Velten | BIG FOUR: Ein Anwalt zum Verlieben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 155 Seiten

Reihe: BIG FOUR

Velten BIG FOUR: Ein Anwalt zum Verlieben

Liebesroman
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-2387-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Liebesroman

E-Book, Deutsch, Band 3, 155 Seiten

Reihe: BIG FOUR

ISBN: 978-3-7554-2387-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seattle ... kurz vor Weihnachten. Es war nicht geplant, mit dem heißen, aber unausstehlichen Anwalt von gegenüber im Lift steckenzubleiben. Habe ich mich wirklich an ihn gekuschelt? Sarah Nachdem meine letzte Beziehung katastrophal endete, hatte ich nicht vor, mich auf jemand neuen einzulassen. Erst recht nicht an Weihnachten. Und schon gar nicht auf einen der Typen aus der Wohnung gegenüber, die ständig andere Frauen abschleppten. Doch als Keanu und ich im Aufzug steckenblieben, half er mir aus meiner Panikattacke heraus und plötzlich sah ich ihn in einem ganz anderem Licht ... Keanu Im Gegensatz zu meinen Freunden nutzte ich unser gemeinsames Apartment nicht für One-Night-Stands, sondern als Rückzugsort, wo ich neben der stressigen Arbeit in der Kanzlei so richtig ausspannen konnte. Abgesehen davon machte es ziemlich Spaß, mir die wildesten Geschichten auszudenken. Als ich Sarah, ihre selbstbewusste Art und ihren versauten Humor kennenlernte, wollte ich, dass sie mehr als nur Inspiration für eine Story werden würde. Aber ihr wurde das Herz gebrochen und wenn ich nicht aufpasste, würde ich sie schneller verlieren, als ich 'Fröhliche Weihnachten!' sagen konnte. Dies ist der 3. Band der 'Big Four'-Reihe. Die vier Bände spielen zeitgleich in Seattle während der Weihnachtszeit. In jedem Band geht es um ein anderes Pärchen.

