E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Theillier Beeindruckende Nahtoderfahrungen
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-947931-72-9
Verlag: Media Maria Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Zeichen des Himmels
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-947931-72-9
Verlag: Media Maria Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Patrick Theillier war von 1998 bis 2009 Leiter des Medizinischen Büros in Lourdes. Er war als verantwortlicher Arzt damit befasst, medizinisch unerklärliche Heilungswunder in Lourdes zu untersuchen. Gleichzeitig war er auch Vorsitzender der Internationalen Ärztevereinigung von Lourdes, der mehr als zehntausend im Gesundheitswesen Tätige aus 90 Ländern angehören. Patrick Theillier hat auch mehrere Bücher über die Wunder von Lourdes verfasst.
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Einleitung
Michel Aupetit,
Erzbischof von Paris
Zu Beginn dieses Jahrhunderts lehnt es die westliche Gesellschaft ab, über den Tod zu reden, und vermeidet alles, was ihn betrifft, und das geht bis zum Sprachgebrauch: Das Wort selbst ist ein Tabu geworden, man spricht vom »Hinscheiden« oder vom »Lebensende«.
Trotz des Fortschritts der Medizin und der längeren Lebenserwartung der Menschen wissen wir dennoch – was immer wir diesbezüglich auch unternehmen –, dass wir sterblich bleiben und dass wir nicht umhinkönnen, uns die in das Herz jedes Menschen eingeschriebene Frage zu stellen: Ist der Tod wirklich das Ende des Lebens, endet das Leben endgültig mit dem Tod?
Wie können wir das wissen? Wer könnte uns darüber Klarheit verschaffen?
Die philosophischen Richtungen geben uns über den Tod keine überzeugende Antwort und sie lehren uns nicht, wie wir sterben werden … Es sind die Religionen, beginnend mit dem Christentum, die ernst zu nehmende Argumente dafür vorbringen, dass die irdische Existenz nicht mit dem Tod endet, sondern dass das Leben weitergeht und wir diejenigen, die wir in diesem Leben geliebt haben, wiedertreffen werden. Dazu muss man jedoch gläubig sein … es sei denn, man zieht es vor, eine Zeit lang die Idee zu vertreten, .
Dessen ungeachtet, ob wir an den Himmel glauben oder nicht, quält uns die Frage: Gibt es nicht in unserem Innersten den Keim einer Hoffnung, dass mit dem Tod unser Leben nicht zu Ende ist? Und wenn wir trotz allem einen Hinweis hätten und wäre es nur ein Zeichen, dass das Leben stärker als der Tod ist, wäre das nicht für jeden von uns eine sehr gute Nachricht?
In jedem geschichtlichen Abschnitt gibt es Zeichen, die man nicht übersehen sollte. Seit nun vierzig Jahren gibt es ein wichtiges Zeichen, das ist das Zeugnis derjenigen, die, so scheint es, einen Fuß ins Jenseits gesetzt haben und zurückgekehrt sind. Kann man ihnen Glauben schenken?
Man weiß, dass ein Zeichen vor allem von der Erkenntnis des Herzens abhängt und dies zum Ausdruck bringt. Deshalb muss eine seriöse Prüfung erfolgen, was wir hiermit vorschlagen.
Dieses Zeichen stammt also von Personen – so normal wie Sie und ich –, die für klinisch tot erklärt wurden und berichten, dass sie sich in einer anderen Welt aufgehalten haben, in einer wunderbaren Welt, die sie wieder verlassen mussten, um auf die Erde zurückzukehren … Von da an haben sie nach ihren Aussagen ein Leben geführt, als ob sie zum zweiten Mal geboren worden wären: Sie betrachten das Leben nicht mehr auf dieselbe Weise wie vorher, ihre Spiritualität ist intensiver geworden, indem die Nächstenliebe an erster Stelle steht, sie sind sich der Unantastbarkeit und Heiligkeit des menschlichen Lebens bewusst und betrachten den Tod als etwas, das zum Leben gehört und vor dem sie keine Angst mehr haben!
Diese Erfahrung nennt man seit dem Erscheinen des Buches von Dr. Raymond A. Moody, das 1975 erstmals veröffentlicht und in 26 Sprachen übersetzt wurde und das den wunderbaren Titel trägt: (»Leben nach dem Tod«), auf Englisch »NDE« oder (auf Deutsch »NTE« oder , Anm. d. Verl.). Dadurch wurde das Phänomen bekannt und die Menschen wurden darauf aufmerksam.
Wir, die wir nichts von all dem erlebt haben, neigen wir nicht unwillkürlich zur Vorstellung, dass diese Phänomene der Fantasie der Betroffenen entstammten, ausgedacht von Verrückten mit labiler Psyche, die auffallen wollten? Die ganze Problematik besteht darin, ob wir davon überzeugt sein können, dass wir diesen erstaunlichen Erfahrungen wirklich trauen können, welche diese Gewissheit, dass man vom Tod nicht zurückkehrt, infrage stellt.
