Thomas | Strikeforce Orion 1.5 - Das Orion-Projekt: Vorstoß | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 65 Seiten

Thomas Strikeforce Orion 1.5 - Das Orion-Projekt: Vorstoß


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86305-275-1
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 65 Seiten

ISBN: 978-3-86305-275-1
Verlag: Verlag Peter Hopf
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Nachdem ein Notsignal der ORION aufgefangen wurde, wird die neu zusammengestellte Strikeforce Orion durch ein Kaidan-Katapult auf eine Mission nach Kepler-186f geschickt, um das Team von Professor Takeshida zu finden. Sie finden Überlebende, aber sie stoßen auch auf ein lange gehütetes Geheimnis und unerwartete Verbündete.

Marc Thomas wurde 1967 geboren und lebt heute in Berlin. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Texter und Zeichner. Bereits seit 2002 veröffentlicht er als einer der ersten deutschen Autoren seine Romane konsequent als E-Books.

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  2.
  Der Kreuzgurt vor seiner Brust hatte sich automatisch straff gezogen und presste Michael Reed in den Sitz. Unablässig schrillte ein Signalton durch die Kabine. Er hörte Bundajar und Prince lauthals fluchen. In deftigen Äußerungen standen sich die beiden in nichts nach. Die Beschleunigung ließ ihn jede Bewegung schwer fallen. Ihm blieb nichts anders übrig, als seine Hände auf die Lehnen zu legen und stoßweise zu atmen. Innerhalb einer Minute hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Austritt aus dem Paraversum war, als sei er aus einem gleißend hellen Tunnel in stockfinstere Nacht gefahren. Momente lang hatte er überhaupt nichts gesehen, bis seine Augen nach und nach wieder die ersten Eindrücke wahrgenommen hatten. Ihm war es schwer gefallen, seine Erfahrung in Worte zu fassen, so unwirklich fühlte sich der Sprung durch den Überraum an. Und die Eindrücke verblassten so schnell wie ein Traum nach dem Aufwachen. Er war gerade erst dabei gewesen, sich zu orientieren und mit seinen Teammitgliedern zu sprechen, als das Schiff von heftigen Turbulenzen erschüttert wurde. Aber das ist unmöglich!, war es ihm durch den Kopf geschossen. Sie befanden sich mitten im leeren Raum. Zumindest vermutete er das, denn der Monitor, mit dem sie bisher den Flug verfolgt hatten, war abgeschaltet oder ausgefallen. Vor sich hörte er ein helles Klirren. Irgendetwas war zu Bruch gegangen. Es rumpelte und krachte. Alles, was sich nicht fest am Boden befand, lief Gefahr, durch die Luft geschleudert zu werden. Wie um seine Befürchtung zu bestätigen, wirbelte ein metallener Becher durch den Mittelgang und schlug scheppernd gegen die rückwärtige Wand. Hinter ihm übergab sich jemand. Es war eine männliche Stimme. Reed verzog den Mund. Er konnte es ihm nicht verdenken. »Walsh hier«, hörte er die Co-Pilotin über den Bordfunk. »Wir sind unvermittelt in Turbulenzen geraten. Der Sprung hat uns näher als erwartet bei Kepler-186f austreten lassen. Befinden uns bereits in der oberen Atmosphäre.