Tjagvad | Circus Grenaldi | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 916 Seiten

Tjagvad Circus Grenaldi

Band 1 & 2
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-395-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Band 1 & 2

E-Book, Deutsch, 916 Seiten

ISBN: 978-3-98952-395-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Hier scheint alles möglich - auch eine komplizierte Liebe: »Circus Grenaldi« von Tess Tjagvad jetzt als eBook bei dotbooks. REACH FOR THE STARS: Leistungsturner Nolan hat zum Missfallen seiner Eltern das Jurastudium abgebrochen und sich auf eine Stelle im berühmten Circus Grenaldi als Trapezkünstler beworben. Seine Partnerin: Yara Grenaldi, Tochter des Zirkusdirektors und zunächst alles andere als begeistert von der Idee, mit einem Laien zusammenzuarbeiten. Trotzdem können die beiden die gegenseitige Anziehung bald nicht mehr ignorieren. Doch nach der Saison werden sie sich wieder trennen müssen ... GO UP IN FLAMES: Margo hat es geschafft - die frischgebackene Journalistin wird eine Dokumentationsreihe über den berühmten Circus Grenaldi filmen. Sie würde sich voll und ganz auf das Projekt konzentrieren, wäre da nicht der geheimnisvolle Direktionssohn und Feuerakrobat Elio, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Die beiden kommen sich unweigerlich näher - doch dann begehen sie einen kleinen, aber folgenschweren Fehler ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der New Adult Hit »Circus Grenaldi« von Tess Tjagvad. Fans von Mona Kasten und Kira Mohn werden begeistert sein. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Tess Tjagvad, geb. 1995, ist gelernte Floristin, studiert aber derzeit Germanistik. Unter dem Pseudonym »barelines« avancierte sie auf Wattpad zur #1-Autorin mit u?ber einer halben Million Reads. Tess läuft ständig mit Musik im Ohr herum. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, vertreibt sie sich die Zeit beim Kraftsport oder bei Spaziergängen in der Natur. Die Autorin auf Instagram: instagram.com/tesstjagvad Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre »Fort Lake«-Reihe mit den Romanen »Ich kann dich fühlen« und »Ich kann nicht vergessen« sowie ihre »Circus Grenaldi«-Reihe mit den Romanen »Reach for the Stars« und » Go up in Flames«.
Tjagvad Circus Grenaldi jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


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1 | Nolan


Dieses Jahr hatte ich mir zu meinem Geburtstag kurzerhand selbst ein Geschenk gemacht und das Jurastudium geschmissen.

Diese Hiobsbotschaft meinem Vater, der stets auf Erfolg bedacht war, beim gemeinsamen Kuchenessen mit den Verwandten zu verkünden schien nicht meine beste Idee gewesen zu sein. Aber wenn ich ehrlich war, hatte ich dem Moment schon entgegengefiebert, seit ich die Austrittserklärung unterschrieben hatte.

Warum man für so eine Aktion ausgerechnet seinen eigenen Geburtstag wählt? Weil es für mich kein besseres Geschenk als Freiheit gab.

In meinem ganzen Leben hatte ich bis dahin noch keinen erfüllenderen Moment genossen, denn mit einem Mal hatte ich mich um so vieles leichter gefühlt.

Zwei Wochen waren seitdem vergangen, und ich hatte beschlossen, Anspruch auf die Couch meiner besten Freundin Margo zu erheben, bis ich einen Job fand. Ihre unbequeme, mit weißen Katzenhaaren übersäte Couch wohlgemerkt. Alles, was mich nachts davor bewahrte, daran zu ersticken, waren meine Allergietabletten.

Auch in dieser Sekunde musste ich wieder mit ansehen, wie sich ihr fetter Kater Maxwell mit einem Maunzen auf meiner sorgsam gefalteten Wolldecke ausbreitete. Er klang jedes Mal, als würde er sich beklagen wollen, dabei wusste ich wirklich nicht, was an seinem Leben so dermaßen frustrierend sein sollte. Der Kerl müsste mal in meiner Haut stecken, dann wüsste er, wessen Dasein hier das beklagenswertere war.

Obwohl mein Geburtstag nun schon einige Zeit zurücklag, konnte ich die Stimme meines Dads noch hören, wann immer ich nachts versuchte, einzuschlafen.

Du hast doch den Verstand verloren, Nolan! Wie kannst du es wagen, ohne meine Erlaubnis dein Studium zu beenden? Mach es sofort rückgängig! Was soll das heißen, es geht nicht? Wie stellst du dir das vor? Was ist deine Alternative? Das Turnen? Dass ich nicht lache! Dieser Weibersport hat dir Flausen in den Kopf gesetzt, Junge! Glaub mir, ich habe sicher keine Söhne großgezogen, damit sich einer von ihnen in Strumpfhosen vor Gott und der Welt lächerlich macht!

