E-Book, Deutsch, Band 0058, 448 Seiten
Reihe: Tiffany Hot & Sexy
Thompson / Hoffmann / Michaels Tiffany Hot & Sexy Band 58
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-5245-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0058, 448 Seiten
Reihe: Tiffany Hot & Sexy
ISBN: 978-3-7337-5245-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
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Eine Karriere als Liebesroman - Autorin hat Vicki Lewis Thompson viele wunderbare Dinge eingebracht: den New York Times Bestsellerstatus, einen Fernsehauftritt, den Nora - Roberts - Lifetime - Achievement Award, Tausende Leser und viele gute Freunde. Ihre Karriere hat ihr ebenso Arbeit eingebracht, die sie liebt. Sie hat mehr als 100 Bücher geschrieben und ist immer noch fasziniert davon, wie viele unterschiedliche Wege es gibt, sich zu verlieben. Und das mit jedem Buch immer wieder neu zu erleben, macht sie zu einer sehr glücklichen Person.
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1. KAPITEL
Dev Cassidy hielt mit dem Streifenwagen vor Zelda’s Café. Die Sonne war vor über einer Stunde aufgegangen, und das verschlafene Städtchen Winchester begann gerade, zum Leben zu erwachen.
Als die Textilfabrik noch in Betrieb gewesen war, hatte der Tag in der Stadt wesentlich früher begonnen. Die Pfeife, die die Frühschicht ankündigte, hatte die Stille des Morgens um genau sechs Uhr durchbrochen. Aber alles hatte sich verändert, seit das Hauptgeschäft der Winchester-Familie zusammengebrochen war. Viele der Einwohner hatten ihre sichere Zukunft verloren. Geschäfte hatten geschlossen, die Leute waren fortgezogen, und binnen drei Jahren war Winchester nicht mehr als eine leere Hülle voller verlassener Gebäude und zerstörter Leben.
Die meisten gaben Frederick Winchester die Schuld, aber Dev wusste, dass mehrere Faktoren eine Rolle gespielt hatten. Die Textilfabrik der Winchesters war eine der letzten in Familienbesitz gewesen. Mit den neuen, modernen Fabriken der Großkonzerne mitzuhalten war unmöglich gewesen. Die Finanzkrise von 2008 war auch nicht gerade hilfreich gewesen.
Dennoch hatte die ganze Sache einen bitteren Nachgeschmack für die Einwohner von Winchester. Ein paar Wochen, nachdem die Fabrik geschlossen worden war, hatte die Familie alles zusammengepackt und die Stadt verlassen. Dann war die Wahrheit ans Licht gekommen: Die Winchesters waren pleite, die Fabrik mit Hypotheken belastet, und man hatte nichts mehr tun können, außer zu schließen und das Unternehmen aufzulösen. Renten waren verschwunden, und die Hoffnungen und Träume von einer strahlenden Zukunft waren zerstört worden.
Vielleicht wäre es nicht so schlimm gewesen, wenn Frederick Winchester anders mit der Situation umgegangen wäre. Er hatte kein Interesse daran gehabt, seine Firma zu retten, und alles unter Wert verkauft. Innerhalb von einer Woche hatten sich die Winchesters mit den letzten Pennys des Familienvermögens aus dem Staub gemacht. Alles, was blieb, war das Herrenhaus auf dem Hügel, das die sterbende Stadt überblickte.
Als Dev aus dem Wagen stieg, sah er zum frisch gestrichenen Schild über der Tür des Cafés hinauf. Angespornt von dem Versuch des Stadtrats, das Geschäftsviertel wiederzubeleben, hatte Zelda’s Café letzten Monat eröffnet. Joan Fitzgerald, die Besitzerin, war Geschäftsführerin der Fabrik gewesen. Nun buk sie ihre preisgekrönten Zimtschnecken und servierte ausgefallene Kaffeegetränke mit italienischen Namen.
Die Glocke an der Tür läutete, als er in das kühle Innere trat. Klimatisierte Räume waren immer eine angenehme Abwechslung zum heißen, feuchten Wetter, das typisch für den Juli in dieser Ecke von North Carolina war.
