Toffolo | Sommersonnenfunkeln | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Toffolo Sommersonnenfunkeln


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7499-0547-8
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-7499-0547-8
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn das Ja-Wort nur der Anfang ist ...

Lily liebt es, in Hawke's Cove zu leben. Seit einem schweren Unfall in der Nacht ihres Abschlussballs hat sich vieles verändert, und Lily hat auf dem Hawkesbury-Anwesen ein Zuhause und eine Aufgabe gefunden. Dass sie ausgerechnet hier nun die Hochzeit ihrer besten Freundin planen darf, ist das Tüpfelchen auf dem i. Doch als der Besitzer des Anwesens stirbt und sein Sohn die Hochzeit absagt, steht sie nicht nur vor einer logistischen Herausforderung, sondern auch einer emotionalen. Sie muss sich Henry Hawkesbury stellen - einem Mann, den sie seit jener schicksalhaften Nacht vor zehn Jahren nicht mehr gesehen hat.



Georgia Toffolo ist bekannt aus dem britischen Reality-TV und gewann 2018 die britische Version der 17. Staffel von »Ich bin ein Star - holt mich hier raus!«. Mit ihrem Romandebüt »Winterwunderglitzern« landete sie direkt auf der Bestsellerliste der Sunday Times.

Toffolo Sommersonnenfunkeln jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Zehn Jahre später …

Jedes Mal, wenn Lily Atwell beim Kneten die Faust in den Zuckerguss-Fondant schmetterte, sah sie das Gesicht von Henry Hawkesbury vor sich.

Jedes. Mal.

Er hatte alles kaputt gemacht. Aber sie würde nicht zulassen, dass er diese Torte kaputt machte. Es war die neunte Inkarnation der Hochzeitstorte für ihre beste Freundin Victoria. Nachdem sie sich endlich für den Biskuit entschieden hatte – eine köstliche Brombeer-Limetten-Kombination –, konzentrierte sie sich auf das Topping. Sie war hin- und hergerissen zwischen Buttercreme und Royal Icing und probierte beides aus. Dabei blendete sie konsequent die Tatsache aus, dass die Hochzeit ihretwegen oder, besser gesagt, wegen dieses verdammten Henry Hawkesbury vielleicht gar nicht stattfinden würde. Aber nein, widersprach sie sich in Gedanken selbst – stattfinden würde sie natürlich, nur nicht so, wie Victoria es sich gewünscht hatte. Und allein das war inakzeptabel.

Lily spürte Panik in ihrer Brust aufsteigen und drückte erneut die Faust in die feste Glasur, die sie auf der glatten Metallarbeitsfläche ihrer Restaurantküche knetete. Was fiel ihm ein, hier nach zehn Jahren wieder aufzuschlagen und alles kaputt zu machen? Was fiel ihm ein, den Wunsch seines Vaters zu ignorieren und sich zu weigern, Victorias Hochzeit wie geplant auf dem Hawkesbury-Anwesen stattfinden zu lassen?

Sie zuckte zusammen, als plötzlich ihr Handy laut und wütend vibrierend die Stille durchbrach. Nachdem es sich durch die Vibration gefährlich nahe auf die Kante des Regals zubewegt hatte, auf der es lag, gelang es Lily gerade noch rechtzeitig, nach oben zu greifen, um es im Fall aufzufangen.

Sie meldete sich, ohne auf den Bildschirm zu schauen. Das war nicht nötig. Nur drei Menschen riefen sie morgens um halb sieben an, und dann nahm sie ab, egal, womit sie beschäftigt war; denn so war es zwischen ihr und Victoria, Malie und Zoe. Sie waren ihr Fels in der Brandung. Sie waren füreinander da gewesen, vor, während und nach dem Unfall vor zehn Jahren. Sie hatten geweint, gelacht und alles miteinander geteilt, aber vor allem hatten sie sich bedingungslos geliebt. Und sie hätte wirklich nicht gewusst, wie sie ohne ihre Freundinnen hätte überleben können. Sie klemmte das Telefon zwischen Schulter und Ohr.

»Hallo?«

»Gut, du bist wach«, ertönte Zoes klare Stimme aus dem Lautsprecher.

