E-Book, Deutsch, 174 Seiten
Vale Cowboys & Küsse
1. Auflage 2020
ISBN: 661-000011059-9
Verlag: Vanessa Vale
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 174 Seiten
ISBN: 661-000011059-9
Verlag: Vanessa Vale
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Chance weiß genau, was Rose braucht...und er wird es ihr geben.
Rose Lenox hat sich schon immer auf dem Rücken eines Pferdes wohler gefühlt als in Spitze und Bändern. Jahrelang war sie zufrieden damit, auf er Familienranch zu arbeiten, aber in letzter Zeit ertappt sie sich dabei, dass sie sich mehr wünscht. Sie ist entschlossen, allein loszuziehen und fern von ihrer unorthodoxen Familie die Freiheit zu finden.
Chance Goodman hat beobachtet, wie Rose von einem kleinen Wildfang zu einer feurigen Frau heranwuchs. Er will sie bereits seit Jahren und wartet geduldig, bis er sie zu der Seinen machen kann. Als sie die Lenox Ranch verlässt, entschlossen ihr altes Leben hinter sich zu lassen und sich für immer von ihm zu verabschieden, weiß er, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem er sie für sich beanspruchen muss. Sie gehen zu lassen, ist keine Option.
Warnung: Höschen können Feuer fangen! Rose ist das erste Buch der Wildblumen Bräute Serie. Es ist ein sehr heißer Liebesroman mit einer lebhaften Heldin und einem besessenen Alpha-Cowboy, der entschlossen ist, sie zu der Seinen zu machen.
Dieses Buch wurde bereits unter dem Titel Rose veröffentlicht.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Die Küche ähnelte um sechs Uhr morgens einer geschäftigen Chicagoer Straßenkreuzung, so wie ich sie in Erinnerung hatte – überfüllt, laut und etwas gefährlich. Bei zehn Frauen im Haus war es nie ruhig, gab es nie Frieden. Es war Tag ein Tag aus das Gleiche. Dahlia stritt mit Miss Esther darüber, wie der Speck gebraten werden sollte. Poppy stand hinter Lily und frisierte deren blonde Haare zu einer fantasievollen Kreation. Marigold deckte mit lautem Tellerklappern den Tisch, begierig auf ihr Essen. Hyacinth saß zufrieden vor sich hin summend an dem großen Tisch, während sie einen Knopf annähte. Iris und Daisy schliefen höchstwahrscheinlich noch oder ließen sich zumindest Zeit beim Anziehen, um sich vor den morgendlichen Pflichten zu drücken. Ich hielt inne und beobachtete das Tohuwabohu, schüttelte meinen Kopf über das klaustrophobische Gefühl im Raum. Nichts hatte sich verändert. Der Raum hatte sich seit dem ersten Tag, an dem wir alle vor sechzehn Jahren von Chicago hierhergekommen waren, nicht verändert. Außer, dass wir älter geworden waren, hatte sich niemand verändert. Unsere Charaktere waren so unterschiedlich wie immer. Bis auf mich. Ich hatte mich verändert. Warum verärgerte mich jeder? Warum wirkte das Haus plötzlich so klein? Warum waren meine Schwestern so nervig? Warum fühlte ich mich, als würde ich ersticken? Da ich dem Ganzen entkommen wollte, ließ ich den Armvoll Holz in den Eimer neben dem Kamin fallen und lief gleich wieder nach draußen, von wo ich über das Gras zu den Ställen lief. Ich atmete die kühle Morgenluft tief ein in dem Versuch, mich zu beruhigen. Es war zu früh, um sich bereits aufzuregen, vor allem nur über die normale Morgenroutine. „Rose!“ Miss Trudys Stimme drang zu mir durch. Zwischen uns gab es momentan mehr als körperliche Distanz, da war auch eine emotionale Distanz. Ich stoppte und drehte mich seufzend um, strich meine widerspenstigen Haare hinter mein Ohr. Die Frau, die acht Waisenmädchen großgezogen hatte, einschließlich mir, hielt ein gefaltetes Tuch hoch. „Wenn du nicht am Tisch isst, dann nimm zumindest etwas mit.