Thörner / Thurner | Religion, Konfessionslosigkeit und Atheismus | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 360 Seiten

Thörner / Thurner Religion, Konfessionslosigkeit und Atheismus


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-451-80856-2
Verlag: Verlag Herder
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 360 Seiten

ISBN: 978-3-451-80856-2
Verlag: Verlag Herder
Format: EPUB
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Mehr als ein Drittel der Deutschen ist konfessionslos - Tendenz steigend. Während das Bemühen um eine interreligiöse Verständigung groß ist, findet ein Dialog zwischen Religiösen und Nichtreligiösen nur selten statt. Das Buch 'Religion, Konfessionslosigkeit & Atheismus' stellt kontroverse Positionen zu Themen wie Religionspolitik, Sterbehilfe und Theodizee aus christlicher und areligiöser Perspektive dar und setzt sie zueinander in Beziehung.

Katja Thörner, geb. 1976, ist promovierte Philosophin und Referentin für den Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen der Eugen-Biser-Stiftung. Martin Thurner, geb. 1970, Studium der Philosophie und Katholischen Theologie sowie Promotion und Habilitation in München. Professor für Christliche Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mitglied des Stiftungsrates der Eugen-Biser-Stiftung.
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Weitere Infos & Material


Naturalismus und Theismus
Armin Kreiner


1. Einführung: Die Herausforderung des Naturalismus


Das Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaft ist vielschichtig und spannungsgeladen. Daher stehen mehrere Möglichkeiten offen, sich einen Weg durch das Labyrinth an Themen- und Problemstellungen zu bahnen.1 Eine dieser Möglichkeiten besteht darin, der Frage nachzugehen, ob Gott angesichts des stetig fortschreitenden Erklärungspotentials der Wissenschaften noch gebraucht wird, um die Welt zu erklären.

Traditionell ging man weitgehend davon aus, dass dies der Fall ist: Unter Rückgriff auf Gott erklärte man sich, wie das Universum aus nichts ins Dasein treten konnte, warum das Seiende nicht wieder ins Nichts versinkt, wie die erstaunliche biologische Komplexität und Funktionalität entstanden, wie die Seele des Menschen in die Welt kam, wer den Unterschied zwischen Gut und Böse festlegt usw. Diese Erklärungen galten nicht einfach als überlegen, sie wurden jahrhundertelang als konkurrenzlos erachtet, weil an ernst zu nehmende Alternativen gar nicht zu denken war. Daher schien die Existenz Gottes über jeden vernünftigen Zweifel erhaben zu sein. Noch in den Anfängen neuzeitlicher Wissenschaft waren deren Protagonisten, allen voran Isaac Newton, der Überzeugung, dass Gott zu Erklärungszwecken unverzichtbar bleibt. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, nicht von heute auf morgen, sondern eher allmählich, aber nachhaltig. Wissenschaft versteht sich in methodologischer Hinsicht als ein naturalistisches Projekt, in dessen Erklärungen übernatürliche Entitäten per definitionem keine Rolle spielen.2 »The whole point of science is to avoid such stories.«3 Darüber, wie der Naturalismus en détail auszubuchstabieren ist, wird zwar eine anhaltende Debatte geführt4, was aber nichts daran ändert, dass der Rückgriff auf Gott, Götter, Geister etc. zu Erklärungszwecken tabu ist.

Für die religiösen, insbesondere natürlich für die theistischen Traditionen stellt diese Symbiose von Wissenschaft und Naturalismus eine enorme Herausforderung dar, deren Tragweite gar nicht überschätzt werden kann. Es geht hier nicht um die Frage, wie sich einzelne wissenschaftliche Theorien, wie etwa die Urknall-, Evolutions- oder Quantentheorie, mit dem Glauben an eine Schöpfung oder ein Handeln Gottes vereinbaren lassen. Zur Debatte steht die viel weiter reichende Frage, ob das wissenschaftliche Erklärungspotential die Annahme der Existenz Gottes überflüssig gemacht hat oder zumindest im Begriff steht, dies zu tun. Was dieser Frage ihre Brisanz vermittelt, ist der atemberaubende Erfolg der Wissenschaften beim Lösen der kleinen und großen Rätsel der Welt. Viele einstmals als unlösbar betrachtete Rätsel wurden früher oder später doch in Angriff genommen und nicht selten gelöst. Während die theoretischen, also die das Erklärungspotential betreffenden, Erfolge vielleicht nur Insidern einleuchten, liegen die damit einhergehenden Fortschritte in der Beherrschung der Welt und der Verbesserung der Lebensqualität auch für wissenschaftliche Analphabeten auf der Hand.

