Tieu | Blooming Love - Vielleicht für immer | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Tieu Blooming Love - Vielleicht für immer

Roman | Für Fans von 27 Dresses | Ein herzerwärmender Roman über Freundschaft und Liebe inmitten der Asian Community
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7499-0739-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Für Fans von 27 Dresses | Ein herzerwärmender Roman über Freundschaft und Liebe inmitten der Asian Community

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

ISBN: 978-3-7499-0739-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Drei Hochzeiten, eine Brautjungfer und der kleine Bruder ihrer besten Freundin

Elise Ngo hat sich ihren Traum vom eigenen Blumenladen schon erfüllt. Dies bringt jedoch mit sich, dass sie auf den Hochzeiten ihrer besten Freundinnen nicht nur Brautjungfer ist, sondern sich auch um die Blumenarrangements kümmert. Und diese müssen natürlich perfekt sein.

Als sie dann Ben, den kleinen Bruder ihrer Freundin Jesse kennenlernt, kann sie mit seiner etwas schroffen Art zuerst nichts anfangen, erkennt nach und nach aber, dass er eigentlich einen ganz weichen Kern hat und nur versucht seine eigenen Träume und die Erwartungen seiner Eltern unter einen Hut zu bringen. So schlägt ihr Herz bald nicht mehr nur für ihre Freundinnen und Blumen, sondern beginnt auch in Bens Nähe in schnellerem Rhythmus zu klopfen.



Julie Tieu ist eine chinesisch-amerikanische Schriftstellerin, die in Südkalifornien geboren und aufgewachsen ist. Wenn sie nicht schreibt, liest sie, ist auf der Jagd nach köstlichen Gerichten oder träumt von ihrem nächsten Reiseabenteuer. Sie lebt in der Gegend von Los Angeles mit ihrem High-School-Sweetheart Ehemann und zwei energiegeladenen Töchtern.

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1. Kapitel


Immer wenn ich von meiner eigenen Hochzeit träumte, stellte ich mir ein Brautkleid wie das vor, das ich gerade trug. Ein einfaches, elegantes Kleid mit einer Schleppe, wobei es natürlich aus echtem Stoff und nicht aus saugfähigem Toilettenpapier wäre, dazu einen langen Schleier.

»Hör auf, so rumzuzappeln.« Meine beste Freundin Beth Chan war gerade dabei, meine Arme mit Klopapier zu umwickeln und auf diese Weise meine Pfingstrosen-Tattoos zu verdecken. Ich sah wie eine Mumie aus.

Jesse legte mir eine »Diamantkette« um den Hals, die ganz Rebeccas luxuriösem Geschmack entsprach. »Noch zehn Sekunden«, verkündete sie – man hätte es auch als Schreien bezeichnen können, aber Jesse sprach immer so laut. Und damit übertönte sie mühelos das Geplapper von zwanzig Frauen, die gerade allesamt in einer kleinen, aber feinen Teestube in Pasadena ihre innere Vera Wang auslebten.

Unbeeindruckt davon formte ich weiterhin Rosen aus gesteppten Quadraten. Als Hochzeitsfloristin wäre es eine Schande gewesen, keinen eigenen Strauß zu haben, außerdem musste ich jeden kleinen Vorteil nutzen, denn Rebeccas Freundinnen aus der Studentinnenverbindung hatten ein wirklich überzeugendes Mieder für ihr Kleid im Meerjungfrauen-Stil hinbekommen. Damit hätten sie locker die Challenge für unkonventionelle Materialien bei Project Runway gewonnen.

»Sehr gut!« Rebecca klatschte freudig Beifall, als sie ihre Klopapierbräute betrachtete. Dass Jesse, Beth und ich ihre besten Freundinnen waren, tat nichts zur Sache, sie würde die Gewinnerin mit unbestechlichem Blick ermitteln.

»Das ist Betrug«, meinte sie dann auch, als sie meinen Strauß sah, und mir war klar, dass sie das aus purer Liebe sagte. Rebecca begutachtete die ganze Reihe und traf dann eine klare Entscheidung. Der Preis ging an ihre Verbindungsschwestern, deren Namen mir entfallen waren. Aber ich hatte sie ja auch erst vor einer Stunde kennengelernt.

