E-Book, Deutsch, Band 6, 178 Seiten
Reihe: Laras Jahreschronik
Thomas Laras Jahreschronik 2023
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-9599-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
oder: aus einem Katzenleben in Kurort Hartha und Sellin
E-Book, Deutsch, Band 6, 178 Seiten
Reihe: Laras Jahreschronik
ISBN: 978-3-7583-9599-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Joachim Thomas wurde 1950 geboren. Aufgewachsen im Harz und Hannover, wo er auch sein Abitur ablegte, studierte er anschließend Rechtswissenschaft in Münster. Der berufliche Werdegang begann als Amtsrichter in Hamburg und Hamburg-Harburg, führte über das Sächsische Staatsministerium der Justiz in Dresden zum Direktor des Amtsgerichts in Dippoldiswalde ( Sachsen). Seit Januar 2016 befindet er sich im Ruhestand, hat also hinreichend Zeit, sich seine Hobbys - dem Malen und Schreiben - zu widmen. Er lebt zusammen mit seiner Frau Dagmar und der Hauskatze Lare einerseits in einem kleinen Ort in der Nähe von Dresden sowie andererseits auf der schönen Insel Rügen. Seine bisherigen Veröffentlichungen waren weitgehend fachbezogen ( verschiedene Kommentare u.a. zum sächsischen Nachbarrechtsgesetz). Mit seinem Sohn Henning hat er eine Sammlung von Kurzgeschichten herausgegeben ("Können Eichhörnchen schwimmen?"). Veröffentlicht sind ferner die Werke: "Zeitensprünge", "Mit unterbeleuchteten Fußgängern ist zu rechnen", "Mittelstadt" sowie "Ach, wie war es doch vordem". Seit 2018 erscheint jährlich Laras Jahreschronik.
Autoren/Hrsg.
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Das Jahr 2023 beginnt……..
halt, so schnell schießen die Preußen nicht (wieder so eine blöde Floskel, die die Menschen so gerne benutzen)- wir sind noch nicht im Jahr 2023. Lassen sie mich mal nachdenken- womit habe ich meine letzte Jahreschronik beendet? Ja – ich weiß noch, dass ich ihnen berichtet habe, dass meine Menscheneltern intensiv trainiert haben für den Nikolausball in der Tanzschule, der nach zwei Jahren Pause nun einmal wieder stattfinden soll. Und ja- er findet statt- zur großen Freude meiner tanzwütigen Hausmitbewohner. Am 10. Dezember fahren sie trotz kräftigen Schneetreibens in ihre Tanzschule im Felsenkeller und schwingen dort munter ihre Hufe- pardon -ich meine natürlich ihre geschmeidigen Beine. Sehr aufgeräumt kehren sie spät in der Nacht ziemlich ausgelassen zurück- es sei ihnen gegönnt.
Es schneit weiterhin- ziemlich kräftig sogar. Mich stört es nicht, ich habe meine gemütlichen Plätzchen im Haus. Meine Menscheneltern stört es auch nicht- sie sind ohnehin beschäftigt, mit Weihnachtskarten schreiben zum Beispiel. Und so verlaufen diese Vorweihnachtstage ausgesprochen ruhig in friedlicher häuslicher Atmosphäre.
Erst kurz vor Weihnachten wird es wieder wärmer, der Schnee schmilzt und Jochi und Dagi stimmen sich auf Weihnachten ein, besuchen die Wintersonnenwendfeier in Hartha und den Augustusmarkt in Dresden. Den Heiligabend selbst verbringen wir zu Dritt- in aller Ruhe und Besinnlichkeit. Denn diese Ruhe ist am 1. Feiertag vorbei. Tamika und Tessa erscheinen mit ihren Eltern und „sahnen“ erst einmal ab. Oder anders ausgedrückt: erst gibt es ein opulentes Weihnachtsessen und danach erfolgt unter dem festlich herausgeputzten Weihnachtsbaum die Bescherung, auf die die beiden Mädchen bereits hinfiebern. Kann ich gut verstehen, weil ich ähnlich empfinde. Denn auch für mich fällt etwas ab. Spielzeug allerdings interessiert mich weniger. Auf die Extraportion Schlagsahne, die Jochi ganz hinten dezent unter dem Weihnachtsbaum versteckt hat, mag ich aber ganz und gar nicht verzichten. Ja, meine lieben Menscheneltern wissen schon, wie sie ein armes kleines Kätzchen glücklich machen können.
