E-Book, Deutsch, 304 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
Thorne Verliebt in Mr. Perfect
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7457-5034-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
"Stadt der Sünde" Teil 1
E-Book, Deutsch, 304 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-7457-5034-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mr Perfect trifft auf Queen Chaos!
Manche Menschen passen so perfekt zusammen wie Avocado und Toast - und manche passen so gut zusammen wie Hund und Katze. Bei Darcy und Tom ist es dummerweise die zweite Variante ...
Nachts arbeitet die unkonventionelle Darcy in einer zwielichtigen Bikerbar, tagsüber fotografiert sie sexy Unterwäsche. Auch wenn sie manchmal einsam ist, genießt sie ihr chaotisches Leben und ein Glas Wein oder zehn. Bis zu jener Nacht, als sie auf ihrer Veranda eine Überraschung im engen Muscleshirt vorfindet: ihre Jugendliebe Tom. Er will ihr nicht nur bei der Renovierung des Hauses helfen, das sie geerbt hat - er ist auch noch zum ersten Mal seit Ewigkeiten Single! Genie und Wahnsinn treffen aufeinander. Schon bald fliegen die Fetzen ...
»Die perfekte Liebesgeschichte - Boy-Next-Door trifft auf Rebel-Girl. Lustige Dialoge und eine mitreißende Geschichte von Freunden, die sich ineinander verlieben. «
Publishers Weekly
»Witzig, romantisch, leidenschaftlich. Die Leser werden die charmant unperfekte Darcy und ihre verrückten inneren Monologe lieben und sich genau wie sie unsterblich verlieben. «
Booklist
USA-Today-Bestsellerautorin Sally Thorne war in ihrem früheren Job war den ganzen Tag damit beschäftigt, Anträge zu schreiben und Verträge aufzusetzen (gähn!). Zum Glück kann sie nun als Vollzeitautorin den ganzen Tag in farbenfrohen fiktiven Welten verbringen (yeah!). Sie lebt mit ihrem Ehemann in Canberra, Australien, in einem Haus randvoll gefüllt mit Vintage-Spielzeug, viel zu vielen Kissen, einem Puppenhaus, in dem es spukt, und dem süßesten Mops der Welt.
Weitere Infos & Material
1. Kapitel
Niemand hatte es mir damals gesagt, als ich anfing, als Barkeeperin zu arbeiten, aber zum Glück lernte ich es schnell: Wenn eine Gruppe Männer hereinkommt, sollte man herausfinden, welcher davon der Alphamann ist.
Wenn man mit dem klarkommt, bekommt man vielleicht ein bisschen Respekt von den anderen.
Heute Abend erkenne ich ihn sofort. Es ist der größte und bestaussehende mit dem einnehmenden Leuchten in den Augen. War ja klar.
Er und seine Kumpel haben sich vermutlich von einer Verbindungsparty in der Nähe abgeseilt, weil sie sich gelangweilt haben. Jetzt sind die Jungs auf der Suche nach Abenteuern. Sie tragen allesamt pastellfarbene Poloshirts. Okay, schnallt euch an, ihr Lackaffen. Wenn ich euch richtig einschätze, könnte es ziemlich amüsant werden. Die Devil’s End Bar ist nämlich nichts für Weicheier. Ich beobachte, wie die Biker über die Billardtische hinweg belustigte Blicke austauschen. Unser Security-Mann richtet sich auf seinem Hocker neben der Tür auf. Verrückt, dass solche Jungs uns immer den meisten Ärger machen.
Ich lächele den Alphamann nicht an. »Habt ihr euch verlaufen, Jungs?«
»Hey, Mister«, antwortet er – ein Seitenhieb auf meinen Kurzhaarschnitt.
Seine Freunde lachen und stimmen ein »Ach du Scheiße« an.
Ich heiße Darcy, daher hat er ohne es zu wissen einen Jane-Austen-Witz gemacht. Wobei ich mal schwer bezweifeln würde, dass er das kapiert hat. Das Lachen vergeht ihm ein Stückweit, als ich die Augen zusammenkneife und ihn noch schärfer ansehe. Dem Alphatyp ist wohl eingefallen, dass ich die absolute Macht über den Alkoholausschank habe. »Aber bei dir sieht es echt geil aus.«
Meine Kollegin Holly weicht etwas zurück. Sie ist noch zu neu hier, um den Blicken der Typen standzuhalten. »Ich gehe mal neue … Kassenrollen holen.« Sie verschwindet nach hinten, und zurück bleibt eine Wolke Gardenienduft.