»Ich dachte wirklich, wir würden gewinnen.« Beth tröstete sich mit einem winzigen Gurken-Sandwich. Sie lag nicht gern falsch, egal ob es um Prüfungen oder wie in diesem Fall um Toilettenpapier-Couture ging. Zum Glück fiel ihr Ersteres leichter, denn Mitte Juli standen für sie die Prüfungen für die United States Medical Licensing Examination an.

Jesse schnappte sich sämtliche gefüllten Eier. »Sorry, aber ihr wisst ja, dass ich keine Kohlenhydrate esse.« Sie wirkte zwar ruhig, starrte aber sehnsüchtig und irgendwie auch gestresst auf die Scones mit Clotted Cream. Ihre eigene Hochzeit stand ebenfalls vor der Tür – einen Monat nach Rebeccas – und dazwischen lag noch ein CrossFit-Wettbewerb. Alle waren diesen Sommer über schwer beschäftigt.

Rebecca vergaß ihre Gastgeberpflichten für einen Moment, um sich zu uns ans Ende des Tisches zu setzen. Sie strich ihr weißes Reformationskleid glatt. »Jess, mach langsam, sonst erstickst du noch an einem Eigelb.«

Jesse ahmte Rebeccas selbstgefälliges Lächeln nach. »Danke für deine Besorgnis, Dr. Seuss«, sagte sie mit vollem Mund.

»Zurück in eure Ecken«, scherzte ich.

Jetzt, da wir die Wochen bis zu Rebeccas extravaganter Hochzeit herunterzählten, kochten die Emotionen gern einmal hoch. Unsere Gruppenchats glichen einer Müllhalde für Hochzeitsprobleme. Rebecca beschwerte sich darüber, dass ihre Mutter, Assemblywoman Donna Yu, all ihre politischen Verbündeten auf die Gästeliste gesetzt hatte. Jesse beklagte sich darüber, dass sie ihren Eltern gestattet hatte, eine traditionelle Hochzeit zu planen, weil sie Geld sparen wollte, aber das brachte größere Schwierigkeiten mit sich als erwartet. Und deswegen sollten wir uns nicht auch noch gegenseitig das Leben schwer machen, jetzt, da wir einander am meisten brauchten. Mir wurde die Ehre zuteil, sowohl Brautjungfer als auch Floristin zu sein, und so war es für mich besonders wichtig, dass alle gut miteinander klarkamen, denn mein Leben war auch so schon kompliziert genug.

Oft fragten mich die Leute, wie unsere Clique die letzten zehn Jahre hatte überstehen können, weil darin doch so verschiedene Persönlichkeiten aufeinanderprallten. Rebecca sagte gern lautstark ihre Meinung – der Apfel fiel nicht weit vom politischen Stamm ihrer Familie –, und das mit der Ausstrahlung eines wohlmeinenden, sich in alles einmischenden Tantchens. Jesse, meist in Lycra gekleidet und mit französischen Zöpfen, schüchterte die Leute gern mit ihren Muskeln und ihrer Schönheit ein. Beth und ich waren die ausgleichenden Pole und hielten die Gruppe zusammen. Beth war klug und hatte eine ausgeprägte soziale Ader, weshalb es niemanden überrascht hatte, dass sie an der USC zum Medizinstudium angenommen worden war. Sie war nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, es sei denn, es standen Prüfungen an. Dann verschwand sie praktisch von der Bildfläche und war nur noch für ihren Freund Ethan, den Koch, auffindbar, mit dem sie schließlich auch zusammenwohnte. Und ich? Da ich gern jede Art von Konflikt vermied, hatte ich mich eigentlich für eine großartige Vermittlerin gehalten, bis meine Therapeutin mir eines Tages riet, an meinen Kommunikationsfähigkeiten zu arbeiten.

Aber das eigentliche Geheimnis unserer Freundschaft lag darin, dass wir uns gegenseitig akzeptierten. Wir erwarteten nicht, dass die anderen dasselbe dachten oder dass wir immer einer Meinung waren, auch wenn das unser Leben einfacher gemacht hätte. Das war der Grund, weshalb sich jede Einzelne von uns genauso weiterentwickeln konnte wie unsere Freundschaft, die bisher jede unserer romantischen Beziehungen überdauert hatte. Freundinnen vor Typen, wie Jesse es ausdrücken würde.