Man sollte meinen, ich wäre inzwischen abgehärtet, so oft wie ich mir Sprüche wie diese schon hatte anhören müssen, aber in Wahrheit traf Dad mich jedes Mal wieder damit. Es half nicht einmal, dagegen anzureden, weil er in seiner unzeitgemäßen Meinung so festgefahren war, dass er stets abblockte.

Das Turnen war ihm schon übel aufgestoßen, als ich noch ein kleiner Junge gewesen war, und es hatte sich bis heute nicht geändert, obgleich ich insgeheim immer gehofft hatte, dass er es eines Tages akzeptieren würde.

Vielleicht hatte ich die vergangenen Jahre deshalb so verzweifelt darum gekämpft, ihm zu beweisen, wie gut ich darin war. Nur war gut letztlich nicht gut genug für meine Familie. Es war nur das silberne Trostpflaster, das man bekam, wenn es für Gold nicht gereicht hatte.

Der Auszug aus meiner Wohnung, die er mir zum Studienbeginn gekauft hatte, war somit die einzig logische Konsequenz, um nicht länger von jemandem abhängig sein zu müssen, der weder meine Interessen noch meine Entscheidungen unterstützte.

Dass ich nun in der WG meiner besten Freundin gestrandet war, wussten meine Eltern nicht. Wahrscheinlich würden sie es auch nie erfahren.

Untertauchen war mein Ding. Es gab Zeiten, da hatte ich mich nur bei ihnen gemeldet, wenn es unumgänglich gewesen war. Jetzt wünschte ich, ich hätte schon viel früher den Mut gefunden, diese Aktion durchzuziehen. Das hätte mir immerhin drei Jahre Studium erspart.

»Oh mein Gott, Nole! Du wirst nicht glauben, was ich gerade gesehen habe.« Margo knallte die Haustür hinter sich zu, schlüpfte aus ihren Schuhen und schwang sich über die Lehne zu mir aufs Sofa. »Hier, sieh mal.« Sie drückte mir ihr Handy in die Hand, auf dem Instagram geöffnet war.

Ich benötigte einen Augenblick, bis ich verstand, dass die Werbeanzeige auf ihrem Bildschirm von der Anwaltskanzlei meines Dads stammte – A. R. James & Son.

Wow. Mein Abgang lag kaum zwei Wochen zurück, und er verspürte bereits den Drang, den Kanzleinamen anzupassen? Das war … beachtlich.

Dad hatte das Unternehmen nach dem Ruhestand meines Grandpas übernommen und mit dem offiziellen Eintritt meines großen Bruders Aiden das »Son« kurzerhand um ein simples »s« ergänzt. Schließlich hatte für ihn immer festgestanden, dass ich nach meinem Studium sowieso ins Geschäft mit einsteigen würde.

Beängstigend, wie viel Macht ein einziger Buchstabe besaß. War er da, erschwerte er dir das Atmen. Fehlte er plötzlich, bekamst du einen Moment lang gar keine Luft mehr.

»Schätze, das hat sein Ego nicht verkraftet«, murmelte Margo.

»Was du nicht sagst.« Ich gab ihr das Handy zurück und griff stattdessen wieder nach meinem Collegeblock. »Wieso wird dir überhaupt Werbung dafür angezeigt?«

Ihre Wangen färbten sich so zartrosa wie die Spitzen ihres blonden Haares. »Eventuell habe ich vor ein paar Tagen mal Bilder von Aiden gegoogelt und bin dabei auf der Website der Kanzlei gelandet …«

Mir entwich ein schweres Seufzen. Das war nur einer der Nachteile, wenn die eigene Familie in der Öffentlichkeit stand: Es waren überall Bilder von ihr zu finden. Dad gehörte zu Torontos Topanwälten, Mom war Vorsitzende im Stadtrat, und mein großer Bruder Aiden … war einfach Aiden. Er besaß die Gabe, alles, was er anfasste, in Gold zu verwandeln, alles, was er sich vornahm, zu erreichen – ganz egal, was.

Ich hatte mein Leben lang in seinem Schatten gestanden, mit ansehen müssen, wie er reihenweise Erfolge einheimste oder die schönsten Mädchen mit nach Hause brachte. An manchen Tagen hatte ich das Gefühl, ihm würde die verfluchte Welt zu Füßen liegen, während ich mich auf Zehenspitzen zu ihr hinaufreckte und einfach nicht an sie herankam. Allmählich hatte ich es satt.

