E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Thomas Dein süßer Kuss verrät mir alles
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1246-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7337-1246-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Blitz des Verlangens durchfährt den griechischen Tycoon Lysandros Drakakis, als er Ria wiedersieht. Noch immer begehrt er die wunderschöne Pianistin heiß! Dabei hat sie ihn vor sechs Wochen ohne ein Wort der Erklärung verlassen, und auch jetzt weicht sie seinen Blicken aus. Gut, wenn sie schweigen will - aber jetzt wird er sein verführerisches Spiel mit ihr zu Ende bringen! Das Schicksal kommt ihm zu Hilfe: Gemeinsam fliegen sie auf seine Privatinsel. Wo Ria ihm mit banger Stimme gesteht, was vor sechs Wochen wirklich geschehen ist ...
Vor über zwanzig Jahren wählte Rachael Thomas Wales als ihre Heimat. Sie heiratete in eine Familie mit landwirtschaftlichem Betrieb ein und konnte in ihrem neuen Zuhause endlich Wurzeln schlagen. Sie wollte schon immer schreiben; noch heute erinnert sie sich an die Aufregung, die sie im Alter von neun Jahren empfand, als eine ihrer Kurzgeschichten in der Schule als positives Beispiel vor der Klasse gelobt wurde. Doch erst als sie erwachsen war und ihre beiden Kinder in die Schule kamen, fing Rachael damit an, ihren Traum ernsthaft zu verfolgen. Sie trat einer lokalen Schreibgruppe bei und tauschte sich hier jeden Montagnachmittag mit Gleichgesinnten aus - das gab ihr den richtigen Antrieb! Da Liebesgeschichten seit jeher ihr liebstes Genre sind, verfasste sie nach zahlreichen Kurzgeschichten endlich auch ihren ersten romantischen Roman. Ihr gefällt es vor allem, mit ihren Figuren neue Ufer zu erkunden, indem sie zum Beispiel in deren glamouröse Welt eintaucht und alle Emotionen mitfühlt, die ihre Helden und Heldinnen durchleben, während sie sich ineinander verlieben.
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PROLOG
London im Frühling
Lysandros Drakakis sah zu, wie sich Ria Armstrong an den Flügel setzte. Die Frau, die er mehr begehrte als je zuvor eine Frau. Eine erwartungsvolle Stille legte sich über den Saal. Alle fieberten dem Beginn der Aufführung entgegen, die er für seine Geschäftspartner in einem der besten Hotels Londons organisiert hatte.
Wie schön Ria war! Sie war hochgewachsen und schlank und bewegte sich voller Anmut. Sämtliche Augen im Saal waren auf sie gerichtet. Jeder im Raum wartete darauf, dass sie zu spielen begann, doch Lysandros träumte davon, wie sie seine leidenschaftlichen Küsse erwiderte und sich ihm endlich hingab. Er wusste, dass sie ihm nicht mehr lange widerstehen würde, und konnte es kaum erwarten, dass sie ihrem Verlangen nachgab.
Seine kleine Schwester Xena hatte behauptet, dass er und Ria perfekt zusammenpassen würden, und sie einander vorgestellt. Seit zwei Monaten zeigte er sich der unwiderstehlichen Schönheit nun schon von seiner charmantesten Seite. Und er ließ ihr Zeit, was eigentlich nicht seine Art war. Aber seit seiner grandios gescheiterten Beziehung mit Kyra vor zehn Jahren war es das erste Mal, dass er mehr von einer Frau wollte als körperliche Befriedigung.
Die für ihn untypische Zurückhaltung bei den Treffen mit Ria setzte ihm ziemlich zu. Auch wenn sie noch nicht über Küsse hinausgekommen waren, dachte er ständig daran, wie sie einander nackt umschlingen würden. Und als Rias Finger nun endlich die Tasten sanft berührten, schloss er die Augen und zwang sich, ruhig zu bleiben und sich nicht vorzustellen, wie sie ihn berührte und liebkoste.
Von Anfang an hatte Ria ihm unmissverständlich klargemacht, dass ihre Konzerte und das tägliche Üben sie stark in Anspruch nahmen. Vor Kurzem hatte sie die Musik außerdem als Grund dafür angegeben, dass sie nicht bereit war, sich auf mehr einzulassen. Aber Lysandros war fest entschlossen, sie im Sommer – sobald die Konzertsaison vorbei war – mit nach Griechenland zu nehmen. Damit ihr Verlangen nacheinander aufblühen konnte wie die Blumen auf der Insel, die ihm als Rückzugsort diente.
