Uhlmann | Das Spiel der Täuschung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 462 Seiten

Reihe: Crystallus-Saga

Uhlmann Das Spiel der Täuschung

Crystallus-Saga 2
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-9581-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Crystallus-Saga 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 462 Seiten

Reihe: Crystallus-Saga

ISBN: 978-3-6957-9581-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Abenteuer der eigensinnigen Fee Ida, des lässig-arroganten Ritters Thom und seines liebenswerten Knappen Carl geht in die nächste Runde. Ida trifft sich nicht nur hinter Thoms Rücken mit ihrem Idol, dem größten Popstar ihrer Zeit. Ganz nebenbei bricht sie auch ihren Schwur, niemals ohne ihn mit der Kristallkugel in die phantastische Welt Silberwaldens zu reisen. Entschlossen setzt Thom alles daran, ihr zu folgen und sie endgültig in ihre eigene Welt zu verbannen. Doch er ahnt nicht, wie gefährlich Feenmagie selbst für einen gestandenen Ritter werden kann ...

Marion Uhlmann ist promovierte Ärztin und lebt in einer mittelalterlichen Kleinstadt in Hessen. Bereits in ihrer Jugend entdeckte sie die Leidenschaft für das Schreiben und gehörte zu den Preisträgerinnen des Literatur-Wettbewerbs 'Schüler schreiben' des Hessischen Kultusministeriums. Ihre Kurzgeschichten erschienen in verschiedenen Anthologien. 2024 veröffentlichte sie ihren ersten Roman 'Die geheimnisvolle Schrift'.
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OVERDRESSED


Die letzte Schulstunde vor dem Wochenende zog sich wie Kaugummi, bis die Klingel Ida von ihren Qualen erlöste. Erleichtert klappte sie ihr Schulbuch zu. Sie hatte sich kaum noch konzentrieren können und sich, anstatt dem Unterricht zu folgen, ihren Tagträumen hingegeben.

In wenigen Minuten würde Thom in seinem Sportwagen vor der Schule stehen und sie zur Probe von Zayn Maddox abholen. Heute war endlich der Tag gekommen, an dem sie den größten Star aller Zeiten persönlich kennenlernen würde.

Zayn – sein Name klang wie ein Versprechen und ließ sie kurz die Augen schließen.

Während sie noch träumte, liefen ihre Mitschüler bereits an Carls und ihrem Tisch in Richtung Ausgang vorbei. Ida spürte die neidischen Blicke der Mädchen auf sich ruhen und genoss es insgeheim. Viele von ihnen hatten ein Autogramm bei ihr bestellt und waren bereit, dafür hohe Summen auszugeben. Das Treffen mit dem Popstar würde deshalb neben dem großen Spaß zusätzlich ihre mauen Finanzen aufbessern.

Nur Carl blieb absolut unbeeindruckt und sah sie den ganzen Morgen schon missbilligend an. »Du willst echt mit Thom zu diesem Loser fahren?«

»Hör auf, über ihn zu lästern! Du weißt genau, wie mega ich mich darauf freue.«

»Thom hätte dir Karten für eine coole Band besorgen können, wenn du ihn gefragt hättest.«

»Habe ich aber nicht.« Ida zog ein knappes T-Shirt und ein Schminktäschchen aus ihrem Schulrucksack, bevor sie die letzten Schulhefte darin verstaute. »Ich muss mich stylen. Wartest du hier?«, fragte sie im Hinausgehen.

»Du sollst unauffällig bleiben, hat Thom gesagt! Er hat mir extra aufgetragen, dich daran zu erinnern«, rief er ihr hinterher, aber sie verschwand schnell aus dem Klassenzimmer. Carl wusste, genauso wie sie selbst, dass sie ohnehin nur das tat, was sie für richtig hielt.

Als sie zurückkam, hatte er sein Schulzeug eingeräumt und beide Rucksäcke auf den Tisch gestellt.