»Tut mir leid.« Margo legte ihr Handy beiseite und zog ihre Beine an die Brust. »Ich hätt’s dir nicht zeigen sollen.«

Ich zuckte mit den Schultern, den Blick dabei so eisern auf die Notizen in meiner Hand geheftet, dass sich die Sätze darauf zu einem unleserlichen Buchstabenknäuel verwoben.

»Früher oder später hätte ich es sowieso gesehen.«

»Vermutlich.« Sie schwieg einen Augenblick, ehe sie auf den Block deutete. »Was machst du da eigentlich?«

»Hab gleich ein Bewerbungsgespräch.«

Und die letzten zehn Minuten, bevor ich losmusste, wollte ich nutzen, um zumindest ein paar lausige Fakten aus dem Internet abzuschreiben, an denen ich mich bei Nachfragen notfalls entlanghangeln konnte.

»Bewerbungsgespräch? Davon hast du gar nichts erzählt.« Ihre blauen Augen weiteten sich überrascht. »Wo?«

»Im Zirkus.«

Margo blinzelte. »Im Zirkus. Du machst Witze, richtig?«

Ich schüttelte den Kopf. »Sie suchen für ihre diesjährige Tour noch jemanden, der sofort anfangen kann.«

Sechs Wochen Toronto, vier Wochen Ottawa, acht Wochen Montreal und sechs Wochen Quebec. Kurzum: eine willkommene Abwechslung, um die vergangenen Wochen hinter mir zu lassen.

»Anfangen als was? Tierpfleger?« Sie stieß ein missbilligendes Schnauben aus, das typisch für Margo war.

»Die Grenaldis haben keine Tiere mehr. Die arbeiten seit Jahren mit Hologrammen in ihrer Show. Kannst dir deinen Vortrag also sparen.«

»Mit Hologrammen?«, fragte sie stirnrunzelnd. »Wie soll ich mir das vorstellen?«

»Du googelst doch so gern. Sieh’s dir an«, entgegnete ich, steckte den Notizzettel in meine Hosentasche und stand auf.

Ich selbst hatte es getan und war von den Bildern ebenso fasziniert gewesen wie von den diversen Videos und internationalen Zeitungsartikeln. Pferde aus Sternenstaub, die durch die Manege trabten, Elefanten in Lebensgröße und Tiger, die durch brennende Reifen sprangen …

Der Circus Grenaldi gehörte zu den erfolgreichsten und größten Zirkusunternehmen weltweit. Selbst die New York Times hatte im vergangenen Jahr einen Artikel über die »fortschrittliche Entwicklung« und »akrobatische Meisterleistung« verfasst.

Kein Wunder, dass sich Artistinnen und Artisten aus aller Welt darum rissen, in den Grenaldi-Shows auftreten zu dürfen. Umso weniger verstand ich, wieso sie auf meine Bewerbung überhaupt geantwortet hatten.

Margo folgte mir in die Küche. »Okay, und als was hast du dich dann beworben?«

»Als Artist.«

»Das wird ja immer besser.« Sie prustete vergnügt. »Vom Jurastudenten zum Zirkusclown. Meine Damen und Herren: Nolan James! Du solltest eine Biografie schreiben, die würde bestimmt ein Bestseller werden.«

Ich verdrehte die Augen. »Sehr witzig. Nicht als Clown, sondern als Akrobat. Es wäre nur für eine Saison, bis ich mich fürs kommende Wintersemester im Januar einschreiben kann.«

Bis dahin würde ich hoffentlich auch wieder wissen, was ich mit meinem Leben anfangen wollte. Oder wer ich sein wollte. Und ein Job als Akrobat, bei dem ich mit meiner Leidenschaft Geld verdienen konnte, war mir um einiges lieber als eine langweilige Aushilfsstelle in einem Fast-Food-Restaurant.

»Warte mal, warte mal.« Margo hob die Hand. »Ich dachte, du hättest deinem Dad sämtliches Geld zurückgezahlt?«

»Hab ich auch.« Den Großteil zumindest.

»Wie willst du dir dann das College leisten?«

»Ich versuch’s mit einem Sportstipendium«, murmelte ich, während ich im Schrank nach einem Glas suchte und es anschließend mit Wasser füllte. »Vielleicht kann ich über den Turnerverband eins bekommen.«

»Und wenn nicht?« Margo schürzte die Lippen. »Du hättest das Geld behalten sollen, für genau solche...



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