ist immer noch nicht von ihrer Arbeit als Stadtschreiberin zurückgekehrt. Also gehe ich umher und ersetze die Kerzenstummel durch die neuen Kerzenständer, die ich besorgt habe.

Die ganze Zeit über koche ich vor Wut. Jedes Platschen des Wassers, das von der Höhlendecke tropft, und jeder kühle Luftzug, der durch die Gänge weht, verhöhnt mich.

Bastard, Bastard, Bastard.

Ich schnappe mir die Rüben, die auf dem Tisch liegen, und werfe sie in den Kessel in unserer Küche. Erst als ich Wasser in die Mischung gieße und unter dem hängenden Topf ein Feuer entfache, entspanne ich mich genug, um über meine aufgeplatzten Knöchel zu reiben. Getrocknetes Blut überzieht meine Haut, und ich bin mir nicht sicher, ob es meins ist oder von jemand anderem stammt.

Ich höre den Namen immer noch. Ausgesprochen voller Spott auf meinem Heimweg aus der Stadt.

Unter den frischen Schnitten sind auch alte. Ich musste meinen beschissenen Titel lange verteidigen. Dabei ist es nicht unbedingt das Wort , das mich so wütend macht. Es sind manchmal die ganzen Beleidigungen, die daraus entstehen.

. Das hat der Straßenjunge heute zu mir gesagt. Seine Stimme klingt noch in meinen Ohren nach.

Das hätte er nicht sagen dürfen.

, habe ich ihn gewarnt,

Aber er hatte mir nicht glauben wollen.

Ich lasse eine Hand in die Hosentasche gleiten und berühre die winzigen, blutigen Schneidezähne, die dort ruhen.

Jetzt glaubt er mir.

Hinter mir öffnet sich die Tür, und meine Mutter kommt herein. Ohne nah an sie herantreten zu müssen, weiß ich, dass sie nach altem Pergament riecht und ihre Finger von Tinte geschwärzt sind.

, sagte sie mir immer, als ich klein war und es nicht besser wusste. Ich hatte es damals wörtlich genommen, dachte, das sei ein Teil ihrer Magie. Das war, bevor ich wirklich verstand, was Magie war – und was nicht.

»Desmond«, sagt sie und schenkt mir ein erschöpftes Lächeln, »ich habe dich vermisst.«

Ich nicke knapp und traue mich nicht zu sprechen.

»Hast du gelesen, was du lesen solltest?«, fragt sie.

Wir sind vielleicht die ärmsten Elfen, die es in dieser gottlosen Welt gibt, aber Larissa Flynn gibt das wenige Geld, das sie verdient, für Bücher aus. Bücher über Königreiche, die ich nie sehen werde, und Personen, die ich nie treffen werde. Bücher über Sprachen, die ich nie sprechen werde, und Bräuche, die ich nie erleben werde. Bücher über das Leben, das ich mir wünsche, aber das ich nie leben werde.

Und unter ihrem Dach muss ich alles lernen, was auf diesen Seiten steht.

»Was soll das bringen?«, frage ich und weigere mich zuzugeben, dass ich es tatsächlich gelesen habe. Ich kann nicht anders, als Tag für Tag zu diesen verdammten Büchern zurückzukehren, fest entschlossen, mein Leben zu ändern. Unser Leben.

Der Blick meiner Mutter wandert zu den Kerzen.

»«, ihre Stimme wird leiser, als sie mich sanft zurechtweist, »wen hast du dieses Mal betrogen?« Sie wirft mir ihren Blick zu, aber ihre Augen funkeln verschmitzt.

So sehr sie auch vorgibt, meine Deals zu missbilligen, so sehr ermutigt sie mich doch auf eine subtile Art und Weise. Und an jedem anderen Tag könnte ich etwas sagen, um ihre Stimmung zu mildern. Denn an den meisten Tagen macht es mir Spaß, auf ihr Spiel einzugehen.

»Ist das wichtig?«, frage ich und halte über dem kleinen Kessel inne, in dem ich rühre. Ich rieche nach Rüben und meine Kleidung ist an den Stellen, an denen das Wasser sie durchnässt hat, rötlich-violett gefärbt. Ich habe unsere eigentliche Mahlzeit für die Kerzen eingetauscht. Deshalb gibt es Rote Bete zum Abendessen. Ich sollte Dankbarkeit empfinden. Es könnte schlimmer sein. Es gibt Nächte, in denen ich mit vollem Kopf, aber leerem Bauch ins Bett gehe. Und am Morgen wache ich mit Sand in den Augen und zwischen den Zehen auf, als wäre ich der verdammte Liebling des Sandmanns, und der ganze Albtraum beginnt von vorn.