»Natürlich bin ich wach. Welcher normale Mensch wäre das nicht um sechs Uhr dreißig an einem Sonntagmorgen? Alles in Ordnung?«

»Ja«, antwortete Zoe mit einem Ton, der ahnen ließ, dass es alles andere als das war.

»Was ist los?«, stieß Lily hervor, während sie weiter in die Glasur drückte. »Ist es wegen Finn? Ihr habt es euch doch nicht etwa anders überlegt?« Sie war überrascht gewesen, dass Finn, dieser mürrische Teenager von damals, sich im Laufe der Jahre in den großen, gut aussehenden, dunkelhaarigen Mann verwandelt hatte, als den sie ihn erst vor einem Monat an Zoes Seite wiedergetroffen hatte. Sie selbst hätte sich keinen besseren für Zoe vorstellen können.

»Nein! Nein, nein. Ganz im Gegenteil …« Und schon hörte sie wieder diese Spur versonnener Sehnsucht, die ihre Freundinnen in den letzten Monaten erfasst zu haben schien. Die Tatsache, dass sie alle das Glück an ihrer Seite gefunden hatten, ließ Lilys Herz hüpfen. Denn obwohl sie sich manchmal einsam fühlte, weil sie so weit weg von den anderen war, freute sie sich für sie. »Warte, ich schalte Malie mit dazu, dann kannst du loslegen.«

»Womit loslegen? Habe ich die letzten verlorenen Stunden verpasst? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für V zu früh ist …«

»Nein, warte mal …«

»Verlorene Stunden« war ihr Code für einen »Alles stehen und liegen lassen, egal wie spät es ist«-Anruf geworden. Eine »Unterbrechung für einen Notfall« – oder für Neuigkeiten. Es hatte sie gerettet, sie unterstützt und sie verbunden, über Jahre und Kontinente hinweg.

»Hola, Ladys.« Lily musste bei Malies Begrüßung unwillkürlich lächeln. »Hab ich’s verpasst?«, fragte sie. Als Lily ein Rascheln übers Telefon hörte, stellte sie sich vor, wie Malie ihre lockige Haarpracht hinters Ohr strich.

»Was verpasst?«, fragte Lily verwirrt.

»Nein, du kommst noch rechtzeitig«, antwortete Zoe. »Ich beginne gerade eine Intervention.«

»Noch eine?«, fragte Lily und dachte an Zoes letzte unnötige Intervention, nachdem Malie endlich erkannt hatte, dass sie sich total, hundertprozentig und bis über beide Ohren in Todd Masters verliebt hatte.

»Ja. Es ist schon drei Wochen her, Lils.«

Lilys Herz begann zu flattern.

»Hast du es V inzwischen gesagt?«, fragte Malie sanft.

»V was gesagt?«, fragte Lily, faltete den Fondant und schlug erneut darauf ein.

»Lily Atwell«, rief Zoe in den Hörer, »du bist genial, grandios und schön, aber du hast einen Hang dazu, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen!«

»Das tue ich überhaupt nicht, Zo!«, rief Lily ihrerseits und stieß geräuschvoll die Luft aus, während sie zum Nudelholz griff.

»Wie spät ist es, Lils, und was, um Himmels willen, machst du da?«

»Es ist halb sieben und ich mache Icing.«

»Im Ernst?«

»Darum geht’s gerade nicht, Malie«, unterbrach Zoe. »Hör zu, Lils, das ist eine ernste Angelegenheit, und wenn du das nicht in Ordnung bringst, komme ich und …«

»Was, du setzt dich ins Flugzeug und fliegst den ganzen Weg von Sydney hierher?«

»Nein«, antwortete Zoe nach einer seltsamen Pause, »natürlich nicht. Aber so kann es nicht weitergehen. V muss wissen, dass ihre Hochzeit nicht auf dem Hawkesbury-Anwesen stattfinden kann.«

»Nein, muss sie nicht«, beharrte Lily, was Zoe mit einem unangenehm laut hörbaren Stöhnen quittierte, »weil ich dafür sorgen werde, dass sie dort stattfinden wird. Ich schaffe das.«

»Wie denn, Lils?«, fragte jetzt Malie mit einem derart zweifelnden Ton, dass es Lilys Entschlossenheit ein wenig ins Wanken brachte. »Er hat doch längst Nein gesagt.«

»Dann werde ich ihn eben dazu bringen, Ja zu sagen.«

»Hast du ihn getroffen?«

»Nicht seit …«

Nein. Ganz bestimmt nicht! Auf keinen Fall!

