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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 592 Seiten
Timm Grüße vom letzten Haus in Indien
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-6759-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Geschichten einer Missionarsfamilie
E-Book, Deutsch, 592 Seiten
ISBN: 978-3-7578-6759-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Helmut Timm arbeitete 23 Jahre als Missionar in Indien. Danach war er Leiter der Velberter Mission. Er ist mit Hildegard verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
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PERSÖNLICHES VORWORT
Eineinhalb Jahre vor unserer Goldenen Hochzeit habe ich angefangen, dieses Buch zu schreiben. Damals dachte ich, dass der geheimnisvolle Titel „Unterwegs mit Mei Hua“ mit dem Untertitel „Was meine Enkelkinder alles wissen wollen“ passend für das Buch sei und dass es bis zu unserem 50-jährigen Ehe-Jubiläum fertig werden würde. Ich wollte darin interessante Begebenheiten schildern, die wir beide zusammen mit unseren vier Kindern in den vielen Jahren in Indien erlebt haben, und auch verraten, warum meine liebe Frau Hildegard, mit der ich nun schon seit so vielen Jahren glücklich verheiratet bin, neben ihrem deutschen eine Zeit lang noch einen chinesischen Vornamen trug – nämlich den Namen „Mei Hua“!
Anstöße
Unsere vier Kinder waren zu jenem Zeitpunkt – im Frühjahr 2011 –, als mir die Idee zum Schreiben dieses Buches kam, schon lange verheiratet und hatten alle eigene Kinder – insgesamt zehn Töchter und drei Söhne: Rebecca (18), Joanna (17), Leah (15), Jocelyn (13), Jamie (13), Jiska (11), Aletta (9), Jelita (9), Ebba (8), Josia (8), Jolina (3) und Jonathan (1). Josua war leider schon einige Jahre zuvor kurz nach der Geburt gestorben. Es waren die älteren unserer wissbegierigen Enkelkinder, die mir mit ihren vielen Fragen die ersten Anstöße gegeben haben, das Buch zu schreiben. Was sie damals nicht alles von uns wissen wollten! Der Fragenkatalog wurde von Jahr zu Jahr länger. Und natürlich hatte auch Joel, der als letztes unserer Enkelkinder im Jahr 2013 geboren wurde, seine Fragen. Hier ein paar Beispiele.
- Oma, wieso bist du in China geboren?
- Opa, was hast du als Junge vom Krieg noch alles miterlebt?
- Oma, wie alt warst du, als ihr geheiratet habt?
- Opa, warum seid ihr mit dem Schiff nach Indien gefahren?
- Oma, ist Lepra eine gefährliche Krankheit?
- Opa, kannst du mir eine Geschichte von Mama erzählen, als sie so klein war wie ich?
- Oma, wie viele Sprachen kannst du sprechen?
- Opa, wie hast du die giftigen Schlangen getötet?
- Oma, warum haben indische Frauen einen roten Punkt auf der Stirn?
- Opa, warum kannst du so gut Fußball spielen?
- Oma, kannst du morgen wieder indisches Essen für uns kochen?
- Opa, hast du schon mal Gottes Stimme gehört?
Ich besuchte Kurse in der Volkshochschule Velbert über „Geschichten schreiben – Erfahrungen festhalten“ und machte mich an die umfangreiche Arbeit – nicht nur, um die Fragen der Enkelkinder zu beantworten, sondern auch, um ihnen weitere Einzelheiten mitzuteilen, die sie, wie ich fand, wissen sollten. Ich schrieb die Familiengeschichte unserer Vorfahren auf, erzählte, wie Hildegard und ich uns kennen und lieben gelernt haben, schilderte unsere abenteuerliche Reise nach Indien, teilte mit, wie wir in einem Kinderheim am Fuße des Himalaja von einer amerikanischen Missionarin und 133 indischen Mädchen und Jungen herzlich empfangen wurden, erklärte, warum unsere erste Tochter in einem Krankenhaus in 2000 Metern Höhe geboren wurde, und berichtete, in welchen Gottesdiensten Nichtchristen angefangen haben, an Jesus Christus zu glauben. Immer wieder kam ein neues Kapitel dazu. Eines wurde mir im Laufe des Schreibens aber klar. Dieses Buch würde keine vollständige Autobiografie werden, sondern höchstens Memoiren wiedergeben, also Erinnerungen über einen wichtigen Abschnitt in unserem Leben.
Hindernisse
Als aber am 1. September 2012 die schöne Feier unserer Goldenen Hochzeit im Parkhotel von Velbert stattfand, musste ich einsehen, dass unsere Enkelkinder schneller gewachsen waren als mein Buch! Es war leider nicht fertig geworden. Das lag einmal an den vielen Geschehnissen, die ich noch niederschreiben wollte, und dann wurde mein schriftstellerischer Tatendrang immer wieder durch verschiedene Aufgaben abgebremst. Für die Belange der Velberter Mission – inzwischen „VM-International“ – habe ich mich nämlich weiterhin ehrenamtlich eingesetzt, nachdem ich dort zehn Jahre zuvor meinen Dienst als Missionsleiter beendet hatte und in den Ruhestand getreten war, für den Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden bin ich einige Jahre lang ihr Integrationsbeauftragter in der Region Nordrhein-Westfalen gewesen, für die Christliche Gemeinschaft Velbert – inzwischen „Christus Gemeinde Velbert“ – habe ich in den Gottesdiensten öfter einmal gepredigt sowie einen der Hauskreise geleitet und für die örtliche Evangelische Allianz habe ich Funktionen im Vorstand übernommen.
