E-Book, Deutsch, 0 Seiten
Vardeman Star Trek: Meuterei auf der Enterprise
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11615-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
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ISBN: 978-3-641-11615-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In reparaturbedürftigem Zustand muss die Enterprise einen Krieg zwischen zwei Planeten verhindern, den die Romulaner sich für eine Invasion zunutze machen könnten. Doch der Überlichtantrieb des Schiffes ist defekt, die Enterprise kommt nur langsam vorwärts. Als Kirks Mannschaft dann die mit hypnotischen Kräften begabte Hylanerin Lorelei aus ihrem havarierten Raumschiff birgt, ist Kirk nicht mehr Herr der Lage: Die schöne Frau manipuliert die Crew, sodass die Mitglieder zu totalen Pazifisten werden und Kirks Befehle nicht mehr befolgen. Und der Captain läuft selbst Gefahr, in den Bann der schönen Hylanerin zu geraten.
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Kapitel 1
CAPTAINS LOGBUCH, STERNZEIT 4769,1
Kartographierung und erste Kontaktaufnahme des Planeten der Q Klasse Delta Canaris IV abgeschlossen. Nach diesem Unternehmen benötigt die Enterprise eine gründliche Überholung, und die Crew braucht dringend Erholung auf Starbase Eins. Ich habe mehrere Angehörige der Besatzung für Auszeichnungen vorgeschlagen, besonders Mr. Spock für seine unermüdlichen Bemühungen um Verständigung mit den waffeldünnen Intelligenzformen auf dem Schwerkraftplaneten. Seine Techniken der Kontaktaufnahme werden einen Standard schaffen, der während des gesamten restlichen Zeitraums unserer auf fünf Jahre angelegten Aufgabe angewandt werden wird, und möglicherweise auch während vieler kommender Jahre von anderen Schiffen, die Erstkontakt mit neuen Lebensformen herstellen.
»Dort ist sie«, sagte Lieutenant Sulu erregt. »Starbase Eins. Und noch nie hat sie so einladend ausgesehen.«
James T. Kirk lehnte sich in seinem Kommandantensessel zurück und blickte auf den Bildschirm. Die Docks im Orbit, die ein so gewaltiges Schiff wie die Enterprise aufzunehmen imstande waren, schwebten in einer perfekten geometrischen Anordnung auf einer Seite des Planeten. Ein winziges Stück rechts vom Kurs, unter den wachsfarbenen Wolken, die hin und wieder von Gewitterschwärze und dem Zucken von Blitzen perforiert wurden, lag der riesige Komplex von Starbase Eins. Kirk schloss für einen Moment die Augen und erinnerte sich lebhaft an seinen letzten Aufenthalt hier.
Es war vor dem Start für die derzeit laufende Forschungsreise der Enterprise gewesen. Vor Alnath II, und vor der Entdeckung der erstaunlichen, nur Millimeter starken Intelligenzformen auf Delta Canaris. Es war gewesen, bevor er ein Kommando über ein Schiff erhalten hatte. Als junger Lieutenant hatte er sich bei den Festen dieser Starbase gründlich ausgetobt. Er konnte sich noch immer an die langen Nächte erinnern, an die Parties, an die Aufregungen.
Kirk seufzte und öffnete die Augen; die Erinnerung verblasste. All das lag jetzt weit hinter ihm. Er besaß mehr Verantwortung, als ein Mensch tragen sollte. Das Kommando über ein Raumschiff von der Größe der Enterprise war eine Aufgabe, die den ganzen Mann forderte, ihn völlig auslastete. Sollten seine jüngeren Offiziere losziehen und versuchen, es an Eskapaden ihm gleichzutun, als er in ihrem Alter gewesen war. Kirk wusste, dass er den größten Teil seiner Zeit an Bord verbringen und sich darum kümmern würde, dass jedes Stück der Schiffsausrüstung repariert und auf den strikten Standard von Starfleet gebracht werden würde.
Nicht die geringsten Abstriche würde er dulden.
