Thiel | Der Prinz und die Spionin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 238 Seiten

Thiel Der Prinz und die Spionin

Roman
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95824-658-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 238 Seiten

ISBN: 978-3-95824-658-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine grausame Waffe in zarten Händen ... Der historische Roman 'Der Prinz und die Spionin' von Sebastian Thiel jetzt als eBook bei dotbooks. 1758, zur Zeit des Siebenjährigen Krieges: Bei ihren Eltern in Ungnade gefallen und von ihrem Verlobten verstoßen, wird die junge Französin Jasmin Bouvé von einem geheimnisvollen Markgrafen aufgenommen. Doch dies ist kein Akt der Mildtätigkeit - er bildet Spione aus, die Frankreich zum Sieg verhelfen sollen. Seine Geheimwaffe: Eine Tinktur, die die Lust des Opfers ins Unermessliche steigert und es so zu einem willenlosen Werkzeug macht. Bald schon beherrscht Jasmin ihr neues Handwerk meisterhaft - und wird zur erfolgreichsten Spionin Frankreichs ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'er Prinz und die Spionin' von Sebastian Thiel. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Sebastian Thiel, Jahrgang 1983, hat sich nach seinem Wehrdienst und der Ausbildung zum Fachinformatiker voll und ganz dem Schreiben zugewendet. Mit spitzer Feder schreibt er historische Kriminalromane. Bei dotbooks veröffentlicht er: 'Mixtur der Verführung'
Thiel Der Prinz und die Spionin jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1
Freudige Erwartungen


3. Mai 1758
Grafschaft Dorset, Großbritannien

Erschrocken riss Jasmin die Augen auf und versuchte sofort Unschuld in ihren Blick zu legen, als die ältere Dame die Tür öffnete und sie freudestrahlend begrüßte.

»Das Fräulein Bouvé träumt wohl noch zu dieser Tageszeit«, entfuhr es der Gräfin, während sie die Fensterläden aufriss und die hellen Sonnenstrahlen hereinließ. Ihr markantes Kinn passte nicht zu ihren feinen Gesichtszügen und den schmalen Lippen, die ihr das Aussehen einer Lehrerin gaben. Kurz verweilte die Dame mit dem hochgeschlossenen Kleid an Jasmins Bett und legte erst die Hände an die Hüfte und wenig später die Stirn in Falten.

»Jasmin, steh jetzt bitte auf, wir haben heute viel Arbeit vor uns.«

»Ja, gnädige Frau«, druckste Jasmin mit zusammengekniffenen Augen, darum bemüht, sich nicht zu bewegen.

Die Gräfin nickte ihr kurz zu, dann verschwand sie mit schnellem Schritt aus dem Zimmer. »Schließlich wird man nicht über Nacht eine heiratsfähige Dame«, hallte ihre Stimme bereits durch den Flur.

Jasmin schloss die Augen und atmete tief durch. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die ältere Frau mitbekommen hätte, welchen Phantasien sie sich gerade hingab. Nur widerwillig zog sie die Hand nach oben und erinnerte sich im selben Moment an die wunderschönen Gefühle, in denen sie noch vor wenigen Sekunden geschwelgt hatte. Ihre Finger glühten feucht, und sie hätte nichts lieber getan, als das im Schlaf Begonnene im Hier und Jetzt zu beenden. Doch sie wollte die Gräfin unter keinen Umständen warten lassen. Denn auch wenn diese freundlich und voller Güte war, konnte sie manchmal äußerst resolut werden. Und das, was Jasmin soeben getan hatte, geziemte sich bestimmt nicht für eine Dame.

Schnell entledigte sie sich ihres langen Schlafgewandes.

Die morgendliche Wäsche brachte sie mit einer gelangweilten Routine hinter sich, und erst als sie nackt vor dem Spiegel stand, hielt sie inne und ließ den Blick an ihrem Körper herunterwandern. Prüfend fuhr sie sich über ihre blasse Gesichtshaut, bürstete ihre brünetten Haare mit langen, sanften Strichen nach hinten und warf anschließend ihrem Spiegelbild mit gespitzten Lippen einen koketten Kuss zu. Die blauen Augen strahlten ein wenig heller im Glanz des Lichtes. Dann trat sie etwas näher heran und legte die Hände stützend unter ihren Busen. Kritisch beäugte sie diese festen, beachtlichen Brüste, welche für eine Achtzehnjährige beinahe zu groß waren. Als Nächstes inspizierte sie ihren flachen Bauch, die fordernd heraustretenden Beckenknochen und schließlich ihre vollen Schamlippen.