Als Dev sich an die Theke setzte, erschien Joanie bereits mit einer Tasse und der Kaffeekanne.
„Das Übliche bitte.“
„Grannys Müsli mit Joghurt und Himbeeren. Ich habe sie gestern frisch gepflückt.“
Es war noch nicht viel los, und Joanie setzte sich ihm gegenüber, nachdem sie sein Frühstück serviert hatte. „Dieser Einbruch bei Fellers Tankstelle – rede mal mit Jimmy Joe Babcock darüber. Seine Bruder war gestern hier und hat erwähnt, dass Jimmy ihm neue Reifen zum Geburtstag geschenkt hat.“
Zelda’s war der Ort, wenn man den Klatsch der Stadt hören wollte, jetzt, da die Fabrik geschlossen war. Wenn in Winchester etwas Interessantes vor sich ging, hörte Joanie davon und informierte Dev. Wie einige andere Geschäftsleute der Stadt hatte auch sie begriffen, dass Dev etwas gegen die Kleinkriminalität tun musste, damit die Stadt wieder aufblühen konnte.
„Ja, ich habe ein Auge auf ihn. Der Junge braucht einen Job. Er ist gerade mal sechzehn und steckt schon in Schwierigkeiten. Hast du nichts für ihn hier im Café?“
Joanie schüttelte den Kopf. „Ich habe dank dir schon mehr als genug Tellerwäscher und Aushilfen. Aber wenn er Fenster putzen kann, dann habe ich Arbeit für ihn.“
Dev sah zu den riesigen Glasfenstern, die auf die Straße hinausgingen. „Dabei könnte ich dir wahrscheinlich helfen.“
Er unterhielt sich noch mit einigen der Gäste, dann holte er sich einen Kaffee zum Mitnehmen und winkte Joanie zum Abschied zu. „Ich schicke jemanden wegen der Fenster vorbei“, rief er, als er zur Tür hinausging.
Dev betrachtete die Straße. Die meisten der Gebäude standen leer, aber hier und da hatten Geschäftsleute einen Weg gefunden, etwas Neues zu schaffen. Winchester war immer von der Fabrik abhängig gewesen, und nun brauchte die Stadt etwas Neues. Aber was?
Plötzlich bemerkte Dev einen weißen Sedan, den er nicht kannte. Er beobachtete ihn, als er langsam vorbeifuhr. Ein Mietwagen. Als er die Fahrerin erkannte, stockte ihm der Atem. Elodie Winchester?
Bevor sie am Ende der Straße hinter der Kurve verschwinden konnte, merkte er sich noch das Nummernschild. Er stieg wieder in den Streifenwagen und nahm das Funkgerät zur Hand. „Sally, hier Dev. Du musst ein Kennzeichen für mich überprüfen. Es ist ein Mietwagen, vermutlich aus Asheville.“ Er lehnte sich zurück und wartete auf Sallys Antwort.
Es ergab keinen Sinn. Die Winchester-Familie war vor sechs Jahren fortgegangen. Und nach dem Chaos, das sie hinterlassen hatte, erwarteten die meisten Leute nicht, je wieder einen von ihnen zu sehen – nicht, dass sie es gewollt hätten.
Himmel, vielleicht bildete er sich das alles auch nur ein. Würde er Elodie überhaupt wiedererkennen? Sie hatten nur einen einzigen Sommer miteinander verbracht. Er war damals siebzehn, sie sechzehn, und sie waren bis über beide Ohren ineinander verliebt gewesen.
Ihre Familie hätte es nie gebilligt, also hatten sie sich heimlich getroffen. Natürlich hatte man sie erwischt, aber keiner von ihnen hatte vorausgesehen, was für Auswirkungen das haben würde.
Ohne Vorwarnung hatten man Elodies Sachen gepackt und sie fortgeschickt. Sie ging nicht länger auf die Privatschule in Asheville. Sie konnte sich nicht mehr abends hinausschleichen, um Dev zu treffen. Es war vorbei.
