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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 17, 272 Seiten
Reihe: Luzifer junior
Till Luzifer junior (Band 17) - Vier Freunde für ein Hölleluja
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7320-2424-7
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Lustige und beliebte Kinderbuch-Reihe ab 10 Jahren
E-Book, Deutsch, Band 17, 272 Seiten
Reihe: Luzifer junior
ISBN: 978-3-7320-2424-7
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jochen Till, geboren 1966 in Frankfurt am Main, sitzt seit nunmehr 20 Jahren in der Hölle in Abteilung 66 (Schriftsteller und andere Lügenerfinder), von Luzifer höchstpersönlich dazu verdonnert, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Was der Teufel allerdings nicht weiß: Er fühlt sich pudelwohl dort unten und hat höllischen Spaß dabei.
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Viel zu weich
»Sind alle da?«, fragt Gustav. »Können wir mit dem Meeting beginnen?«
»Aaron verspätet sich«, sage ich. »Er hat mir gerade eine Nachricht geschickt, er bereitet noch irgendeine Überraschung für heute Abend vor. Wir sollen aber ruhig schon ohne ihn anfangen.«
»Alles klar«, sagt Lilly. »Dann aber mal zackig, ich hab nämlich auch noch jede Menge zu tun bis heute Abend. Diese bescheuerte Party bringt alles durcheinander. Wessen blöde Idee war es noch mal, dass alle Folterknechte heute Abend eine Stunde zum Mitfeiern freikriegen?«
»Meine«, antworte ich grinsend. »Ohne die Folterknechte und all die anderen dämonischen Angestellten hätten wir heute nichts zu feiern. Sie haben es sich absolut verdient, auch ein bisschen Spaß zu haben.«
»Blödsinn, Spaß«, brummelt Lilly. »Wir sind die Hölle, hier geht es nicht um Spaß. Bei Papa hätte es das nicht gegeben.«
»Das stimmt«, sage ich. »Aber Papa ist seit 666Jahren in Rente. Und wir haben uns damals vorgenommen, es besser zu machen als er.«
»Ja, super«, knurrt Lilly. »Und ich muss es ausbaden. Weißt du, was für ein Chaos das heute mit den Dienstplänen ist?«
»Hey, du wolltest unbedingt die Fürstin der Finsternis werden«, erwidere ich. »Das hast du jetzt davon. Dienstpläne.«
»Natürlich wollte ich das«, sagt Lilly. »Weil du viel zu weich für den Job gewesen wärst. Mit dir als Papas Nachfolger wäre das hier unten jetzt der reinste Vergnügungspark.«
»Jetzt übertreib mal nicht so, Schwesterherz«, erwidere ich. »Das ist die erste Höllenparty in 666Jahren. Ab morgen läuft dann mit deinen Dienstplänen wieder alles wie immer.«
»Das hilft mir heute aber überhaupt nicht«, knurrt Lilly. »Es sind ja nicht nur die Folterknechte. Die Handwerker-Dämonen wollen auch mitfeiern. Und wir sind jetzt schon mindestens zweihundert Jahre im Verzug mit der Sanierung der ältesten hundert Abteilungen. Ach ja, und wer soll denn heute Abend den Neuankömmlingen in den Hintern treten, wenn sämtliche Empfangsdämonen lustig auf der Tanzfläche herumstampfen? Ich weiß echt nicht, wie ich das alles …«
»Ich helfe dir nachher Lilly«, unterbricht Gustav sie. »Mach dir keine Sorgen, das kriegen wir schon hin.«
»Danke, das ist lieb von dir«, brummelt Lilly kaum hörbar. »Blöde Party, blöde.«
Der gute, alte Gustav. Hilfsbereit wie eh und je. Daran wird sich wohl nie etwas ändern. Und genau dafür liebe ich ihn. Einen besseren Freund kann man sich nicht wünschen, das hat er immer wieder bewiesen. Damals oben bereits und hier unten seit 666Jahren als unser Geschäftsführer erst recht. Gustav hält den Laden in allen Belangen zusammen, organisatorisch und vor allem auf persönlicher Ebene, ohne ihn wären wir alle aufgeschmissen und höchstwahrscheinlich heillos zerstritten. Wenn Lilly und ich uns mal wieder wegen irgendetwas zoffen, erinnert Gustav uns daran, wie lieb wir uns eigentlich haben, und eine Minute später liegen wir uns versöhnt und schluchzend in den Armen.