« Reed ahnte, was das bedeutete. Es gab für eine Landung nur ein bestimmtes Fenster mit einem Anflugwinkel, der nur um wenige Grad abweichen durfte. Selbst auf einem Planeten mit ruhiger Atmosphäre benötigte es seine Zeit, den Kurs zu berechnen, um im idealen Winkel zur Landung anzusetzen. Wenn einem diese Zeit nicht blieb – oder man überhaupt nicht vorgehabt hatte, zu landen, dann … Das Schiff legte sich schräg nach hinten und brach zum Heck aus. Es war mit Deltaflügeln für einen Atmosphärenflug ausgestattet. Die Frage war nur, ob die Tragflächen diesen Belastungen stand halten konnten. Dann ebbten von einer Sekunde auf die andere die Erschütterungen ab, und die Kabine richtete sich wieder aus. Reed hörte, wie jemand pfeifend den Atem ausstieß und tat es ihm nach. Er setzte sich in seinem Sessel auf und wischte sich mit der Hand über die Stirn. »Team Meldung«, forderte er mit lauter Stimme auf und musste noch einmal tief durchatmen. »Gibt es Ausfälle?« »Ich brauche eine neue Uniform«, hörte er Chevois’ Stimme. »Nicht nur du, Mann!«, knurrte Santos. »Ist das eine Sauerei! Verdammt, wie viel hast du gegessen vor dem Start?« Der säuerlich-bittere Geruch von Erbrochenem war nun deutlich zu riechen. »Hör auf, mich anzupflaumen und gib mir was, damit sich mein Magen beruhigt«, erwiderte Chevois. »Solvensen, kümmern Sie sich darum und sehen Sie nach dem Rest des Teams. Ich erwarte Rückmeldung in 15 Minuten.« Er löste seinen Gurt und erhob sich. »Ja … Sir«, antwortete sie mit einem unüberhörbaren Unterton in der Stimme. Reed überging es. Im Augenblick hatte er keinen Nerv, sich mit ihren Befindlichkeiten auseinanderzusetzen. Er lief den Mittelgang entlang und erwiderte ihren kalten Blick mit gleichgültiger Miene. Als er die Sitzreihe von Chevois und Santos passierte, war der Geruch beißend. Er rümpfte die Nase. Die hellen Polster waren in verschiedenen Farben gesprenkelt. »Geht’s, Paul?«, fragte er seinen Ingenieur mit einem Seitenblick. »Frag nicht«, murmelte dieser nur und schnaufte. Reed ging weiter, passierte den Zwischenbereich, in dem sich neben einer Kombüse auch eine kleine Krankenstation befand, und lief auf das Cockpit zu. Er aktivierte die Com-Verbindung an der massiven Tür. »Reed hier, Captain Nguyen. Kann ich eintreten?« »Selbstverständlich, Lieutenant«, meldete sich der Pilot. Die schweren Verschlüsse, die bei einem Druckabfall das Cockpit von der Innenkabine hermetisch abriegelten, wurden gelöst, und die Tür glitt zur Seite. »Ach du liebe Zeit«, rief Astrogatorin Ellis aus, die direkt an der Tür saß. »Was bringen Sie denn für einen Gestank mit?« Sie wedelte mit der Hand vor der Nase. »Rosen sind es nicht«, erwiderte er mit einem Grinsen. »Einer meiner Männer. Turbulenzen und Magen verträgt sich nicht immer.« Isaac Ngyuen hatte sich zu ihm umgedreht und kommentierte die Worte mit einem Nicken. Reed registrierte es nur aus dem Augenwinkel. Sein Blick fiel durch die Cockpitscheiben auf die gebogene Linie, die sich vor ihm im All abzeichnete. Sie war erfüllt von einem hellen Grün, das in wilden Schlieren über den Horizont jagte. »Wir haben es tatsächlich geschafft«, stieß er aus. »Ja, haarscharf. Wir sind viel zu nahe am Planeten wieder ins Kontinuum eingetreten«, antwortete Nguyen und schien von der Tatsache, gerade einen Überlichtsprung erfolgreich durchgeführt zu haben und einen Planeten fernab des Sonnensystems vor sich zu sehen, nicht weiter beeindruckt zu sein. »Ich habe das Schiff nun wieder in einen höheren Orbit gebracht, nahe einer geostationären Bahn. Solch schwere Turbulenzen habe ich in dieser Höhe noch nie erlebt!« Er beschrieb mit der Hand einen Bogen. »Aber das Bizarre ist, dass es diese Bedingungen nur auf der Tagseite gibt. Als ob die Atmosphäre in einer heftigen Weise mit der Sonneneinstrahlung reagieren würde. Auf der sonnenabgewandten Seite sollten wir sicher landen können.