E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Clone Wars
Traviss Star Wars. Clone Wars 3. Keine Gefangenen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07790-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Clone Wars
ISBN: 978-3-641-07790-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Anakin Skywalkers Jedi-Padawan Ahsoka sollte eigentlich an einer Übung teilnehmen, doch der Notruf eines Jedimeisters lässt das Manöver unwichtig erscheinen. Sofort bricht Ahsoka mit einem Trupp junger Klonkrieger auf, um einen Agenten der Republik zu befreien. Der Auftrag wird beinahe zum Fiasko und Ahsoka muss erkennen, dass dem Krieg nicht nur Soldaten und Droiden zum Opfer fallen …
Wo die animierte Fernsehserie endete, beginnen die wahren Abenteuer erst!
Karen Traviss war Korrespondentin aus dem Verteidigungsministerium und TV- und Zeitungsjournalistin. Außerdem hat sie als Pressesprecherin der Polizei gearbeitet. Sie lebt in Devizes, England.
Weitere Infos & Material
Eins
Solange ich denken kann, war JanFathal immer ein treues Mitglied der Republik. Etwas so Nichtiges wie interne Zwistigkeiten sollten dem nicht in die Quere kommen. Ich fürchte, der Wunsch der Fathalianer nach einem demokratischen Wechsel wird warten müssen, bis der Krieg vorüber ist, denn im Moment gilt es allein, den Planeten zu halten.
Direktor Armand Isard, Chef des Republikanischen Geheimdienstes
ATHAR, HAUPTSTADT VON JANFATHAL, ÄUSSERER RAND
Der Pulversand, der von der Ebene hereingetragen wurde, war blassgrau, fein und dicht wie Ferrobetonstaub.
Es war kein Wunder, dass die Einheimischen zu dieser Jahreszeit ihre Türen und Fenster fest verschlossen hielten. Hallena hatte sich ein Tuch vor Mund und Nase gebunden; doch in die Augen drang ihr der Staub immer noch. Sie konnte kaum noch etwas sehen, und es half auch nichts, wenn sie mit den Augen zwinkerte. Sie musste in einem Hauseingang, der vom Platz abging, Schutz suchen, während sie versuchte, sich das Zeug aus den Augen zu wischen.
Jetzt verstand sie auch, warum die Athari ständig auf der Straße spuckten. Sie waren im Übrigen auch sehr gut darin … Die Technik, die sie dabei anwandten, war genau, diskret und fast schon elegant zu nennen. Seit ihrer Ankunft vor ein paar Tagen hatte Hallena es gelernt, den Fluten auszuweichen und sogar selber ab und zu eine wohl gezielte Speichelladung abzugeben.
Gehe dorthin, wo andere Leute sind. Verschmilz mit der Bevölkerung, wie du es dein ganzes Leben lang getan hast …
Es war fast so, als würde man sich zur Weinprobe in einem netten, kleinen Tapcafé auf Coruscant befinden … Nur wies der Geschmack, der ihren Mund füllte, eine dröge mineralische Bitterkeit und nicht die fruchtige Vollmundigkeit eines Ondo Lava auf …
Ist das Zeug eigentlich giftig?
Speichel sammeln, sich nach vorn beugen, zielen und dann ausspucken.
Hallena tat es diesmal mit etwas mehr Nachdruck. Manchmal war es schwieriger, als es aussah. Sie merkte, dass jemand auf sie zukam. Die Person hielt den Kopf wegen des Windes, der nie nachzulassen schien, gesenkt, und dann erkannte sie, warum Gilad sie immer mahnte, beim Segeln auf seiner Privatyacht erst die Windrichtung zu überprüfen, ehe man Flüssigkeiten über Bord schüttete.
Platsch.
»Bäh, na toll«, sagte eine männliche Stimme. »Lady, können Sie denn nicht geradeaus spucken?«
Sie musste ihr Gesicht mit einer Hand vor dem Wind abschirmen. Größere Staubpartikel drangen ihr jetzt in die Augen. Ihr Blick wanderte von dem dunklen, feuchten Fleck auf dem braunen Hosenbein hoch zur aufgebrachten Miene des Besitzers der Hose.
