Thomas | Engelszorn 1 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 116 Seiten

Thomas Engelszorn 1

Thriller
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-16326-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Thriller

E-Book, Deutsch, 116 Seiten

ISBN: 978-3-641-16326-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



»Engelszorn« Buch 1
Ein jahrtausendealtes Grab. Eine Abtei, die zur tödlichen Falle wird. Ein Killer, der direkt aus der Hölle kommt ...

In Rom laufen die Vorbereitungen für das Dritte Vatikanische Konzil auf Hochtouren, als eine abgelegene Abtei Opfer eines Gewaltanschlags wird. Bis auf einen Mönch verbrennen alle Ordensleute bei lebendigem Leib. Die rebellische Nonne Catherine Bell und Kardinal Ciban reisen nach L'Aquila, um zu ermitteln. Schon bald entpuppt sich das Kloster als eine Bastion des Geheimordens Lux Domini, der gegen eine alte, skrupellose Macht kämpft. Als Catherine und Ciban das Protokollbuch der Abtei finden, wird das gesamte Ausmaß des Schreckens klar: Der bestialische Anschlag war erst der Auftakt. Der Feind ist längst auf dem Weg nach Rom ...

Dieses E-Book ist der erste von vier Teilen von »Engelszorn«. Tauchen Sie ein in die unergründliche Welt des Vatikans, voller Rätsel und explosiver Geheimnisse! Wie es mit Kardinal Ciban und der unbeugsamen Catherine Bell weitergeht, erfahren Sie im zweiten Teil ...





Alex Thomas ist das Pseudonym eines im Westen Londons lebenden Autorenehepaares. Sie arbeitet seit über zwei Jahrzehnten im Buch- und Medienbetrieb. Er forscht und lehrt als Professor an einer Londoner Universität. Beide entdeckten ihre gemeinsame Liebe für Geschichte, Wissenschaft und das Schreiben. Ihre Reihe um die rebellische Nonne Catherine Bell - Lux Domini, Engelspakt, Engelszorn - begeistert die Fans von Vatikan- und Mystery-Thriller.

