E-Book, Deutsch, 198 Seiten
Vale Ihre gestohlene Braut
1. Auflage 2018
ISBN: 661-000011056-8
Verlag: Vanessa Vale
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 198 Seiten
ISBN: 661-000011056-8
Verlag: Vanessa Vale
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Die Tochter eines Kupferkönigs aus Butte zu sein, wird Mary Millard nicht glücklich machen können, vor allem nicht, als sie von den Plänen ihres Vaters erfährt, sie mit einem grausamen Mann zu verheiraten. Verzweifelt trifft Mary mit einem Mann, den sie im Zug kennenlernt, eine Vereinbarung: er soll vorgeben, ihr Zukünftiger zu sein, sodass sie das Unvermeidbare hinauszögern kann. Sie weiß allerdings nicht, dass nicht nur ein Mann sie retten wird, sondern zwei.
Parker und Sully wissen in der Sekunde, in der sie die hübsche Passagierin im Zug nach Butte kennenlernen, dass sie ihre Braut werden wird. Sie erwarten, dass sie sie anständig umwerben und mit ihrer ungewöhnlichen Sitte, zwei Männer für eine Ehefrau, vertraut machen müssen. Stattdessen wendet sie sich mit einem verrückten Plan an sie, um sich selbst vor einem Mann zu schützen, von dem sie wissen, dass er alles ist, außer freundlich. Aber ein Verlobter wird sie nicht vor einer schlechten Ehe beschützen können. Nur ein Ehemann kann das tun.
Als Mary ihre Bridgewater Männer heiratet, entdeckt sie, dass sie jetzt zwar zwei große Cowboys hat, die sie vor ihrer Vergangenheit beschützen, sie aber möglicherweise die Macht hat, die zwei ebenso zu retten.
Autoren/Hrsg.
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1
Das überraschende Zischen des Dampfes brachte mich zum Stolpern, als ich aus dem Zug trat. „Vorsicht, Miss Millard“, sagte Mr. Corbin und ergriff sanft meinen Ellbogen, bis ich mich wieder auf festem Grund befand. Sogar in der Hitze konnte ich die Wärme seiner Berührung durch meinen Ärmel spüren. Der Bahnsteig in Butte war belebt, da viele Leute nach einer langen Reise aus dem Osten ausstiegen. Butte war eine der reichsten Städte der Erde und zukünftige Bergarbeiter waren begierig, ihre eigene Kupferader zu finden und reich zu werden. Ich war nicht ganz so begierig, hier zu sein, da ich nur aus Billings, nicht aus Minneapolis oder sogar Chicago hierhergekommen war und mein gesamtes Leben in Butte verbracht hatte. Ich war sehr vertraut mit der Stadt und hegte keine Hoffnungen wie die anderen. Natürlich musste ich nicht für mein Geld arbeiten. Nicht weil ich eine Frau war, sondern weil mein Vater mehr Geld als Gott hatte. Seine Worte, nicht meine. Also war die Reise durch das Montana Territorium nur kurz gewesen und ich war nicht bereit, zu meinem Vater und seinen Plänen zurückzukehren. Auch wenn es nicht im Geringsten aufregend gewesen war, einen Monat mit meiner Großmutter zu verbringen, so hatte es zumindest das, was ich für unvermeidbar hielt, hinausgezögert. Ich wollte geradewegs umdrehen und mich wieder in das Zugabteil setzen, beobachten, wie ich an Butte vorbeirollte und in unbekannte Gebiete weiterfahren. Mr. Corbins Hand hielt mich für einige Sekunden länger fest, als es vielleicht nötig gewesen wäre. Ich drehte mich, um zu dem Mann hoch zu sehen – einem der zwei Männer – der während der Reise freundlich und aufmerksam mir gegenüber gewesen war. Wir hatten uns stundenlang gut miteinander unterhalten und sie – er und sein Freund, Mr. Sullivan – hatten mich zum Mittagessen im Speisewagen begleitet, damit ich nicht allein sitzen musste. Es war keine Bürde, Zeit mit den