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Thurner | Perry Rhodan 3229: Die Dunklen Hallen von Terrania | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3229, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Thurner Perry Rhodan 3229: Die Dunklen Hallen von Terrania

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8453-6229-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"

E-Book, Deutsch, Band 3229, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6229-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Wie es aussieht, könnte Perry Rhodan, der als erster Mensch von der Erde auf Außerirdische gestoßen ist, sich endlich seinem großen Ziel nähern: der alte Traum von Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmung ein, man arbeitet intensiv und gleichberechtigt zusammen. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Doch ES weilt nicht mehr in der Galaxis - das Geisteswesen scheint in ungezählte Fragmente zersplittert zu sein, die sich in verborgenen Fragmentrefugien ballen. Diese Refugien zu finden und die Fragmente wieder zu vereinen, ist Rhodans Ziel. In der Zwischenzeit macht auf Terra eine mysteriöse Vereinigung von sich reden: Was der Club der Lichtträger erreichen will, bleibt im Dunkeln. Er entführt den Unsterblichen Homer G. Adams - in DIE DUNKLEN HALLEN VON TERRANIA ...

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2.

Entkommen

Die Agenten eilten einen langen, gewundenen Gang entlang. Sie brüllten Anweisungen, kommunizierten miteinander, schrien sich ihre Aufregung und ihre Angst von der Seele.

Vor ihnen: Nording Gollokai und Uvid Toxner. Die beiden Mitglieder des Clubs der Lichtträger. Zwischen ihnen ein bewusstloser Homer G. Adams, der mithilfe eines Traktorfeldes transportiert wurde.

Toxner blieb abrupt stehen, feuerte, lief weiter und holte seinen Begleiter problemlos wieder ein.

»Niemand verletzt!«, rief einer der Agenten. »Weiter, weiter, weiter!«

Zwei Roboter tauchten auf. Kugelförmig, kopfgroß. Sie rasten an den Einsatzkräften vorbei und gerieten aus dem Blickfeld. Der Funkkontakt zu ihnen brach ab. Kurze Zeit später erreichten die Agenten ihre maschinellen Helfer. Sie lagen inaktiv auf dem Boden. Die Positroniken waren mithilfe von Störstrahlungen außer Gefecht gesetzt worden.

Gollokai und Toxner hingegen waren nirgendwo zu sehen. Sie waren verschwunden, hatten sich in Luft aufgelöst.

*

Nording Gollokai sah sich diese Szene auf seinem Armbandkom an. Einmal, zweimal, ein drittes Mal. Er genoss das Versagen des Terranischen Liga-Dienstes. Die Agenten waren Dummies gefolgt. Robotern, die seine und Toxners Vitalwerte ausgestrahlt und ihnen bis ins letzte Detail geähnelt hatten.

Sechs Mal waren sie ihnen während der vergangenen vier Stunden entkommen. Immer wieder war es ihnen gelungen, die Verfolger abzuschütteln. In Paris auf den Champs-Élysées, in den engen Gassen der Innenstadt von Hyderabad, auf den Vergnügungsplattformen der Chan-Piraten im Chinesischen Meer, auf den Skipisten des K2, in einem Münchner Bier-Irrgarten und zu guter Letzt im Tiefsee-Abenteuerpark im Marianengraben.

Erst dann war man den Dummies auf die Schliche gekommen. Entweder Aurelia Bina oder Suyemi Taeb hatten die Täuschung erkannt. Etwas früher, als Gollokai gehofft hatte, denn er hatte viel Mühe und Mittel in diese Ablenkungsmanöver investiert.

Gollokai desaktivierte die Bildaufzeichnung und konzentrierte sich wieder auf seine Aufgabe: auf die eigentliche Flucht vor den Verfolgern des TLD.

Um seiner Tarnung gerecht zu werden, musste er ernst und traurig blicken, während Hunderte Männer und Frauen in ihren besten Jahren leise schluchzten, Gebete sprachen oder Songtexte rezitierten.