“ Ihre Haare waren in ihrem Nacken zu einem schlichten Knoten gebunden. Das Grau in ihren roten Haaren leuchtete hell im Licht der Sonne, die gerade erst über die Berge kroch. Sie war immer noch hübsch, selbst mit den feinen Linien, die ihr Alter verrieten. Während ich die Stufen erklomm, um das Essen zu holen, sah ich Sorge in ihren grünen Augen, aber weigerte mich, darüber zu sprechen. Ich roch die Brötchen und Speck und mein Magen knurrte. „Danke“, erwiderte ich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. „Wo gehst du hin?“, erkundigte sie sich mit ruhiger und sanfter Stimme. Sie schrie nie, hob nie ihre Stimme. Niemand zog allein los, ohne jemandem darüber Bescheid zu geben, da es in der Nähe der Ranch und im gesamten Montana Territorium reichlich Gefahren gab. „Ich werde dem Zaun folgen und nach Stellen schauen, die repariert werden müssen.“ Der Zaun war nicht beschädigt. Ich wusste es und Miss Trudy wusste es ebenfalls, aber sie nickte nur leicht und erlaubte mir, zu fliehen. Nicht sicher, was ich sonst noch sagen sollte, wandte ich mich ab, um zu den Ställen zu gehen. Ich konnte ihr nicht erzählen, dass ich unglücklich war, obwohl ich mir sicher war, dass sie das wusste. Die Worte tatsächlich auszusprechen, würde mich undankbar wirken lassen. Sie und Miss Esther hatten uns Mädchen ein stabiles, liebevolles Heim gegeben. Ich wäre in einer großen Stadt aufgewachsen, hätte nie die Weite und unendlich wirkenden Himmel Montanas kennengelernt, wenn sie uns nicht alle bei sich aufgenommen und uns nach Westen gebracht hätten. Der Gedanke brachte mich dazu, die Stelle über meinem Herzen zu reiben, auf die Schuld und Ruhelosigkeit schwer drückten. Trotz der Tiefe ihrer Fürsorge oder der Verbundenheit, die zwischen mir und den anderen Mädchen bestand, brauchte ich mehr. Ich musste fliehen. „Was auch immer dieser Zaunpfosten dir angetan hat, es tut ihm jetzt mit Sicherheit schrecklich leid.“ Die tiefe Stimme, die hinter mir erklang, überraschte mich so sehr, dass ich mit dem Hammer meinen Daumen erwischte. Ich war eine Meile vom Haus entfernt, wo ich beschlossen hatte, einen Teil meines Frusts an dem Zaun auszulassen. Der Pfosten hatte einen lockeren Nagel gehabt und so hatte ich angefangen, diesen wieder rein zu hämmern. Selbst, nachdem er bereits wieder im Holz steckte, hämmerte ich weiter. Ich hämmerte immer noch, als er sich mir unbemerkt näherte. Bei dem stechenden Schmerz in meiner Daumenspitze saugte ich scharf die Luft ein, während ich die Daumenwurzel mit der anderen Hand umklammerte. Ich ließ einige weniger als damenhafte Worte verlauten, während ich das Gesicht schmerzhaft verzog und im Kreis lief. „Chance Goodman!“, schrie ich, meine Wut und Schmerz waren klar und deutlich zu hören. „Man schleicht sich nicht einfach so an jemanden ran.“ Der Mann war zehn Jahre älter als ich und wohnte auf der uns am nahe gelegensten Ranch. Seine Eltern waren vor einigen Jahren gestorben und er hatte deren Land erfolgreich übernommen, mehr Rinder hinzugefügt und sogar seine preisgekrönten Bullen zum Decken verliehen. Letzteres ließ mich jedes Mal erröten, wenn ich daran dachte, da ich wusste, was zwischen einem Mann und einer Frau passierte – Miss Trudy und Miss Esther waren ehemalige Bordellbesitzerinnen und hatten mit jedem von uns Mädchen ein spezielles Gespräch geführt – und ich stellte mir in Gedanken immer Chances Gesicht vor, wenn ich mir einen solchen Akt ausmalte. Ich hatte einen seiner Bullen gesehen und das…das Ding, das unter seinem Bauch herabhing und das hatte in mir die Frage geweckt, wie wohl