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Kapitel 2
Keanu Genervt fuhr ich mir mit einer Hand übers Gesicht, ich war hundemüde, hatte mir letzte Nacht mit meinem aktuellen Fall um die Ohren geschlagen, maximal zwei Stunden geschlafen, bevor ich weitergearbeitet hatte. Mittlerweile war es fast acht Uhr am Abend und mir fielen die Augen zu. Ich musste mir eingestehen, dass ich dringend eine Pause brauchte. Mit einem Ächzen erhob ich mich von dem Bürostuhl und streckte mich erst einmal ausgiebig. Meine Schulterblätter knackten, offensichtlich hatte ich es mal wieder übertrieben. Allerdings ließ mich der Fall nicht los, und wenn mich etwas packte, dann arbeitete ich so lange daran, bis ich eine Lösung gefunden hatte. In diesem Fall hatte der stadtbekannte Baulöwe Robert Smith einige mexikanische Einwanderer angestellt und sie mit dem Visum erpresst – seine Firma würde sich um die Arbeitserlaubnis kümmern, aber nur, wenn die Männer zu Hungerlöhnen schufteten. Aus Angst vor der Abschiebung hatten sie zugestimmt. Die wenigen, die sich schließlich getraut hatten Hilfe zu suchen, arbeiteten nicht länger für Robert Smith, hatten woanders Anstellung gefunden, wollten nun aber verhindern, dass der Baulöwe noch mehr ihrer Landsleute ausbeutete. Ich würde alles geben, um den Milliardär zur Rechenschaft zu ziehen und den hauptsächlich aus Mexiko stammenden Einwanderern zu helfen. Aber jetzt musste ich erst einmal den Kopf frei bekommen, das ging am besten in dem Apartment, das meine Freunde und ich gemeinsam gemietet hatten. Würde ich nach Hause fahren, würde ich nur direkt in mein Büro gehen und weiterarbeiten. Allerdings wusste selbst ich, ein überzeugter Workaholic, dass es nicht gut wäre, noch eine zweite Nacht durchzumachen. Also beschloss ich, die Notbremse zu ziehen. Nachdem ich mein Handy vom Schreibtisch genommen hatte, öffnete ich den Gruppen-Chat mit meinen Freunden und fragte: Ist die Big-Four-Wohnung frei? Und weil wir sie uns schließlich für ganz besondere Zwecke angemietet hatten, fügte ich hinzu: Hab in der Bar um die Ecke eine Frau kennengelernt … Als Erstes antwortete Jay: Mal sehen, ob du wieder so eine Psychotante erwischst. =D Im Stillen lächelte ich in mich hinein. Die Idee zu dem Apartment war schon auf der Universität entstanden. Wir hatten herumgescherzt, wie praktisch es doch wäre, einen Ort zu haben, wo man für gewisse Stunden mit einer Frau seine Ruhe hatte. Zudem hatte jeder Mann schon einmal das Pech gehabt, eine Frau kennenzulernen, der er deutlich klargemacht hatte, dass er lediglich an einer Nacht, nicht an einer Beziehung Interesse hatte, und sie nach dem One-Night-Stand plötzlich als Klette an der Backe zu haben. Plötzlich tauchte sie unangekündigt bei der eigenen Wohnung auf und wollte einfach nicht verstehen, dass mit einer Nacht alles zu Ende sein sollte. Wenn man seinen One-Night-Stand aber nicht nach Hause, sondern lediglich in ein Apartment brachte, bei dem ziemlich sicher ein anderer Mann die Tür öffnete, sollte sie am nächsten Tag klingeln, dann wäre man die Klette schnell los. Zwar hatte ich auf der Universität geglaubt, das wäre alles bloß als Witz gemeint, doch meine Freunde hatten an der Idee festgehalten. Mittlerweile machte ich mir einen Spaß daraus, irgendwelche Frauengeschichten zu erfinden und ihnen die verrücktesten Märchen über meine angeblichen Eroberungen zu erzählen. Kein Wunder, dass sie dachten, ich hätte Pech mit Frauen.  Zayn schrieb als Nächster in unseren Gruppenchat: Bei seinem Frauengeschmack schleppt er bestimmt wieder irgendein verrücktes Huhn ab … Reese: Zum Glück haben wir das Apartment, sonst hättest du längst eine Stalkerin oder so! Jay: Bin schon gespannt, was du erzählen wirst. Ich tippte eine Antwort: D.h. das Apartment ist frei? Alle drei schickten einen Daumen nach oben. Erleichtert stieß ich ein Seufzen aus, immerhin würde ich so zu dem einzigen Ort gehen können, an dem ich so richtig abschalten konnte. Weil das Apartment nur zu einem Zweck diente, hatten wir dort kein Büro eingerichtet, sodass ich gar nicht arbeiten konnte, selbst wenn ich in Versuchung geriet. Manchmal musste ich mich regelrecht dazu zwingen, zu pausieren, durchzuatmen. Mit einem zufriedenen Lächeln steckte ich mein Smartphone in die Gesäßtasche meiner Anzughose und machte mich daran, sowohl den Laptop als auch zwei Stapel Papiere von meinem Schreibtisch in dem kleinen Safe darunter einzuschließen. Wenig später nahm ich meinen Mantel von der Garderobe, legte ihn mir über den Arm und verließ das Büro. Im Anschluss durchquerte ich die Kanzlei, die ich gemeinsam mit meinen