van Hattem | So schlank wie ich will! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 147 Seiten

van Hattem So schlank wie ich will!

Wege zum Dauerwohlfühlgewicht
Auflage der EPUB Ausgabe
ISBN: 978-3-941435-90-2
Verlag: Reichel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Wege zum Dauerwohlfühlgewicht

E-Book, Deutsch, 147 Seiten

ISBN: 978-3-941435-90-2
Verlag: Reichel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Welche Diäten halten wirklich, was sie versprechen? Metabolic Balance, Weight Watchers oder Brigitte-Diät? Chitosan, Low Carb oder irgendein anderes sogenanntes Wundermittel? Oder eher Homöopathie, Hypnose oder gar ein chirurgischer Eingriff? 5 Jahre lang hat die Medizinjournalistin Brigitte van Hattem Dutzende von Diäten, Substanzen und Ernährungsprogrammen unter die Lupe genommen. 5 Jahre lang befragte sie Ärzte, Heilpraktiker sowie Hunderte von Abnehmwilligen und protokollierte ihre Erfahrungen. Über 60 dieser Protokolle wurden für dieses Buch ausgewählt - authentische Berichte, die Hilfe geben bei der Suche nach dem Weg, der wirklich zum Wunschgewicht führt. Ohne Jojo-Effekt. Ohne 'Wunderpillen'. Ohne falsche Versprechen. Ein Buch, das Mut und Lust macht, auf Dauer abzunehmen - und dabei eines nicht zu vergessen: das Essen und das Leben zu genießen!

Brigitte van Hattem ist Hörfunk- und Medizinjournalistin, arbeitete für Funk und Fernsehen und schreibt seit über zehn Jahren für Zeitschriften. Schwerpunktthema ist Medizin mit all ihren Aspekten; dazu gehört auch das große Thema Übergewicht. Brigitte van Hattem lebt und arbeitet in Süddeutschland. Ihre Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. So war sie 2003 Frau der Woche bei womenweb.de, weil sie als erste Journalistin einen Insider-Bericht zu 0900-er-Nummern verfasste. Für eine Anfang 2002 ausgestrahlte Medizinsendung über alternative Behandlungsmethoden bei Muskelfaserrissen bekam sie den Journalistenpreis 'Prix Motox' verliehen. Die Sendung war nach Ansicht der Jury in diesem Jahr die beste Berichterstattung im Bereich Moderne Homöopathie. 2010 erhielt sie den 'Schönspieler'-Preis von suite101.de für besonders gelungene Artikel.
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Zielgruppe


Menschen, die abnehmen wollen


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1
Den Körper bewegen


Wer jahrelang keinen Sport getrieben hat oder in der Schule schon eine „sportliche Niete“ war, tut sich schwer mit dem Ratschlag, sich mehr zu bewegen. Daher haben wohl auch die meisten Frauen, mit denen ich gesprochen habe, erst dann mit Sport und Bewegung angefangen, nachdem sie abgenommen hatten. Doch es gibt auch Menschen, die abnehmen, weil sie sich mehr bewegen. Von ihnen handelt dieses Kapitel.

Minus 25 Kilo: Karin (39)


Die hübsche blonde Frau, die mir die Tür öffnet, trägt einen roten Kaftan über locker sitzenden Jeans. „Das passt noch am besten!“, erzählt sie, fast ein wenig entschuldigend. Denn Karin aus R. hat in den letzten Monaten ganz unabsichtlich nebenbei 25 Kilo abgenommen – und muss dringend wieder neue Kleider einkaufen!

Als Kind war die 1,60 Meter große Karin eine Sportskanone. „Ich spielte acht Jahre lang Fußball, ging elf Jahre ins Ballet und machte fünf Jahre lang Leistungssport an den Geräten. Gewichtsprobleme hatte ich damals gar keine!“ Doch mit zwanzig war Schluss: Zahlreiche Knieverletzungen zwangen Karin, ihren geliebten Sport aufzugeben. „Aber ich hatte immer noch ein Pferd und ritt viel!“, erinnert sie sich.

Vor vier Jahren war bei Karin dann alles im Umbruch. Das Pferd musste eingeschläfert werden, sie trennte sich von ihrem langjährigen Freund und lernte ihren jetzigen Ehemann Hendrik kennen. Weil die beiden Kinder wollten, unterzog sich Karin einer Hormonbehandlung. „Ruckzuck habe ich zugenommen!“ Trotz zahlreicher Diäten konnte Karin diesen Prozess nicht stoppen.

Obwohl Karin lange Zeit nur für ihren Beruf gelebt hatte, wurde ihr gekündigt, nachdem sie ihrem langjährigen Arbeitgeber mitgeteilt hatte, dass sie von nun an regelmäßig zu Untersuchungen und zur Befruchtung nach Heidelberg fahren müsse. Sie musste sich Kommentare wie „mit Ihnen kann man dann ja gar nicht mehr rechnen!“, und sie sei „für so einen kleinen Betrieb nicht mehr tragbar“ anhören und erhielt nach ihrer zweiten künstlichen Befruchtung am 20.03.2006 die Kündigung – ohne Angabe eines Grundes. Jetzt fehlte jegliche Bewegung und jegliche Motivation – Karins Gewicht stieg weiter!