Ich starre dem Alphamann immer noch in die Augen, und als er zuerst wegsieht, verschafft mir das eine gewisse Genugtuung. Jetzt bin ich das Alphatier. »Anscheinend haben wir denselben Frisör, du siehst nämlich auch echt gut aus. Also Jungs, bestellt was oder zischt ab.«
Der Anführer ist so etwas von Frauen nicht gewohnt und selbst überrascht, dass es ihm gefällt. Er kaut mit offenem Mund Kaugummi und mustert mich interessiert. »Wann hast du Feierabend?«
Ich stelle mir eine Ken-Puppe vor, die zu lange in der Sonne liegen gelassen wurde. In meiner Fantasie trete ich auf den weichen gebräunten Kopf wie auf eine Zigarette. »Nicht in einer Million Jahren.«
Er ist sichtlich angefressen. Schließlich öffnet ihm sein gutes Aussehen doch sämtliche Türen im Leben. Warum sollte das ausgerechnet bei mir nicht funktionieren? Stimmt mit mir was nicht? Das Licht fällt schattenlos auf sein Gesicht, das fahl und reizlos erscheint, absolut uninteressant. Ich hab’s mit Gesichtern. Die Schatten sind das A und O.
»Was bekommt ihr?« Ich stelle schon mal die Schnapsgläser bereit.
»Sambuca«, ruft einer. Natürlich. Das Elixier der Vollpfosten.
Ich mache die Reihe voll, kassiere ab, und das Trinkgeldglas füllt sich. Sie lieben es, wie Dreck behandelt zu werden. Diese Jungs wollen das volle Bikerkneipe-Safari-Paket, und ich bin ihre Reiseleiterin. Der Anführer flirtet weiter mit mir, fest entschlossen, mich weichzukochen, doch ich lasse ihn mitten im Satz stehen.
Es ist Sonntagabend, aber die Leute hier machen sich keine Sorgen, dass sie früh genug ins Bett kommen, um morgen zur Arbeit zu gehen.
Meine Großmutter Loretta sagte einmal, wenn du weißt, wie man einen Drink einschenkt, kriegst du überall einen Job. Sie hat in ihren Zwanzigern selbst als Barkeeperin gejobbt. Es war ein guter Ratschlag, ich habe auf der ganzen Welt Drinks eingeschenkt und mit jeder denkbaren Variante von Alphamännern zu tun gehabt.
Ich frage mich, was Loretta wohl sagen würde, wenn sie mich jetzt sehen könnte, als ich mit einer abrufbereiten Beleidigung auf den Lippen dieses Bier eingieße. Sie würde lachend applaudieren und sagen: Wir könnten Zwillinge sein, Darcy Barrett, denn das sagte sie immer. Auf ihrer Beerdigung gab es eine Diashow mit Aufnahmen von ihr, und ich konnte die Blicke der anderen auf mir spüren.
Zwillinge. Ach nee! Jetzt schlafe ich in ihrem Schlafzimmer und brauche ihre Konserven auf. Wenn ich jetzt noch anfange, Kristalle in der Handtasche mit mir herumzutragen und Tarotkarten zu legen, kann ich mich offiziell als ihre Reinkarnation betrachten.
Holly scheint diese Kassenrollen aus der Fabrik zu holen. Einer der Lederjacken-Rocker wird ungeduldig und wirft einen Seitenblick auf die Pastellhemden. Ich nicke ihm zu und gebe ihm mit einem gehobenen Finger zu verstehen, nur noch einen Moment. Er brummelt und schnaubt, sieht aber davon ab, jemandem ernsthafte körperliche Schäden zuzufügen.
»Ist das eine Lederhose?« Einer der Pastelltypen lehnt sich über die Theke und betrachtet meine untere Körperhälfte. »Du bist wie Bad Sandy aus Grease.« Sein Blick heftet sich auf das falsche Namensschild, das ich mir über meine Möpse gepinnt habe. »Joan.« Skeptisch rutscht sein Blick nach unten. Ich sehe wohl nicht wie eine Joan aus.
»Sandy? Vergiss es, Blödmann. Ist ja wohl offensichtlich, dass ich Rizzo bin. Und wenn du nicht aufhörst, dich zu verrenken, um auf meine Titten zu glotzen, kommt Keith rüber. Das ist der an der Tür. Er ist zwei Meter acht und sehr gelangweilt.«
Ich winke Keith zu, indem ich die Finger wie Schmetterlingsflügel flattern lasse, und er kopiert die Bewegung von seinem Hocker aus.
»Er ist gelangweilt, ich bin gelangweilt, und die Lederjacken sind sehr, sehr gelangweilt.« Ich bewege mich hinter der Theke hin und her, gebe Getränke aus, nehme Zahlungen entgegen und schubse immer wieder mit meiner Hüfte die Kassenlade zu.