Chances aussehen würde. Wäre er selbst auch so groß? Würde er genauso aggressiv sein, wenn er eine Frau bestieg? Meine Nippel zogen sich jedes Mal, wenn ich mir ein solches Szenario vorstellte, zusammen und ich spürte Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen. In einem Umkreis von fünfzig Meilen gab keinen anderen Mann, der so ein Prachtexemplar der männlichen Gattung war, wie Chance Goodman. Das hatte ich mir gedacht, als ich neun Jahre alt war und das dachte ich auch jetzt mit neunzehn noch. Seine Haare waren schokoladenbraun und er ließ sie etwas zu lang wachsen. Er überragte mich bei weitem. Ich reichte nur bis zu seiner Schulter und dadurch fühlte ich mich…weiblich. Es gab acht Frauen im Haus, die sich für Bänder und Spitze interessierten, wohingegen ich größeres Interesse an Sattelleder und am Brandmarken hatte. Aber Chance weckte in mir oft den Wunsch, ich hätte meine Haare gekämmt oder Kleider getragen, die mich anmutiger wirken lassen würden, zumindest in seinen Augen. Nicht seine breiten Schultern oder muskulösen Unterarme brachten mein Herz jedes Mal zum Pochen, wenn ich ihn sah. Es war auch nicht die Art, wie ein Grübchen auf seiner Wange entstand, wann immer er lächelte. Es war auch nicht sein kräftiger Kiefer oder die großen Hände, die mich anzogen, sondern seine dunklen Augen. Er war die einzige Person, die an jeder Fassade, die ich errichtete, um mein wahres Ich zu verbergen, vorbeischauen konnte. Es war, als wäre ich ständig entblößt, jede Emotion und Gefühl, die ich empfand, waren für ihn so klar wie Quellwasser. Ich konnte mich vor ihm nicht verstecken, vor allem nicht, wenn er, wie jetzt, direkt vor mir stand. „Komm, lass es mich anschauen.“ Er nahm meine Hand, als ich mich ihm zuwandte. Bevor ich einen Schritt weg von ihm machen konnte, hatte er sie hochgehoben, damit er sie sich ansehen konnte. Dann steckte er, zu meiner absoluten Überraschung, meinen verletzten Daumen in seinen Mund. Mein eigener klappte schockiert auf. Mein Daumen war in Chance Goodmans Mund…und es fühlte sich gut an. Seine Zunge glitt über die verletzte Spitze, saugte daran, als ob er den Schmerz herausziehen wollte, wie er es auch mit dem Gift eines Schlangenbisses tun würde. Sein Mund war heiß und feucht und mein Finger pulsierte – genauso wie andere Stellen – und das nicht wegen des Hammers. „Was…was machst du da?“, fragte ich, wobei meine Worte in einem verwirrten Schwall aus meinem Mund purzelten. Chance hatte mich zuvor nicht einmal berührt. Er hatte mir seine in einander verschränkten Hände dargeboten, damit ich sie als Stütze nutzen konnte, um auf ein Pferd zu steigen, aber das war nichts im Vergleich zu dem hier. Die Art, wie seine dunklen Augen meine gefangen hielten, während seine Zunge über meinen Daumen glitt, war neu. Zärtlich, besitzergreifend, heiß. Gott, das war das Sinnlichste, das ich jemals erlebt hatte, und es war nur mein Daumen! Was würde mit mir passieren, wenn er sich noch größere Freiheiten herausnahm? Bei diesem verlockenden und sehr furchteinflößenden Gedanken, zog ich meine Hand zurück. Er hätte sie mühelos festhalten können, da er viel stärker war als ich, aber er ließ mich aus freien Stücken los. „Besser?“, erkundigte er sich. Seine Stimme war tief und rau, erinnerte mich an Steine im Fluss. Ich konnte zur Antwort nur nicken, da ich immer noch ganz durcheinander war. „Ich denke, das ist das erste Mal, dass ich dich sprachlos gemacht habe.“ Sein Mundwinkel bog sich nach oben und sein Grübchen erschien. Ich stemmte die Hände in die Hüften, ignorierte den Schmerz. „Was willst...