Dieser anhaltende Erfolg hat eine Reihe von Wissenschaftlern dazu veranlasst, auf religiöse Weltdeutungen nicht nur zu verzichten, sondern diese auch mehr oder weniger vehement abzulehnen. Den Kritikern und Verächtern der Religion ist die immer noch erstaunliche Verbreitung religiöser Überzeugungen ein Dorn im Auge, weil sie den durch die Wissenschaft erreichbaren Fortschritt bremst oder gefährdet. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass Religion und Wissenschaft unvereinbare Weltbilder vertreten, zum anderen damit, dass ihnen jeweils gegenläufige Einstellungen hinsichtlich der Methoden zugrunde liegen, wie man erfolgreich nach Erkenntnis und Wahrheit suchen sollte. Barry Palevitz nennt einige der Gründe, die Wissenschaftler vor etwa zweihundert Jahren dazu veranlasst haben, auf theistische Erklärungen zu verzichten. Die Erklärung »Gott hat es getan« unterminiere nicht nur die Neugierde, sie löse darüber hinaus auch keine wirklichen Probleme (wie z. B. Krankheiten) und sie erlaube schließlich keine überprüfbaren Voraussagen. Der Rekurs auf Gott zu Erklärungszwecken habe sich als intellektuelle Sackgasse erwiesen.5 Nach Ansicht von Jerry Coyne können Glaube und Wissenschaft trotz anderslautender Stimmen »keine Freunde« sein. Sie sind genauso inkompatibel wie Irrationalität und Rationalität: »Science operates by using evidence and reason. Doubt is prized, authority rejected. No finding is deemed ›true‹ — a notion that’s always provisional — unless it’s repeated and verified by others. We scientists are always asking ourselves, ›How can I find out whether I’m wrong?‹«6 Angesichts der Tatsache, dass man sich innerhalb der theistischen Traditionen auch nach Jahrhunderten nicht darauf einigen kann, wer oder was Gott ist, wie und wozu er die Welt erschaffen haben soll oder wo und wie er in der Welt handelt, lässt sich vielleicht nachvollziehen, warum einige die Geduld verloren haben und theistische Erklärungen als »camouflage of ignorance« (Peter Atkins) abtun.

2. Theologische Optionen: Die Suche nach Erklärungslücken


Wie man sich dieser Herausforderung theologischerseits stellen soll, ist – wie könnte es auch anders sein – umstritten. Es bieten sich unterschiedliche Strategien und Optionen an, ohne dass sich ein Königsweg abzeichnen würde. Großer Beliebtheit scheint sich die Strategie der Vermeidung oder Verdrängung zu erfreuen, die darin besteht, das naturalistische Erklärungspotential erst gar nicht zur Kenntnis zu nehmen und sich stattdessen auf ethische Fragen im Umgang mit dem technisch Machbaren zu kaprizieren. Dies hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass dabei jeder irgendwie mitreden kann. Die ethischen Fragen sind alles andere als unwichtig. Sie sind sogar so wichtig, dass sie auf keinen Fall Leuten überlassen werden sollten, die von Wissenschaft keine Ahnung oder daran gar kein Interesse haben.

Eine ganz andere Strategie besteht darin, dem naturalistischen Anspruch Paroli zu bieten, indem man nach Lücken sucht, also nach Phänomenen, die sich einer wissenschaftlichen Erklärung angeblich widersetzen. Diese Strategie ist deutlich aufwändiger, weil sie zumindest rudimentäre Kenntnisse des wissenschaftlichen Forschungsstands voraussetzt. Tatsächlich legen Befürworter dieser Strategie in der Regel eine hohe Wertschätzung wissenschaftlicher Forschung an den Tag, beharren aber darauf, dass es Rätsel gibt, die sich nicht naturalistisch lösen lassen, sondern einen Rückgriff auf Gott erforderlich machen. Bei diesen Rätseln handelt es sich um die wirklich »großen« Fragen, die zu groß für die Wissenschaft sind.7 Als Kandidaten kommen mehrere solcher Rätsel in Frage.

