E-Book, Deutsch, 100 Seiten
The Extinction Cycle - Buch 4: Entartung
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86552-627-4
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Thriller
E-Book, Deutsch, 100 Seiten
ISBN: 978-3-86552-627-4
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Action,
Action
und noch
MEHR ACTION!
In den Geheimlabors des amerikanischen Militärs gerät eine Biowaffe außer Kontrolle. Innerhalb von Tagen rast die Pest um den Globus und rottet den größten Teil der Menschheit aus.
Buch 4: Dr. Lovato und Dr. Ellis versuchen ein Gegenmittel zu entwickeln, um die Evolution der Monster endlich zu stoppen. Die wenigen Überlebenden vom Team Ghost schützen die beiden so gut es geht, denn ein Erfolg der Wissenschaftler ist nicht nur ihre letzte Chance, sondern auch die der gesamten Menschheit.
Doch die Horden der Mutierten umzingeln sie bereits und erhalten unerwartete Hilfe durch Kollaborateure, die für die Monster arbeiten …
Buch 1: Verpestet
Buch 2: Krieg gegen Monster
Buch 3: Mutierte Bestien
Buch 4: Entartung
Buch 5: Von der Erde getilgt
Buch 6: Metamorphose
Buch 7: Am Ende bleibt nur Finsternis
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog Marine Staff Sergeant José Garcia klappte seine Nachtsichtbrille in Position und beobachtete, wie sich das halbe Dutzend Umrisse der Flugzeugträgerkampfgruppe George Washington entfernte. Darauf war die Heimat inzwischen geschrumpft. Seit Beginn des Ausbruchs des Blutervirus vor über einem Monat. Die George Washington war die letzte intakte Kampfgruppe der Welt und bestand aus einem Flugzeugträger mit Nuklearantrieb, zwei Raketenkreuzern der Ticonderoga-Klasse, zwei mit Lenkflugkörpern bestückten Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse, einem Unterseeboot, einem Trockenfrachtschiff der Clark-Klasse und einem ozeanografischen Vermessungsschiff der Pathfinder-Klasse. Die Kampfgruppe stellte zugleich die beste und letzte Chance dar, die das amerikanische Militär noch hatte, um die Abartigen aufzuhalten. Garcias Sechs-Mann-Team der Spezialeinheit Force Recon kreuzte in einem wendigen Zodiac-Schlauchboot über das kabbelige Wasser der Florida Keys. Irgendwo im Osten lauerte unter den Wellen das Unterseeboot USS Florida. Dünne Wolkenfetzen zogen über einen Himmel, der vor funkelnden Sternen wie mit Juwelen besetzt glitzerte. Hier draußen konnte Garcia fast vergessen, dass die Welt den Bach runtergegangen war. Als die grünstichigen Formen der Kampfgruppe George Washington am Horizont verschwanden, schlichen sich Gedanken an die Familie in Garcias Geist. Seine Frau Ashley, seine Tochter Leslie – mittlerweile tot wie die meisten Menschen auf der Welt, nur noch Ascheflocken in der Wolke des Todes, die über die Landschaft fegte. So hätte die Scheiße nicht ablaufen sollen. Eigentlich sollte er sein sechs Monate altes Töchterchen auf der Veranda seines Landhauses in North Carolina in den Schlaf wiegen und dabei dem friedlichen Zirpen der Grillen in der Abenddämmerung lauschen. Von dem Haus hatten seine Frau und er immer geträumt. Ein Ort, den man nur über Nebenstraßen erreichen konnte. Wo einem niemand auf den Wecker ging. Garcia hatte vorgehabt, sich dort zur Ruhe zu setzen – um Kinder großzuziehen und vielleicht Pferde zu züchten. Er umklammerte seinen schallgedämpften M4-Karabiner und knirschte mit den Zähnen. Von seiner Frau und seiner Tochter hatte er nur noch das innen an seinem Helm befestigte Foto. Geblieben war ihm lediglich ein zerplatzter Traum von dem, was hätte sein können. Die moderne