drei besten Freunden führte. Ich konnte sehen, dass in einem der anderen Zimmer das Licht brannte, normalerweise wäre ich vorbeigegangen, um mich mit Zayn, Jay oder Reese zu unterhalten, doch an diesem Abend war ich schlichtweg zu erschöpft. Offenbar so sehr, dass ich nicht einmal bemerkt hatte, mit dem Aufzug bis ins Erdgeschoss gefahren zu sein. Erst mitten in der Lobby, bereits auf halben Weg zu den Ausgängen, wurde mir klar, dass ich wie auf Autopilot den Heimweg angetreten hatte. Dabei befand sich die Big-Four-Wohnung in demselben Gebäude wie die Kanzlei. Kopfschüttelnd hielt ich inne, angespannt fuhr ich mir mit einer Hand übers Gesicht. Verdammt, bin ich müde!, dachte ich. Die Auszeit in unserem Apartment hatte ich mehr als bitter nötig. Schnell machte ich auf dem Absatz kehrt, um zurück zu den Aufzügen zu gelangen. Die Kanzlei befand sich im sechsten, die gemeinsame Wohnung im dritten Stock. Auf dem Weg durch die Lobby passierte ich auch die Empfangstheke. Wie so oft saß Miss Nadine Escher an der Theke, die mich aktuell mit einem amüsierten Lächeln betrachtete. „Wohl etwas durcheinander heute Abend, was?“, fragte sie, wobei ihr das knallrote Haar über die Schultern fiel. In ihren graublauen Augen blitzte Humor auf. „Ein bisschen“, gab ich in selbstironischem Ton zu. „Machen Sie nicht mehr zu lange!“ Sie klang beinahe besorgt, vermutlich sah ich genauso müde aus, wie ich mich fühlte. Zum Abschied nickte ich ihr zu, wandte mich dann aber wieder meinem Ziel zu. Der linke der drei Aufzüge war noch offen, also beschleunigte ich meine Schritte, um ihn rechtzeitig zu erreichen. „Warten Sie!“, rief ich, konnte von Weitem sehen, dass sich eine junge Frau darin befand. Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, drehte sie sich um, wodurch ich ihr Gesicht erkennen konnte. Meine Augen weiteten sich, sobald ich die Frau erkannte, die im Gruppen-Chat meiner Freunde lediglich als die Zicke von gegenüber bezeichnet wurde. Zayn war ihr diesen Morgen zufällig im Aufzug begegnet und hatte ihr ein Grinsen zugeworfen, nur um sie zu ärgern, wie er berichtet hatte. Wir wussten nicht, wo genau im Gebäude sie wohnte, allerdings schien sich ihr Apartment auf demselben Stockwerk wie das unsere zu befinden, weil wir ihr immer wieder im Gang über den Weg liefen. Sie betrachtete uns jedes Mal voller Abscheu, dadurch hatte sie sich den Spitznamen eingefangen. Nichtsdestotrotz schenkte ich ihr ein freundliches Lächeln, sobald ich den Aufzug erreichte und neben ihr zum Stehen kam. Mein Blick glitt über die Knöpfe und tatsächlich, neben der Nummer für mein Stockwerk leuchtete bereits eine kleine Glühbirne. Im Hintergrund spielte Weihnachtsmusik, die dazu führte, dass die Anspannung mehr und mehr aus meinem Körper wich. Ich hatte eine zwiegespaltene Beziehung zu Weihnachten, ich hatte kein Problem mit der Jahreszeit an sich, sondern vielmehr mit den Verpflichtungen, die sie mit sich brachte. Allein der Gedanke, dass ich schon bald auf das alljährliche steife, prüde Dinner meiner Eltern musste, bereitete mir Magenschmerzen. Und warum zum Teufel dachte ich ausgerechnet jetzt daran, wenn die Feier doch noch mindestens zwei Wochen entfernt war? Angespannt verkrampften sich meine Hände, mit den Fingern trommelte ich auf meinen Oberschenkeln herum. Zum Glück war an diesem Abend das Apartment frei, das Relaxen hatte ich bitter nötig. Zu dem Gebäudekomplex gehörte auch ein Fitnessbereich inklusive Schwimmbad, in dem ich nur zu gerne meine Bahnen zog, das Training war die perfekte Ablenkung. Ich war derart in meinen Gedanken versunken, dass ich das Flackern der Lichter im Aufzug zunächst gar nicht bemerkte. Als jedoch die weihnachtliche Fahrstuhlmusik ins Stocken geriet, runzelte ich die Stirn. Mit einem Mal ging ein Ruckeln durch den Aufzug, die junge Frau neben mir stieß einen erschrockenen, hohen Laut aus. Durch das plötzliche Absacken der Kabine verlor ich das Gleichgewicht, automatisch streckte ich eine Hand aus, um mich an der Wand abzustützen. Plötzlich standen wir still, die Lichter flackerten, bis sie gänzlich erloschen. Offenbar war der Fahrstuhl stecken geblieben. Na super. Das war das Letzte, was ich an diesem Abend noch gebraucht hatte. Genervt stieß ich ein Seufzen aus. „Wir stecken wohl fest“, sprach ich meine Gedanken laut aus. Anstatt mir zu antworten, erklang von meiner Rechten lediglich ein hohes, ängstlich klingendes Quietschen. „Mhm.“ Verwirrt sah ich mich in die Richtung des Geräuschs um, war es gewohnt, dass die Zicke von gegenüber es schaffte, uns Männer von...



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