Thomas | Verliebt in Greenkenny | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

Thomas Verliebt in Greenkenny

Ein Irland-Liebesroman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-428-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Irland-Liebesroman

E-Book, Deutsch

Reihe: dp Verlag

ISBN: 978-3-98778-428-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Küssen Iren wirklich besser?
Ein turbulent-romantischer Liebesroman auf der Grünen Insel

Nachdem Simone erst ihren Freund und dann auch noch den Job verliert, flüchtet sie kurz entschlossen nach Irland, um sich abzulenken. Gleich am ersten Abend im Pub knistert es gewaltig zwischen ihr und dem charmanten Tyler und sie lässt sich auf einen One-Night-Stand mit ihm ein. Daraufhin geht ihr der faszinierende Ire mit seiner unkomplizierten Art nicht mehr aus dem Kopf. Als Simones Rückflug gestrichen wird und sie gezwungen ist, länger als geplant auf der Grünen Insel zu bleiben, nimmt sie all ihren Mut zusammen und besucht Tyler trotz Pferdephobie auf seiner Pferdefarm im idyllischen Greenkenny. Durch ihn lernt sie nicht nur die Schönheit der irischen Landschaft, sondern auch die Herzlichkeit der Bewohner kennen. Doch Tyler trägt ein Geheimnis mit sich, das die aufkeimende Beziehung der beiden überschattet. Hat es etwas mit den unbewohnten Cottages auf dem Farmgelände zu tun, um die sämtliche Bewohner einen großen Bogen machen? Und warum setzt Tylers Stiefschwester alles daran, einen Keil zwischen ihn und Simone zu treiben?

Alle Bände der Irish Lovestories-Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden

Weitere Titel dieser Reihe
(ISBN: 9783987787607)

Erste Leser:innenstimmen
„Die Liebesgeschichte zwischen Simone und Tyler entwickelt sich auf eine Weise, die das Herz berührt.“
„Eine romantische und emotionale Reise nach Irland, die zum Träumen einlädt!“
„Die Kulisse der Insel und die Beschreibungen der Pferdefarm haben mich direkt verzaubert.“
„Die Autorin versteht es, die Gefühle der Charaktere authentisch darzustellen und das Geheimnis um Tyler geschickt einzuflechten.“



Doris R. Thomas wohnt im schönen Oberbayern und ist hauptberuflich im Controlling und Human Resources tätig. Wenn sie nicht gerade hoffnungslos romantische Liebesromane schreibt oder liest, reist sie gerne an die Schauplätze ihrer Romane. Mit ihren Büchern möchte sie die Herzen ihrer Leser:innen genauso berühren wie die Zuschauer:innen, die sie als Laienschauspielerin auf der Bühne begeistert.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2


Das Online-Meeting endet mit betretenen Mienen meiner Kollegen, die ich kaum ertrage. Rebecca, die sonst immer irgendwo auf den Gängen herumschwirrt, ist seit dem Meeting nirgends zu sehen. Gott sei Dank! Wortlos und mit gesenktem Kopf packe ich meine abgenutzte Lederhandtasche und kämpfe mit den Tränen. Über meine Kollegin Susanne lasse ich dem Chef ausrichten, dass ich Kopfweh habe und nach Hause gehe. Sicher wird ihm sofort klar sein, weshalb ich wirklich verschwinde. Doch es ist mir völlig egal. Ich muss raus hier. Zum Glück hat Alex heute einen Kundentermin und ist nicht im Büro.

In der S-Bahn, die mich in den Münchener Stadtteil Haidhausen bringt, lehne ich den Kopf an die Scheibe und presse die Lippen aufeinander. Jetzt nur nicht losheulen!

Zu Hause, in unserer gemeinsamen Dachgeschosswohnung angekommen, streife ich meine Pumps auf dem Eschenparkett im Flur ab und stelle sie ordentlich in das stylishe Schuhregal, das die Form einer gekrümmten Schlange hat. Alex hat es von einem französischen Designer erstanden und ist mächtig stolz darauf. In dem rahmenlosen Spiegel, der direkt darüber hängt, sehe ich in zwei matte Augen. Meine Haut wirkt fast so kalkweiß wie die Wände unserer Wohnräume. Rasch wende ich den Blick ab, schlüpfe in meine warmen Hausschuhe und schleppe mich durch die Wohnung. Bei jedem Schritt begleiten mich die demütigenden Bilder von Alex und Rebecca. Ich versuche, sie aus meinem Hirn zu verbannen. Doch es gelingt mir nicht.

Wie in Trance schlurfe ich nach einer weiteren Stunde, in der ich mir die Augen ausgeheult habe, das Treppenhaus hinunter und hole ein paar Umzugskartons aus dem muffig riechenden Kellerabteil. Kalt ist es hier, doch auch in meinem Inneren ist es eisig.