Zufrieden lächelte sie. Ihr gefiel, was sie da sah. Aber würde es dem Hauptmann auch gefallen? Sollten ihrem baldigen Ehemann eher pralle Hinterteile zusagen, wie in den Zeichnungen mit den Dirnen? Fragend blickte sie an sich herab.

Ihre Mutter war französischer Herkunft, sie hatte ihr keinen großen und ausladenden Po vererbt. Von der einen auf die andere Sekunde berührte sie der kalte Hauch der Unsicherheit. Den Blick auf den Boden gerichtet, verschränkte sie die Hände vor ihren rosigen Brustwarzen. Die aufreibenden Gedanken ließen sie sofort erhärten. Vielleicht waren ihm ihre Brüste nicht groß genug? Oder er bevorzugte blonde Frauen. Was, wenn sie ihrem zukünftigen Ehemann gar nicht gefiel?

Der erneute Ruf der Gräfin riss sie aus ihren Gedanken. Schnell zog sie den gegerbten roten Rock über, der ihr am Abend zuvor herausgelegt worden war, und bedeckte ihre Haare mit einer weißen Haube. Als sie die Treppe hinuntersauste, hörte sie die klirrende Stimme der Gräfin bereits mahnend aus dem Esszimmer.

»Eine Dame fällt nicht in einen Raum ein wie eine Horde Barbaren!«

Jasmin befahl sich, erst die Fußsohle, dann ihre Zehen auf den Boden zu stellen, um jegliches Geräusch zu vermeiden. Nachdem sie von ihrem ansehnlichen Schritt überzeugt war, betrat sie den Raum. Die Bediensteten hatten bereits das Frühstück serviert. Es roch nach frischem Brot und dem bitteren schwarzen Tee, den die Gräfin so gerne trank.

Ihr Blick war prüfend, trotzdem hatte ihre Stimme einen warmen Klang. »Wenn du in wenigen Tagen Hauptmann Adrian Richmond in Ipswich begegnest, wird er noch denken, du seist von einem Berglöwen erzogen worden«, fuhr die Gräfin fort, während Jasmin so grazil wie möglich Platz nahm und ihren Rock glattstrich. »Ich habe deiner armen Mutter am Sterbebett versichert, dich so gut wie möglich zu verheiraten, und der Allmächtige weiß, dass ich das zu tun gedenke, also konzentriere dich auf die Dinge, die ich dir beigebracht habe, Kind.«

Das Mädchen nickte verlegen. »Jawohl, gnädige Frau.«

Die Sonne warf ihr gleißendes Licht durch die großen Fenster des Speiseraumes und wärmte Jasmins Rücken. Deren Blick fiel auf das Bücherregal. Seit sie denken konnte, hatte sie mit Gräfin Helen die dicken Wälzer durchgearbeitet. Die Dame hatte sehr viel Wert auf die musische Ausbildung und auf Sprachen gelegt, was wohl ebenfalls der Wunsch ihrer Mutter gewesen war. So beherrschte sie zwar die französische Sprache genauso wie die englische, sah sich jedoch nicht imstande, ihre Fähigkeiten anzuwenden. Das nächste Dorf war mehrere Meilen entfernt, und die zwei alten Bediensteten, die dem Tode näher schienen als dem Leben, waren zwar immer gut zu ihr, beherrschten jedoch weder die französische Sprache noch hatte Jasmin Interesse daran, mit ihnen über das zu reden, was sie wirklich bewegte. Nur einmal war sie versucht gewesen, über ihren sich verändernden Körper und die immer intensiver werdenden Gefühle und Empfindungen zu sprechen.

»Eine Jungfer redet über so etwas nicht!«, war die schneidende Antwort der Gräfin gewesen. Ihr versohlter Hintern hatte indes noch mehrere Tage weh getan.

Kurz blickte sie auf und warf der Dame ein Lächeln zu. Sie setzte die Teetasse auf dem Unterteller ab. Sosehr sie ihre Ziehmutter auch mochte und ihr für immer dankbar sein würde, war sie doch gespannt und aufgeregt, nun ihren Ehemann zu treffen und natürlich die quälenden Fragen beantwortet zu bekommen, auf die sie so lange keine Antwort erhalten hatte. Endlich. Nach so langer Zeit.

