E-Book, Deutsch, 670 Seiten
Reihe: MEHRING Verlag
Trotzki Mein Leben
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-88634-849-7
Verlag: MEHRING Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Versuch einer Autobiografie
E-Book, Deutsch, 670 Seiten
Reihe: MEHRING Verlag
ISBN: 978-3-88634-849-7
Verlag: MEHRING Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Als Leo Trotzkis Autobiografie 1929 erstmals erschien, wurde sie nicht nur als politisches Dokument, sondern auch als literarisches Meisterwerk anerkannt. Bertolt Brecht bezeichnete Trotzki in einem Gespräch mit Walter Benjamin als den »größten lebenden Schriftsteller«. Der renommierte Schriftsteller und Journalist Emil Ludwig schrieb im »Berliner Tageblatt«: »Ein großer Schriftsteller hat hier sein fantastisches Leben so geschildert, dass ich nicht begreife, warum man noch immer Romane liest oder gar schreibt.« Bis heute fasziniert das Buch durch seine erzählerische Kraft, seine Porträts, seinen Witz und seine dramatische Darstellung einer Epoche von Krieg, Revolution und Exil. Trotzki schildert sein Leben nicht als private Erinnerung, sondern als Teil der großen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Die Neuauflage macht ein Werk zugänglich, das Literatur, Geschichte und Politik auf einzigartige Weise verbindet.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort zur deutschen Ausgabe
von David North
Vorwort
Janowka
Nachbarn, erste Schule
Familie und Schule
Bücher und erste Konflikte
Dorf und Stadt
Das Jahr der Wende
Meine erste revolutionäre Organisation
Meine ersten Gefängnisse
Die erste Verbannung
Die erste Flucht
Erste Emigration
Der Parteikongress und die Spaltung
Rückkehr nach Russland
1905
Prozess, Verbannung, Flucht
Die zweite Emigration und der deutsche Sozialismus
Vorbereitung zur neuen Revolution
Der Beginn des Krieges
Paris und Zimmerwald
Ausweisung aus Frankreich
Durch Spanien
In New York
Im Konzentrationslager
In Petrograd
Über die Verleumder
Vom Juli zum Oktober
Die Nacht, die entscheidet
»Trotzkismus« im Jahre 1917
An der Macht
In Moskau
Verhandlungen in Brest
Der Frieden
Ein Monat in Swijaschsk
Der Zug
Die Verteidigung Petrograds
Militärische Opposition
Meinungsverschiedenheiten über Kriegsstrategie
Der Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik und meine Beziehungen zu Lenin
Lenins Krankheit
Die Verschwörung der Epigonen
Der Tod Lenins und die Machtverschiebung
Die letzte Periode des Kampfes innerhalb der Partei
Verbannung
Die Vertreibung
Der Planet ohne Visum
Zu diesem Buch
Organisationen und Zeitungen
Personenverzeichnis
Register
Vorwort
Unsere Zeit ist reich an Memoiren, vielleicht reicher als jede frühere. Das kommt daher, weil es viel zu erzählen gibt. Das Interesse für Zeitgeschichte ist umso gespannter, je dramatischer die Zeit und je reicher sie an schroffen Wendungen ist. Die Kunst der Landschaftsmalerei konnte nicht in der Sa-hara entstehen. An der Wende zweier Epochen, wo wir stehen, hat man das Bedürfnis, auf den erst gestern vergangenen, aber schon so fernen Tag mit den Augen derer, die ihn aktiv miterlebt haben, zurückzublicken. Darin liegt wohl die Erklärung für die ungeheure Entwicklung der Memoiren-literatur seit dem letzten Krieg. Vielleicht ist hier auch die Rechtfertigung für das vorliegende Buch zu finden.
Schon die Möglichkeit, es zu schreiben, ist nur durch die Pause in der aktiven politischen Tätigkeit des Autors entstanden. Eine unvorhergese-hene, wenn auch nicht zufällige Etappe meines Lebens ist Konstantinopel geworden. Im Biwak– nicht zum ersten Mal in meinem Leben– harre ich hier geduldig dessen, was weiter kommen wird. Ohne eine Dosis »Fatalis-mus« wäre das Leben eines Revolutionärs überhaupt unmöglich. Jeden-falls ist die Konstantinopeler Pause der geeignetste Moment, Rückschau zu halten, bevor die Umstände es wieder erlauben, weiterzuschreiten.
Anfangs schrieb ich flüchtige autobiografische Skizzen für die Zei-tungen und dachte, mich damit zu begnügen. Ich möchte hier noch fest-stellen, dass ich in meinem Asyl keine Möglichkeit hatte, zu verfolgen, in welcher Gestalt diese Skizzen den Leser erreicht haben. Jede Arbeit aber hat ihre Logik. Ich kam erst in dem Augenblick in mein Thema recht hinein, als ich die Zeitungsartikel fast beendet hatte. Nun beschloss ich, dieses Buch zu schreiben. Ich nahm einen anderen, viel breiteren Maßstab und begann die Arbeit von Neuem. Die ursprünglichen Zeitungsartikel und das vorliegende Buch haben nur das gemein, dass beide den gleichen Stoff behandeln. Im Übrigen sind es zwei voneinander völlig verschiedene Werke.