»Eine Gesprächsanmeldung, Captain«, sagte Uhuras sanfte Stimme. »Von Admiral McKenna.«
Kirk stieß einen langen, tiefen Seufzer aus. Der letzte Mensch, mit dem er zu sprechen wünschte, war ein Admiral, und besonders mit einem Admiral von einer solchen Kaltschnäuzigkeit wie Mrs. McKenna.
»Schalten Sie die Dame auf den Bildschirm, Lieutenant«, sagte er. Das Bild des Planeten verschwand und wurde durch das einer Frau ersetzt, deren streng zurückgekämmtes Haar nicht dazu beitrug, sie anziehender wirken zu lassen.
»Wie geht es Ihnen, Admiral?«, sagte Kirk höflich.
»Gut, Kirk«, sagte sie kurz und hart. »Ersparen Sie sich die Mühe des Eindockens. Sie werden dazu nicht lange genug im Orbit sein.«
»Wie bitte?«, sagte Kirk und war mit einem Schlage hellwach. Seine Augen wurden schmal, als er sie prüfend anblickte. Strähnen von Grau durchzogen ihr schwarzes Haar und verliehen ihrem Gesicht Autorität. Die einstmals feinen Falten auf ihrer Stirn und um die Augen waren zu Schluchten geworden – harten Schluchten, welche die Belastung verrieten, die das Kommando ihr aufbürdete. Kirk hatte nicht vor, ihr diese Last zu erleichtern, indem er sie sich aufladen ließ. Nicht jetzt. Nicht nach den schweren Schlägen, die sein Schiff und seine Crew gerade über sich hatten ergehen lassen müssen.
»Wenn Ihr Bordarzt entscheiden sollte, dass sie hörbehindert sind, werde ich dafür sorgen, dass man Sie Ihres Kommandos enthebt. Andernfalls bereiten Sie sich darauf vor, drei Personen an Bord zu beamen.«
»Admiral McKenna, Sie haben Zeit gehabt, meinen Statusreport durchzusehen. Dieses Schiff benötigt dringende Instandsetzungsarbeiten. Unsere Maschinen müssen gründlich überholt werden. Beim Computer hätte längst ein Check durchgeführt werden müssen, den allein ein Kybernetiker einer Starbase durchführen kann. Meine Crew ist …«
Die Frau schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab.
»Sie haben Commander Scott zahllose Belobigungen ausgesprochen. Er sollte in der Lage sein, die Maschinen am Laufen zu halten, ganz gleich, in welchem Zustand sie sich befinden mögen. Ihr Mr. Spock hat unseren Chef-Kybernetiker ausgebildet. Sie haben die Führung jeder Abteilung Ihres Schiffes immer wieder als ›exzellent‹ bezeichnet. Waren das Falschmeldungen?«
»Das ist unfair, Admiral. Meine Crew ist die beste im ganzen Raum. Das beweisen die erbrachten Leistungen, aber wir brauchen Landurlaub. Ich verlange ihn für meine Crew. Die Leute sind schließlich keine Maschinen, die ewig laufen können. Sie sind aus Fleisch und Blut.«
Admiral McKenna ignorierte Kirks Ausbruch.
»Sehen Sie sich die Schiffe an, die in den Docks eins und vier liegen. Sagen Sie mir, was Sie sehen.«
Kirk lehnte sich zurück und trommelte mit den Fingern auf die Armlehnen. Sein Blick wich nicht eine Sekunde von dem Bildschirm, auf dem das Gesicht des Admirals in Überlebensgröße auf ihn herabstarrte. Auf seiner Konsole rechts von Kirk gab Spock ihm die Information, die Mrs. McKenna angefordert hatte.