»Die Zeit läuft dir weg«, empfing Carl sie und starrte sie mit offenem Mund an. Sie trug ein kurzes T-Shirt, das einen Teil ihres Bauchs frei ließ, zu einer knallengen Jeans. Ihr Gesicht war stark geschminkt und die blonde Mähne toupiert.

»Was ist?«, fragte sie genervt, denn er sah sie wie eine Außerirdische an.

»Du siehst klasse aus, einfach umwerfend. Aber Thom wird ausrasten, wenn er dich so sieht. Das kann ich dir schriftlich geben.«

»Er wird sich wieder einkriegen«, winkte sie ab und ignorierte seine zweifelnde Miene. »Du nimmst wie besprochen meinen Rucksack mit zu dir nach Hause, und ich hole ihn dort später ab«, fasste sie kurz zusammen. Langsam merkte sie, wie die Nervosität sie erfasste und sie zitternde Knie bekam.

Zayn, wiederholte sie seinen Namen in Gedanken wie ihr persönliches Mantra.

Carl warf sich gehorsam einen Rucksack auf den Rücken und hob den anderen auf die Brust. »Die sind total schwer. Wenn ich mir vorstelle, dass ich sie durch die ganze Stadt schleppen muss …«, jammerte er und schüttelte unwillig den Kopf.

Doch Ida antwortete nicht, sondern starrte geistesabwesend vor sich hin, in Gedanken war sie beim Treffen mit Zayn.

Ihr Freund warf ihr einen resignierten Blick zu. »Bei dir kann man sich jedes Wort sparen. Lass uns losgehen, bevor du zu spät bist und Thom ohne dich losfährt!«

Sie verließen das Gebäude und liefen zügig über den Schulhof zur Straße, an deren Seite eine auffällige Stretch-Limousine stand. Als sie sich ihr näherten, wurde die Fahrertür geöffnet, und Thom stieg aus.

Zu einem dunklen T-Shirt mit einem grauen Jackett trug er eine schwarze Hose, was ihn sportlich-elegant, aber unaufdringlich wirken ließ. Schon aus der Ferne war seine starre ausdruckslose Miene zu erkennen, die nichts Gutes versprach.

»Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt«, empfing er Ida anstelle einer Begrüßung und ließ seinen Blick viel-sagend über ihren Aufzug gleiten. »Unauffällig und dezent gekleidet.«

»Ich wünsche dir auch einen guten Tag und freue mich, dich zu sehen«, entgegnete sie.

»Willst du mit mir nachher in der Hotellobby warten, oder soll ich dich gleich in seinem Schlafzimmer abgeben?«

»Sollte ich etwa in Cordhose und Rollkragenpulli zum Konzert kommen?«

»Das wäre eine gute Idee gewesen«, knurrte er und wandte seine Aufmerksamkeit Carl zu, der mit beiden Schulrucksäcken beladen wie ein Packesel vor ihm stand. »Die Dinger sehen schwer aus.«

»Das kannst du laut sagen«, stöhnte er. »Nimmst du mich in deinem schicken Wagen ein Stück mit?«

»Sehe ich etwa aus wie ein Taxi-Unternehmen?«, fauchte Thom ihn an.

»Wie soll ich die durch die ganze Stadt kriegen?«, jammerte Carl, ohne sich von dem Ritter einschüchtern zu lassen. »Allein bei ihrem Anblick fühle ich mich völlig ausgepowert.«

»Ich dachte, ihr habt das miteinander abgesprochen.«

»Das haben wir. Ida macht sich einen schönen Tag, und ich schleppe mich zu Tode. Du weißt doch, wie sie ist!«, erklärte er. »Bitte, nur einen kleinen Umweg!«

Thom schüttelte genervt den Kopf und warf die Rucksäcke in die Passagierkabine der Limousine. »Dreimal darfst du raten, warum ich mir Extrazeit eingeplant habe. Es wäre nicht das erste Mal, dass es mit euch beiden nicht rund läuft.«

Er hielt Ida die Beifahrertür auf und begutachtete nochmals kritisch ihre Bekleidung.