»Entschuldigung.« Sie achtete darauf, den richtigen Akzent zu benutzen. »Ich mache es sauber.«
»Suchen Sie nach dem Teppichladen?«
Ah. Sie kannte die Antwort, die sie geben musste. Sie fühlte sich bereits besser. »Ich habe gehört, dass er Mitte der Woche geschlossen ist.«
Der Mann war Mitte vierzig, hatte ein schmales Gesicht und eine beginnende Glatze. Er sah ihr einen Moment lang in die Augen und zwinkerte ihr dann zu. Der einfache Code war bestätigt worden. Dies war ihre Kontaktperson.
»Galdovar«, sagte sie. Das war wahrscheinlich nicht sein richtiger Name, aber das kümmerte sie nicht. Für sie war nur wichtig, dass er der Mann war, mit dem sie sich treffen sollte; das Einzige, worauf sie sich verließ. Es war nicht irgendein Fremder, den sie angespuckt hatte. Bei ihrer Art von Arbeit verließ man sich nicht so schnell auf etwas. Diese Form von Vertrauen konnte tödlich sein. Deshalb war die einzige Person, auf die sie sich voll und ganz verließ, auch sie selbst, und deshalb ruhte auch ihre Hand noch immer auf dem Blaster, der sich in den Falten ihres Umhangs versteckte. »Sie sollten es zu Ihrem eigenen Wohle sein.«
»Ich bin’s. Also habe ich mir die Hose zumindest von der richtigen Frau ruinieren lassen. Kommen Sie. Wir wollen nach drinnen gehen.« Mit einem leichten Nicken des Kopfes wies er zum anderen Ende der verlassenen Straße und nahm sodann den feuchten Fleck auf seinem Bein in Augenschein. »Eine wirklich originelle Art, sich zu erkennen zu geben, Agentin Devis.«
»Nein, ich habe wirklich danebengespuckt«, erwiderte sie. Jetzt beunruhigte es sie, dass sie gar nicht bemerkt hatte, von jemandem verfolgt und beobachtet zu werden. Das gehörte eigentlich zur Grundlage geheimdienstlicher Tätigkeit und sollte so selbstverständlich wie das Atmen sein: sich immer seiner Umgebung bewusst zu sein. »Wie lange haben Sie mich beobachtet?«
»Ein paar Minuten.«
Stang! Wäre er ein Scharfschütze gewesen …
Doch das war er nicht, und nach ihrem momentanen Aussetzer war sie jetzt wieder voll da und aufmerksam. Bei dem Gebäude am Ende der Straße handelte es sich um einen Komplex mit verschiedenen Läden und Tapcafés. Als sie hineingingen, war es, als würden sie in eine andere Welt treten. Eben noch die verlassenen Straßen vor Augen, wo der Staub wirbelte, sodass Athar wie eine Geisterstadt aussah, herrschte hinter geschlossenen Türen geschäftiges Treiben. Die Bürger Athars gingen während der windigen Monate im Spätherbst ihren Angelegenheiten im Schutze geschlossener Räume nach.
»Die Treppe hoch«, sagte Galdovar und deutete mit dem Daumen nach oben. »Erster Stock, Gewerkschaftsbüro.«
Hallena verschmolz übergangslos mit den Fathalianern, die die Gänge bevölkerten. Sie sprach Basic mit einem echt wirkenden Athari-Akzent, und sie hatte – wie die meisten hier – eine dunkle Haut und sauber geflochtene, eingerollte Zöpfe. Keiner hatte Anlass, auf die Idee zu kommen, dass sie eine Spionin der Republik war, die man hergeschickt hatte, um die Fathalianer zu infiltrieren.
Sie war noch nicht ganz eine Woche in Athar, und das Bild, das sich ihr hier bot, entsprach nicht unbedingt dem, was im Geheimdienstbericht gestanden hatte. Aber das war ohnehin selten der Fall.
»Hier rein?«, fragte Hallena mit einem Nicken, wobei ihre Hand immer noch tief in der Tasche vergraben war.