»Die beiden Docks zeigen Raumschiffe im Zustand der Totalreparatur. Das eine hat keine Triebwerke. Bei dem anderen scheint ein großer Teil der Brücke demontiert worden zu sein.«
»Es hat überhaupt keine Brücke – nicht mehr.« Admiral McKennas Gesicht verhärtete sich noch mehr, ihre Lippen wurden zu einem Strich, der kaum breiter war als ein Messerschnitt. »Die Romulaner haben dafür gesorgt. Sie haben die Brücke der Scarborough atomisiert, zusammen mit Captain Virzi und seinen Offizieren. Auszeichnungen sind an vier Fähnriche verliehen worden, die danach das Kommando übernommen hatten.«
»Die Romulaner?«, fragte Kirk skeptisch. »Ich habe nichts von Schwierigkeiten mit denen gehört.«
»Ich weiß von Ihrem Zusammenstoß mit den Klingonen, und diese Situation ist potentiell genauso gefährlich. Klar ausgedrückt: Es gibt keine anderen Raumschiffe, die auch nur annähernd so einsatzbereit wären wie die Enterprise. Außerdem haben wir keine Zeit zu verlieren. Dieser Auftrag erfordert keinen Kampfeinsatz. Ich bedaure, Sie ohne eine Überholung des Schiffes wieder hinausschicken zu müssen, doch Sie haben ja nichts weiter zu tun, als ein Spezialistenteam nach Ammdon zu bringen.«
»Das ist alles?«, fasste er nach.
»Fast alles. Botschafter Zarv und seine Unterhändler werden Sie über Ihre weiteren Aufgaben informieren. Ich habe den Lademeister von Trockendock vierzehn angewiesen, Sie sofort zu verproviantisieren. Wenn Ihr Maschinenpersonal sich beeilt, könnten Sie alles anfordern, was benötigt wird, um Ihre Maschinen unterwegs instand zu setzen.«
»Admiral McKenna, ich protestiere gegen Ihren Befehl. Auch wenn die Situation bedrohlich sein mag …«
»Das ist sie, Captain. Botschafter Zarv wird Sie darüber informieren. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass er mehr ist als nur ein Passagier.«
»Ich stehe unter seinem Befehl?«
»Nein, Captain Kirk, davon kann keine Rede sein. Das wissen Sie. Aber alles, was der Botschafter Ihnen vorschlägt«, setzte die Frau hinzu und räusperte sich, »sollte als etwas verstanden werden, das einem Befehl sehr nahe kommt. Habe ich mich klar ausgedrückt?«
»Ja, Admiral.«
»Gut.« Sie blickte Kirk einen Moment direkt ins Gesicht, und ihre fahlgrauen Augen wurden ein wenig weicher. »Es tut mir ehrlich leid, Jim.« Das Bild zerriss und fügte sich wieder zu dem des Planeten zusammen. Die weißen Wolken waren erheblich dunkler geworden, und Gigavolt-Blitze zuckten nun um den abgeflachten Berg, auf dem sich Starbase Eins befand.
»Captain«, meldete Spocks ruhige Stimme, »drei Personen beamen von der Starbase an Bord. Wollen Sie sie in Empfang nehmen?«
»Haben wir eine andere Wahl, Mr. Spock?«, fragte er mit einem Anflug von Bitterkeit in der Stimme. Er blickte zu seinem Wissenschaftsoffizier empor und sah, wie sich eine seiner Brauen ein wenig hob, das Höchste an Gemütsbewegung, das Spock sich über Kirks Widerwillen gegen einen Befehl zu zeigen erlaubte. »Dann kommen Sie und lassen Sie uns Botschafter Zarv und seine Friedensexperten in Empfang nehmen. Mr. Chekov, Sie haben das Kommando.«
Die Türen des Turbo-Lifts glitten auf und schlossen sich, öffneten sich dann erneut, bevor es Kirk zu Bewusstsein gekommen war, dass er die Brücke verlassen hatte. Seine Gedanken waren so stürmisch wie die Unwetter, die um den Planeten tobten. Seine Crew hatte einen Landurlaub verdient.
»Captain, ist Ihnen nicht gut?«, fragte Spock. Der Vulkanier war zur Seite getreten, die Hände auf den Rücken gelegt.
»Nein, verdammt noch mal, mir ist gar nicht gut. Sie hat nicht das Recht, uns wieder in den Raum zurückzuschicken. Meine Crew braucht Erholung. Dieses Schiff benötigt umfassende Reparaturen. Selbst Sie könnten etwas Entspannung brauchen.«
»Ich, Captain? Kaum.« Spock wandte sich um und sah die...