  • Für die Vertreter von Intelligent Design stellt die Entstehung irreduzibel komplexer biologischer Systeme ein Phänomen dar, das sich einer naturalistischen bzw. darwinistischen Erklärung entzieht. Definitionsgemäß funktionieren solche Systeme nur, wenn sämtliche Teile vorhanden sind. Solange sie nicht funktionieren, besitzen sie keinen Selektionsvorteil. Folglich können sie nicht schrittweise entstanden sein, sondern müssen von einem transzendenten Designer geplant worden sein.8
  • Die im Kontext des anthropischen Prinzips diskutierte Feinabstimmung physikalischer Konstanten wird ebenfalls als ein Phänomen genannt, für das der Naturalismus keine zufriedenstellende Erklärung anzubieten habe. Selbst wenn sich die Entstehung und Entwicklung organischer Komplexität restlos erklären ließen, bliebe immer noch die Frage offen, warum das Universum in physikalischer Hinsicht so beschaffen ist, dass sich Leben, Bewusstsein und Intelligenz entwickeln konnten. Die exorbitante Unwahrscheinlichkeit der Feinabstimmung lebensförderlicher Konstanten schreit förmlich nach einer Erklärung. Sie als Zufallsergebnis zu erklären, gaukelt nur eine Erklärung vor. Ein göttlicher »Feinabstimmer« liefere, wenn schon nicht die einzige, dann doch die beste Erklärung.9
  • Eines der nach wie vor größten Rätsel stellt die Entstehung von Bewusstsein aus Materie dar, also die Frage, wie die durch die Gesetze von Physik und Chemie erklärbare Interaktion von Nervenzellen die Entstehung von Empfindungen und Wahrnehmungen hervorbringen kann und schließlich von Wesen, die sich in ihrem Handeln – jedenfalls gelegentlich – durch so etwas wie Gründe leiten lassen. Dieses Rätsel hat sogar Philosophen mit einer ausgeprägten Aversion gegenüber dem Theismus, wie z. B. Thomas Nagel, dazu bewogen, den materialistischen Naturalismus als widerlegt zu betrachten.10
  • Das letzte ungelöste Rätsel hängt mit der Entstehung des Universums bzw. dem Urknall zusammen. Darunter lässt sich die Frage nach dem Anfang des Universums bzw. nach dessen Ursache verstehen11, ebenso wie die Frage aller Fragen, warum überhaupt etwas existiert und nicht nichts.
    Ob die Wissenschaft jemals in der Lage sein wird, Rätsel dieses Kalibers im Rahmen eines wie auch immer beschaffenen naturalistischen Weltbildes zufriedenstellend zu lösen, lässt sich gegenwärtig nicht absehen. Was an Lösungsvorschlägen bisher vorliegt, kann allem Anschein nach nicht das letzte Wort sein.
  • Im Hinblick auf das Phänomen der »irreduziblen Komplexität« geht der Trend dahin, dessen Existenz in...


Bauer, Michael
Michael C. Bauer (geb. 1967) studierte Politologie und Musikwissenschaft. Er ist hauptamtlicher Vorstand der Humanistischen Vereinigung in Deutschland. Daneben engagiert er sich als Mitglied in Auswahlausschüssen der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des Humanistischen Studienwerks Robert Blum. Er ist Mitglied der „Experteninitiative Religionspolitik“ der Konrad-Adenauer-Stiftung und war von 2020 bis 2022 Präsident der European Humanist Federation mit Sitz in Brüssel.

