E-Book, Deutsch, Band 15, 448 Seiten
Reihe: Baccara Gold
Thompson / Mccauley / Hohl Baccara Gold Band 15
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2687-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 15, 448 Seiten
Reihe: Baccara Gold
ISBN: 978-3-7337-2687-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
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Eine Karriere als Liebesroman - Autorin hat Vicki Lewis Thompson viele wunderbare Dinge eingebracht: den New York Times Bestsellerstatus, einen Fernsehauftritt, den Nora - Roberts - Lifetime - Achievement Award, Tausende Leser und viele gute Freunde. Ihre Karriere hat ihr ebenso Arbeit eingebracht, die sie liebt. Sie hat mehr als 100 Bücher geschrieben und ist immer noch fasziniert davon, wie viele unterschiedliche Wege es gibt, sich zu verlieben. Und das mit jedem Buch immer wieder neu zu erleben, macht sie zu einer sehr glücklichen Person.
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1. KAPITEL
Thomas Kane wartete am Fenster und beobachtete gelassen den Verkehr unten auf der regennassen Straße. Als der blaue Kombi vor dem zwölfstöckigen Glas- und Chrombürohaus vorfuhr, erkannte er ihn sofort. Er wusste, dass er auch Allison erkennen würde, obwohl er sie nie zuvor gesehen hatte. Als ob ihre Ankunft angekündigt werden sollte, durchzuckte ein grellweißer Blitz den Himmel von Seattle, und der laute Donner ließ die Scheiben des Bürofensters erbeben.
Bis vor fünf Stunden hatte Kane noch nie etwas von Allison Elizabeth Westcott gehört, aber jetzt wusste er bereits, was sie zum Frühstück aß, wo sie ihre Kleider kaufte und wo sie tankte. Sie war einen Meter siebzig groß, hatte braunes Haar und grüne Augen. Ihm war bekannt, dass sie an der linken Brust ein winziges Muttermal besaß, von einem Reitunfall eine Narbe am rechten Knie zurückbehalten hatte und ihre Karriere als Tänzerin durch diesen Unfall beenden musste. Wegen einer Geschwindigkeitsübertretung hatte sie einen Bußgeldbescheid bekommen, was sie gerichtlich angefochten hatte – mit Erfolg.
Manche Leute mochten sein Wissen als Eindringen in ihre Privatsphäre betrachten, aber es kümmerte Kane wenig, was andere über ihn dachten. Wenn er einen Auftrag erledigte, waren Gefühle zweitrangig, seine und die anderer. Er tat, was er tun musste und passte auf, dass niemand dabei verletzt wurde.
Es regnete jetzt in Strömen, und er sah zu, wie Allison Westcott aus dem Wagen ausstieg und blitzschnell den Schutz des Gebäudes suchte. Sie würde zwei Minuten und fünfundvierzig Sekunden brauchen, bis sie in dieses Zimmer eintreten würde, drei Minuten zweiundzwanzig Sekunden, wenn der Lift in jedem Stock hielt.
Er blickte auf seine Armbanduhr und wartete.
Das Gewitter entlud sich mit aller Macht, als Allison vor dem Westcott-Bürohaus parkte. Dicke Regentropfen trommelten auf das Wagendach, während ein greller Blitz zuckte, gefolgt von lautstarkem Donner. Es schien, dass dieses Unwetter noch eine Weile dauern würde.
Allison blickte durch die Windschutzscheibe in das bedrohliche Grau des Himmels und spielte mit dem Gedanken, im Wagen zu warten, bis das Unwetter vorbei wäre, aber sie wusste, dass sie nicht warten durfte. Die Stimme ihres Vaters war zu ernst und besorgt gewesen, als er im St. Martin Center angerufen hatte, dass sie sofort kommen sollte.
Sie holte tief Luft, stieg aus dem Wagen und rannte, so schnell sie konnte, den Bürgersteig entlang und durch eine der großen Eingangstüren aus Rauchglas in die Halle hinein. Ein rascher Blick in die spiegelnden Scheiben zeigte ihr, dass ihr schulterlanges Haar durch den Regen bereits wieder wild gelockt war. Manche Leute beklagten sich darüber, dass es jedes Mal regnete, wenn sie ihren Wagen wuschen. Bei Allison regnete es immer, wenn sie mit viel Mühe ihr Haar einigermaßen glatt geföhnt hatte.