Applaus brandete auf und holte ihn zurück ins Hier und Jetzt. Wie lange hatte er sich von seinen lüsternen Träumereien ablenken lassen? Gerade verbeugte Ria sich lächelnd. Sie war ein aufsteigender Stern am Klassikhimmel, und sie mochte es, mit kleineren Aufführungen wie dieser neue Hörer für das Genre zu begeistern.
Als sich die Gäste in Richtung Hotelbar oder Restaurant entfernten, ging er auf Ria zu, die dabei war, ihre Noten zusammenzupacken. Sie sah auf und lächelte ihn an. Lysandros dachte, dass sie tatsächlich diejenige sein könnte, die ihm trotz allem, was er mit seiner Ex-Verlobten Kyra erlebt hatte, den Glauben an die Liebe wiedergeben könnte – genau, wie Xena prophezeit hatte.
„Erstklassige Unterhaltung, Lysandros“, sagte Samuel Andrews neben ihm, der gerade erst einen Kaufvertrag über zehn Luxusjachten unterzeichnet hatte.
„Allerdings“, antwortete Lysandros mit einem kurzen Seitenblick auf den Unternehmer, bevor er sich wieder Ria zuwandte, die fast aufbruchbereit war. Er konnte nicht gehen, ohne ihr vorher zu sagen, wie wundervoll sie gespielt hatte – und sie zu fragen, ob sie heute mit ihm essen wollte.
„Wenn du mich bitte entschuldigen würdest …“
Die Antwort seines Geschäftspartners wartete er nicht ab. Gerade war ihm alles außer Ria egal. In ein paar Tagen kehrte er nach Griechenland zurück, und sein Terminkalender für die kommenden Wochen war randvoll. Erschrocken realisierte er, dass er Ria vermissen würde. Das war eine völlig neue Erfahrung für einen Mann, der in den vergangenen zehn Jahren eine bedeutungslose Beziehung nach der anderen geführt hatte.
Ria sah mit einem verführerischen und zugleich schüchternen Lächeln zu ihm auf. Es bestärkte ihn noch in seinem brennenden Wunsch, mit dieser Frau Zeit in Griechenland zu verbringen.
„Du hast wundervoll gespielt“, sagte er und stellte sich an den Flügel.
Sie sah unendlich anmutig aus in ihrem langen schwarzen Kleid, das eine Schulter frei ließ. Das Haar hatte sie zu einem lockeren Knoten im Nacken geschlungen, den Lysandros äußerst sexy fand. Er stellte sich vor, wie er den Dutt löste, während sie übereinander herfielen.
„Danke. Heißt das, dass du mich zum Essen einladen möchtest?“, fragte sie neckisch.
Endlich gelang es ihm, sie aus der Reserve zu locken. Bald schon würde diese unschuldige Schönheit ihm ganz gehören. Dieser Gedanke verstärkte das Verlangen, das in ihm brandete, nachdem er sich während ihres Klavierspiels seinen erotischen Träumereien hingegeben hatte.
Nicht länger in der Lage, der Verlockung zu widerstehen, sie zu berühren, machte er einen Schritt auf sie zu und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Er sah ihr in die Augen und küsste sie auf den Mund, bevor er antwortete. „Das heißt es allerdings. Zumal ich Ende der Woche nach Griechenland zurückmuss.“
„Schon?“, fragte Ria mit heiserer Stimme, die verriet, dass sie ihn ebenso begehrte wie er sie.
„Ja, leider.“ Zu gern hätte er sie in seine Arme gerissen und geküsst, um endlich diese höllische Mauer zum Einsturz zu bringen, hinter der sie sich versteckte.
„Ich muss mich noch mit Hans treffen, dem Dirigenten. Er will ein paar Stücke mit mir durchgehen, aber danach habe ich Zeit.“ Sie machte eine kleine Pause. „Zeit, die ich mit dir genießen möchte“, fuhr sie dann errötend fort.
„Das klingt vielversprechend …“ Wie gern hätte er sie jetzt geküsst!
„Das soll es auch“, antwortete Ria lächelnd. „Ich will heute Abend mit dir zusammensein. Und heute Nacht.“
Weiß sie, was sie mir antut? Wie sie mich quält? Lysandros sah ihr in die braunen Augen.