Henrys letzte Worte zu diesem Thema gingen ihr durch den Kopf, und wieder fühlte sie den Impuls, mit dem Nudelholz auf ihn loszugehen.

»Lils, hör zu. Es ist kein Weltuntergang.«

»Aber Blake wollte es doch so gern«, antwortete Lily traurig und stur zugleich, während sich der Schmerz über den Verlust ihres Freundes von Neuem in ihrer Brust ausbreitete. Er war so viel mehr als das gewesen. Freund, Chef, Mentor … Keine der Bezeichnungen schien dem gerecht zu werden, was er ihr bedeutet hatte.

Vaterfigur.

»Ich weiß, Schätzchen, aber Blake ist nicht mehr da.« Malies Worte waren lieb gemeint, aber sie berührten eine Wunde, die nicht einmal ansatzweise geheilt war, und Lily schluckte gegen eine Welle der Trauer an. »Möchtest du, dass ich früher zurückkomme? Ich könnte jemanden finden, der für mich einspringt, und …«

»Nein, Malie«, unterbrach Lily, »ehrlich, das musst du nicht tun. Ich weiß, dass du noch einiges zu erledigen hast, bevor du nach Hause kommst.«

»Nach Hause. Wie schön das klingt«, antwortete Malie, und Lily konnte sich das Lächeln auf ihrem Gesicht vorstellen. Sie konnte es kaum erwarten, dass Malie wieder nach Hawke’s Cove kam. Ihre Freundin war um die ganze Welt gereist und hatte sich einen Namen in der Surferszene gemacht, bevor ihr Patenonkel ihr einen Job an einer Surfschule auf Hawaii angeboten hatte, wo sie seitdem unterrichtet und sich schließlich niedergelassen hatte.

Dann hatte Malie den perfekten Mann gefunden – Todd –, der nicht versuchte, ihre wunderbare Wildheit zu zähmen, sondern sie stattdessen ergänzte. Er gab ihr einen sicheren Hafen, wenn sie ihn brauchte, und besänftigte einige ihrer gischtgekrönten Wellen, die Malie zu einer Naturgewalt machten. Zusammen hatten sie beschlossen, nach Hawke’s Cove zurückzukehren, und niemand war so glücklich über diese Nachricht wie ihre Eltern, nicht einmal Lily. Es hatte Wunder gewirkt, um die dunklen Wolken zu vertreiben, die seit dem Verlust ihres Sohnes Koa über ihnen hingen. Er war an Krebs gestorben, als Malie sechzehn war. Damals hatte eine harte Zeit begonnen, denn aus ihrer Trauer heraus hatten Malies Eltern das Bedürfnis, sie um jeden Preis zu beschützen. Dabei sahen sie nicht, wie sehr sie ihre Tochter einengten, und Malie hatte die erste Gelegenheit ergriffen, um um die halbe Welt zu fliegen, damit sie dem entging.

Aber jetzt würde sie bald zurückkommen und das Surfgeschäft ihrer Eltern wieder eröffnen. Sie kam nach Hause. Das war immer Lilys größter Wunsch gewesen – ihre Freundinnen, zurück in Hawke’s Cove … Und während Zoe noch immer in Sydney weilte und sich aufs Schreiben konzentrierte, freute Lily sich riesig darauf, sie alle zur Hochzeit wiederzusehen. Falls es eine Hochzeit geben würde.

»Weißt du denn, warum Henry die Hochzeit abgelehnt hat?«, fragte Malie und holte Lily damit in die Gegenwart zurück.

»Keine Ahnung.« Falten, schlagen, rollen. Der arme Fondant.

»Vielleicht solltest du es herausfinden«, schlug Zoe vor. »Dann könntest du ihn möglicherweise umstimmen.«

Lily hielt kurz inne und ließ das Nudelholz in der Luft schweben. »Das ist gar keine schlechte Idee.«

...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.