Man muss jedoch wissen, dass diese eigenartigen Phänomene – an der Grenze zum Tod – offenbar schon immer vorgekommen sind und dass in der gesamten Geschichte und in allen Kulturen darüber berichtet wurde. Außerdem scheinen sie seit etwa vierzig Jahren dank des Fortschritts der Medizin durch die Wiederbelebung und dank der modernen Kommunikationsmittel immer häufiger aufzutreten und bekannter zu werden. Man kann sogar sagen, dass die Vielzahl der unbestrittenen Nahtoderfahrungen, die irgendwo auf der Welt erfasst und analysiert worden sind, sowie die zahlreichen wissenschaftlichen Werke, Studien, Veröffentlichungen, Kolloquien, die dem Thema gewidmet wurden, dazu führen, dass im 21. Jahrhundert kein Zweifel mehr an ihrem Vorkommen besteht.1 Allerdings muss man noch analysieren, was sie darstellen.
So außergewöhnlich sie auch erscheinen mögen, so verdienen es diese Erfahrungen in der Tat, dass sie beachtet werden, indem man sie so objektiv beurteilt, wie man es hinsichtlich anderer auf den ersten Blick eigenartiger Phänomene tun würde. Das ist der Zweck dieses Buches.
Ganz sicher sollte man auch nicht naiv sein: Wenn man im Netz danach sucht, findet man alle Arten von oft haarsträubenden Geschichten, die von der Rückkehr aus dem Tod berichten, welche die Frage aufwerfen, ob es sich hier nicht um eine neue Art der Geldbeschaffung handelt, die einigen nützt, besonders im Bereich des nebulösen New Age. Die Bücher über das Jenseits füllen die Auslagen der Buchhandlungen und werden unter der Rubrik »Esoterik und Übersinnliches« platziert … In dieser irrationalen Welt ist man schnell dabei, sich damit zu beschäftigen und im Internet nach diesen überraschenden Dingen zu surfen, um dem, was man glauben will, Auftrieb zu geben.
Muss man jedoch diese Erfahrungen der Welt der Esoterik überlassen, indem man sich auf die Tradition allein beruft, ohne weiterzuforschen?
Man muss eingestehen, dass es nicht leicht ist, sich mit der Realität so komplexer, einzelner subjektiver, noch zu oft ignorierter oder schlecht wahrgenommener Phänomene zu befassen, sei es im Namen eines etwas zu radikalen Rationalismus, sei es im klassisch wissenschaftlichen, immer noch so wissenschaftsgläubigen Milieu, sei es im religiösen sehr konservativen Milieu (wo man von den eigenen Schemata nicht abkommen will …), sei es im zu progressiven Milieu (das versucht, sich auf die naturwissenschaftlichen Weltanschauungen zu beschränken …).
Tatsächlich verwirft die Mehrheit der Wissenschaftler diese Phänomene, die sie auf die eine oder andere Weise als von einem Prozess im Gehirn herrührend betrachtet. Nun, so überraschend das erscheinen mag, so müssen wir feststellen, dass diese Ereignisse den ernsthaftesten kritischen Untersuchungen widerstehen, weil sie den Lehrsatz, dass das Bewusstsein ein reines Produkt des Gehirns sei, infrage stellen.
Was die Katholiken betrifft, die den Glauben an das ewige Leben im (»Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt«) offen bekennen, so geht paradoxerweise die allgemeine Tendenz auch dahin, diese Phänomene anzuzweifeln, die zumeist als überflüssig betrachtet werden und vom Einzelnen nur schwer in den Glauben integriert werden können.
Tatsächlich sind sie für den Glauben nicht notwendig, aber können sie in unserer säkularisierten Welt nicht eine große Hilfe sein, wo die Realität der unsichtbaren Dinge ein Problem darstellt? Dies umso mehr, als viele Christen kaum mehr mit Sicherheit davon überzeugt sind, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, und dies nur als eine vage Möglichkeit in Betracht ziehen.2
Dieses Werk hat kein anderes Ziel, als die Nahtoderfahrungen so objektiv wie möglich darzustellen und begreiflich zu machen unter Berücksichtigung der Wissenschaft und des Glaubens (des katholischen Glaubens, den einzigen, den ich wirklich kenne).3
Damit möchte ich diejenigen, die glauben, sowie diejenigen, die nicht glauben, in der Hoffnung – die wir alle brauchen – bestärken, dass der Tod gewiss nicht das letzte Wort hat.
Ich werde zuerst die Fakten darlegen, ausgehend von einer gewissen Anzahl von Aufzeichnungen und Berichten derer, die sie erlebt haben. Dann werden wir sie im Licht der Wissenschaft und der christlichen Religion untersuchen und überlegen, was sie sowohl für die Vernunft wie auch für die Religion in sich bergen in der Überzeugung, dass es keinen Gegensatz zwischen beiden gibt, wofür dieses Thema einmal mehr ein schönes Beispiel darstellt.
Ich betone, dass ich selbst dieses Phänomen nicht erlebt habe … Nun kann man mich allerdings fragen, was mich berechtigt, über ein solches Thema zu schreiben. Als Arzt und zugleich als Katholik wollte ich eine gründliche Prüfung dieses Themas vornehmen, das mit Recht zum immer notwendiger...




