Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
Theisen Das Kreuz mit den Kreuzfahrten
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7431-5004-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Luxusreisen um die Welt
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
ISBN: 978-3-7431-5004-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Manuel Theisen reist zusammen mit seinem Partner seit über 30 Jahren auf hohem Niveau um die Welt: Mit über einer Million Flugkilometer, 600 Tagen an Bord von Kreuzfahrtschiffen, 50 Tagen in Zügen und mehreren Jahren in Hotels dieser Welt, haben sie reichlich Erfahrung in fast 100 Ländern gesammelt. Von Beruf Universitätsprofessor ist er auf der Suche nach außergewöhnlichen wie spannenden Erlebnissen. Ihr gemeinsames Lebensmotto: "Savoir vivre" - "Der Kunst zu leben".
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
LAST PORT OF CALL
SEABOURN „Sojourn“: „Celtic Sojourn“ Lissabon – Hamburg
Lissabon/Portugal
Außergewöhnlich pünktlich treffen wir uns um 13.45 Uhr am Gepäckband des Flughafens von Lissabon, nachdem wir ausnahmsweise getrennt angereist sind: Martin aus München mit der LUFTHANSA und Manuel berufsbedingt aus Köln/Bonn mit GERMANWINGS. Der von uns „sportlich“ angelegte Aufenthalt („Lissabon für drei Stunden“) bzw. der Taxi-Transfer zum Port of Lisboa, Santa Apolónia Terminal, funktioniert reibungslos. Ab 14 Uhr werden wir bereits zur „Embarkation“ auf die SEABOURN „Sojourn“ gebeten. Die schon lange avisierte und immer wieder schnell ausgebuchte SEABOURN-Reise soll uns von Portugal über Spanien, Irland, Schottland, England und die Niederlande zurück nach Deutschland bringen – alles weitgehend in „swimming distance“ zum jeweiligen Festland, we have learnt our COSTA lessons.
Im Terminal gibt es keine Warteschlangen, nur freundliche Gesichter und hilfreiche Geister. Doch dann einen gewaltigen Schock für uns. In der Annahme, ausschließlich in und um Europa zu reisen, beschränkten wir „World-Traveller“ uns – auch der bei LUFTHANSA angesagten/bei GERMANWINGS angedrohten Gewichtsreduktion Rechnung tragend – ausweismäßig auf die Mitnahme des jeweiligen Personalausweises: Zumindest für uns überraschend teilt uns der diensthabende Purser mit, dass wir ohne gültigen Reisepass nicht mitreisen können. Geistig sehen wir uns, nach der so gelungenen Anreise, schon auf einer etwas weniger strukturierten Rückreise. Wir müssen wohl ziemlich blöd aus der Wäsche schauen, denn der junge und gut aussehende SEABOURN-Purser Björn erbarmt sich unser und ruft sämtliche Port Authorities an, um anzufragen, ob wir SEABOURN-Erstlinge mit unseren Identity Cards einreisen dürfen: denn ansonsten könnte es wohl Probleme für die Company und das ganze Schiff geben.
Natürlich nimmt die Fragerei einige Zeit in Anspruch, dennoch sind wir gegen 16.45 Uhr zur Sicherheitsübung an Bord. Etwas verspätet können wir alle ablegen in Richtung Porto, der ersten Station auf unserer Reise. Nach der jüngst abgelaufenen Tragödie um die COSTA „Concordia“ ist die Teilnahme an der Rettungsübung für alle Passagiere (wirklich) verpflichtend – sogar mit Anwesenheitskontrolle. Alle, die nicht daran teilnehmen, erfahren sofort ihre „Disembarkation“ –, sagt der Kapitän: und schmeißt auch prompt ein älteres amerikanisches Ehepaar, das sich als Weiterreisende dieser Pflicht nachhaltig entziehen will, umgehend von Bord. Ein entsprechend geharnischter Zeitungsbericht in der amerikanischen Tagespresse wird uns wenige Tage später zur Kenntnis gebracht („SEABOURN kicks elderly passenger off board“).
Wir beziehen unsere Veranda-Suite auf Deck 7, sehr geräumig mit etwa 40 m2, sehr elegant und großzügig eingerichtet; auf dem Wege eines Upgrades für Anfänger haben wir es von der ursprünglich gebuchten Kabine in diese höher gelegene, behindertengerechte Kabine geschafft – allein dank des Einsatzes unseres Reisebüros, ATLANTIK Seereisen. Ein phantastisches Marmorbadezimmer mit Doppelwaschtisch überrascht uns ebenso wie die komplett gefüllte – nach vorher abgefragten persönlichen Wünschen ausgestattete – Minibar. WLAN, Flachbildschirm und frischer Obstkorb sowie Blumenschmuck sind hier obligatorisch; allein der Schiebetüren-Schrank scheint von IKEA zu stammen, klemmt und hat leider einen 5 cm zu wenig tiefen Innenraum, so dass alle Jacketts – auch schräg gehängt – durch die Türen schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Täglich bleibt zudem ein Finger zwischen den Schiebetüren – dafür kann man mit dem Rollstuhl (auch einem „double-seater“) mit Vollgas am Schrank vorbeifahren.
