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E-Book, Deutsch, Band 46, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
Themsen Perry Rhodan Neo 46: Am Rand des Abgrunds
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8453-3825-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Staffel: Das Große Imperium 10 von 12
E-Book, Deutsch, Band 46, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
ISBN: 978-3-8453-3825-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Phantastische Themen begeisterten die 1970 in Hamburg geborene Verena Themsen schon früh. Als Kind war sie bereits ein großer Fan von Märchen und Sagen und blieb diesen auch dann noch treu, als Buchserien wie 'Die drei Fragezeichen', 'Leutnant Lennet' oder die Bücher von Karl May in ihren Regalen Einzug hielten. Später kamen die Perry Rhodan-Serie sowie ATLAN hinzu, und sie entdeckte ihre Leidenschaft für Science Fiction. Während der Schulzeit und in den ersten Semestern des Physik-Studiums publizierte Verena Themsen diverse Kurzgeschichten in kleinauflagigen Fantasy-Zeitschriften. Das fortschreitende Studium, die Promotion und das Berufsleben forderten jedoch ebenso ihren Tribut wie die Gründung einer Familie. Kein Wunder, dass die ohnehin nur als Freizeitbeschäftigung betriebene 'Schreiberei' in den Hintergrund trat. Ideen blieben in der Schublade, es entstanden keine eigenen Geschichten mehr. Es dauerte mehr als zehn Jahre, bis Verena Themsen die Begeisterung ihrer Jugend wieder entdeckte. Sie pflegte Kontakte mit professionellen Autoren und besuchte Schreibseminare, wodurch sie ihr Talent auf eine solide Basis stellte. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten und Kurzromane in Amateur-Publikationen und feilte weiter an ihrem Stil. Unter anderem verfasste sie Romane zu einer Fan-Serie, die im Perry Rhodan-Universum spielte und im Internet publiziert wurde. Dadurch wurden die Autorin Susan Schwartz und die Perry Rhodan-Redaktion auf sie aufmerksam und unterbreiteten ihr ein Angebot: Sie konnte einen ersten professionellen Roman für die 'Elfenzeit'-Serie schreiben; weitere Beiträge folgten. Anfangs fiel der Autorin das Schreiben nach Exposé nicht leicht: 'Es war neu für mich, nach den Vorgaben eines anderen zu schreiben, und ich befürchtete zunächst, es könnte mich zu sehr einschränken. Aber das Gegenteil ist der Fall - ich muss mir um den großen Handlungsrahmen weniger Gedanken machen und habe mehr kreative Energien übrig für die Bereiche, in denen ich frei fabulieren kann.' Ihren Beiträgen für die 'Elfenzeit' folgten Romane für Perry Rhodan-Action und Perry Rhodan-Extra; ihr Einstieg ins Team der Perry Rhodan-Serie war damit nur eine Frage der Zeit. Verena Themsen lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von Heidelberg. Sie ist verheiratet und Mutter einer 'energiegeladenen sechsjährigen Tochter'. Wenn sie nicht an neuen Romanen schreibt, arbeitet sie für eine Firma, die Maschinen für die Elektronikindustrie herstellt.
Autoren/Hrsg.
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2.
Palor
Leutselig fragen sie: Was willst du werden?
Wie willst du leben, was später mal sein?
All ihre Fragen sind Lügen von Freiheit, denn
Hauptsache ist, es passt bei ihnen rein!
Hélder Skelter, Album Seelendschungel,
Auszug aus dem Song Wachstumsschmerzen
Haus der tausend Fragen
»Sag mir endlich, was ich wissen will!«
»Hey, wenn du's mir aufschreibst, lese ich es dir gerne ab. Ich kann's dir sogar rappen und 'nen Beatbox drunterlegen.«
»Du sollst nicht irgendwas erzählen, sondern meine Fragen wahrheitsgemäß beantworten!«
»Mach ich doch die ganze Zeit, aber weißt du, zu so was gehören zwei – einer, der die Wahrheit erzählt, und einer, der sie endlich glaubt.«
Sergh da Teffrons Hand knallte auf den Metalltisch. Die Respektlosigkeit des Gefangenen wurde langsam unerträglich. Dabei nötigte seine Standhaftigkeit der Hand des Regenten sogar einen gewissen Respekt ab.
Die Unterlippe des Mannes war geschwollen und aufgerissen, die Wange verfärbt. Weitere Ergüsse waren unter der braunen Haut seiner am Stuhl fixierten Arme zu erkennen. Offensichtlich hatten die Verhörspezialisten oder die Wachen bereits das eine oder andere Mal die Geduld mit ihm verloren.
