E-Book, Deutsch, Band 2612, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Thurner Perry Rhodan 2612: Zielpunkt BASIS
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2611-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Neuroversum"
E-Book, Deutsch, Band 2612, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2611-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Michael Marcus Thurner ist und bleibt Wiener. Er wurde 1963 in der österreichischen Hauptstadt geboren und wohnt mit seiner Frau und zwei Töchtern in der Nähe des Stadtzentrums. 'Und dort fühle ich mich pudelwohl', so Thurner über seinen Lebensmittelpunkt. Nach einem Abschluss der Handelsakademie studierte Thurner einige Semester Anglistik, Geographie und Geschichte. Sein Berufsziel war eigentlich Lehrer - er stellte allerdings fest, dass dies nichts für ihn war. 'In beruflicher Hinsicht prägten häufige Wechsel mein Leben', konstatiert er heute. 'Unter anderem war ich als Kellner, Verkäufer in einem Motorradzubehör-Geschäft, Security und als Angestellter in einem Reitstall tätig.' Thurner ist begeisterter Fußballfan und spielt nach eigenen Angaben den 'gnadenlosen Abräumer, vor dem kein Schienbein sicher ist'. Als Fan hält er seit über 40 Jahren dem SK Rapid Wien die Treue. Er liest und liebt Comics, hält Carl Barks für den großartigsten Geschichtenerzähler aller Zeiten und ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Im Alter von 34 Jahren entwickelte er erste schriftstellerische Aktivitäten. 1998 wurde seine Kurzgeschichte 'Tod eines Unsterblichen' beim 'William Voltz Kurzgeschichten-Wettbewerb' auf den dritten Platz gewählt. Sein erster Roman erschien unter dem Titel 'Mit den Augen des Mörders' in der PERRY RHODAN-FanEdition. Recht schnell folgte seine Mitarbeit an der ATLAN-Serie - dann wurden auch andere Verlage auf ihn aufmerksam, und Thurner begann sein Engagement bei den Serien 'Bad Earth' und 'Maddrax'. Hinzu kamen Beiträge zu 'Coco Zamis' und die Mitarbeit bei 'Elfenzeit', der Fantasy-Erfolgsserie von Susan Schwartz. Bei Heyne erschien der eigenständige SF-Roman 'Turils Reise' (2009); demnächst folgt 'Plasmawelt' (2011). 2005 stieg er mit Band 2265, 'Die Krone von Roewis', in die PERRY RHODAN-Serie ein und gehört seitdem zum festen Autorenteam. 'Das freut mich als jahrzehntelanger Fan ganz besonders', so Thurner, der in Wien lange Jahre den PERRY RHODAN-Stammtisch organisiert hatte. Er verfasste mittlerweile zahlreiche Heftromane und Taschenbücher und übernahm zeitweise die Exposé-Redaktion für die ATLAN-Heftserie sowie für PERRY RHODAN- und ATLAN-Taschenbücher.
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2.
Perry Rhodan
Ramoz schnupperte in die Luft. So, wie er es in seiner früheren Form angesichts einer Gefahr immer wieder getan hatte.
Er wirkte wie ein in die Enge gedrängtes Tier, das sich auf sein Gegenüber stürzen wollte. Die orangefarbene Körperbehaarung war gesträubt; mit Blicken suchte er nach einem Ausweg aus seiner Zwangslage.
Plötzlich entspannte er sich und sagte: »Laaangweilig.«
»Ich würde an deiner Stelle ruhig halten«, meinte Mondra Diamond, »dann hättest du die Untersuchungen rascher hinter dir. «
»Laaangweilig«, wiederholte Ramoz. Er trat unruhig von einem Bein aufs andere. »Und nicht nur das: Es nervt gewaltig. Ich habe keine Lust, länger euer Versuchskaninchen zu spielen.«
»Wir müssen wissen, ob du gesund bist. Ob du eine Gefahr für deine Umwelt und dich selbst bist.« Mondra trat nah an Ramoz heran. »Du hast die ungewöhnlichste Wandlung durchgemacht, die ich jemals erlebt habe. Wir müssen die Hintergründe erforschen und sie verstehen lernen.«
»Ich glaube nicht, dass ihr es herausfinden werdet. Und all das spielt sowieso keine Rolle. Hauptsache, ich bin bei Verstand – und wieder zu Hause ...«
Perry Rhodan ignorierte die Worte und beschränkte sich aufs Beobachten. Gemeinsam mit einem Team aus Fachärzten und Psychologen verfolgte er seit den frühen Morgenstunden die Untersuchungen aus der Sicherheit eines Nebenraums.