Ihr war klar, dass jedes Detail ihres schlanken Körpers unter der knallengen Jeans und dem viel zu kurzen T-Shirt zu erkennen war. Natürlich war es genauso beabsichtigt, allerdings war die Show nicht für Thom gedacht.

»Sieh mich nicht so an! Das ist diskriminierend!«, zischte sie. Carl stand neben ihr und zog hörbar die Luft ein. Die Spannung zwischen den beiden war beinah greifbar, aber Thom zeigte keine Reaktion und sah Ida nur ausdruckslos zu, wie sie in den Wagen einstieg.

»Du fühlst dich von mir diskriminiert? Weißt du was?«, fragte er und stand immer noch neben ihr an der Tür.

Gespannt blickte sie zu ihm auf, seiner Miene war anzusehen, dass keine freundliche Bemerkung von ihm kommen würde, sondern eher ein Anpfiff.

»Du hast recht, Schätzchen!« Er knallte die Tür zu und ging um das Auto herum.

Schwungvoll setzte er sich auf den Fahrersitz und beugte sich zu ihr. »Eine Frau, die sich so in Schale schmeißt, schaue ich mir natürlich gern ganz genau an. Ihre Brüste, ihren Bauch. Und weißt du auch warum? Weil ich ein mittelalterlicher Ritter bin und das darf«, beantwortete er seine eigene Frage.

»Ungehobelt und triebgesteuert«, erwiderte Ida.

»Das kannst du laut sagen!«

Ida erspähte im Rückspiegel Carl, der in der Promi-Kabine im hinteren Teil der Limousine breit grinste und an einem Schrank herumspielte, bis sich eine Klappe öffnete.

»Hier gibt es eine Champagnerbar!«, rief er begeistert.

»Finger weg!«, brüllte Thom und drehte sich blitzschnell zu ihm um. »Wenn du die Flasche durchschüttelst und sie nachher in Zayns Händen hochgeht, putzt du die nächsten drei Tage den Wagen.« Wütend drückte er auf einen Knopf und ließ eine schalldichte Panzerglasscheibe zwischen Fahrer und der Kabine hochfahren.

»Eine Nervensäge weniger«, brummte er grimmig. »Ihr beide macht mich echt fertig.«

»Jetzt wird es besser«, versicherte Ida schnell und legte ihre Hand beruhigend auf seinen Unterarm. Thom war sichtlich verstimmt, und sie wollte ihn nicht noch weiter reizen. Mittlerweile kannte sie ihn gut genug, um zu wissen, dass er es fertigbrachte, sie ohne Skrupel zu Hause abzuliefern und allein zur Probe weiterzufahren. Beschwichtigend lächelte sie ihn an und drückte mit beiden Händen ihre Mähne an den Kopf. Aber die mit viel Haarspray toupierten Haare schnellten sofort wieder in die Höhe.

»Bringt nichts«, bemerkte Thom. Beiläufig nahm er sein Handfunkgerät vom Gürtel, legte es auf die Mittelkonsole und stellte den Motor an. Nach einem Blick in den Seitenspiegel ließ er den Wagen lautlos auf die Straße gleiten. »Und die Kleidung suche ich nächstens aus. Wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt! Rollkragenpulli und Cordhose wären genau meine Wahl gewesen.«

»Weil du einen schlechten Geschmack hast«, entgegnete sie.

»Das ist mir neu.« Er beachtete sie nicht, sondern konzentrierte sich auf den Verkehr. Mit Sicherheit war es nicht einfach, ein so riesiges Schiff durch die engen Straßen zu manövrieren.

»Ich dachte, dass wir mit deinem Porsche fahren«, wechselte Ida das Thema, um von ihrer unpassenden Kleidung wegzukommen.

»Der ist privat. In den kommen keine Kunden rein.« Geschickt manövrierte er den schweren Wagen von der Nebenstraße in den dichten Verkehr der belebten Hauptstraße,...



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