Thomas Engelszorn 1 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


11 Rom Flughafen Leonardo da Vinci Monsignore Ben Hawlett sah der Landung der Passagiermaschine nicht nur wegen seiner unheilvollen Flugangst mit froher Erwartung entgegen. Fast ein Dreivierteljahr hatte er in São Paulo gelebt und in der dortigen Erzdiöse als verdeckter Ermittler gearbeitet, nachdem sein Vorgesetzter Kardinal Ciban ihm einen geheimen Bericht, zusammengestellt nach Anhaltspunkten aus vertrauenswürdigen Quellen, ausgehändigt und ihn beauftragt hatte, sich des Falls anzunehmen. Das hatte er getan, mit Erfolg. Bens Fall war kein Geringerer gewesen als der Erzbischof Frederico José Kardinal García, der neben Kontakten zur amerikanischen Mafia noch etliche andere unchristliche Verbindungen unterhalten hatte. Frederico José war Ben in den vergangenen Monaten mit seiner göttlichen Anbetung, seiner zwielichtigen Geschäftstüchtigkeit und seiner unglaublichen Raffinesse gehörig auf die Nerven gegangen. »Seien Sie vorsichtig, Ben«, hatte Kardinal Ciban gesagt. »García wird wissen, weshalb man Sie aus Rom entsandt hat. Er wird versuchen, Sie auf seine Seite zu ziehen.« »Keine Sorge, Eminenz.« Der hochgewachsene Präfekt hatte Ben mit seinen eisgrauen, ruhigen Augen angesehen, die klassischen Gesichtszüge nahezu reglos. Trotz des förmlichen Kardinalsgewandes erinnerte Ciban Ben weit mehr an einen antiken Herrscher als an einen Mann Gottes. »Die Angelegenheit ist überaus delikat«, hatte Ciban hinzugefügt, »Sie müssen García nach und nach glauben machen, dass ihm das gelingt.« »Ich verstehe«, hatte Ben gesagt, ohne zu ahnen, was ihn wirklich erwartete. Wie dem auch war, die Tage des windigen Kardinals waren gezählt, seine Konten beschlagnahmt, die Gelder im Großen und Ganzen guten Zwecken zugeführt, und das Amt war neu besetzt. Somit war der Fall für Ben ein für alle Mal erledigt. Kardinal Ciban, sein gestrenger Chef, konnte mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auch wenn die Aktion mehr Zeit in Anspruch genommen hatte als geplant. Die Lufthansa-Maschine setzte mit einem sanften Ruck auf dem Rollfeld auf, steuerte auf eine der Fluggastbrücken zu und hielt an. Ben wartete mit seinem Handgepäck, bis sich der Trubel gelegt hatte und die anderen Passagiere hinausgedrängelt hatten. Erst dann machte er sich in Ruhe auf den Weg zur Gepäckausgabe sowie zur Pass- und Sicherheitskontrolle. Nach den jüngsten Terrordrohungen waren die Kontrollen, wie er in den Nachrichten verfolgt hatte, erheblich verschärft worden, was den Ablauf für die Flugpassagiere beträchtlich verlangsamte. Allerdings hatte er den anderen Passagieren gegenüber einen Vorteil, denn sein Vatikanpass würde die Sache ein wenig beschleunigen und ihm eine zeitaufwendige Kontrolle ersparen. Als er das Gepäckband erreichte, drehte sein Überseekoffer bereits so gut wie alleine seine Runden. Er hievte das beinahe fünfundzwanzig Kilogramm schwere Prachtteil auf den Boden und zog es frohen Mutes Richtung Ausgang hinter sich her. Der Koffer enthielt ein kleines Geschenk, ein schickes Halstuch für Schwester Catherine Bell. Ben und Catherine standen sich sehr nah, sie kannten sich seit Kindheitstagen, seit sie im Katholischen Institut für Medial Hochbegabte wie Geschwister herangewachsen und zur Schule gegangen waren. Ben war anschließend nach Rom gegangen, hatte dort weiterstudiert und zu arbeiten begonnen, während Catherine hauptsächlich in Chicago und Washington studiert und angefangen hatte, ihre kirchenkritischen Bücher zu schreiben. Als Catherine sich dafür vor einem Tribunal der modernen Inquisition hatte verantworten müssen, war Ben gerade mit einer undurchsichtigen Priester-Mordserie beschäftigt, die sogar den Papst bedroht hatte. Letzten Endes war auch Catherine aufgrund ihrer medialen Gabe in die Mordermittlungen einbezogen worden, und der Fall hätte die beiden fast das Leben gekostet, wäre da nicht Ciban gewesen. Das Erlebnis hatte ihr Bild von Gut und Böse erheblich gewandelt und ihnen neben erheblichen Blessuren auch ein paar Tage Aufenthalt in der Gemelli-Klinik beschert. Am Ende hatte Catherine dem Papst das Leben gerettet und sich dabei sogar Kardinal Cibans Respekt verdient. Daher war Bens alte Freundin erst einmal nicht in ihren Orden nach Chicago zurückgekehrt, sondern arbeitete seither inoffiziell für Seine Heiligkeit, ebenso wie hin und wieder auch für die vatikanische Sicherheit und damit für Ciban. Es gab nichts, worauf Ben sich mehr freute, als Catherine nach all den Monaten endlich wiederzusehen. Auch fragte er sich, ob sie sich mittlerweile an ihre Zusammenarbeit mit Ciban gewöhnt hatte. Die Ordensfrau und der Kardinal vertraten ziemlich konträre Ansichten, was die Politik der katholischen Kirche anging. Es war, als wollte man Feuer