»Wir müssen nun weiter«, sagte Gollokai mit salbungsvoller Stimme. »Danke für eure Anteilnahme. Wir alle wissen, wie sehr sich Onjour gefreut hätte, euch hier zu sehen.«

Die Trauernden wandten sich ab, mehrere Polizistenroboter geleiteten sie aus der großen Halle der Sub-Station. Mehrmals versuchten einige von ihnen zurückzukehren und sich an den schwebenden Sarg neben Gollokai zu klammern. Toxner wehrte sie gelassen und freundlich ab.

Nach weiteren fünf Minuten war der Zauber endgültig vorbei, die Halle leer. Gollokai überwies den ausgehandelten Betrag an die Tokio-Polizei, einer der Roboter bedankte sich mit ausgewählter Höflichkeit.

Gollokai wandte sich um. Die Kabine der Vakuumbahn war vorbereitet. Natürlich ist sie vorbereitet, dachte er. Ich vergesse nichts, ich denke an alles. Ich habe stets Alternativen zu meinen eigentlichen Plänen parat.

Pasch hatte vor seinem Tod behauptet, dass Gollokais Überheblichkeit eines Tages zu seiner Niederlage führen würde. Aber auch der Ylant, ein künstliches Wesen, das vom Mondgehirn NATHAN ersonnen und erzeugt worden war, hatte sich ab und zu geirrt. Gollokai war nicht überheblich. Er war arrogant.

Er konnte sich diese Einstellung leisten. Er durchschaute die meisten Wesen. Besser, als sie glaubten. Akonen, Arkoniden, Haluter, Gataser und Tefroder, Terraner und Oxtorner – sie alle wiesen charakteristische Schwächen auf. Gollokai hatte zehn Jahre seines Lebens aufgewendet, sie zu studieren und nach wunden Punkten zu suchen. Weitere fünf Jahre hatte er seine Erkenntnisse und Theorien an lebenden Wesen getestet. Hatte sie gequält und mitunter in den Wahnsinn getrieben. Wenn seine Methoden nicht funktioniert und er sich geirrt hatte, hatte er nachjustiert. Gollokai war sich niemals zu gut dafür gewesen, Fehler einzugestehen.

Seit dem Jahr 2090 Neuer Galaktischer Zeitrechnung war ihm kein veritabler Fehler mehr passiert. Es hatte Missgeschicke gegeben, klar, und manchmal hatte der Zufall zugunsten seiner Feinde entschieden.

Die Feinde ... Das sind all jene, die gegen mich sind und dem Club der Lichtträger schaden wollen.

Gollokai betrat die Kabine der Vakuumbahn und unterzog sie einer Überprüfung. Es war alles in Ordnung. Rudimentäre Daten über ihn und seinen Begleiter, die nun an NATHAN gingen, würden hundertfach gespiegelt werden. Das Mondgehirn würde, wenn überhaupt, bloß gehäckselte Informationen erhalten, die gleichzeitig an zahlreichen anderen Stationen der Vakuumbahn verfügbar waren.

»Du kannst kommen!«, rief er Uvid Toxner zu.

Das Gen-Kompositum trat mit festen Schritten näher. Neben ihm jener Schwebesarg, in dem sich Jasemine Onjour befand. Jene höchst populäre Schnulzensängerin, die auf tragikomische Weise verstorben war, indem sie sich im Gewirr ihrer eigenen Brillantketten verfangen und selbst stranguliert hatte. Aus dem Sarg erklangen Musik und die Gesangsstimme der Frau.

Als absurd, grotesk und bizarr hatten die Trivid-Sender Onjours Tod beschrieben.

Gollokai unterdrückte ein Lachen, bevor er sich auf einem der Buntlederstühle im Inneren der Kabine niederließ. Denn noch absurder, noch grotesker und noch bizarrer war die wahre Version von Onjours Tod. Uvid Toxner hatte sie auf sein Geheiß hin bereits vor einer Woche getötet. Was das Gen-Kompositum anschließend mit der Leiche angestellt hatte, interessierte Gollokai nicht. Hauptsache war, dass er seine Anweisungen befolgt hatte.

So war sein Untergebener nun mal. Hündisch ergeben und einzig darauf fokussiert, Gollokais Wünsche zu erfüllen.