Als sie im zwölften Stock angekommen war, öffnete sich der Fahrstuhl. Sie trat hinaus und zögerte einen Moment, als sie zwei Männer in dunklen Anzügen vor der Tür zum Büro ihres Vaters stehen sah. Obwohl es nicht außergewöhnlich war, dass sich Angestellte oder Kunden vor seinem Büro aufhielten, störte sie etwas an diesen Männern, etwas, das sie nicht hätte beschreiben können. Unwillkürlich zog sich ihr Magen zusammen. Sie kannte die Männer nicht, hatte aber das Gefühl, dass diese sie selbst nicht nur genau kannten, sondern auch auf sie warteten. Sie beobachteten sie, als sie näher kam, und nickten ihr steif zu, als sie an ihnen vorbeiging.
Mrs. Harwood, die Sekretärin ihres Vaters, telefonierte gerade, als Allison eintrat, und bedeutete ihr, in das Büro ihres Vaters einzutreten.
Allison fragte sich, was eigentlich los war. Normalerweise hatte die Sekretärin für jeden ein Lächeln, aber jetzt lag ein besorgter Ausdruck auf ihrem Gesicht.
Ihr Vater saß hinter dem Schreibtisch, tippte nervös mit einem silbernen Kugelschreiber gegen die Mahagoniplatte und war in die Papiere, die vor ihm lagen, vertieft.
Oliver Westcott war in seiner Jugend ein Fußballstar gewesen. Er wirkte noch immer sportlich, nicht wie der Präsident einer riesigen Computerfirma. Eine Firma, die er mit viel Energie und fünftausend geliehenen Dollars gegründet hatte und die ihm jetzt zum Teil gehörte.
Allison schloss die Tür hinter sich, und ihr Vater sah überrascht von seiner Arbeit auf.
„Dad, wer sind die Männer da draußen?“
Erst jetzt sah sie, dass noch ein anderer Mann im Zimmer war. Er stand am Fenster in der Ecke. Seine Arme waren über der Brust verschränkt, und sein Blick war auf sie gerichtet. Allison war für einen Moment sprachlos, aber nicht wegen der Überraschung, dass sie nicht mit ihrem Vater allein war. Die Intensität, mit der dieser Mann sie ansah, war schuld daran. Sie fasste sich wieder und ignorierte ihr Herzklopfen. So schnell konnte man Allison Westcott nicht einschüchtern. Entschlossen erwiderte sie seinen Blick.
Die Haare des Mannes waren tiefschwarz, seine Augen besaßen ein seltenes Dunkelblau, und sein Blick war intelligent und ohne jegliche Emotion. Und er war groß. Mindestens einen Meter neunzig, und selbst mit der Sportjacke und den Hosen, die er trug, konnte sie erkennen, dass er den Körperbau eines Athleten besaß – breite Schultern, schmale Hüften, muskulöse Arme und Beine. Seine Haltung war lässig, aber Allison spürte die geballte Energie, die von ihm ausging.
In der Ferne grollte der Donner.
Allison wandte sich wieder ihrem Vater zu. „Es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass du Besuch hast. Ich werde später wieder kommen.“
Oliver Westcott schüttelte den Kopf. „Setz dich, Allison.“
Allison spürte, dass irgendetwas nicht stimmte, und langsam machte sich Angst in ihr breit. Diesen Ton hatte sie von ihrem Vater nicht mehr gehört, seit er sie in sein Arbeitszimmer gerufen hatte, um ihr zu sagen, dass ihre Mutter gestorben war.