Es hatte nach Elodie viele Frauen gegeben. Die meisten von ihnen hatte er vergessen, aber Elodie Winchester war ihm im Gedächtnis geblieben. Vielleicht, weil sie es nie richtig beendet hatten. Sie hatte nie angerufen oder geschrieben. Wenn sie an Weihnachten nach Hause kam, war sie unsichtbar geblieben.
Dev hatte nicht versucht, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Frederick Winchester hatte sehr deutlich gemacht, dass Mary Cassidy ihren Job und ihr Heim verlieren würde, wenn Dev seine Tochter nicht in Ruhe ließ. Also hatte er sie gehen lassen. Zumindest sagte er sich das.
„Zentrale an Wagen Zero-One.“
„Hier Dev. Was hast du für mich, Sally?“
„Du hattest recht, es ist ein Mietwagen von einem Autoverleiher in Asheville.“
„Wer hat ihn gemietet?“
„Elodie Winchester.“
„Danke, Sally. Behalt das für dich, ja?“
„Klar, Boss. Was, glaubst du, will sie in der Stadt?“
„Keine Ahnung.“
„Wird es Ärger geben?“
„Die Leute haben nicht vergessen, was die Winchesters der Stadt angetan haben. Aber Elodie hatte nichts damit zu tun. Man sollte ihr nicht die Schuld geben.“
„Sie ist eine Winchester“, sagte Sally. „Das macht sie zur Zielscheibe.“
„Ja“, murmelte er. „Ich statte ihr nachher einen Besuch ab und sehe nach, ob alles in Ordnung ist. Ruf mich an, wenn du etwas hörst. In der Zwischenzeit fahre ich zur Highschool. Ich muss mich mit Jimmy Joe Babcock unterhalten.“
„Verstanden.“
Dev startete den Polizeiwagen und fuhr in Richtung Highschool, doch er war mit seinen Gedanken immer noch bei der Begegnung mit Elodie – er hatte sie wirklich wiedergesehen.
Er hatte sich immer gefragt, was für eine Art Frau sie geworden war. Als Teenager war sie süß und albern gewesen, viel zu naiv und willens, bedingungslos zu lieben. Sie hatte ihn dazu gebracht, zu glauben, dass er etwas aus seinem Leben machen konnte. Sie hatte immer das Beste in den Menschen gesehen und sich sogar dann noch geweigert, das Schlimmste zu glauben, wenn ihr die Wahrheit ins Gesicht schlug.
Dev war das genaue Gegenteil gewesen. Mit siebzehn hatte er mit sich und der Welt gehadert. Er hatte selbst miterlebt, wie die Stadt und die Winchesters einen Menschen zermürben konnten. Er hatte nur einen Plan gehabt, und zwar so schnell wie möglich zu verschwinden. Und er hatte genau das getan und die Stadt einen Tag, nachdem er die Highschool abgeschlossen hatte, verlassen.
Er hatte sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und innerhalb von fünf Jahren einen Abschluss in Strafrecht gemacht. Er hatte auf die Polizeischule in Atlanta gehen wollen, doch dann hatte seine Mutter angerufen. Die Winchesters waren pleite, sie selbst würde ihre Stelle und ihr Heim verlieren und wusste nicht, was sie tun sollte.
Dev war noch im selben Monat nach Winchester zurückgekehrt und hatte das Glück gehabt, bei der Polizei eine Stelle als Streifenpolizist zu bekommen. Als sich die wirtschaftliche Situation der Stadt in den nächsten fünf Jahren verschlechterte, zogen viele seiner Kollegen wegen besserer Jobs fort. Vor zwei Jahren war er dann der dienstälteste Beamte auf dem Revier gewesen und hatte die Stelle als Polizeichef angenommen.
Dev mochte seinen Job. Er wusste, dass das, was er tat, wichtig war. Wenn es eine Chance gab, die Stadt wieder nach oben zu bringen, dann war es der Kampf gegen die Kriminalität. Ein einziges Meth-Labor, eine Bande, die Autos stahl, ja sogar ein cleverer Einbrecher konnte alles zunichte...




