E-Book, Deutsch, 382 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Todd Dark Escort - Rhett
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7325-3279-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rhett
E-Book, Deutsch, 382 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7325-3279-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ich habe noch nie eine einzige meiner Regeln gebrochen. Aber für sie bin ich drauf und dran, sie alle zu brechen.
Die Begleiter des Escort Services Beautiful Entourage sind ihr Geld absolut wert. Viele Frauen finden die gutaussehenden, durchtrainierten jungen Männer schlichtweg unwiderstehlich. Doch sie arbeiten hoch professionell und haben strenge Regeln aufgestellt, die nicht gebrochen werden dürfen. Niemals.
1. Keine Küsse.
2. Keine Gefühle.
3. Kein Sex. Absolut keinen Sex.
Rhett fällt es eigentlich nicht schwer, die Regeln einzuhalten. Als jedoch die hübsche Aspen seine Dienste in Anspruch nimmt, wird die Sache kompliziert. Denn nach der sehr öffentlichen Trennung von ihrem Ex-Verlobten will Aspen ihr Image aufpolieren. Und Rhett soll sie dabei unterstützen - privat und beruflich. Er nimmt den Job an und spielt seine Rolle - bis er plötzlich merkt, dass es keine Rolle mehr ist ... Wird er Aspen auf Dauer widerstehen können?
Ein prickelndes Lesevergnügen! Band 1 der Liebesroman-Reihe DARK ESCORT von New York Times Bestsellerautorin E.L. Todd. Verlieb dich in die heißen Typen von »Beautiful Entourage«: einer Agentur, die weiß, was Frauen wollen. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
USA-Today-Bestsellerautorin E. L. Todd lebt im sonnigen Kalifornien und hat bereits über einhundert Bücher veröffentlicht. Sie schreibt Liebesromane in verschiedenen Genres über Contemporary Romance, New Adult Romance bis Romantic Fantasy.
Die Reihe um den Escortservice ist allerdings die erste, die ins Deutsche übersetzt wurde.
Neben Büchern liebt E.L. Todd Kaffee, Eis und eigentlich alles mit viel Zucker.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel eins
Rhett
Der Frühling rückte näher, und allmählich taute New York City aus dem eisigen Griff des Winters auf. Mit jedem Tag schmolzen die Schneeflecken und wurden kleiner. Schließlich verschwanden sie völlig. Der einzige Grund, warum mir das überhaupt auffiel, war, weil ich den Winter hasste. Die beißende Kälte ging mir durch und durch und ließ meine Knochen steif werden. Meine gefrorenen Hände verkrampften sich, und es war unmöglich, mit meinen Freunden Basketball zu spielen. Wir konnten zwar die Halle im Fitnessstudio benutzen, aber die war natürlich ständig ausgebucht.
Ich warf einen Blick auf mein Handy, um nach der Uhrzeit zu sehen. Es war halb sechs, und Tyler war noch nicht da. Ich saß in einer Nische unserer üblichen Bar, mein Bier unberührt vor mir, eine dicke Schaumkrone obendrauf.
Ich hasste Schaum.
Wie immer, wenn ich nichts zu tun hatte, checkte ich E-Mails und SMS und fragte mich, ob ich gerade was verpasste. Herumzusitzen und nichts zu tun fiel mir schwer. Ich musste mich immer beschäftigen. Wenn ich nicht produktiv war, war das für mich pure Zeitverschwendung. Manche Leute behaupteten, ich hätte eine erstaunliche Arbeitsmoral. Aber die meisten dachten wahrscheinlich, dass ich kein Leben habe.
Endlich kam Tyler herein und entdeckte mich. Er trug ein langärmeliges graues Shirt und eine dicke schwarze Jacke darüber. Seine dunkle Jeans verschwand in schwarzen Stiefeln. Er bestellte ein Bier bei der Kellnerin hinter der Bar, die ihm ein interessiertes Lächeln schenkte. Dann setzte er sich zu mir an den Tisch. »Hey, Mann.«
Ich nickte ihm zu. »Wie geht’s?«
Er hielt einen Finger hoch, während er in einem einzigen Zug sein Bier zur Hälfte austrank. Dann stellte er das Glas auf den Tisch. Direkt neben den Untersetzer. Er lächelte zufrieden. »Ich könnte mich ausschließlich von Bier ernähren. Ernsthaft.«
»Sonst nichts?«, ging ich darauf ein, um ihm den Gefallen zu tun. »Wasser ist verzichtbar?«
»In Bier ist doch Wasser, oder etwa nicht?«
»Stimmt.«
»Dann könnte ich es.«
»Essen ist auch ziemlich wichtig«, meinte ich. »Wäre schwierig, ohne Essen zu leben.«
»Dann lass mich das umformulieren.« Er nahm einen weiteren Schluck, bevor er fortfuhr. »Ich könnte von Bier leben und auf jede andere Flüssigkeit verzichten.«
»Dann wärst du ständig betrunken.«
Er zuckte die Schultern. »Betrunken bin ich sowieso besser zu ertragen.«
Gegen meinen Willen hoben sich meine Mundwinkel zu einem Lächeln. »Wie lief’s gestern Abend?«
Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. »Urgh …«
»So schlimm?«, fragte ich mit einem Lachen.