Nach dem Frühstück ließ die Gräfin die Pferde satteln. Zusammen gingen sie zu dem kleinen Stall, der an der Westseite des herrschaftlichen Hauses lag. Vereinzelte Bäume reckten ihre Äste gen Frühlingshimmel, als wollten sie ihn ergreifen und das Azurblau festhalten. Die Sonne brannte bereits in den Morgenstunden, und ihre Strahlen vermischten sich mit dem Tau auf den Wiesen zu einem einzigartigen Glitzerspiel. Mild blies der Wind über die anliegenden Felder und verstärkte den Hauch von Aufbruch. Sie hatte ihre komplette Kindheit hier verbracht und würde das Gutshaus der Gräfin immer als ihr Zuhause betrachten. Doch nun war es an der Zeit, den nächsten Schritt in ihrem Leben zu gehen, dessen war sie sich sicher. Harold, der etwas jüngere der beiden Greise, hatte die Pferde bereits gesattelt und half den Damen beim Aufsteigen. Kräftig klopfte Jasmin ihren Argon ab, was dieser sofort mit einem wohlwollenden Schnauben quittierte. Die hellen Stellen am Maul des Pferdes gingen in ein glänzendes Schwarz über. Wie oft hatte sie sich bereits vorgestellt, endlich auf Argon zu ihrem baldigen Ehemann reiten zu können?

Hunderte, Tausende Male?

Vielleicht war die Zahl auch zu groß, um sie benennen zu können. Das Tier wieherte, als wolle es sein Wohlgefallen über den willkommenen Ausritt zur Schau stellen.

Obwohl die Gräfin gehobenen Alters war, preschte sie vor.

»Beeile dich, Jasmin!«

Ihre Stimme klang nicht wie die einer alten Frau, eher wie die einer fordernden Kontrahentin.

Einige Sekunden verstrichen, dann zog das Mädchen forsch einen Mundwinkel nach oben, bevor es dem Pferd einen leichten, aber bestimmten Klaps mit der Ferse gab. Sofort schoss das anmutige Tier los und galoppierte dem Pferd der Gräfin hinterher. Das Mädchen schwang ein Bein über den Rücken des Pferdes und befreite sich aus dem Damensitz, wohl wissend, dass ihre Ziehmutter so etwas niemals gutheißen würde. Doch für etwas, was sie nicht wusste, konnte diese sie schließlich nicht bestrafen …

Schon bei den ersten kräftigen Hufschlägen löste sich der Knoten von Jasmins weißer, mit Spitze überzogener Haube. Lose tanzten die Schnüre im Rhythmus des Windes.

Die Fertigkeiten der alten Dame zu Pferde waren unbeschreiblich. Bereits nach wenigen Augenblicken konnte Jasmin sie lediglich noch in der Ferne ausmachen. Die Zähne aufeinander mahlend, griff sie die Zügel härter und drückte den Oberkörper, so nah es nur ging, an Argon heran, während sie ihn anspornte, schneller zu galoppieren. Mit einem Mal hastete das Tier los. Der Wind pfiff mit jedem Schritt eine Nuance höher an ihren Ohren vorbei und doch schien sich der Abstand noch zu vergrößern. Ihre Augenbrauen zogen sich angestrengt zusammen, als sie auf ihrem Pferd über die Wiesen galoppierte und sich tiefer in den Sattel drückte. Bei jeder Welle der Berührung von Leder und Schoß wurde ein Funke zwischen ihren Beinen entfacht. Als das Pferd einen kleinen Hügel erklomm und sie die Schenkel noch mehr anspannen musste, breitete sich die Hitze in ihrem gesamten Körper aus. Ihre Hände umfassten die Zügel nun so stark, dass ihre Knöchel weiß anliefen. Flatternd wurde ihr Rock vom Fahrtwind hochgeweht und wippte nun auf ihrer Taille. Ihre Beine waren entblößt, und zwischen dem Leder des Sattels und ihrem Unterleib lagen lediglich ein dünner Unterrock und ihr Höschen, welches mit jedem kraftvollen Schritt des Pferdes härter gerieben wurde. Jasmin bemerkte nicht, wie ihre Haube sich vollends löste....



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.