Und dann passiert das, was fast immer passiert, wenn die beiden Mädchen bei uns gastieren: die „Verkleidungskiste“ wird aus dem Keller geholt zur großen Freude der beiden Mannequins- letztlich auch zu meinem Vergnügen, denn ich kann aus sicherer Entfernung dem nun folgendem lustigen Verwandlungs- Possenspiel in aller Ruhe zusehen. Und das ist ausgesprochen unterhaltsam- muss ich schon zugeben.
Ja, liebe Freunde, jetzt neigt sich das Jahr 2022 doch dem Ende entgegen. Aber etwas muss ich doch noch los werden- mit stolzgeschwellter Brust sozusagen. Am 28. Dezember kommt nämlich ein großes Paket. Und darin ist….. na? Jawohl – sie ahnen es bereits- meine Jahreschronik von 2022. Gut ist das Werk gelungen. Hat viel Arbeit gemacht. Aber die Arbeit hat sich gelohnt- das finden auch Dagi und Jochi.
Aber statt mit mir auf dieses hervorragende Werk anzustoßen, zum Beispiel mit einem Gläschen Katzenwein, lassen sie mich abends mit dem Bücherkarton alleine sitzen. Sie haben nämlich Karten für den Dresdner-Weihnachts-Circus, der derzeit im Ostragehege gastiert- mal wieder, nach der auch in diesem Fall coronabedingten mehrjährigen Pause. Tolles Programm, tolle Artisten und tolle Tier-Dompteurnummernerfahre ich später von meinen beiden sichtlich begeisterten Mitbewohnern. Nun denn- wenn es ihnen gefallen hat, wobei ich anmerken muss, dass Tierdressuren nicht gerade zu den Dingen gehören, die mich vom Hocker reißen können- es sei denn, es würde sich bei den Tieren um die Hunde aus unserer Nachbarschaft handeln. Aber davon ist keine Rede.
Und dann klingt tatsächlich das Jahr 2022 aus. Rückblickend gesehen wieder ein recht verrücktes Jahr. Und trotz Corona und anderer Misslichkeiten: wir- also meine beiden zweibeinigen Mitbewohner als auch ich sind recht gut durch dieses Jahr geschippert- ohne anzustoßen oder zu kentern.
Für mich endet das Jahr- wie nicht anders zu erwarten- im Keller. Jochi hat mir in weiser Voraussicht ein paar recht ruhige Plätzchen bereitet. Gut so, denn es wird laut in dieser Nacht. Sehr laut sogar. Man hat den Eindruck, die Menschen müssten zu dieser Jahreswende alles das an Böllerei nachholen, was in den letzten Jahren nicht möglich war. Dagi und Jochi sind in Freiberg im Tivoli, feiern dort und tanzen in das Neue Jahr hinein mit ihren Freunden Marion und Jürgen. Insoweit holen auch sie das nach, was in den letzten Jahren nicht möglich gewesen ist- aus den bekannten Gründen.
Neujahr ist Ruhetag. Ich muss mich von der Böllerei erholen, Dagi und Jochi von der Tanzerei und der intensiven Silvester-Völlerei. Und außerdem braucht mein in Ehren ergrauter Futterlieferant Ruhe, um sein Neujahrsskispringen zu genießen- ein absolutes Muss, wie er meint.
Dann aber ist wieder Sellin angesagt. Klarwir waren ja schon längere Zeit nicht mehr in unserem Zweit-Zuhause. Und da muss man schon mal nach dem Rechten sehen. Das kann auch ich gut nachvollziehen. Meine Menscheneltern stellen fest, dass die untere Wohnung- also diejenige, die zur Vermietung freigegeben ist- ziemlich in Unordnung ist… und sind sauer. Ich stelle fest, dass meine Nachbarn, die Enten, nicht mehr existieren. Jedes Jahr das Gleichefinde ich auch irgendwie nicht gut.
Nicht geplant, aber irgendwie sehr nett ist der Umstand, dass wir für eine Nacht Besuch haben. Freunde von Dagi und Jochi aus zurückliegenden Urlaubstagen sind in der Nähe und kommen spontan vorbei. Man sitzt abends gemütlich zusammen und plaudert, erinnert sich an Dinge, die man gemeinsam unternommen hat. Und ich liege zusammengekringelt auf der Couch und höre interessiert zu. Neugier ist halt mein zweiter Vorname.