Ramoz war instabil. Von einer Sekunde zur nächsten änderte sich sein Verhalten. Wie eben: Er fuhr herum, riss sich all seine Rezeptor-Bänder vom Leib, stürmte an Mondra vorbei und kratzte über die Tür. Der Kristalldorn in seinem rechten Auge bewegte sich hin und her. Wachsam suchte das ehemalige Tier den Raum ab und verzog das Gesicht zu einer wütenden Grimasse, als er Kamerasonden entdeckte.
Ramoz schnappte nach einer von ihnen. Mit einer erschreckend schnell ausgeführten Bewegung seiner Rechten fischte er das fliegengroße Objekt aus der Luft, umfasste es und klatschte es gegen die Wand.
Rhodan hielt seine Angst mühsam im Zaum. Es war nicht das erste Mal, dass ihn Ramoz’ Verhalten erschreckte. Mondra war allein mit dieser tickenden Zeitbombe – und wer wusste schon, ob ihr persönlicher Schutzschirm angesichts der Unberechenbarkeit ihres Gegenübers rechtzeitig hochfahren würde?
Sie redete beruhigend auf ihn ein. So lange, bis Ramoz zurück zur Untersuchungsplattform ging und sich von ihr die Rezeptor-Bänder umlegen ließ.
»Du bist meine Traumfrau«, flüsterte Ramoz. »Vergiss diesen seltsamen Unsterblichen! Gehen wir gemeinsam auf große Fahrt! Kapern wir ein Schiff! Ziehen wir hinaus in die unendlichen Weiten des Weltalls, nur du und ich ...«
Ramoz geriet ins Schwadronieren, und Rhodan meinte, ihn zwischendurch schnurren zu hören. Er umgarnte Mondra mit einer Penetranz, die sie gewiss nicht leiden konnte.
Rhodan erkannte die Ermüdungserscheinungen in ihrem Gesicht, die Zeichen, die Böses ahnen ließen. Sie blies sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihre Nase – eine bezaubernde Nase übrigens! – zuckte, und sie zog die Schultern ein wenig hoch.
Gleich geht sie an die Decke ...
Mit hämischer Vorfreude erwartete Rhodan die Explosion. Drei- oder viermal hatte er Mondra während der letzten Jahre die Nerven verlieren sehen, und er hatte stets gut daran getan, möglichst schnell Deckung zu suchen. Und zwar am besten hinter mehrfach gestaffelten Schutzschirmen ...
Doch Mondra schaffte es einmal mehr, sich zurückzunehmen. Sie entspannte sich und zeigte ein Lächeln. Besänftigend redete sie auf das humanoid und zugleich katzenhaft wirkende Wesen ein. Sie legte Ramoz eine Hand auf die Schulter, streichelte ihn. Mit ungewöhnlicher Zärtlichkeit und Vertrautheit, die sie nach einigen Sekunden offenbar selbst zurückschrecken ließ.
»Sie ist verdammt gut«, flüsterte Mirjam Ono. Die untersetzte Frau mit dem bunten Flitter im Haar war die leitende Exo-Psychologin des versammelten wissenschaftlichen Gremiums. »Ihr Gestus, das Mienenspiel, die Wortwahl – alles ist perfekt. Ich hätte es nicht besser hinbekommen.«
»Sie spielt keine Rolle«, behauptete Rhodan. »Sie handelt gemäß ihrem Naturell.«
»Das glaube ich nicht!«
Er schwieg. Sein Vertrauen in Können und Erfahrung der Frau war nicht sonderlich groß. Unter anderen Umständen hätte er gewiss bessere Leute in jenes Team einbezogen, das sich um Ramoz kümmerte. Doch auf Orontes war gutes Personal Mangelware.
Du hast kein Recht, über diese Menschen zu urteilen!, mahnte sich Rhodan. Sie wurden völlig unvorbereitet aus ihrem beschaulichen Leben gerissen. Selbst dir fällt es schwer, wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Die Lage ist alles andere als rosig.
Um Gründe für ein wenig Hoffnung auf eine Besserung ihrer Situation zu finden, musste man sehr, sehr tief schürfen. Sie waren Vertriebene. Flüchtlinge.
Ein Feind, über den bislang so gut wie nichts bekannt war, hatte sie besiegt und die BASIS in Besitz genommen. Die Milchstraßenbewohner waren zu Bällen in einem Spiel geworden, das sie nicht verstanden. Rhodans Sohn Delorian spielte eine ebenso undurchschaubare Rolle wie der geheimnisvolle Fremde Ennerhahl und ein Wesen, das QIN SHI genannt wurde.
Sie saßen in der Galaxis Chanda fest, er hatte den Anzug der Universen anvertraut bekommen und war von Ennerhahl angewiesen worden, sich um das »Multiversum-Okular« zu kümmern.
Mehr wussten sie nicht.
Rhodan schluckte heftig. Dies war seine persönliche Leidensgeschichte und die der BASIS-Besatzung. Doch es gab weitaus Schlimmeres: Am Tag der Entführung des riesigen Schiffs war das Solsystem verschwunden. Die Heimat der Menschheit war nicht mehr dort, wo sie sein sollte.