Am Vorabend hatte ein Propagandaroboter dafür gesorgt, dass Onjours Tod bekannt geworden war. Also wurde ihr der absurde, groteske, bizarre Wunsch erfüllt, den sie schon vor Jahren einer breiten Öffentlichkeit bekannt gegeben hatte: Sie wollte kreuz und quer durch die Welt geschickt werden, um noch einmal all ihren Fans nahe sein zu können. Und sie wollte unter keinen Umständen einen Trauerzug, sondern heitere Ausgelassenheit sowie respektable Distanz. Schließlich sei sie nach Eigendefinition »eine der begnadetsten Sängerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung«.

Die Kabine schloss sich leise pfeifend. Geringer Druck legte sich auf Gollokais Ohren, als sich die Vakuumbahn in Bewegung setzte.

»Schalt das Gedudel ab, während wir unterwegs sind!«, befahl Gollokai.

Illustration: Swen Papenbrock

Toxner gehorchte. Angenehme Ruhe machte sich breit. Sie würden gut zwanzig Minuten für die Strecke zwischen Tokio Fuka-sa und Sub-Terrania brauchen.

Seit vier Stunden waren sie unterwegs, selbstverständlich in Maske. Kreischende Fans hatten sie in London Underworld, Berlin Sub-Zero und Shendù-Peking empfangen. Allesamt waren sie darauf bedacht gewesen, der Toten nahe zu kommen oder Blumengebinde in Richtung des Sarges zu schleudern.

Toxner und er reisten in Maske, aber in aller Offenheit. Verkleidet als Anwalt und Leibwächter der Diva. Da Onjour privat ein höchst zurückgezogenes Leben geführt hatte und keinerlei Verwandte oder Freunde besaß, war es ihnen beiden leichtgefallen, diese Rollen einzunehmen. Die Bewohner Terras glaubten, was sie glauben wollten. Sie achteten ausschließlich auf den Sarg in quietschfarbenem Rosa und lauschten der, ihrer Meinung nach, goldenen Stimme der Sängerin, kümmerten sich aber nicht weiter um die beiden Begleiter in ihren dunklen Anzügen.

»Geht es Homer gut?«, fragte Gollokai Toxner.

»Ich überprüfe seine Vitalwerte regelmäßig. Er liegt stabil im Sarg. Seine Lebensfunktionen werden von der Mikropositronik überwacht.«

Gollokai unterdrückte den Anflug von Ärger. Dies alles wusste er. Er hatte lediglich eine knappe Bestätigung hören wollen. Stattdessen plapperte Toxner, als wollte er Gollokai beruhigen.

Noch 20 Minuten bis Sub-Terrania. Dann hieß es, eine letzte Begegnung mit Fans zu überstehen, einigen von Onjours aufgenommenen Worten zu lauschen und nach einer Kontrolle die Sicherheit in ihrem Versteck zu suchen.

Alle Wege führten nach Terrania. Immer. Gollokai hätte seine Zentrale nirgendwo anders als in jener Stadt errichtet. Sie war nun mal das Herz des Planeten und damit auch das Herz dessen, was er zu beschützen und zu bewahren suchte.

»Tut es dir nicht um Adams' Gleiter leid?«, fragte Toxner. »Ich hätte ihn gerne in unseren Fahrzeugbestand übernommen. Seine Positronik hätte vielleicht das eine oder andere über die Führungsspitze Terras verraten können.«

»Du lässt dich von deinen Gefühlen leiten. Dir gefiel der MG und seine Weise, sich bodengebunden zu bewegen.«

»Zugegeben, ja. Er hatte etwas.«

Warum musste er Toxner alles erklären, was das Gen-Kompositum hätte verstehen müssen? Toxner war einerseits hochintelligent und hatte andererseits markante Logikschwächen.

»Wie hätten wir ihn unbemerkt nach Terrania schaffen sollen? Der Terranische Liga-Dienst ist hinter uns her. In Zusammenarbeit mit NATHAN hätte man den Gleiter anhand seiner charakteristischen Bauweise und seiner Optik identifiziert. Außerdem ließ sich die Bordpositronik bloß für eine Weile neutralisieren. Gerade lange genug, um aus Adams' Haus...



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