Kriegsführung hatte ihn gelehrt, dass es Grenzen gab, über die sich die meisten Menschen nicht hinwegsetzen würden. Es gab internationale Gesetze gegen Folter und Regeln für die Kriegsführung. Die Höflichkeit gebot es, dem Feind zu gestatten, nach einem Gefecht die Verwundeten vom Schlachtfeld zu bergen. Aber wann hatte sich der Feind zuletzt eine Gelegenheit entgehen lassen, amerikanische Soldaten zu töten? Im Krieg gegen die Abartigen verhielt es sich nicht anders. Garcia diente seit 20 Jahren im Korps und hatte einige schreckliche Dinge gesehen – wahr gewordene Albträume. Im Krieg gegen den Terror hatte er gegen Al-Qaida und die Taliban gekämpft, Feinde, denen jegliche Aspekte der Menschlichkeit fehlten. Er hatte geglaubt zu wissen, was Monster waren – bis er den Abartigen von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden hatte. Dieser neue Feind hielt sich an keinerlei Regeln, kannte keinerlei Höflichkeit. Die menschliche Rasse kämpfte mit Zähnen und Klauen um das nackte Überleben. Garcia kannte den Wert des Lebens und wusste auch, wie leicht ein Leben genommen werden konnte. Der einzige Trost in der Beklommenheit, die ihn mittlerweile Tag und Nacht begleitete, war sein Glaube an Gott. Er wusste, er würde seine Familie wiedersehen. Bis dahin war sein Plan denkbar einfach: kämpfen und einen guten Tod sterben. Garcia litt nicht als Einziger. Jeder an Bord des Zodiac-Schlauchboots hatte jemanden verloren. Er klappte seine Nachtsichtbrille hoch, um den Akku zu schonen, und nahm sich einen Moment Zeit, um den Blick über sein Team wandern zu lassen. Tarnfarbe und Schatten verdeckten ihre Gesichter, aber Garcia brauchte ihre Züge nicht zu sehen, um zu wissen, dass sie bereit für alles waren, was als Nächstes auf sie zukommen mochte. Sergeant Rick Thomas und Corporal Jimmy Daniels saßen auf der Backbordseite, die Mündungen ihrer schallgedämpften M4-Karabiner ins Wasser gerichtet. Wie Garcia hatten sie beide olivfarbene Haut, kurz geschorenes Haar und dunkle Schnurrbärte. Insgeheim fand Garcia, dass sie mit diesen Schnurrbärten wie Pornodarsteller alter Schule aussahen. Und wie er Thomas und Daniels kannte, würden sie das wahrscheinlich als Kompliment betrachten. Auf der Steuerbordseite befand sich Corporal Steve »Stevo« Holmes. Er war ein stiller Mann mit einem ehrlichen Gesicht, Dumbo-Ohren und einem M249 SAW mit AAC-Schalldämpfer, das er sich an die Brust gedrückt hielt. Am Heck bemannten Lance Corporal Jeff Morgan und Corporal Ryan »Tank« Talon den Motor. Morgan hatte ein schallgedämpftes MK11-Scharfschützengewehr. Er war dünn, schnell und wendig – alles Gründe, weshalb ihn Garcia als Späher eingeteilt hatte. Tank hingegen war ein massiger Afroamerikaner mit Armen wie ein Holzfäller und mächtiger Brust. Als Funker des Teams trug er einen schallgedämpften M4-Karabiner. Dies waren die Marines des Teams mit dem Codenamen ›Abartigenjäger‹ oder kurz ›AJ‹. Ein Wissenschaftler, der zehnmal klüger als Garcia war, hatte sie scherzhaft als Monsterjäger bezeichnet, doch das gefiel Garcia nicht. Klang zu sehr nach einem billigen, kitschigen Film. In dieser Nacht bestand ihre Mission nicht darin, Abartige auszulöschen. Sie sollten die Monster lediglich in Key West aufspüren und observieren. Die jüngsten Informationen deuteten darauf hin, dass sie sich mit besorgniserregender Geschwindigkeit veränderten, vielleicht sogar weiterentwickelten. Garcias Aufgabe bestand darin, zu bestätigen und zu dokumentieren, inwiefern sich die Kreaturen aus wissenschaftlicher Sicht anpassten. Scheiß