Zurück in der Wohnung packe ich. Und zwar sämtliche Klamotten aus Alex’ Schrankhälfte im Schlafzimmer. Gerade als ich die Sammlung seiner Basecaps aus allen Kontinenten in einen Karton knalle und ihn schließe, vernehme ich das Umdrehen des Schlüssels im Haustürschloss. Mein Herz rast und ich halte inne. Schritte gehen beinahe lautlos über das Parkett. Sekunden später steht Alex in der Schlafzimmertür.

»Simi, was machst du?« Er runzelt die Stirn und gibt sich nichtsahnend.

Ich erkenne an seinen verengten Pupillen, dass er längst weiß, dass ich von seiner Affäre erfahren habe.

»Wonach sieht es denn aus?«, antworte ich unterkühlt und vermeide den Blickkontakt. »Ich packe! Du ziehst aus. Und zwar noch heute.«

»Aber warum …«

»Das fragst du noch?« Ich blitze ihn an. »Ich würde mich wundern, wenn du noch nicht mit Rebecca gesprochen hättest.«

Er macht einige Schritte auf mich zu und umfasst meine Ellenbogen. »Es ist nicht so, wie du denkst«, startet er in sanftem Tonfall einen kläglichen Versuch, sich zu rechtfertigen.

Spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass er ganz genau weiß, worum es hier geht.

»So?« Ich schiebe ihn von mir. »Glaub mir, eure attraktiven Fotos waren eindeutig.«

»Ja … es gibt diese Fotos.« Er reißt die Hände in die Höhe. »Aber das war doch nichts Ernstes«, spielt er die Affäre herunter.

Seine Worte prallen an mir ab, wie ein Gummiball an der Wand.

»Ich erinnere mich nicht mal mehr, wie es dazu kam. Wir haben nur ein Mal …«

»Erspar mir die Details«, entgegne ich scharf. Ohne dass ich es verhindern kann, schießen mir die Tränen in die Augen. Ich unterdrücke sie und drehe mich zum dreitürigen Kleiderschrank, den wir erst vor etwa einem Monat gemeinsam erstanden haben.

»Willst du wirklich vier gemeinsame Jahre in die Tonne werfen?«

»Ich?«, fauche ich und zerknülle eines seiner Markenhemden in der Hand. »Du willst mir allen Ernstes sagen, dass unsere Beziehung wegwerfe?«

***

Zwei Wochen ist unsere Trennung nun her und noch immer erscheinen mir die Geschehnisse wie ein böser Traum. Nachts, wenn ich alleine in unserem breiten, kalten Boxspringbett liege, weine ich mich in den Schlaf. Weshalb musste das alles ausgerechnet mir passieren? Unsere Beziehung war doch perfekt. Okay, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er fremdgegangen war. Aber warum hat er unsere gemeinsame Zukunft mir nichts dir nichts weggeworfen?

Vergeblich suche ich nach Antworten. Als ich mich an seinen romantischen Heiratsantrag in Paris erinnere, füllen sich meine Augen erneut mit Tränen und ich klammere mich an das weiche Kopfkissen, als könne es verhindern, dass es mich in den Abgrund reißt. Spätestens im nächsten Jahr, in dem wir beide dreiunddreißig geworden wären, wollten wir heiraten. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich so bescheuert war, mir einzureden, dass uns diese Schnapszahl Glück bringen würde. Ich hatte mich schon als märchenhafte Braut mit hochgesteckten Haaren in einem superschicken Chiffonkleid vor den Altar gesehen, zu dem mein Vater mich geführt hätte. Alex war der Traumschwiegersohn meiner Eltern und sie sind alles andere als glücklich, dass wir nun getrennte Wege gehen.

Tagsüber schiebe ich all diese Gedanken, die mich runterziehen, beiseite. Schließlich muss ich im Job abliefern.

Zum Glück ist Alex momentan auf Geschäftsreise. Sicher mit diesem blonden Gift. Immerhin hat sie in dieser Woche Urlaub beantragt. Egal! Hauptsache, ich laufe den beiden im Büro nicht über den Weg und muss ihnen nicht in ihre verlogenen Augen sehen.

***

Ich kippe einen Schluck des abgekühlten Kaffees in meine Kehle, fahre den Computer herunter und schalte gähnend das Licht der Schreibtischlampe aus. Seit ich wieder Single bin, schufte ich nahezu jeden Tag bis in den späten Abend hinein. Was wegen ein paar fataler Fehler, die mir unterlaufen sind, auch zwingend notwendig ist. Die wieder glattzubügeln, braucht Zeit. Wiederholt hat mir der Chef klargemacht, dass ich konzentrierter arbeiten muss. Und das beabsichtige ich auch. Wirklich. Wenn ich nur nicht dauernd diese Bilder von Alex und Rebecca im Kopf hätte.