Rebecca war unbeeindruckt. »Elise, kannst du wirklich nicht zu meinem Probeessen kommen? Lass mich nicht betteln.«

Zu gern hätte ich sie betteln sehen, denn normalerweise setzte sie ihren Willen lediglich mit einem Wimpernschlag und einem Bitte, bitte durch. »Du weißt, dass ich nicht kann. Ich bin an diesem Abend für eine Hochzeit gebucht.«

Es handelte sich um einen der wenigen Aufträge in dieser Hochzeitssaison, bei denen ich keinen Rabatt für Freunde oder Familienmitglieder gab, und den konnte ich mir nicht entgehen lassen. »Den Auftrag habe ich schon vor über einem Jahr angenommen.« Bevor Rebeccas Verlobter Mark ihr den Antrag gemacht hat, hätte ich anfügen sollen.

Rebecca stieß einen missbilligenden Laut aus. »Erst mein Bruder, jetzt du. Wer noch? Die Band?«

»Ich würde kommen, wenn ich könnte«, beteuerte ich und lächelte entschuldigend. Was ihren jüngeren Bruder Ben betraf, nun, für den konnte ich nicht sprechen. Der Kerl hatte ein riesiges Drama verursacht, als er nicht zur Verlobungsfeier erschienen war. Und ausgerechnet ihm war ich von Rebecca als Begleiterin für die Hochzeit zugewiesen worden – praktisch als menschliche Handschelle, damit er sich nicht noch einmal aus dem Staub machen konnte.

»Du hast bereits die Junggesellinnenparty verpasst.« Es hatte wenig Sinn, mir ein schlechtes Gewissen machen zu wollen. Sie wusste, dass es mehr als das brauchte, denn schließlich kannte sie meine Mutter und deren enttäuschten »Dafür habe ich Vietnam verlassen?«-Blick, als ich das College abgebrochen hatte, und einen weiteren, als ich meinen Job bei einer renommierten Firma für Eventmanagement gekündigt hatte, um mich selbstständig zu machen. Ich kämpfte bereits mit genug Schuldgefühlen für mehrere Leben.

»An diesem Wochenende war ich ebenfalls gebucht.« Es hatte sich um eine kleine Hochzeit in einem Gewächshaus gehandelt, die wenige Vorbereitungen erforderte, weshalb ich durchaus mit ihnen allen nach Miami hätte fliegen können – wenn ich das Geld dafür gehabt hätte. Das war die Ironie daran, in einer Multimilliarden-Dollar-Branche zu arbeiten: Ich verdiente einfach nicht genug, um an aufwendigen Junggesellinnenpartys teilzunehmen.

»Was ist mit Sarah?«

»Sie hat gekündigt.« Was nicht ganz stimmte, denn ich hatte meine Assistentin gehen lassen müssen. Genauso wie Fernando, meinen Lieferanten. Ich war selbst schuld. Die Gründung meines Blumenateliers war direkt mit einer Konjunkturflaute zusammengefallen, woraufhin auf einmal Minihochzeiten im Trend lagen. Veranstaltungen schrumpften genau wie meine Gewinnspanne auf ein Minimum zusammen. Abgesehen davon, dass ich vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen hatte, konnte ich es mir buchstäblich nicht leisten, eine Veranstaltung abzusagen. Nicht einmal für eine meiner besten Freundinnen. »Ist es nicht wichtiger, dass ich an deinem eigentlichen Hochzeitstag dabei bin?«

»Klar«, stimmte Rebecca mit dem Enthusiasmus eines ängstlichen Teenagers zu.

Beth, die mein Unbehagen bemerkte, wechselte das Thema und stellte eine Frage, mit der alle etwas anfangen konnten. Alle außer mir.

»Elise, wie kommt es, dass du nicht auf meine Nachricht wegen dem Blind Date mit Tom geantwortet hast?«

Um etwas Zeit zu gewinnen, füllte ich meine zierliche Tasse mit Himbeer-Rooibos-Tee auf. »Du weißt doch, dass ich die Liebe meines Lebens lieber auf die altmodische Art kennenlerne. Indem ich Briefe an meine Highschool-Schwärme schreibe und dann aus Versehen verschicke oder mit meiner besten Freundin einen Heiratspakt schließe, für den Fall, dass wir beide mit dreißig noch Single sind – was auch immer zuerst eintrifft. Also, was meinst du, Beth? Du und ich in zwei Jahren?«

Jesse umklammerte ihre Teetasse mit beiden Händen und...



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