Als ich dann diese Dienste einen nach dem anderen abgegeben hatte, spornten meine wunderbaren Kinder und Enkelkinder mich wieder dazu an, das Buch fertig zu schreiben. Auch Mitglieder der Christus Gemeinde und Freunde aus anderen Gemeinden, die um dieses Projekt wussten, ermunterten mich, am Ball zu bleiben. Sogar Bekannte einer Sportgemeinschaft in Velbert, mit denen Hildegard und ich bis heute regelmäßig Gymnastik betreiben und schwimmen gehen, waren an unseren Erlebnissen in Indien interessiert. Als sie einige Kapitel gelesen hatten, wollten sie gleich wissen, wann denn die nächsten fertig würden! Und ich selbst hatte die Hoffnung, dass meine Aufzeichnungen nicht nur ein Andenken für unsere Enkelkinder sein werden, sondern dass vielleicht auch andere Menschen davon profitieren können.
Hoffnungen
Vielleicht werden christusgläubige Jungen und Mädchen beim Lesen dieses Buches inspiriert, noch ernsthafter Gottes Willen für ihr Leben zu suchen und sich für einen Dienst in der Weltmission zu entscheiden!
Vielleicht wird für Ehepaare die berechtigte Frage „Kann man es überhaupt verantworten, auf dem Missionsfeld Kinder zu haben?“ positiv beantwortet, wenn sie lesen, dass nicht nur alleinstehende Missionare (meistens Frauen!), sondern auch Familien mit Kindern im Ausland ein Segen für viele Menschen werden können.
Vielleicht werden christliche Gemeinden und Einzelpersonen motiviert, einzelne Missionare, ja ganze Familien oder bestimmte Missionswerke zu unterstützen – durch ihre Gebete, durch praktische Hilfen und durch finanzielle Spenden.
Vielleicht werden Leserinnen und Leser überzeugt und aufgerufen, den wahren Sinn und das eigentliche Ziel ihres Lebens zu entdecken, sich von Jesus Christus retten und führen zu lassen und sich mit der Bibel zu befassen.
Vielleicht werden Touristen Lust bekommen, nach Indien zu reisen, um die schönen Landschaften zu bestaunen, die verschiedenen Menschen und Religionen kennenzulernen, eine kulinarische Entdeckungsreise zu machen oder das letzte Haus in Indien zu besuchen!
Und vielleicht werden diese Besucher dann irgendwo in Indien ehemalige Heimkinder treffen, die wir einmal betreut haben und die dann erzählen können, was aus ihnen geworden ist.
Wenn also Gott alle Ehre bekommt, wenn unsere Kinder, unsere Enkelkinder und andere Menschen durch die Lektüre im persönlichen Glauben an Jesus Christus gestärkt werden und wenn in christlichen Gemeinden das missionarische Interesse geweckt wird, sind die Zeilen in diesem Buch mehr als nur Druckerfarbe!
Der Titel
Dass der Titel des Buches nun doch nicht „Unterwegs mit Mei Hua“, sondern „Grüße vom letzten Haus in Indien“ lautet, hat folgenden guten Grund. Unser Wohnsitz für die ersten fünf Jahre in Indien war das kleine Dorf Bhogpur am Fuße des Himalaja. Danach ließen wir uns für die nächsten achtzehn Jahre in einem Dorf mit dem Namen Rupaidiha nieder, wo schon viele Jahre vor uns andere Missionare ein Wohnhaus gebaut und eine Missionsstation gegründet hatten. In den 1930er Jahren hatte dort das amerikanische Ehepaar Frank und Ruby Nicodem mit seinen sechs Kindern gelebt. Weil es für die Kinder in diesem kleinen Ort keine Schule gab, wurden sie in die 600 km entfernte Internatsschule „Woodstock School“ nach Mussoorie geschickt.
Auch Jack, der achtjährige Sohn dieser Familie, musste von zu Hause weg und hier in einer ihm entsprechenden Klasse lernen. Eines Tages fragte ihn der Lehrer: „Jack, wo wohnst du eigentlich?“ Dieser antwortete: „In Rupaidiha.“ „Rupaidiha? Wo liegt das?“, erkundigte sich der Lehrer. Die Antwort von Jack Nicodem lautete: „Dort, wo das letzte Haus von Indien steht!“ Als der Lehrer wissen wollte, wo das ist, platzte es aus Jack empört heraus: „Sie wissen nicht, wo das letzte Haus in Indien ist? Es steht in Rupaidiha!“
Alle Missionare, die später in diesem Haus wohnten, haben diese wahre und lustige Begebenheit immer mal wieder zum Anlass genommen, ihre Briefe mit „Grüße vom letzten Haus in Indien!“ zu beginnen. Auch wir begannen zahlreiche Briefe mit diesem Satz. Es war tatsächlich so. Trat man nur wenige Schritte aus diesem Haus heraus, befand man sich schon im Niemandsland – in einem etwa zehn Meter breiten Gebietsstreifen der indisch-nepalesischen Grenze, der staatsrechtlich herrenlos war und von niemandem besiedelt werden durfte. Durch die unzähligen Briefe, die wir in diesem Haus geschrieben und empfangen haben und von denen viele Hundert bis heute aufbewahrt worden sind, konnte ich übrigens auch nach so...