»Joan hat recht. Wir sind sehr gelangweilt«, sagt einer der Rocker gedehnt. Er hat die ganze Zeit an der Theke gelehnt und interessiert das Gespräch verfolgt. Die Pastellhemden zucken allesamt zusammen und starren auf ihre Handys. Der Rocker und ich grinsen uns an, und ich schiebe ihm ein Bier aufs Haus rüber.
Ich habe ihr dämliches Rudelverhalten satt. »Sambuca schrumpft das Gehirn. Ach, Mist, zu spät. Und jetzt verpisst euch.« Das machen sie.
Als sich der Staub gelegt hat, lugen Hollys große Augen um die Ecke. Ihre Hände sind leer. Sie besteht nur aus Beinen und Ellbogen, und unser Boss Anthony hat sie eingestellt, ohne ihr auch nur eine einzige Frage zu stellen. Mit einem solchen Gesicht bekommt man problemlos einen Job. Auch wenn Holly weder richtig rausgeben noch Drinks einschenken kann, geschweige denn mit Männern umgehen.
»Ich bin immer so erleichtert, wenn ich sehe, dass wir zusammen Schicht haben.« Holly setzt sich auf die Bank und atmet lang und geräuschvoll aus, als hätte sie Schwerstarbeit geleistet. Auf ihrem Namensschild steht HOLLY, und sie hat einen rosa Herzsticker mit Glitzer dazu geklebt. »Mit dir zusammen fühle ich mich sicherer. Ich wette, du kümmerst dich sogar noch um Keith.«
»Allerdings.« Ich begegne Keiths Blick. Er hebt bestätigend das Kinn und lehnt sich auf seinem Hocker mit dem Rücken gegen die Wand. Noch ein Barkeeper-Tipp: Freunde dich mit der Security an. Ich mache diese Typen betrunken, und Keith sorgt dafür, dass hier nichts aus dem Ruder läuft. Mir kommt der Gedanke, dass ich Holly an diesen Perlen der Weisheit vielleicht teilhaben lassen sollte. Aber ich will nicht, dass sie länger in diesem Job hängen bleibt als nötig. »Wenn ich hier aufhöre, musst du dir ein dickeres Fell zulegen.«
Holly zieht eine Schnute. »Wie lang bist du denn noch da?«
»Die Renovierungsarbeiten im Haus meiner Grandma fangen in zwei Monaten an, vorausgesetzt, sie werden nicht wieder verschoben. Und dann bin ich hier weg.« Hollys Glitzeraufkleber nervt mich ohne Ende. »Ich würde mir hier nie meinen richtigen Namen auf die Brust heften.«
Sie neigt den Kopf zur Seite. Die Kleine wäre das perfekte Brautmodel, fehlen nur noch das Sahnetörtchenkleid plus Diadem. »Ich bin nie auf die Idee gekommen, mir ein falsches Namensschild zu machen. Wer könnte ich denn sein?«
Wenn bei meinem alten Kumpel, der Etikettiermaschine, noch durchsichtiges Klebeband drin wäre, würde das an ein Wunder grenzen. Wie gut sich Anthony um seine Angestellten kümmert, kann man an diesem riesigen Berg Namensschildern sehen. Aber mein Boss wird wohl erst etwas gegen die ständige Mitarbeiterfluktuation unternehmen, wenn auch die letzten hundert Schilder aufgebraucht sind.
»Du würdest eine hervorragende Doris abgeben.«
Holly zieht die Nase kraus. »Das klingt so alt.«
»Du willst einen sexy Fake-Namen? Ach, komm schon, Hol.« Ich krame ein Etikett hervor und setze das Namensschild zusammen. Als ich es ihr gebe, ist sie erst mal still.
»Du findest, ich bin eine Bertha?«
»Definitiv.« Nebenbei bediene ich ein paar Kunden.
»Bin ich nicht eher eine Gwendolyn. Oder eine Violet?« Trotzdem steckt sie es sich pflichtschuldig an.
Ich lasse mir von ihr das alte Schild aushändigen und werfe es in den Müll. Vielleicht kann ich mich in meinen Schichten etwas mehr entspannen, wenn sie diesen Kurs beibehält.
»Eines Tages wirst du Dr. Bertha Sinclair sein, depressive Papageien therapieren und jeden Abend um neun im Bett liegen.« Ich klinge wie eine große Schwester mit übermäßigem Beschützerinstinkt, deshalb setze ich rasch hinzu: »Oder vielleicht Tierärztin...