und Wasser im Kampf für eine gemeinsame Sache vereinen. Bedauerlicherweise hatte Catherine sich in ihren E-Mails und Telefonaten über dieses Thema weitgehend ausgeschwiegen. Ben hatte also keine Ahnung, welches Arbeitsklima ihn im Palast der Inquisition erwartete. Nichtsdestotrotz hatte er das Gefühl, dass sich während seiner Abwesenheit in Rom etwas zugetragen haben musste, worüber weder Catherine noch Ciban mit ihm zu sprechen bereit war. So war Ciban einige Monate zuvor fast drei Wochen lang für Ben nicht erreichbar gewesen. Angeblich hatte er einen Autounfall gehabt und war anschließend auf einer geheimnisvollen Mission gewesen. Als der Kardinal endlich von diesem mysteriösen Fall zurückgekehrt war, hatte er sich irgendwie verändert. Das hatte Ben selbst bei den wenigen Telefonaten mit ihm gespürt. Catherine musste ebenfalls in den Fall involviert gewesen sein, denn auch sie war nicht mehr dieselbe, selbst wenn er die alte Catherine durchaus noch in der neuen erkannte. Sie war stärker geworden, reifer, ernster. Die Kooperation mit Ciban hinterließ zweifelsohne Spuren. Er folgte dem mit Werbung gepflasterten, schmalen Weg, der von den Gates wegführte, vorbei an den Hinweisschildern, die er schon lange nicht mehr benötigte, da er den Flughafen in- und auswendig kannte, und betrat die Halle mit den Läden, den Restaurants, den Übersichtsplänen und den An- und Abreisetafeln. Eine Frau im Nonnenhabit der Dominikanerinnen stand mitten in der Halle und hielt nach jemandem Ausschau. Wie es Ben schien, war sie die einzige Ordensfrau weit und breit. Hatte Catherine ihn etwa versetzt? Ihm dämmerte, dass er sein Handy noch nicht wieder eingeschaltet hatte. Somit hatte seine Freundin keine Gelegenheit gehabt, ihn zu informieren. Die Dominikanerin drehte sich in seine Richtung. Eine schmale Gestalt mit einem strengen Gesichtsausdruck. Doch alleine das weiße Habit mit der schwarzen, exakt sitzenden Haube hätte nach dem langen, ermüdenden Flug genügt, um Ben einzuschüchtern. Sie nahm ihn von oben bis unten in Augenschein, wie einen Schuljungen, der das Büro des Direktors das erste Mal betrat, und kam dann auf ihn zu. »Monsignore Ben Hawlett?« »Der bin ich.« »Gelobt sei Jesus Christus.« »In Ewigkeit. Amen«, antwortete Ben wie beim Klassenrapport. »Ich bin Schwester Giada. Schwester Catherine hat mich gebeten, Sie abzuholen. Sie wurde leider aufgehalten und sitzt noch in einem der Planungstreffen zu den Vorkonferenzen des Konzils fest.« Ben nickte. In wenigen Tagen würden die ersten Vorkonferenzen zum Dritten Vatikanischen Konzil in der Nervi-Halle, der Audienzhalle des Papstes, stattfinden. Eine erste Orientierung für die Europäer, bevor die Bischöfe und Kardinäle aus der ganzen Welt nach Rom strömen würden, um sich für eine moderne und demokratischer geführte Kirche einzusetzen. Doch sosehr der Papst selbst mit seinem Denken und Handeln eine Inspiration für die Ziele des Konzils war, so sehr ließ die römische Kurie hinter den Kulissen nichts unversucht, um deren Erreichen zu vereiteln. Die Macht sollte zentralisiert in Rom bleiben. Und zwar ausschließlich in Rom. Ben betete, Papst Leo möge keinem Unfall erliegen oder nachts urplötzlich im Schlaf versterben, so wie einst sein Vorgänger Johannes Paul I. Dieser hatte seinerzeit damit begonnen, sich aufgrund diverser Vorfälle und Ungereimtheiten einen tieferen Einblick in die Finanzpolitik der Vatikanbank zu verschaffen. »Ich danke Ihnen, dass Sie für Schwester Catherine eingesprungen sind«, erklärte er, obwohl er auf Schwester Giada durchaus hätte verzichten können. Die Nonne winkte ab. »Keine Ursache. Die Fahrt hierher ist eine willkommene Abwechslung für mich. So sehe ich mal etwas anderes als den Klosteralltag.« Ihr Blick fiel auf Bens Überseekoffer, und ihre Augen wurden zusehends schmaler. »Obwohl, ich sehe da ein kleines Problem.« »Keine Sorge, Schwester, den Koffer trage ich.« »Das meinte ich nicht, Monsignore. Aber kommen Sie mit, vermutlich ist alles nur halb so wild.« Ben schaffte es gerade so, mit ihr samt Rucksack und Koffer Schritt zu halten. Als sie das Gelände mit den Kurzzeitparkplätzen erreichten, dämmerte ihm, worin das angedeutete Problem bestand. Vor Schreck hätte er fast das von Schwester Giada angebotene Vitaminbonbon verschluckt. »Ich gebe zu, das wird nicht ganz einfach, Schwester.« Catherine hatte der älteren Nonne ihren Wagen zur Verfügung gestellt. Allerdings handelte es sich dabei nicht etwa um eine der geräumigen Vatikan-Limousinen, sondern um ein Gefährt, das kaum größer als Bens Überseekoffer war: einen eierschalenfarbenen Fiat 500. »Auf ans Werk«, sagte Schwester Giada so fest entschlossen, als stünden sie am Fuß des über viertausend Meter hohen Matterhorns. »Zumindest werden...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.