zwei gutaussehenden Männern zu verbringen. Mit seinen blonden Haaren und offenem Lächeln verdrehte Mr. Corbin zweifellos viele Frauenköpfe, wo auch immer er hinging. Meinen hatte er definitiv verdreht. Genauso wie sein Freund Mr. Sullivan. Ich hatte viele Stunden damit zugebracht, still mit mir selbst zu diskutieren, zu wem der beiden ich mich mehr hingezogen fühlte. Zog ich einen blonden oder dunkelhaarigen Mann vor? Entspannt oder ernst? Alle beide hatten sich wie perfekte Gentlemen verhalten. Leider. Selbst jetzt, als Mr. Corbins Hand auf dem Bahngleis auf meinem Ellbogen lag, wahrte er einen sittsamen Abstand zwischen uns und verhielt sich sehr fürsorglich. Niemand würde seine Ritterlichkeit in Frage stellen. Ritterlichkeit war gut und alles, aber ich sehnte mich nach den…intimeren Aufmerksamkeiten, die ein Mann seiner Frau schenkte. Ich wollte diese Verbindung, das Band, das ich zwischen meinen Freundinnen und ihren Ehemännern sah. Die geheimen Blicke, die sie austauschten, eine sanfte Berührung, sogar Händchenhalten. Außerdem wollte ich mit wilder Hemmungslosigkeit genommen werden. Gefickt werden, wie es meine Freundin Chloe nannte. Aber diese Männer betrachteten mich als Dame und würden mich solch lüsternen Aktivitäten nicht aussetzen. Verflixt! Leider war Mr. Corbins Hand auf meinem Ellbogen eine der einzigen Berührungen, die ich jemals von einem Mann erhalten hatte. Ich wollte mehr von ihm, stellte mir vor, wie sich seine Haut, ohne die Barriere meines Kleides, an meiner anfühlen würde. „Dankeschön“, murmelte ich und wünschte mir zugleich, er würde mit seiner Hand über meinen Rücken streicheln, die Nadeln aus meinen Haaren lösen und die Schnüre meines Korsetts aufbinden. Als Jungfrau würde – oder sollte – ich nicht wissen, was ein Mann tun konnte, wenn das Korsett erst einmal entfernt wurde, aber ich wusste es. Nicht im praktischen Sinne, aber ich hatte genug von dem, was zwischen einem Mann und einer Frau vor sich ging, gesehen, um es auch haben zu wollen. Chloe hatte mein Interesse an allem, das mit Männern zu tun hatte, geweckt und anscheinend war ich jetzt vollständig verdorben. Meine Gedanken waren vielleicht befleckt, aber ich besaß immer noch meine Tugend. Wenn mein Vater von meinen Besuchen zum ‘Briar Rose‘ und von Chloe, sowie von dem, was sie mir gezeigt hatte, wüsste, würde er mich nie wieder aus dem Haus lassen. Ich würde wahrscheinlich in das Kloster am Stadtrand geschickt werden zu den Damen der Unbefleckten Empfängnis, bis er einen Nutzen aus mir ziehen konnte. Ich hatte ebenfalls herausgefunden, dass meine behütete Existenz mit verdrehten und vorurteilsbehafteten Ansichten über Mädchen wie Chloe einherging. Die Damen der Frauenhilfe hatten behauptet, dass Huren arm wären, obwohl diese auf ihrem Rücken ziemlich gut verdienten und die gebrauchte Kleidung, die ich vorbeigebracht hatte, gar nicht brauchten. Ich hatte auch herausgefunden, dass die Männer, die mir mein Vater als mögliche Ehemänner vorgestellt hatte, keine richtigen Gentlemen waren. Ich hatte überraschenderweise mehrere von ihnen durch die kleinen Gucklöcher des Etablissements beobachtet. Was ich gesehen hatte, würde die Damen der Frauenhilfe in Ohnmacht fallen lassen. Alles, was es bei mir bewirkte, war, dass ich regelmäßig feucht zwischen meinen Schenkeln war und mich nach der Aufmerksamkeit eines Mannes sehnte. Aufgrund meiner Spioniererei hatte ich den wahren Reginald Benson gesehen, den Mann, der mit meinem Vater den