Die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gestaltete sich für Karin schwieriger als gedacht. Ein Jahr lang klapperte sie alle Arztpraxen in der Umgebung ab – vergeblich. Wie gut, dass wenigstens Hendrik eine gute Stelle als Bauhelfer hatte. Doch dann geschah ein schwerer Unfall: Karins Mann fiel bei seiner Arbeit vom Gerüst. Tagelang bangte Karin um Hendriks Leben. Als klar war, dass Hendrik durchkommt, kam die nächste Schreckensnachricht: Sein rechtes Bein war so kompliziert gebrochen, dass er nie wieder als Bauhelfer arbeiten kann. Zwei Jahre lang konnte er sich nur mit Krücken fortbewegen.

In dieser schweren Zeit bekam Karin die Nachricht, dass ihr Hartz IV nicht bewilligt wird. „Man fand, dass wir von dem Krankengeld meines Mannes beide gut auskommen müssten!“ Doch fast die Hälfte des Geldes zahlten die beiden schon allein für die Miete. Karin war verzweifelt: „Ich hätte sofort bei einem Arzt, in einem Krankenhaus oder sogar in einer Zeitarbeitsfirma angefangen – aber mich nahm einfach niemand!“

Oft bekam Karin zu hören, sie sei überqualifiziert! Dabei stellte sie längst keine Ansprüche mehr und hätte jeden Job genommen, der sich ihr bot. Unterdessen nahm Karin stressbedingt mehr und mehr zu: „Die Waage stand zum Schluss bei 89,9 Kilo – da habe ich mich nicht mehr gewogen!“

Die Wende kam mit ihrem neuen Job. Nach langer Arbeitssuche begann Karin im September 2007 bei der Post als Briefträgerin. „Am Anfang hatte ich ganz schön Muskelkater – das viele Laufen!“, erinnert sie sich. Doch langsam baute Karin Beinmuskulatur auf und wurde immer fitter. Seit Dezember arbeitet sie nicht mehr nur als Austrägerin, sondern sortiert in der Frühschicht die Post auch in die entsprechenden Fächer. Das bedeutet, dass sie um 03.30 Uhr morgens aufstehen muss!

„Mein ganzer Tagesablauf hat sich umgestellt! Ich bewege mich jetzt viel und bin an der frischen Luft – das tut mir gut. Doch zum Essen komme ich dabei nicht! Ich esse erst abends richtig, mit meinem Mann zusammen.“ Ganz ohne Diät hatte Karin in vier Monaten 25 Kilo abgenommen! „Am Anfang habe ich das gar nicht gemerkt, denn zunächst wurde ja alles nur straffer! Aber dann haben mich immer wieder Leute darauf angesprochen. Da habe ich mich wieder gewogen. 65 Kilo!“, strahlt sie.

Dieses Fallbeispiel hat mir freundlicherweise der Sport-Biologe und Abnehm-Experte Gunther Schmitt aus Eggenstein-Leopoldshafen kommentiert:

„Karins Beispiel führt uns wieder sehr anschaulich vor Augen, dass eine dauerhafte Verringerung des Körperfetts ohne regelmäßige Bewegung fast unmöglich ist. Diäten alleine wirken in der Regel nur kurzfristig. Danach holt sich der Stoffwechsel ganz schnell wieder das, was ihm genommen wurde und – gewissermaßen zur Sicherheit – noch etwas mehr. So wird er die nächste Diät noch besser überstehen. Jeder kennt das als „Jojo- Effekt“.

Dabei muss die Bewegung kein schweißtreibender Sport sein. Schon tägliches flottes Spazierengehen (oder Briefe austragen!) regt den Fettstoffwechsel nachhaltig an. Führt man dann dem Körper weniger Energie zu, als er benötigt, greift er zum Ausgleich bereitwillig seine angesammelten Fettreserven an, um seinen Energiebedarf zu decken.

Wenn man nur weniger isst, aber sich nicht ausreichend bewegt, so regelt der Stoffwechsel seine Intensität auf „Sparflamme“ herunter. Auf diese Weise versucht er, Energie einzusparen und zu vermeiden, dass seine Fettdepots zu schnell aufgebraucht werden. Das ist ein normales biologisches Notfallprogramm, das wir von unseren Vorfahren geerbt haben. Die regelmäßige Bewegung verhindert das Einschalten dieses Notfallprogramms.

Wenn man, wie Karin, weniger Energie zu sich nimmt als man verbraucht, so muss die Nahrung besonders hochwertig sein. Ausreichend Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe), hochwertiges Eiweiß, gesundes Gemüse und Obst helfen dem Körper, die Belastung durch den Fettabbau gut zu bewältigen.