»So, dann lasst uns mal loslegen«, sagt Gustav. »Der einzige Punkt auf der Tagesordnung ist heute die Party. Ich frage jetzt nacheinander alle Abteilungen des Festkomitees nach dem Stand der Vorbereitungen. Wir beginnen mit dem Catering. Seid ihr startklar? Habt ihr genug Personal? Steht das Buffet? Habt ihr alles gekriegt, was auf eurer Einkaufsliste stand?«
»Fast alles«, sagt Jörg. »Ich warte noch auf eine Lieferung Zitronenlimo. Aber Wolfram hat mir fest zugesagt, dass ich sie heute noch im Lauf des Vormittags kriege.«
»Kriegst du«, sagt Onkel Wolfram. »Ist quasi in diesem Augenblick auf dem Weg zu euch in die Küche.«
»Perfekt!«, sagt Jörg strahlend. »Die Limo wird der Klopper! Ist eine neue Rezeptur von mir, die wird mit Wasabi-Sirup und Höllenpfeffer verfeinert und hat eine garantiert explosive Wirkung. Aber keine Sorge, ich klebe einen Warnhinweis drauf, dass man sie nur mit einem Mindestabstand von fünf Metern zu anderen trinken darf.«
»Du lässt da aber schön die Finger von, Schätzchen, verstanden?«, sagt Nina mit Blick zu Gustav. »Du hattest als Kind schon immer Probleme mit scharfen Sachen, die schlagen dir auf die Verdauung und dann tut dir die ganze Nacht dein Bäuchlein weh.«
Gustav seufzt laut.
»Ach, Mama«, stöhnt er. »Es ist fast 700Jahre her, dass ich ein Kind war. Und eine Verdauung habe ich nun auch schon ewig nicht mehr. Außerdem haben wir schon mindestens eine Million Mal darüber gesprochen, dass du mich während der Arbeit nicht Schätzchen nennen sollst.«
»Vergiss es«, sagt Jörg grinsend. »Das wird nie passieren. Sie ist deine Mutter, sie kann nicht anders, das wird sich niemals ändern.«
»Ja, und warum denn auch?«, sagt Nina. »Du warst immer mein Schätzchen und du wirst es auch immer bleiben. Damit zeige ich dir doch nur, wie lieb ich dich hab. Wird ja wohl noch erlaubt sein, oder? Und ich bin doch auch extra deinetwegen von da oben hier runtergekommen, das war gar nicht so einfach. Wenn Luzie und Lilly sich nicht so sehr für mich bei ihrem Opa eingesetzt hätten, hättest du jetzt nämlich keine Mama mehr. Wäre dir das etwa lieber, hm?«
»Nein, Mama«, erwidert Gustav stöhnend. »Natürlich nicht. Aber …«
»Oh, warte mal, Schnucki«, unterbricht ihn Nina. »Du hast da ein bisschen Ruß an der Backe!«
Sie zieht ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche, spuckt hinein und wischt Gustav damit im Gesicht herum.
»Mama«, beschwert sich Gustav. »Lass das!«
»Schon weg«, sagt Nina zufrieden. »Jetzt siehst du wieder wie ein ordentlicher Chef aus, Schätzchen. Gern geschehen. Dann mach mal weiter mit deinem Meeting-Dingsbums.«
Gustav wirft Lilly und mir einen kurzen, strafenden Blick zu, mit dem er wohl sagen will, dass wir ihm die regelmäßig stattfindenden Peinlichkeiten seiner Mutter eingebrockt haben, aber das ist natürlich nicht so. Er hat uns schließlich selbst darum gebeten, dass wir seine Mutter hier runter zu ihm und Jörg holen. Und grundsätzlich ist er auch sehr glücklich darüber, glaube ich – wenn sie ihm nicht gerade vor versammelter Mannschaft mit einem feuchten Taschentuch im Gesicht herumfummelt. Warum sie das macht, können wir uns alle nicht so richtig erklären, denn sie war zu Lebzeiten ja ziemlich cool, das fing erst hier unten an.