Ich hasse Armut. Ich hasse das Gefühl, dass wir ohne ersichtlichen Grund nur Anspruch auf das Schlimmste haben, was diese Welt zu bieten hat. Aber mehr als alles andere hasse ich es, schwere Entscheidungen treffen zu müssen. Bücher oder Essen? Zu lernen oder zu essen?

»Ich müsste es nicht tun, wenn du mich einfach meine Magie einsetzen lassen würdest«, sage ich.

Ich spüre, wie meine Macht unter meiner Haut und unter meinen Fingerspitzen brennt und darauf wartet, dass ich sie benutze.

»Keine Magie.«

»Mom, alle denken, wir sind schwach.« Die stärksten Elfen verfügen über die meiste Magie – die schwächsten nur über wenige. Jeder, der mir begegnet, glaubt, dass ich zu den armen, seltenen Seelen gehöre, die ganz ohne Magie geboren wurden.

Ein vaterloser, Fae. Abgesehen von Sklaven ist das vielleicht das schlimmste Schicksal, das eine Person treffen kann, die in den Reichen lebt.

Der Haken an der Sache ist, dass ich viel Magie besitze, und jetzt, kurz vor der Pubertät, spüre ich sie wie einen Sturm in meinen Adern. Es kostet mich immer mehr Mühe, sie .

»Keine Magie«, wiederholt sie und stellt ihre Tasche neben unseren klapprigen Tisch, bevor sie das Rühren übernimmt.

»Ich besitze also Magie, darf sie aber nie benutzen?«, frage ich aufgebracht. Diese Diskussion führen wir regelmäßig. »Und ich soll lesen, aber nie über mein Wissen sprechen?«

Sie greift nach meiner Hand und streicht mit dem Daumen über meine Knöchel. »Und du sollst Kraft haben, ohne sie zu missbrauchen«, fügt sie hinzu. »Ja, mein Sohn. Sei demütig. Sprich, aber vergiss nicht zu lauschen. Zügle deine Magie und deinen Verstand.«

Damit bleiben mir nur meine Muskeln. Und selbst das würde sie mich vor der Welt verstecken lassen.

»Sie nennen mich einen Bastard«, platze ich heraus. »Wusstest du das?«

Ihre Augen weiten sich fast unmerklich.

»Sie nennen mich einen Bastard und dich eine Hure. Deshalb sind meine Knöchel immer blutig. Ich kämpfe für deine Ehre.« Meine Wut beginnt mich zu übermannen, was zu einem Problem werden kann. Unter dem Dach meiner Mutter muss ich mich an zwei feste Regeln halten: Erstens darf ich meine Magie nie einsetzen, und zweitens muss ich meine Wut kontrollieren. Das Erste kann ich ziemlich gut umsetzen, das Letzte nicht.

Sie dreht sich zu unserem traurigen Topf mit Rüben um. »Du bist kein Bastard«, sagt sie, so leise, dass ich es wegen des blubbernden Kessels kaum hören kann.

Aber ich höre es.

Mein Herz bleibt fast stehen.

Kein … Bastard? Kein uneheliches Kind? Meine ganze Welt gerät aus den Fugen.

»Ich bin kein Bastard?«

Langsam wandert ihr Blick von dem Kessel zurück zu mir. Ich könnte schwören, ich sehe einen Anflug von Bedauern. Sie wollte es mir nicht sagen.

»Nein«, sagt sie schließlich mit entschlossener Miene.

Mein Herzschlag beschleunigt sich, und ich habe das seltsame Bedürfnis, ihr nicht zu glauben. Das ist die Art von Gespräch, für die man sich mit seinem Sohn hinsetzt und es nicht einfach beiläufig erwähnt.

Ich starre sie an und warte.

Sie sagt nichts.

»Wirklich nicht?«, dränge ich.

Sie nimmt einen zittrigen Atemzug. »Nein, Desmond.«

Etwas, das sich sehr nach Hoffnung anfühlt, durchströmt mich. Bastarde erleben Tragödien. Söhne werden zu Legenden. Alle Bücher meiner Mutter sind in diesem Punkt sehr deutlich.

Sein . Maskuliner Stolz durchströmt mich, wird aber schnell von der Realität überholt. Ich bin immer noch der Junge, der von einer alleinerziehenden Mutter aufgezogen wird und ein vaterloses Leben führt. Vielleicht bin ich kein Bastard, aber die Welt sieht mich immer noch als einen. Und da ich die Liebe meiner Mutter zu Geheimnissen kenne, wird die Welt mich auch nach dem heutigen Tag noch als einen Bastard sehen.

»Ist er gestorben?«

Und wie? Wie ist unser Leben zu dem, das wir führen, geworden?

Sie schüttelt den Kopf und weigert...



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