»Das kann man sich echt kaum vorstellen.«
Ich nahm nun auch einen Schluck von meinem Bier. »Na, rück schon raus damit.«
»Okay, wir kommen also auf diese Hochzeit, und alles läuft wie geschmiert. Sie stellt mich als ihren Freund vor, und ich mache meinen Job und hab ständig den Arm um ihre Taille. Ihre Freundinnen mustern mich interessiert, und ich höre, wie sich ein paar von ihnen zuflüstern, wie süß sie mich finden.«
»Klingt so weit ganz gut …«
Mahnend hob Tyler einen Finger. »Wart’s ab.«
Erwartungsvoll schaue ich ihn an.
»Wir bringen die Zeremonie und das Essen hinter uns. Ich lerne ihre Eltern kennen, und sie mögen mich. Alles läuft großartig. Aber dann taucht ihr Ex auf.«
»Hatte sie dich nicht seinetwegen als Begleiter engagiert?«
»Richtig«, antwortete Tyler. »Offenbar hat er sie mit ihrer Freundin betrogen, und sie wollte ihm beweisen, dass sie über ihn hinweg ist.«
»Hat es funktioniert?«
»Der Kerl wollte mir sofort eine reinhauen.«
»Was?«, fragte ich ungläubig. »Ohne ein Wort zu sagen? Er hat dich einfach angegriffen? Was soll das denn?«
»Keine Ahnung, Mann.« Er trank sein Bier aus und gab der Barkeeperin ein Zeichen für ein weiteres. »Ich hab mich umgedreht, und da ging er schon auf mich los.«
»Und was hast du gemacht?«
»Was glaubst du denn?«, schnauzte er. »Ich hab ihn vermöbelt.« Er deutete auf sein Gesicht. »Ich kann mir das hier doch nicht ruinieren lassen. Damit verdiene ich meine Brötchen. Das versaut mir keiner.«
Ich nickte zustimmend. »Und dann?«
»Die Leute haben uns auseinandergezerrt, aber er war ziemlich übel zugerichtet. Sie haben einen Krankenwagen gerufen, weil er eine Gehirnerschütterung hatte. Mein Date hat sich mit Tränen in den Augen um ihn gekümmert. Lange Rede, kurzer Sinn, sie sind wieder zusammen.«
»Na, wenigstens hatte die Sache ein Happy End.« Ich grinste.
»Schätze, ja«, stimmte er zu. »Aber es war ein Fehler von ihr, ihn zurückzunehmen. Wer einmal fremdgeht, tut’s immer wieder.«
»Das glaube ich nicht. Nicht immer.«
Ein sarkastisches Lachen umspielte seine Lippen. »Wenn ein Kerl nicht die Eier in der Hose hat, offen und ehrlich zu sagen, was er vorhat, dann wird er auch ganz allgemein nicht offen und ehrlich sein. Dann versteckt er sich lieber und vertuscht seine Fehler. Jedes Verhalten hat Auswirkungen auf die generelle Lebenseinstellung. Wenn jemand einmal gelogen hat, wird er auch bei anderen Gelegenheiten lügen. Wenn jemand einmal fremdgegangen ist, dann wird er keiner seiner Partnerinnen treu sein. Glaub mir, ich kenn mich damit aus.«
Ich vermutete, seine Philosophie hatte etwas mit dem schlimmen Ende seiner Beziehung vor einigen Jahren zu tun. »Ich bin ja ganz deiner Meinung. Aber ich glaube auch, dass manche Menschen sich ändern können. Es ist zwar selten, aber es kommt vor.«
»Hab ich noch nie erlebt«, sagte er kopfschüttelnd.