»Da rein«, bestätigte Galdovar.
»Nach Ihnen.«
Nein, so dumm war sie nicht.
Die Tür glitt auf und sie folgte ihm in ein ganz normal aussehendes Büro mit abgenutzten Tischen und Regalen aus Pleekholz, die schon bessere Tage gesehen hatten. Die Innentüren sahen allerdings so aus, als wären sie eingetreten und wieder repariert worden; zwei eingelassene Bretter wiesen einen helleren Farbton auf und waren weder nachgedunkelt noch wurmstichig.
»Einbrecher?«, fragte sie. »Oder ist man etwas träge, was Instandhaltungsarbeiten betrifft?«
»Es soll so aussehen als ob«, erwiderte Galdovar. »Und wir wissen genau, wie ein Gewerkschaftsbüro aussieht, nachdem es von der Obrigkeit gestürmt worden ist, nicht wahr?«
Er war einer von denen, die für gewöhnlich bei solchen Aktionen mitmachten. Also musste sie ihm schon zugestehen, dass er wusste, wie ein Raum aussah, nachdem er gestürmt worden war. Als sie hörte, dass sich hinter der reparierten Tür etwas bewegte, sah sie sich automatisch nach einer Fluchtmöglichkeit um – nur für den Fall, dass das Treffen nicht wie abgemacht verlaufen sollte. Dieser Tage fühlte sie sich eigentlich nur auf einem Kriegsschiff der Republik sicher und das nicht nur wegen Gilad. Die gesamte Galaxis befand sich in Aufruhr. Die Front verlief nicht an Planetengrenzen, sondern ging manchmal sogar quer durch Familien.
Hallena ging in einen kleinen Hinterraum, der fast zur Gänze von einem abgestoßenen Tisch eingenommen wurde. Hätten nicht zwei schwer bewaffnete Männer auf der einen Seite gesessen – die sich unter ihrer Kleidung abzeichnenden Waffen wären jedem aufgefallen –, hätte sie vielleicht die Geschichte geschluckt, dass es sich bei den Räumlichkeiten tatsächlich um das Büro der Gewerkschaft für Handwerker, Plastoidgestalter und angeschlossene Gewerke, Ortsverband 61, handelte.
»So, so«, meinte sie. Die Blicke der Männer richteten sich auf sie, als wären sie nicht ganz sicher, ob sie es ernst meinte. »Einigkeit macht stark, Leute, alle Macht den Arbeitern, und so weiter. Also, was gibt’s für mich?«
Der jüngere der beiden Männer zog eine blond gebleichte Augenbraue hoch. Er hielt sich nicht mit belanglosen einleitenden Worten auf, sondern meinte nur säuerlich: »Schön, wie Sie sich mit Ihrer Rolle identifizieren. Wir nehmen an, dass die Leute, nach denen Sie suchen, diese beiden hier sind.«
Er schob einen Holoprojektor über den Tisch und schaltete ihn dabei mit dem Daumen an, um die Anzeige zu aktivieren. Bei dem Bild handelte es sich um einen Schnappschuss, der einen Mann und eine Frau zeigte, die gerade auf einen Gleiter zueilten. Beide waren Anfang dreißig und hatten die typische Fabrikarbeitermütze auf, wie sie von Tausenden von Arbeitern in der Stadt getragen wurden.
»Merish Hath und ihr Freund Shil Kaval«, erklärte er. »Die üblichen unzufriedenen Störenfriede.«
Hallena betrachtete das Bild. Die Polizei von JanFathal konnte sie nicht einfach festnehmen und verschwinden lassen, wie sie es normalerweise tat. Der Regent war seit dreißig Jahren an der Macht und seine Richter würden ihm das Leben nicht schwer machen, weil er sie alle vor ein paar Jahren ins Gefängnis gesteckt hatte. Aber es fehlten ein paar Teile bei diesem Puzzle.
Ihre Aufgabe war es, diese zu finden.
»Wir möchten, dass diese Sache erledigt wird«, sagte der jüngere Mann. Der Kontrast zwischen den hellen Augenbrauen und der dunklen Haut hatte eine fast...