Aus den Unterlagen der medizinischen Untersuchungen wusste da Teffron, dass der Körper des Mannes unter dem schmuddeligen, ehemals weißen Trägerhemd und der weiten blauen Hose bereits unzählige alte Narben aufwies. Er vermutete, dass aufsässiges Verhalten bei dem Gefangenen normal war. Insbesondere die Explosionsspuren im Gesicht und die lange Narbe an der rechten Wange deuteten darauf hin, dass er einer war, der die Konfrontation suchte. Man hätte ihn für einen Soldaten halten können, doch er behauptete, Künstler zu sein.
Vielleicht war er keine gute Wahl gewesen. Vielleicht hätten sie es weiter mit den durchschnittlicher wirkenden Leuten versuchen sollen, die jammerten und weinten. Aber keiner von ihnen hatte bislang da Teffron das verraten, was er wissen wollte. Entweder wusste es wirklich nicht jeder aus dieser Gruppe, die sich selbst »Menschen« nannte, oder sie hatten mehr Kraft, als sie nach außen zeigten. Auf jeden Fall versagten bei ihnen bislang alle Mittel, die einem Arkoniden zuverlässig die Wahrheit entlockt hätten, obwohl die Ärzte versichert hatten, dass trotz der anatomischen Unterschiede ihre Physiologie mit der der Arkoniden weitestgehend übereinstimmte. Man konnte nach dem ärztlichen Bericht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um degenerierte Nachkommen schiffbrüchiger arkonidischer Kolonisten handelte.
Sergh da Teffron beugte sich vor und sah dem Mann direkt in die goldgrünen Augen, die nicht so recht zu der dunklen Haut passen wollten. Der Gefangene wich dem Blick nicht aus.
»Ich bin die Hand des Regenten von Arkon«, zischte da Teffron. »Wag es also nicht mehr, mich mit einer Vertraulichkeit anzureden, die einem wie dir nicht zusteht. Du wirst mir Respekt erweisen!«
»Respekt?« Der Gefangene machte mit seinen Lippen einen Laut, als würde eine Blase platzen. Ein Blutströpfchen flog dabei von seiner Lippe auf die Kante des Tisches. »Respekt ist was, das auf Gegenseitigkeit beruht. Ich rede so mit dir wie du mit mir.«
Da Teffrons Hand schoss vor und verkrallte sich in dem langen schwarzen Haar auf der linken Kopfseite des Mannes. Ein dünner, verfilzter Flechtzopf hing bis zum Ellenbogen. Rechts hatte der Mann sein Haar früher kurz gehalten.
Da Teffron zwang den Kopf des Mannes in den Nacken und strich mit der freien Hand über seinen Hals bis zu dem Punkt, an dem die Luftröhre am ungeschütztesten verlief. Er beugte sich näher zum Ohr des Mannes.
»Zum letzten Mal: Von welchem Planeten kommt ihr?«, fragte er. »Wo liegt er? Wie groß ist eure Raumflotte? Was will euer Anführer? – Wir werden all das ohnehin herausfinden, also mach es dir und den anderen nicht so schwer. Verrate mir, was ich wissen will, und ich kann aufhören, euch verhören zu lassen. Rette deine Freunde und die anderen. Werde ihr Held.«
Der Adamsapfel des Gefangenen hüpfte. »Mein Name ist Hélder, nicht Held. Mahesh Hélder Jagtap-Vieira, wenn du's genau wissen willst. Und ich hab dir schon alles gesagt: Wir sind von der Erde, und die liegt irgendwo am Ende des völlig außer Mode gekommenen westlichen Spiralarms der Galaxis. Mehr weiß ich auch nicht, ich hab nie mehr als das eine Buch darüber gelesen. Ich bin Beatboxer, nicht Astronom oder Militär. Rhodan hat die TOSOMA vom Meeresboden gekratzt und wollte damit rosa Seifenblasen in den Weltraum blasen, Friede und Freundschaft und kultureller Austausch und so. Dann war da erst diese Explosion, und dann seid ihr auf dem Plan erschienen, und ich kapier immer noch nicht, was ihr eigentlich von uns wollt!«
»Ich will mein Schiff zurück«, zischte da Teffron. »Und ich will die Köpfe aller naatischen Verräter und aller, die sie zum Verrat angestachelt oder ihnen dabei geholfen haben wie euer Perry Rhodan oder Crest da Zoltral. Und ich werde sie bekommen – mit deiner Hilfe!«
»Selbst wenn ich's könnte, würd' ich's jetzt, glaub ich, nicht mehr wollen.«
Da Teffron richtete sich auf und riss den Kopf des Mannes dabei so weit nach vorne, wie dessen Fesselung zuließ, um ihn dann abrupt loszulassen.