Zur Farewell-Party gibt es Champagner à gogo: „Nicolas Feuillatte“, eine unserer Lieblingsmarken, die ebenso wie alle anderen Getränke (einschließlich verschiedener Weißbiere) im Reisepreis inkludiert ist. Unter den 450 Passagieren sind – optisch sofort erkennbar – um die 75 % Amerikaner, viele Briten und – ausnahmsweise auf dieser Cruise, da sie nach Hamburg geht – auch eine Gruppe von 60 Deutschen, einige Südamerikaner sowie ein paar Japaner; die ganze Reisetruppe sieht aber einigermaßen zivilisiert aus, wenn auch deutlich älter als jüngst zu beobachten z. B. auf der REGENT „Seven Seas“ im Mittelmeer. Kaum Rollatoren, wenige Krückstöcke, geschätztes Durchschnittsalter irgendwo zwischen 65 und 68 Jahren, wir bleiben „die Boys“.
Das Schiff ist knapp zwei Jahre alt, die Architektur sowie die Einrichtung sind durchwegs elegant-modern, alles sehr hell und großzügig und ausgestattet mit geschmackvoller moderner Kunst, die Betreuung erkennbar persönlicher und wirklich „attentive“: kein Wunder, denn es sind 350 Mitarbeiter an Bord, ein traumhaftes Passagier-/Mitarbeiter-Verhältnis, das ansonsten nur mehr im „Senioren-Wohnen“ bei unserer dementen Tante in der „24-Stunden-rundum-die-Uhr“-Betreuung angetroffen wird. Für uns bereits altersgerecht?
Interessant ist die Tatsache, dass es hier keinen Pursers Desk gibt. Das eigentliche „Zentrum“ des Schiffes ist der SEABOURN Square, ein Platz mit 24-Stunden-Service durch den Guest Relation- sowie den Tour-Office-Manager, die Library und den Cruise-Sales-Experten. Dort wird man auch jederzeit mit Kaffee und Kuchen, Snacks, Getränken und frischer Eiscreme sowie verschiedenen Sorbets verwöhnt.
Porto/Portugal
Das Frühstück wird uns im Restaurant serviert. Von uns zwei SEABOURN-Neulingen abgesehen sind nur eine Hand voll Gäste präsent. Wir erfahren von Robin, unserem netten (ost-)deutschen Waiter, dass die meisten Passagiere den Room-Service nutzen bzw. das „Colonnade“-Restaurant besuchen, da dort alles in Buffetform angeboten wird. Auch das „Colonnade“-Restaurant ist sehr edel eingerichtet und erinnert in keiner Weise an die Selbstbedienungsörtlichkeiten, genannt „Lido“, der CUNARD-Flotte. Daneben gibt es noch einen „Patio Grill“ mit amerikanischem BBQ , der jedoch nur bei schönem Wetter betrieben wird. Die Krönung ist das edle „Restaurant 2“, das man nur auf Vorbestellung reservieren kann („one reservation per passenger/cruise“).
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem SEABOURN-Shuttlebus ins Zentrum von Porto. Der weltberühmte Süßwein „Porto“ hat – wie wir hier erfahren – seinen Namen von dem Verladehafen bekommen, nicht umgekehrt. Nach dieser Logik müssten also die meisten deutschen Weine „Hamburg“ oder „Bremen“ heißen. Zur ersten Übersicht unternehmen wir eine kurze Stadtrundfahrt und enden schließlich am Rio Douro mit seinen zahlreichen Kneipen und Portweinkellern auf der anderen Uferseite. In der Sonne genießen wir ein Glas portugiesischen Weißwein und geräucherten Schinken.
Da der Schiffsaufenthalt nur bis 16 Uhr dauert, müssen wir auch schon wieder zurück zum Hafen fahren – leider ohne Portwein-Probe.
Beim Abendessen erfolgt die erste Kollision mit einem deutschen Ehepaar aus Hamburg am Nachbartisch. Der zurückhaltend freundliche, aber von uns durchaus bemessene Blickkontakt, der eigentlich unsererseits schon das Schlusssignal der Sozialisierungsbemühungen sein soll, wird gnadenlos zur vertieften Kontaktaufnahme genutzt und mit einer geschickten Volte verbunden: Im zweiten Satz wird von dem Ehepaar ganz nebenbei erwähnt: „Unser Sohn Haakon und sein Partner Thomas reisen auch sehr viel.“ Ein Kontakt-Trick, der (anderenorts) von uns sein könnte (nennen wir es: „Gays’ parents I“). Nach dem Dinner besuchen wir im „Grand Salon“ die Show der schiffseigenen „Singers and Dancers“-Truppe, die überraschenderweise von außergewöhnlichem Niveau ist – stimmen- wie darstellungsmäßig.
La Coruña/Spanien
Guten Morgen, La Coruña! Heute bestellen wir – für uns ungewöhnlich – das Frühstück in unsere Suite, da wir nach dem Andocken schon um 9 Uhr zu unserem Ausflug nach Santiago de Campostela aufbrechen, um die berühmte Kathedrale „St. James“ am Ende des Jakobswegs zu besuchen. Wir wollen dort doch wenigstens all die Fußkranken und Geplagten einmal in Augenschein nehmen, die sich da büßend und betend den ganzen langen Weg um die Fußlappen schlagen. Zum Frühstück gibt es die, aus der Heimat gewohnte, „Süddeutsche Zeitung“. Wir können auswählen zwischen nicht weniger als 58...