»Okay«, seufzt Gustav. »Weiter im Programm. Wie sieht es mit der Musik für heute Abend aus? Arne?«
»Da gibt es leider ein kleines Problem«, sagt Arne. »Die Lieblingsband des Seniors ist verschollen. Ich habe sämtliche Abteilungen abgesucht, aber die Jungs sind unauffindbar.«
»Oh, das ist aber seltsam«, sage ich. »Und sehr schade. Ich hätte Papa gern damit überrascht. Er mag diese Band wirklich sehr, er hat sich oben sogar ein lebensgroßes Denkmal von ihnen in den Vorgarten gestellt.«
»Wie gesagt, ich habe wirklich alles versucht, tut mir echt leid«, sagt Arne. »Wie wäre es denn stattdessen mit einer coolen All-Star-Band? Ich hätte da schon eine Idee, die den Saal garantiert rocken wird.«
»Ja, das klingt doch gut«, sagt Gustav. »So was hatten wir doch damals bei Luzies und Lillys Geburtstag auch schon mal. Mach das.«
»Alles klar, ist gebongt«, sagt Arne.
»Sehr gut«, sagt Gustav und wendet sich an Lilly und mich. »Kommt euer Vater überhaupt? Er war schließlich seit 666Jahren nicht mehr hier unten.«
»Ich habe gestern noch mit Steven gesprochen«, sage ich. »Er hat gesagt, er schleift Papa notfalls an den kaum noch vorhandenen Hörnern hier runter. Ich gehe fest davon aus, dass sie kommen.«
»Sehr schön, das freut mich«, sagt Gustav. »Das heißt, die beiden sitzen beim Bankett bei uns an der Tafel. Hast du das mit eingeplant, Frank? Steht die Sitzordnung?«
Frank? Wer ist denn noch mal … Oh! Natürlich! Ich glaube, das werde ich mir auch in den nächsten 666Jahren nicht merken können. Für mich wird das einfach auf ewig der Holzapfel bleiben, das kriege ich offenbar nicht aus meinem Kopf raus.
»Öh … Na ja … Es hieß die ganze Zeit, dass Luzifer und Steven wahrscheinlich nicht kommen«, antwortet der Holzapfel. »Die Tafel des Höllenrats ist komplett besetzt, da ist kein Platz mehr für die beiden. Wir könnten höchstens noch zwei Stühle an den Berserker-Tisch quetschen, alles andere ist voll.«
»Auf gar keinen Fall«, sagt Gustav. »Dann muss eben eine größere Tafel her. Oder du lässt dir irgendwas anderes einfallen. Regle das bitte.«
»Ja, aber … aber das geht nicht!«, protestiert der Holzapfel. »Es ist schon kurz nach eins! Ich bin Lehrer! Ich arbeite nachmittags nicht!«
»Ich schon«, knurrt Lilly ihn an. »Und am liebsten arbeite ich nachmittags daran, aufmüpfigen Mitarbeitern Nasenhaare wachsen zu lassen, um sie dann mit einer glühenden Pinzette einzeln auszureißen.«
Der Holzapfel schluckt einmal tief.
»Kein Problem, Chefin«, murmelt er kleinlaut. »Alles klar, Chefin. Ich kriege das hin, Chefin.«
»Das will ich dir auch geraten haben«, knurrt Lilly und wirft mir einen genervten Blick zu.
Ja, ich weiß, Lilly. Du warst von Anfang an dagegen, dass wir den Holzapfel ins Team holen. Aber irgendwie war er mir in St.Fidibus doch ans Herz gewachsen, und Aaron und Gustav waren auch dafür und so wurde Lilly überstimmt. Wirklich von Nutzen ist er tatsächlich nicht, er ist so eine Art Springer und kriegt manchmal kleinere Aufgaben, die er so gut wie nie ordentlich erledigt. Egal,...