»Dein Wille spielt in der Sache keine große Rolle mehr«, sagte er. »Dass du so stark bist, wird dir morgen zum Verhängnis werden. Ich brauche nämlich starke Menschen für ein Experiment. Wir haben auf diesem Planeten etwas ganz Besonderes gefunden, etwas, das uns erlaubt, das Wissen und die Erinnerungen eines Wesens gänzlich zu extrahieren und zu inspizieren. Bislang hat das bei allen Spezies hervorragend funktioniert.«
Der Gefangene hustete und hob den Kopf nur langsam wieder an. Seine von Bartstoppeln überschatteten Wangen wirkten womöglich noch eingefallener als zuvor. Angst flackerte für einen Moment in seinem Blick auf, nur um sofort wieder durch sinnlosen Trotz ersetzt zu werden.
»Leider ist eine Bedingung für den korrekten Ablauf dieses Vorgangs, dass der Gefangene dabei stirbt«, fuhr Sergh da Teffron fort. »Und je länger sich das Sterben hinzieht, umso klarer sind die Informationen, die dabei gewonnen werden. Darum, Hélder oder wie auch immer du sonst noch heißt, setze ich große Hoffnungen auf dich, nachdem ich dich nun persönlich kennengelernt habe.«
»Na, das freut mich doch.« Erneut hustete er und spuckte Schleim aus, der mit dem Blut von seiner Lippe vermischt war. »Wenigstens einer, der hier noch Hoffnungen hat. Ich muss dich aber warnen: Bislang hab ich mich ganz gut darauf verstanden, Leute wie dich herbe zu enttäuschen. Ich bin immer noch mit meinem eigenen Indie-Label auf dem Markt. Die großen Macher haben mich nicht kleinbekommen.«
Da Teffron lächelte schmal. »Für jeden kommt der Tag, da er das erste Mal versagt. Ich habe mich bislang ganz gut darauf verstanden, solches Versagen herbeizuführen. – Wir sehen uns morgen. Ich wünsche eine angenehme letzte Nachtruhe.«
Ohne den Gefangenen noch eines Blickes zu würdigen, verließ die Hand des Regenten den Verhörraum.
Stiqs Bahroff schloss sich ihm an der Tür an. Der Assistent war schweigsamer gewesen als sonst während eines Verhörs. Irgendetwas an ihm hatte sich verändert, auch wenn da Teffron nicht recht begreifen konnte, was.
Ob es mit dem Zellaktivator zusammenhängt? Als wären die anfänglichen schädlichen Nebenwirkungen völlig vergangen, Vielleicht sollte ich ihm das Ding bald wieder abnehmen. Warum auch immer dieser Atlan da Gonozal es mir gegeben hat, eine Falle war es wohl doch nicht. Andererseits, vielleicht soll gerade diese Erholung mich täuschen ...
»Wollen Sie das wirklich machen?«, fragte Bahroff und riss ihn damit aus seinen Gedanken. »Es ist völlig unklar, wie viel wirklich an dem dran ist, was man hier über diesen Vorgang erzählt. Das kann alles Humbug sein, Mummenschanz. Aberglaube der Einheimischen.«
»Es wurde bereits ein paarmal ausprobiert, seit sie das Biest im Dschungel eingefangen haben.«
»Wir wissen noch nicht, wie viel auf die Berichte aus diesem Gefängnis gegeben werden kann. Der Leiter könnte genauso gut seinen Bericht geschönt haben, um seinem Projekt Rechtfertigung zu verleihen und mehr Gelder und Gefangene für Versuche zu bekommen. Andererseits haben wir schon viele von diesen Menschen durch die Verhöre verloren. Wir sollten vielleicht lieber keine mehr töten, bis wir herausgefunden haben, welche von ihnen etwas wissen.«
»Glaubst du denn wirklich, dass so viele von ihnen so wenig wissen?«
»Was sie erzählen, klingt immer wieder ähnlich, aber nicht so gleich, als wäre es abgesprochen. Das lässt mich vermuten, dass es zumindest das ist, was dieser Perry Rhodan die meisten von ihnen hat glauben lassen.«
Sergh da Teffron strich über seinen Ring. Einerseits irritierte ihn die Selbstsicherheit, mit der Bahroff ihm zu widersprechen wagte. Andererseits mochte er in gewisser Weise recht haben.
»Was bringt es uns, diejenigen zu schonen, die ohnehin nichts wissen?«
»Sie können zumindest immer noch als Druckmittel dienen, wenn wir diejenigen identifiziert haben, die mehr wissen. Die Anzahl der brauchbaren Gefangenen ist bereits deutlich geschrumpft. Was, wenn wir am Ende mit leeren Händen dastehen?«
Da Teffron musterte seinen Assistenten. »Ich werde nach dem Experiment über deine Worte nachdenken. Aber ich will das Biest einem Test unterziehen, und dieser Mann...