Wendel, Saskia
Saskia Wendel, geb. 1964, Dr. phil., 2003-2006 Univ.-Prof. für Philosophie und Fundamentaltheologie Universität Tilburg/NL. Gastprofessuren in Innsbruck und Wien, 2007-2008 Fellow am Max-Weber-Kolleg Universität Erfurt, 2008-2021 Univ.-Prof. für Systematische Theologie an der Universität zu Köln, seit 2021 Inhaberin des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Zahlreiche Publikationen im Themenfeld der Fundamentaltheologie und der Religionsphilosophie.

Birnbacher, Dieter
Dieter Birnbacher wurde 1946 geboren und ist Philosoph mit einem Schwerpunkt auf den ethischen und anthropologischen Fragen der modernen Medizin. Er studierte Philosophie, Anglistik und allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf, Cambridge und Hamburg. Bis zur Emeritierung 2012 war er Professor für Philosophie an den Universitäten in Dortmund und Düsseldorf. Seit 2016 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben.

Schockenhoff, Eberhard
Eberhard Schockenhoff (1953-2020), Dr. theol., war Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, von 2001 bis 2016 Mitglied des Nationalen bzw. Deutschen Ethikrats, seit 2009 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2010 Mitglied in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.  
Seine profilierten Beiträge zu innerkirchlichen Fragen und Problemstellungen fanden durchweg Widerhall in Kirche und Theologie. Als wichtiger Brückenbauer unterstützte er nachdrücklich den Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland. Durch sein Engagement im Nationalen bzw. Deutschen Ethikrat erlangte er durch seine Beiträge zu Fragen der Lebensethik Bekanntheit weit über die Fachgrenzen hinaus und trat als eloquenter Gesprächspartner in den verschiedenen Kontexten in Erscheinung.
Schockenhoff zählte zu den produktivsten und meistgelesenen theologischen Autoren der Gegenwart, der seine verlegerische Heimat im Verlag Herder gefunden hatte. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Zur Lüge verdammt? Politik, Medien, Medizin, Justiz, Wissenschaft und die Ethik der Wahrheit (2000/2005), Wie gewiss ist das Gewissen? (2003), Grundlegung der Ethik (2007/2014), Theologie der Freiheit (2007), Ethik des Lebens (2009/2013), Chancen zur Versöhnung? Die Kirche und die wiederverheirateten Geschiedenen (2011), Erlöste Freiheit – Worauf es im Christentum ankommt (2012), Die Bergpredigt (2014), Kein Ende der Gewalt? Friedensethik für eine globalisierte Welt (2018) und Frieden auf Erden? Weihnachten als Provokation (2019).
Seine postum veröffentlichte Sexualethik Die Kunst zu lieben. Unterwegs zu einer neuen Sexualethik (2021) stößt im Kontext der Debatten des Synodalen Weges auf breite Resonanz und wird von wichtigen Fachvertretern als Referenzwerk und Pflichtlektüre (Konrad Hilpert) gewürdigt. Schockenhoffs wichtige Impulse für eine erneuerte, menschenfreundliche Moralverkündigung wirken fort. Seine eigene Stimme und Präsenz wird in den aktuellen kirchlichen Auseinandersetzungen jedoch schmerzlich vermisst.

Thörner, Katja
Katja Thörner, geb. 1976, ist promovierte Philosophin und Referentin für den Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen der Eugen-Biser-Stiftung.

Schmidt-Leukel, Perry
Perry Schmidt-Leukel wurde 1954 geboren und ist seit 2009 Professor für Religionswissenschaft und interkulturelle Theologie an der Universität Münster. Dort leitet er das Seminar für Religionswissenschaft und interkulturelle Theologie. Studium der Theologie und Philosophie in München. Lehrtätigkeit an den Universitäten München, Innsbruck, Salzburg und Glasgow. Jüngste Veröffentlichung: Das Wort vom Geheimnis der Welt. Biblische Texte interreligiös gelesen, herausgegeben von Achim Riggert und Mathias Schneider, Gütersloh 2025.

Thurner, Martin
Martin Thurner, geb. 1970, Studium der Philosophie und Katholischen Theologie sowie Promotion und Habilitation in München. Professor für Christliche Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mitglied des Stiftungsrates der Eugen-Biser-Stiftung.