„Bist du sicher?“, fragte er, um ihr klarzumachen, dass er bereit war zu warten – und dass er wusste, dass sie es nicht leichtfertig tat. Sie sollte wissen, dass alles nach ihrem Tempo geschehen würde.
„Absolut.“ Ihr entschlossener Tonfall war ihm Bestätigung genug. Heute Nacht würde diese wunderbare Frau mit der unschuldigen Ausstrahlung ihm gehören. Er küsste sie zärtlich, und als sie den Kuss voller Leidenschaft erwiderte, wurde er fast verrückt vor Verlangen nach ihr. „Ich werde dafür sorgen, dass es eine ganz besondere Nacht für dich wird, agape mou.“
„Mit dir zusammen zu sein ist an sich schon etwas Besonderes“, antwortete sie. „Aber jetzt muss ich erst mal los“, fuhr sie fort und hielt ihre Noten hoch. „Du weißt ja, wie hart Hans uns rannimmt. Und du möchtest dich doch sicher unter deine Gäste mischen.“
Sie wandte sich noch einmal lächelnd nach ihm um, bevor sie leichtfüßig losging. Dieselbe Unbeschwertheit empfand auch er. Ria hatte ihn zu einem anderen Menschen gemacht, seit er mit ihr ausging. Und sie war es, die seine Schwester immer wieder von Verlobung sprechen ließ. Xena war von Anfang an überzeugt gewesen, dass die Frage nicht lautete, wann er sich mit ihrer Freundin verlobte, sondern wie schnell.
Was sie heute Abend vorhatte, kam Ria ziemlich gewagt vor. Heute Abend würde sie sich Lysandros ganz hingeben. Sie würde ihm ihre Unschuld schenken. Obwohl er der Bruder ihrer besten Freundin war, obwohl er schon einmal verlobt gewesen war und obwohl sie wusste, dass er nicht auf eine längere Beziehung aus war. Doch er gab ihr das Gefühl, lebendig zu sein, und sie wollte nur mit ihm zusammen sein.
Ria öffnete die Tür des großen Übungsraums und ging zum Flügel. Ihre Schritte hallten vom Parkett wider. Hans hatte darauf bestanden, dass sie vor den Konzerten zum Saisonende noch einmal ein paar Stücke durchgingen. Sie war früh dran und hatte noch Zeit, ein wenig für sich zu spielen.
Sie konnte es nicht erwarten, das Treffen mit Hans hinter sich zu bringen und Lysandros wiederzusehen. Zum ersten Mal in ihrem Leben nervte es sie, Pflichten zu haben, die sie davon abhielten, etwas zu tun, wozu sie mehr Lust hatte.
Ihre Gedanken kehrten zu seinem Kuss, unmittelbar bevor er gegangen war, zurück. Selbst wenn er nicht gesagt hätte, dass es eine besondere Nacht werden würde, hätte sie es an seinem Kuss gespürt. Mit klopfendem Herzen begann sie zu spielen. Dabei vergaß sie alles um sich herum und ließ all ihre Gefühle in das romantische Stück einfließen.
Als die letzte Note verklang, summte ihr Körper vor Verlangen nach Lysandros. Ria schloss die Augen, legte die Hände in den Schoß und genoss das Gefühl.
„Das war sehr schön“, hörte sie Hans hinter sich sagen. Sehr dicht hinter sich. Erschrocken wandte sie sich um. Es ärgerte sie, dass er sie in einem so privaten Moment überraschte. Sie fühle sich verwundbar. Bloßgestellt. Er hatte sie beobachtet, während sie sich ihren Gefühlen hingegeben hatte und ihr Verlangen nach Lysandros in ihr Klavierspiel hatte einfließen lassen.
„Du hättest dich bemerkbar machen sollen“, sagte sie gereizt.
„Und damit den Moment zerstören?“ Er betrachtete sie von Kopf bis Fuß. „Du sahst so schön aus. So leidenschaftlich.“
Hans machte einen Schritt auf sie zu, und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sich Ria durch die Gegenwart eines Mannes bedroht. Hans roch nach Alkohol. Außerdem gefiel ihr die Art nicht, wie er sie ansah. Es besudelte die Reinheit ihrer Gefühle für Lysandros. Es schüttelte Ria. Aber wahrscheinlich reagierte sie nur über. Weil es ihr peinlich war, dass er sie in einem Moment gesehen hatte, in dem sie sich unbeobachtet...