Ihre Knie zitterten, als sie näher an den Schreibtisch herantrat, aber sie nahm nicht Platz. „Was ist los?“
„Vielleicht überhaupt nichts“, antwortete Oliver, und sein Gesichtsausdruck wurde weicher. „Aber um ganz sicherzugehen, habe ich in diesem Gebäude zusätzliche Sicherheitsbeamte und Mr. Kane angestellt. Kane, das ist meine Tochter Allison. Allison, Thomas Kane.“
„Mr. Kane.“
Er nickte. „Kane reicht auch.“
Sie nickte ebenfalls und wandte sich dann wieder ihrem Vater zu. Sie spürte, dass er ihr auswich, und das tat er nur, wenn er sich Sorgen machte. „Was meinst du mit sichergehen, Dad? Was ist passiert?“
Westcott seufzte, schob dann die Papiere, die auf seinem Schreibtisch lagen, zusammen und reichte sie Allison. Erst jetzt bemerkte sie, dass es DIN-A4 große Schwarz-Weiß-Fotos waren. Sie warf ihm einen schnellen Blick zu. Auf allen Fotos waren sie und ihr Vater zu sehen.
„Kommissar Carlos Fandino von der hiesigen Polizei brachte sie mir heute früh“, erklärte er ernst. „Das Polizeilaboratorium hat sie entwickelt. Den Film hatte man unter dem Sitz eines gestohlenen Wagens gefunden.“
Allison begann, die Fotos näher zu betrachten. Auf den ersten Abzügen sah man ihren Vater aus dem Bürogebäude kommen. Die nächsten drei zeigten sie und ihren Vater in einem Restaurant, in dem sie vor zwei Tagen zu Mittag gegessen hatten. Verwirrt betrachtete sie die Fotos weiter. Auf einigen Fotografien sah man, wie sie mit einer Tüte Lebensmittel in ihren Wagen einstieg, auf ein paar weiteren kam sie gerade aus ihrem Apartment heraus.
Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, während sie die Fotos ansah. Wann waren die Bilder aufgenommen worden? Von wem? Sie hatte nie jemanden mit einer Kamera gesehen.
Sie erstarrte, als sie zum letzten Bild kam. Es war aus der Ferne mit einem Teleobjektiv aufgenommen, und es zeigte sie selbst. Sie wusste genau, wann und wo dieses Bild aufgenommen worden war. Es war letzte Woche gewesen, in der Nacht, als sie im Haus ihres Vaters nach seiner Geburtstagsparty geschlafen hatte. Sie saß vor einem Frisiertisch in einem der oberen Räume.
Und das Einzige, was sie trug, waren ein hauchzarter BH und ein winziger Slip.
Kane betrachtete Allison, als sie langsam auf den Stuhl sank.
Ihr Gesicht war noch vor wenigen Minuten vom Spurt durch den Regen leicht gerötet gewesen. Jetzt wurde es blass, und sie sah wie eine Porzellanpuppe aus. Ihr Mund stand vor Erstaunen leicht offen. Es fiel Kane auf, dass er größer und voller war, als er auf den Fotos bemerkt hatte.
Sie sah in Wirklichkeit noch viel hübscher aus, als die Fotos hatten ahnen lassen. Vielleicht war es dieser Glanz, der in ihren grünen, fast blau-grünen Augen lag, die ihn an fein geschnitzte Jade erinnerten. Aber was immer es war, es irritierte ihn.
Er trat neben sie und spürte den Duft von Regen und Sturm, den sie mit hereingebracht hatte. Sacht nahm er ihr die Fotografien aus der Hand, die sie immer noch krampfhaft fest hielt. Sie sah ihn mit großen fragenden Augen an.
„Ich … ich verstehe das nicht“, sagte sie dann. „Wer hat das aufgenommen?“
Kane legte die Fotos auf den Schreibtisch und lehnte sich dann gegen die Kante des wuchtigen Tisches. „Wir wissen es noch nicht. Die Polizei überprüft gerade einen Fingerabdruck, der sich auf der Filmrolle befunden hat. Der Film selbst ist Standard und könnte in Hunderten von Geschäften in dieser Gegend gekauft worden sein.“
Allison straffte sich und sah ihren Vater an. „Hat dich jemand bedroht?“
Oliver Westcott schüttelte den Kopf. „Nur indirekt durch diese Fotos. Aber...