Ansonsten aber ist es sehr ruhig auf der Insel. Aber das kenne ich ja- und liebe es. Wenn sich keine Touristen in unserer Wohnanlage tummeln, habe ich sie praktisch für mich alleine- es sei denn, wild gewordene Enten oder Möwen bringen mich zum Verzweifeln.
Das Wetter allerdings auf der Insel ist mies und echt abscheulich. Ich bin nun wirklich nicht wetterfühlig- aber das muss nicht sein. Keine zehn Pferde können mich bewegen, nach draußen zu gehen. So ringele ich mich ein und warte, bis meine zweibeinigen, ach so lieben Mitbewohner, ebenfalls die Nase voll haben, mich in meine Katzenbox stecken und mit mir die Heimfahrt antreten.
Am Sonntag, dem 8. Januar geht es zurück nach Hartha. Aber auch in meiner gewohnten Harthaer Umgebung ist es nicht besser mit dem Wetter. Man kann nicht unbedingt behaupten, dass das gerade erwachte Jahr 2023 sich von seiner guten Seite zeigt: mieses Wetter, miese Stimmung. Das haut irgendwie auf die Psyche- bei mir und auch bei Dagi und Jochi. So durchleben wir drei erst einmal eine sogenannte Depri-Phase- ich in meiner Kuschelecke, die beiden vornehmlich am Computer, an dem sie ihren Frust auslassen. Oder sie sind mit Reparaturarbeiten im Haus beschäftigt- irgendetwas ist ja immer kaputt. Es kann nur besser werden- und es wird auch besser. Jedenfalls für Dagi und Jochi. Meine Meinung unterscheidet sich insoweit etwas von der meiner Mitbewohneraber auf meine Meinung kommt es ja nicht an.
Hatte ich ihnen eigentlich schon erzählt, dass Dagi und Jochi mich eigentlich für 3 Wochen nach Taubenheim bringen wollten, um selbst in dieser Zeit die Welt unsicher zu machen? Also- sie wollten Chile bereisen und die Osterinseln- ganz schön weit weg, diese Gegenden. Da der Reiseveranstalter aber nicht mehr wollte- was meine beiden reisewütigen Hausgenossen ziemlich kalt getroffen hat- haben sie sich kurzfristig anders entschieden und umgebucht auf eine Woche Teneriffa. Statt drei Wochen also nur eine Woche Taubenheim für mich. Aber immerhin- ich muss mal wieder meine gewohnte und geliebte Umgebung tauschen für ein Plätzchen in der Tierpension. Es ist zwar so, dass man es grundsätzlich dort gut aushalten kann. Aber im Moment steht mir echt nicht der Sinn danach, mir die ganzen privaten Geschichten und Probleme von anderen Katern oder Katzen anzuhören. Ich will einfach nur meine Ruhe haben. Und deshalb werde ich diese eine Woche auch total auf stur schalten und Augen und Ohren fest verschließen. Ich muss mir später ohnehin anhören, was Dagi und Jochi auf Teneriffa so getrieben haben.
Und- wie nicht anders zu erwarten- so kommt es dann auch. Los geht ihre Reise am frühen Morgen des 18. Januar- mit dem Auto bei dichtem Schneetreiben zum Dresdner Flughafen. Bereits die Autofahrt ist eine Zumutung- und dann die Ungewissheit- wird das Flugzeug, das praktisch alleine auf dem Rollfeld steht, tatsächlich seinen Dienst versehen und abheben?
Aber das Flugzeug hebt trotz der recht widrigen Wetterverhältnisse pünktlich ab und bringt die beiden sicher nach Teneriffa. Dort sind die Wetterverhältnisse erstaunlicherweise sehr viel besser als in Deutschland- obwohl- der Wind pustet auch hier ganz schön und Wolken gibt es auch. Jedenfalls in den ersten Tagen.
Aber die Hotelanlage ist toll (Dagi kennt sie schon von einem früheren Urlaub her), das Essen schmeckt- und die Laune meiner beiden Helden könnte nicht besser sein. Sie genießen diese...