Haas, Alois M.
Alois Maria Haas, geboren 1934 in Zürich, »der unbestrittene Meister der sog. deutschen Mystik«, Germanist, Philosoph, Literaturwissenschaftler, Mystikforscher. Bis 1999 lehrte und forschte er als Professor an der Universität Zürich. Zahlreiche Bücher.

Kreiner, Armin
Armin Kreiner, * 1954, Professor für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. 1976 Studium der Theologie und Philosophie in München, 1985 promoviert und 1991 habilitiert. 1982 Assistent ebd., 1994–2003 Professor für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2003 Professor für Fundamentaltheologie an der LMU München. Arbeitsgebiete: Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie, Theodizee-Problem.

Wetz, Franz J.
Franz Josef Wetz, geboren 1958, war bis 2024 Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd.

Katja Thörner, geb. 1976, ist promovierte Philosophin und Referentin für den Dialog zwischen den Religionen und Weltanschauungen der Eugen-Biser-Stiftung.
Martin Thurner, geb. 1970, Studium der Philosophie und Katholischen Theologie sowie Promotion und Habilitation in München. Professor für Christliche Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mitglied des Stiftungsrates der Eugen-Biser-Stiftung.
Michael C. Bauer (geb. 1967) studierte Politologie und Musikwissenschaft. Er ist hauptamtlicher Vorstand der Humanistischen Vereinigung in Deutschland. Daneben engagiert er sich als Mitglied in Auswahlausschüssen der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des Humanistischen Studienwerks Robert Blum. Er ist Mitglied der "Experteninitiative Religionspolitik" der Konrad-Adenauer-Stiftung und war von 2020 bis 2022 Präsident der European Humanist Federation mit Sitz in Brüssel.
Dieter Birnbacher wurde 1946 geboren und ist Philosoph mit einem Schwerpunkt auf den ethischen und anthropologischen Fragen der modernen Medizin. Er studierte Philosophie, Anglistik und allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf, Cambridge und Hamburg. Bis zur Emeritierung 2012 war er Professor für Philosophie an den Universitäten in Dortmund und Düsseldorf. Seit 2016 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben.
Alois Maria Haas, geboren 1934 in Zürich, »der unbestrittene Meister der sog. deutschen Mystik«, Germanist, Philosoph, Literaturwissenschaftler, Mystikforscher. Bis 1999 lehrte und forschte er als Professor an der Universität Zürich. Zahlreiche Bücher.
Armin Kreiner, * 1954, Professor für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. 1976 Studium der Theologie und Philosophie in München, 1985 promoviert und 1991 habilitiert. 1982 Assistent ebd., 1994–2003 Professor für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2003 Professor für Fundamentaltheologie an der LMU München. Arbeitsgebiete: Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie, Theodizee-Problem.
Perry Schmidt-Leukel wurde 1954 geboren und ist seit 2009 Professor für Religionswissenschaft und interkulturelle Theologie an der Universität Münster. Dort leitet er das Seminar für Religionswissenschaft und interkulturelle Theologie. Studium der Theologie und Philosophie in München. Lehrtätigkeit an den Universitäten München, Innsbruck, Salzburg und Glasgow. Jüngste Veröffentlichung: Das Wort vom Geheimnis der Welt. Biblische Texte interreligiös gelesen, herausgegeben von Achim Riggert und Mathias Schneider, Gütersloh 2025.
Eberhard Schockenhoff (1953-2020), Dr. theol., war Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, von 2001 bis 2016 Mitglied des Nationalen bzw. Deutschen Ethikrats, seit 2009 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2010 Mitglied in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Seine profilierten Beiträge zu innerkirchlichen Fragen und Problemstellungen fanden durchweg Widerhall in Kirche und Theologie. Als wichtiger Brückenbauer unterstützte er nachdrücklich den Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland. Durch sein Engagement im Nationalen bzw. Deutschen Ethikrat erlangte er durch seine Beiträge zu Fragen der Lebensethik Bekanntheit weit über die Fachgrenzen hinaus und trat als eloquenter Gesprächspartner in den verschiedenen Kontexten in Erscheinung.
Schockenhoff zählte zu den produktivsten und meistgelesenen theologischen Autoren der Gegenwart, der seine verlegerische Heimat im Verlag Herder gefunden hatte.



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