auf die Wissenschaft. Ihn interessierte einen Furz, welche Mutationen die Abartigen durchmachten oder was die Laborheinis taten, um es zu verhindern. Er hatte sein eigenes Heilmittel – einen schallgedämpften M4-Karabiner mit einem Magazin voll Projektilen Kaliber 5,56 mm. Jede Patrone mit den Initialen seiner Tochter und seiner Frau graviert. Wellen klatschten gegen die Seiten des Zodiac-Boots, als sie auf Key West zuhielten. Garcias Sinne waren in höchster Alarmbereitschaft und sondierten aufmerksam die Umgebung: den salzigen Geruch des warmen Wassers in der Brise, das Brummen des Zodiac-Motors. Unterschwellige Erregung pulsierte durch seine Adern und sorgte dafür, dass die auf seine Haut spritzende Gischt brannte. Am Horizont gerieten die Inseln in Sicht. Garcia hob die Hand, um Tank zu bedeuten, den Motor zu drosseln. Sie kreuzten weiter, bis sie sich noch ungefähr 150 Meter von der Küste entfernt befanden. Ihre letzten Vorbereitungen der Ausrüstung konnte man über den Geräuschen des kabbeligen Seegangs kaum hören. Garcia zerlegte seine Nachtsichtbrille und verstaute das optische Gerät in einer Tasche, die er in seinen Hauptrucksack stopfte. Dann setzte er sich auf die Steuerbordseite des Boots und zog seine Schwimmflossen an. Bevor er die Tauchmaske aufsetzte, sagte er: »Funkdisziplin, wenn wir am Ufer ankommen. Haltet unterwegs die Augen offen. Wir wissen alle, dass diese Freaks schwimmen können.« Fünfmal wurde genickt, dann ließ sich Morgan rückwärts ins Wasser fallen. Sie folgten ihm einer nach dem anderen, Garcia tauchte als Letzter ab. Kaum befand er sich unter Wasser, zog er seine Klinge und strampelte hinter den anderen her. Die Marines teilten sich paarweise auf und schwammen mit modifiziertem Seitenschlag, die Köpfe knapp über Wasser. Garcia konnte einen Scheißdreck sehen. Mit der Finsternis unter Wasser setzte ein kleiner Anflug von Angst ein. Als Kind hatte er es gehasst, in trüben Teichen zu schwimmen. Als er zu den Marines gegangen war, hatte sich diese Angst größtenteils gelegt, war aber nie völlig verschwunden. Das Wissen, dass die Abartigen schwimmen konnten, half auch nicht gerade dagegen. Gib einfach alles, was du hast, Marine. Das Motto trug immer dazu bei, ihn daran zu erinnern, aus welchem Holz er geschnitzt war. Wie viel er wegstecken konnte. Mentale und physische Schmerzen stellten bloß vorübergehende Ablenkungen dar. Bei jedem zweiten Schwimmzug holte er Luft und schnitt mühelos durch das kabbelige Wasser. Alle 30 Meter nahm er sich eine Sekunde Zeit für einen Blick, den er über das Wasser zur Insel dahinter wandern ließ, um nach Feindkontakt Ausschau zu halten. Sie hatten die halbe Strecke zum Smathers Beach zurückgelegt, wo die Wedel von Palmen in einer leichten Brise wogten. Als sie die Brandung erreichten, hielt Daniels Wache, während Garcia seine Nachtsichtbrille wieder auspackte, seine Ausrüstung anlegte, seine Flossen an seinem Rucksack befestigte und ein Magazin in seinen M4 einlegte. Dann wechselten sie. Die anderen Männer taten dasselbe. Garcia benutzte die Minuten, um mit dem Zielfernrohr das Terrain abzusuchen. Das rosa Sheraton Hotel ragte über dem Nathan Lester Highway hinter dem Strand auf. Verwahrloste Autos übersäten die Straße. Sonnenschirme und Plastikstühle ragten wie nicht gezündete Raketen in jede Richtung aus dem Sand. Ein Windstoß wehte Müll über den Boden. Das Paradies hatte sich in die Hölle verwandelt. Der Strand sah aus wie ein Kriegsgebiet. »Sarge«, meldete sich Daniels über die Funkverbindung. »Sehen Sie das?« ...