»Vielleicht musst du einfach nur genauer hinsehen.«
Die Barkeeperin brachte das zweite Bier. »Das Glas ist frisch aus dem Eisschrank.« Sie schenkte ihm ein neckisches Lächeln, und ich hätte schwören können, dass sie mit den Wimpern klimperte.
»Danke, Brooke«, sagte Tyler mit einem Lächeln. »Du kümmerst dich immer so aufmerksam um mich.«
Sie stand einen Augenblick lang da, als erwartete sie, dass etwas geschah. »Nun, lass mich wissen, wenn du noch was brauchst.«
»Mach ich«, antwortete er. »Danke!«
Als sie fort war, sah ich ihn an. »Sie steht auf dich.« Ich legte meinen Arm auf die Rückenlehne der Bank und schaute aus dem Fenster.
»Ich weiß.« Er nahm einen Schluck, dann stützte er die Ellbogen auf den Tisch.
»Kein Interesse?«
Er schüttelte den Kopf. »Nö.«
Tyler hielt sich bedeckt, was sein Privatleben anging. Falls es eine Frau gab, mit der er ausging, würde er es mir vermutlich nicht erzählen. Was kurios war, denn wir waren seit Jahren beste Freunde. Nach seiner letzten ernsthaften Beziehung war er nicht groß in der Dating-Szene unterwegs gewesen.
»Was gibt’s bei dir Neues?«, fragte er.
»Eigentlich nichts.«
»Irgendwelche aus dem Ruder gelaufenen Escort-Dates?« Mit einem einzigen Zug leerte er auch sein zweites Bier zur Hälfte. Beim Trinken hatte ich noch nie mit ihm mithalten können.
»Nein, ich habe lange Zeit dieses Mädchen begleitet, damit ihre Familie ihr nicht ständig im Nacken sitzt, aber das ist jetzt beendet.«
»Warum?«, fragte er. »Brauchte sie dich nach den Feiertagen nicht mehr?«
»Nein. Sie hat den Vertrag verletzt.«
Er schüttelte leicht den Kopf und warf mir einen wissenden Blick zu. »Wenn ich für jede Vertragsverletzung ein Fünf-Cent-Stück bekommen hätte, könnte ich gut ohne diesen Job leben.«
Ich lachte leise. »Stimmt.«
»Also, was war es? Wollte sie dich küssen? Oder Sex?«
»Weder noch«, entgegnete ich. »Sie hat mir gesagt, dass sie in mich verliebt ist.«
Er seufzte genervt. »Und sie hat gehofft, dass du genauso empfindest?«
»Leider.«
»Das ist es, was ich nicht kapiere.« Er fing an, mit den Händen zu gestikulieren, wie immer, wenn er sich über etwas aufregte. »Alle Frauen denken, wir würden unsere Meinung ändern. Dass wir die Regeln aufstellen, nur um sie zu brechen. Es ist, als würden sie uns dadurch nur noch mehr wollen.«
»Es gibt Schlimmeres, als dass die Frauen uns wollen«, grinste ich.
»Aber wir führen hier ein Geschäft«, erwiderte er. »Es ist ein Austausch von Gütern. Wir spielen den perfekten Freund oder was auch immer wir für sie sein sollen, und sie bezahlen uns dafür. Dann gehen wir wieder getrennte Wege. Wir sind ein Begleitservice, kein Beziehungsservice.«
Ich war absolut und vollständig seiner Meinung. Aber ich verstand auch, dass Gefühle kompliziert sein konnten. »Ich denke, sie gewöhnen sich an uns und wollen, dass unsere Dienste unbegrenzt weitergehen. Das ist alles.«
»Wie dem auch sei, es ist nervig.« Er trank sein zweites Bier aus. »Köstlich.«
Ich war immer noch bei meinem ersten. »Wenn ich dich nicht so gut kennen würde, würde ich sagen, du hast ein Alkoholproblem.«
»Das waren doch nur zwei Bier.«
»Soll das heißen, du bestellst dir kein drittes?«, fragte ich herausfordernd.
Gereizt, weil ich sein Verhalten so gut vorhersagen konnte, sah er mich aus schmalen Augen an. »Nein, werde ich nicht.«
Ich lachte. »Elender Lügner.«
»Wen kümmert’s, wie viel Bier ich trinke?«
»Mich«, antwortete ich ehrlich. »Ich will nicht, dass du in den Rinnstein stolperst und vom Bus überfahren wirst.«
»Als ob dich das nicht freuen...