Was für eine Katastrophe! Und ich sitze hier fest; auf einem Glutplaneten. Ich beschäftige mich mit Ramoz, der sich unter dem Einfluss hyperphysikalischer Kräfte wundersamerweise vom Tier zum intelligenten Wesen gewandelt hat. Ich bewege mich durchs Unbekannte, blindlings, und hoffe, trotz unserer kritischen Situation den nächsten Morgen zu erleben.
Rhodan nahm sich zurück. Er war zu ungeduldig. Er musste die Erfolge im Kleinen suchen. Immerhin war es ihnen gelungen, den Einwohnern von Orontes, den Todringern, eine Aufenthaltsfrist von 60 Tagen abzuringen.
Ihre Streitkraft war um die beiden Korvetten HARL DEPHIN und SENCO AHRAT sowie um den Kreuzer der LUNA-Klasse namens TUBLIR angewachsen. Deren Personal half mit, die Reparaturarbeiten an Bord der CHISHOLM zu beschleunigen. Alles ging zügig voran; von den psychischen Belastungen der ersten Tage in dieser fremden Sterneninsel war nur noch wenig zu spüren.
Durch Ortungssonden, die sie in die Weiten der Galaxis hinausgejagt hatten, wussten sie ein wenig mehr über die hiesigen Machtstrukturen. Winzige Reiche und Piratenflotten wie jene der Quolnäer Keretzen kämpften um mehr Einfluss. Sie schmiedeten brüchige Bündnisse oder versuchten, ihr Terrain zu vergrößern.
Jeder gegen jeden, so lautete das Motto in Chanda. Eine kontrollierende und führende Hegemonialmacht war weit und breit nicht zu entdecken ...
Genug davon! Für diese Gedanken war ein anderes Mal Zeit. Er musste sich auf Mondra und Ramoz konzentrieren.
»Als du wieder du selbst wurdest«, sagte seine Lebensgefährtin eben, »sagtest du, es wäre schön, wieder zu Hause zu sein. Welche Sprache sprichst du da eigentlich?«
»Ich erinnere mich an vieles.« Ramoz grinste.
»Zu Hause ist ein sehr breiter Begriff. Ich vermute, du meinst die Galaxis, in der wir uns befinden?«
»So ist es.«
»Geht’s vielleicht ein wenig genauer?« Mondra sprach ruhig und geduldig. »Woran erinnerst du dich? Denk nach! Besitzt du Informationen, die uns in unserer derzeitigen Situation helfen?«
»Sicherlich. Aber ich kann derzeit nicht darauf zurückgreifen.«
»Warum nicht?«
»Keine Ahnung.« Ramoz gab einen Laut von sich, den Perry als vergnügt einordnete. »Aber ich mache mir keine Sorgen. Ich benötige lediglich ein wenig Inspiration. Dann kommt alles von selbst zurück.«
»Inspiration?«
»Du weißt schon ... Die richtige Stimmung, die passende Umgebung, eine angenehme Begleitung ...«
Er lächelte Mondra vertraulich zu und berührte sie sanft.
»Lass den Unsinn, Ramoz!«
»Ach komm! Ich habe mir nicht allzu viele Erinnerungen an mein Leben in Tiergestalt bewahrt; dennoch gibt’s einiges, was hängen geblieben ist. Bilder und Eindrücke. Du hast keine Geheimnisse vor mir, weißt du? Ich kenne deine Vorlieben, genau wie Perry.«
Rhodan verließ seinen Platz, missachtete alle Sicherheitsvorkehrungen und eilte schnurstracks zum Untersuchungsraum. Ein Alarmsignal ertönte. Rhodan sprach einen Überrangbefehl aus, die Schutzschirme erloschen.
Er betrat den hell ausgeleuchteten Raum. »Wie geht’s denn so?«, fragte er in Richtung Ramoz. »Du siehst gut aus.«
»Danke der Nachfrage, Perrylein.« Ramoz nickte ihm zu und zog den Kopf ein wenig ein. »Ich vermute, du hast gelauscht?«
Rhodan ignorierte die Provokation. Er trat zu Mondra und umfasste ihre Schultern mit einem Arm. »Es ist spät. Mein Magen knurrt. Ich denke, wir haben uns alle eine Pause verdient.«
»Ihr behandelt mich wie ein Versuchsobjekt«, sagte Ramoz leise und gereizt. »Seit meiner Wandlung muss ich mich für euch zur Verfügung halten. Ihr stellt pausenlos Fragen. Ihr wollt meinen Geist durchleuchten. Fachleute kümmern sich um meine Physis und meine Psyche. Ständig muss ich mir Untersuchungen am Augendorn gefallen lassen ...«
»Das...