Ich seufze, starre auf die Zahl der unbearbeiteten E-Mails auf dem Bildschirm und hänge eine Weile meinen trüben Gedanken nach. Erst als es an der Tür klopft, sehe ich auf. Mein Chef steht im Türrahmen und fixiert mich mit einem Blick, der bei mir sofort ein flaues Gefühl in der Magengegend auslöst.

Natürlich lasse ich mir nichts anmerken. »So spät noch im Büro?«, frage ich übertrieben freundlich.

Er verzieht keine Miene. »Haben Sie einen Moment, Frau Bach?«

»Ja, klar. Ist alles in Ordnung?«

Er sieht sich um. Außer mir sind um diese Zeit nur noch wenige Kollegen im Haus. Lediglich im Nachbarraum und am Ende des Ganges brennt noch Licht. »Nicht hier, kommen Sie bitte kurz mit.«

Ich nicke wortlos und folge ihm zu seinem Büro, das am Ende des Flures über eine gläserne Treppe zu erreichen ist. Mein Pferdeschwanz wippt auf und ab, während mein Herz bis zum Hals klopft. Ein ungutes Gefühl breitet sich in mir aus.

Mein Chef räuspert sich. »Nehmen Sie Platz.« Er setzt sich mir gegenüber auf einen der ledernen Schwingstühle am kleinen Besuchertisch und verschränkt Arme und Beine.

Irgendetwas stimmt hier nicht. Mein Herz pocht mittlerweile so heftig, dass ich Angst habe, er könnte es hören. Angespannt kralle ich die Finger in die Armlehnen des Stuhls und spanne die Zehen in meinen Lederpumps so fest an, dass es schmerzt.

Ohne lange Vorrede kommt er zur Sache. »Frau Bach, Sie sind … ähm … Sie waren jederzeit eine wertgeschätzte Marktforscherin. Doch es tut mir leid, ich muss Ihnen kündigen.« Er weicht meinem Blick aus, steht auf und geht zu seinem Schreibtisch.

Ich setze mich kerzengerade auf, öffne den Mund und schließe ihn gleich wieder. Es ist, als hätte er mir einen Faustschlag mitten ins Gesicht verpasst. Hat er mir wirklich gerade gekündigt? Sicher habe ich mich verhört. Es muss so sein.

Bevor ich die Gelegenheit habe, nachzufragen, steht er wieder neben mir, kneift die Lippen zusammen und legt das Kündigungsschreiben vor mir auf den Tisch.

Mein Selbstbewusstsein schwindet binnen einer Nanosekunde. »Das ist nicht wahr, oder?«, stammle ich mit brüchiger Stimme. Hätte ich dem Alkohol nicht abgeschworen, könnte ich jetzt echt einen Schnaps gebrauchen.

Sein Blick ist starr, als er sich wieder setzt. Er entgegnet nichts, sondern schaut mich einfach nur an.

»Aber … aber sagten Sie nicht, ich sei Mitarbeiterin des Monats?« Und jetzt kündigt er mir?

»Das war im negativen Sinne gemeint.« Er kratzt sich an der kahlen Stirn. »Ich dachte, Sie hätten das verstanden. Es sind zu viele Fehler passiert, die sich trotz Ermahnungen wiederholt haben.«

Kraftlos lehne ich mich zurück und schüttle ungläubig den Kopf.

»Die Spitze war Ihre Unachtsamkeit bezüglich der Sache mit Hansen und Jänicke. Das hat das Unternehmen eine Stange Geld gekostet.«

»Sagen Sie nicht ständig, Fehler sind da, um aus ihnen zu lernen?« Ich versuche, ihn mit seinen eigenen Worten zu schlagen.

»Das ist korrekt, doch ein Fauxpas dieses Ausmaßes …« Er macht eine Pause, als überlege er sich genau, ob er weitersprechen soll oder nicht. »Im Übrigen … Sie und Alexander in einer Firma, das funktioniert auf Dauer nicht, jetzt, wo Sie beide …«, erklärt er schließlich mit gedämpfter Stimme.

Ich fasse es nicht! Die Trennung von Alex soll allen Ernstes einer der Mitgründe für meine Kündigung sein? Spinnt der?

Unmittelbar fährt mir ein eiskalter Schauer über den Rücken, weshalb ich mit den Händen an den Armen auf und ab streiche.

»Aber das ändert doch an meiner Arbeitsleistung nichts«, protestiere ich. Allerdings kippt meine Stimme bedrohlich, denn schlagartig wird mir klar, dass mein Chef recht hat. Dank des...



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