« Reed konnte seinen Blick nicht von dem fremdartigen Planeten nehmen und musste sich zur Ordnung rufen, um sich auf wieder auf seine Mission zu konzentrieren. »Ist das Schiff beschädigt?«, fragte er. »Die Systemdiagnose läuft noch«, antwortete Hannah Walsh im Co-Pilotensitz. »Die Hüllenintegrität hat gelitten. Nichts, was wir nicht kompensieren können. Und die überlasteten Schaltelemente können wir ersetzen. Aber Genaueres«, sie richtete sich auf und wandte sich ihm zu, »können wir erst in ein paar Stunden sagen.« »Die ORION«, überlegte Reed. »Kann ihr das Gleiche passiert sein?« Nguyen wechselte einen schnellen Blick mit Walsh und machte ein ernstes Gesicht. »Da unsere Berechnungen auf denen basieren, wie sie für die ORION ermittelt wurden, ist das sehr wahrscheinlich. Dieses Schiff hier«, er strich mit der Hand über die Kante des verglasten Steuerpults, »ist eine Korvette. Anders hätte ich dieses schnelle Manöver nicht durchführen können.« Reed ahnte schon, was er damit sagen wollte. »Die ORION ist ein Expeditionsschiff, deutlich größer und schwerer, bei Weitem nicht so wendig«, fuhr der Pilot fort. »Selbst für einen erfahrenen Piloten wie Maceo alles andere als eine leichte Aufgabe.« »Wir scannen bereits nach Trümmerstücken«, ergänzte die Astrogatorin. »Das können wir aber nur in einem höheren Orbit. Wenn sie in die Atmosphäre eingetreten und auseinandergebrochen ist …« Reed nickte. Dann wäre alles verglüht. Oder als zerschmolzenes Trümmerstück auf dem Planeten aufgeschlagen. »Noch wissen wir nicht, was passiert ist«, warf Nguyen ein. »Sobald die Diagnose abgeschlossen ist, setzen wir Kommunikationsbojen aus, um den Planeten abzudecken. Sollten sie uns empfangen können, können wir sie orten.«   »Weg. Das Signal ist weg«, wurde Takeshida von Ochonov begrüßt, als er den Funkleitstand der ORION erreichte. Der Wissenschaftler nickte den beiden anderen Besatzungsmitgliedern zu, die ihn mit angespannten Mienen betrachteten. »Aber Sie bleiben bei Ihrer Beobachtung, dass es irdischen Ursprungs war?« »Auf jeden Fall!«, beharrte der Astrogator. Er beugte sich über eine Konsole und tippte auf mehrere Schaltflächen. Auf dem Display zeichnete sich eine Reihe von Codes ab, deren Bedeutung Takeshida nichts sagte. »Das Signal ist unterbrochen, vermutlich durch die atmosphärischen Bedingungen. Soweit wir die Trajektorie auswerten konnten, hat es sich dem Planeten in einem Tangentialflug genähert und ist in eine Umlaufbahn eingeschwenkt«, erklärte Ochonov und wies auf das Display. »Aber das hier und das, das sind eindeutige Kennzeichen! Schiffklasse Korvette, gebaut in Moon-22, Nationalität UAC, Seriennummer C-1832-GX.« Er bedachte Takeshida mit einem eindringlichen Blick. »Da draußen sind unserer Leute, und sie versuchen uns hier rauszuhauen!« Er tippte im Takt der Worte gegen den Bildschirm. »Aber wir haben keinen Kontakt zu ihnen«, stellte der Wissenschaftler unumwunden fest. Ochonov senkte den Kopf. »Nein, nicht mehr.« »Ich möchte Sie drei bitten, Ihre Beobachtung so lange für sich zu behalten, bis wir sicher sein können, was wir da geortet haben«, sagte Takeshida und sah jeden der Anwesenden nacheinander an. »Ich bete zu meinen Ahnen, dass Ihre Ortungssysteme einwandfrei funktionieren und wir hier gerettet werden. – Aber ich möchte keine voreilige Euphorie unter der Besatzung auslösen. Sollte sich herausstellen, dass sich kein Schiff im Orbit befindet, würde dies der Moral schwer zusetzen.« Der Astrogator verzog den Mund und schien mit sich zu...



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