Übrigens: Als „Bewegungswesen“ sind wir dazu bestimmt, uns zeitlebens viel zu bewegen. Wenn Sie nach einer erfolgreichen Körperfett-Reduktion Ihren Bewegungsdrang wieder einschlummern lassen, wird alles wieder so werden wie es war, nur noch etwas schlimmer („Jojo- Effekt“). Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, lassen Sie sich individuell beraten.“

Minus 16 Kilo: Bernd (40)


Mit seiner Tanzpartnerin Sibille Vinzenz war Bernd Lachenmaier 2010 siebter der Weltrangliste Senior Latein. Das bedeutete: Nur sechs Paare der gleichen Altersstufe tanzten weltweit die Rumba, den Salsa oder den Paso Doble besser als diese beiden.

Man sah den Tänzern ihren Erfolg an. Braungebrannt, in ausgefallenen Kostümen, repräsentierten sie vorbildlich eine Generation sportlicher „Best Agers“. Dass Bernd Lachenmaier auf sein Gardemaß von 1,82 Metern einmal 90 Kilo wog, konnte man sich nicht vorstellen. Rank, schlank und beweglich absolvierte er minutenlange Höchstleistungsküren auf dem Parkett. Dabei wollte Bernd eigentlich gar nicht mehr tanzen!

„Ich hatte eine berufliche Herausforderung im bayerischen Bad Aibling angenommen!“, erzählt er. „Zuvor lebte ich in der Nähe von Stuttgart und war Mitglied des bekannten Tanzsportclubs Ludwigsburg.“ Seit seinem 14. Lebensjahr hatte Bernd für den TC Ludwigsburg getanzt und war 1998 mit der Formation Sieger im Europacup Latein geworden. „Für mein neues Leben in Bayern musste ich das alles hinter mir lassen. Doch beruflich hat sich das ausgezahlt.“

Bernd war gar nicht bewusst geworden, wie sehr er das Tanzen vermisste, bis er per Zufall in München Sibille Vinzenz (41) kennenlernte. Ihr Tanzpartner hatte ein paar Monate zuvor aus familiären Gründen das Tanzen aufgegeben. Seitdem war sie auf der Suche nach einem gleichwertigen Ersatz. „Wir konnten vom ersten Moment an toll miteinander tanzen!“, erinnert sich Bernd. Doch Bernd hatte keine Neigung, den Tanzsport wieder aufleben zu lassen – geschweige denn, wieder Turniere zu tanzen. Doch Sibille ließ nicht locker.

„Ich habe mit allen meinen Freunden telefoniert. Die meisten von ihnen sind Sportler und rieten mir ab, als Senior wieder einzusteigen“, erinnert sich Bernd an die Nacht, die alles entschied. Doch irgendwie kam Bernd nicht von dem Gedanken los, es noch einmal versuchen zu wollen. „Mir war aber klar: Mit 16 Kilo Übergewicht komme ich gar nicht erst in Form!“

Im Morgengrauen 2007 fiel bei Bernd die Entscheidung: Er wollte mit Sibille trainieren und so schnell wie möglich alle erreichbaren Siegertreppchen besteigen. „Sibille freute sich riesig! Von da an trafen wir uns fünf Mal in der Woche in München und trainierten stundenlang!“

Gleichzeitig stellte Bernd seine Ernährung rigoros um. „Ich ließ alle Süßigkeiten weg, trank keinen Alkohol mehr und aß abends nur noch Eiweiß!“ Im Lokal bestellte er sich Fleisch mit Gemüse und Salat und ließ die Kohlenhydratbeilagen wie Brot, Kartoffeln oder Nudeln einfach weg. „Zuhause machte ich mir abends einen riesigen Salat mit Putenstreifen oder Thunfisch!“ Mittags allerdings durfte es schon etwas deftiger sein: „Da gab es schon ein paar Maultaschen oder Nudeln, denn schließlich musste ich abends mit Sibille trainieren – dazu brauchte ich Energie!“

Der viele Sport und die veränderte...


van Hattem, Brigitte
Brigitte van Hattem ist Hörfunk- und Medizinjournalistin, arbeitete für Funk und Fernsehen und schreibt seit über zehn Jahren für Zeitschriften. Schwerpunktthema ist Medizin mit all ihren Aspekten; dazu gehört auch das große Thema Übergewicht. Brigitte van Hattem lebt und arbeitet in Süddeutschland.

Ihre Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. So war sie 2003 Frau der Woche bei womenweb.de, weil sie als erste Journalistin einen Insider-Bericht zu 0900-er-Nummern verfasste. Für eine Anfang 2002 ausgestrahlte Medizinsendung über alternative Behandlungsmethoden bei Muskelfaserrissen bekam sie den Journalistenpreis "Prix Motox" verliehen. Die Sendung war nach Ansicht der Jury in diesem Jahr die beste Berichterstattung im Bereich Moderne Homöopathie. 2010 erhielt sie den "Schönspieler"-Preis von suite101.de für besonders gelungene Artikel.



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