Bahnsteig in meine Richtung entlanglief und er war kein Mann, von dem ich umworben werden wollte. Jetzt da ich wusste, was er mit Tess getan hatte, wollte ich nicht einmal auf demselben Bahnsteig stehen wie er. Ich erschauderte bei der Erinnerung an die Schreie der Hure, als sie ausgepeitscht worden war. Glücklicherweise war ihr, wie mir Chloe erzählt hatte, Big Sam zu Rettung gekommen und sie würde sich wieder erholen. Mr. Benson war vom ‘Briar Rose‘ verbannt worden, aber das bedeutete nicht, dass er seine Handlungsweisen ändern würde. Er würde einfach jemand anderen finden, dem er Schmerzen zufügen konnte. Und wenn ich mit ihm verheiratet wäre… Und dennoch stand mein Vater dem Mann wohlgesinnt gegenüber, da sie gemeinsam auf mich zu liefen. Mein Vater wusste entweder nichts von den grausamen Neigungen dieses Mannes oder es war ihm egal. „Oh Gott“, murmelte ich. Mein Vater wollte eine Verbindung zwischen mir und Mr. Benson. Sie würden mich aus keinem anderen Grund selbst – und gemeinsam – vom Bahnhof abholen. Galle kroch mir die Kehle hoch, als mir dämmerte, dass ich das Bindeglied zwischen den zwei größten Minen der Stadt werden sollte, von denen jede einem der beiden gehörte. Ich würde nicht ins Kloster gehen. Ich würde mit Mr. Benson verheiratet werden und das bald. Ich konnte das nicht zulassen. Ich könnte einen Peitschenhieb nicht überleben oder irgendetwas der anderen schrecklichen Dinge, die Mr. Benson tun würde. Es würde keine Hilfe, keine Rettung für mich geben. Keinen Big Sam. Als Ehefrau konnte ich geschlagen – oder noch schlimmeres – werden, ohne dass man es ihm vorwerfen würde. Ich wäre sein Eigentum. Ich wimmerte bei dieser Vorstellung und packte Mr. Corbins Arm. Ja, es war eine ungestüme, dennoch verzweifelte Geste. Aber sie würden mich in einer Minute gefunden und weggebracht haben. Ich sah panisch zu dem Mann hoch. „Ich…ich brauche Ihre Hilfe.“ Mr. Corbins Augen wurden schmal, als er auf meinen Griff um seinen Arm blickte, bevor er unsere Umgebung nach versteckten Gefahren absuchte. Er zog mich hinter sich, schirmte mich ab. „Was ist los, Liebes?“, fragte er und seine hellen Augen blickten endlich in meine. Ich schluckte, da er einfach viel zu gut aussah und ziemlich besorgt. Mir entging weder sein Wunsch, mich zu beschützen, noch der viel zu vertraute Kosename. „Mein Vater ist mit einem Mann hier, dem ich meine…Aufmerksamkeit nicht schenken möchte.“ Er blickte den Bahnsteig entlang. Obwohl viel Trubel herrschte, wusste ich, dass er das Duo, das nach mir suchte, entdeckt hatte. Ich war ausnahmsweise einmal froh, dass Butte so ein geschäftiger Ort war. „Hat einer die Größe eines bauchigen Ofens, der andere nach hinten geglättete Haare und einen Schnurrbart?“, fragte er. Ich nickte und hielt mein Gesicht von ihnen abgewandt, während ich bei der Beschreibung von Mr. Benson erschauderte. Mr. Corbin drehte uns so, dass mich sein Körper vor den Blicken der sich nähernden Männer verbarg, wodurch er mir ein paar Minuten Galgenfrist verschaffte. Er war so groß, dass ich hinter seinen breiten Schultern und Brust gut versteckt war. Ich reichte kaum bis zu seinen Schultern. Ich fühlte mich beschützt und seltsam sicher. „Ja. Es gibt so viel zu erzählen und keine Zeit, aber mein Vater wird mich mit ihm verheiraten, demjenigen mit dem Bart.“ „Sie wollen das nicht.“ Seine Stimme war leise und tief, klar und ruhig, anders als meine eigene. Meine Handflächen waren feucht und mein Herz schlug wie wild in...




