E-Book, Deutsch, Band 2, 160 Seiten
Reihe: Verbotene Liebe
Verl Verbotene Liebe - Folge 02
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8387-1592-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Sehnsucht entfliehen
E-Book, Deutsch, Band 2, 160 Seiten
Reihe: Verbotene Liebe
ISBN: 978-3-8387-1592-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In Paris will Jan Julia für immer aus seinem Gedächtnis streichen. Aber ausgerechnet hier begegnet er immer wieder Frauen, die seiner großen Liebe wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Jan betrügt die eine 'Julia' mit der nächsten - aber am Ende vor allem sich selbst...
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(S. 7-8)
Es dämmerte bereits, als Jan die Augen aufschlug. Für einen kurzen Moment wusste er nicht, wo er war, aber als sein nach oben gerichteter Blick ein Stückchen des Pariser Abendhimmels erfasste, fiel es ihm sofort wieder ein. Er lag im Bett in ihrer neuen Wohnung in der Rue Violet! In seinem Arm hielt er die Frau, mit der er hier in Paris ein neues Leben beginnen wollte! Kerstins Kopf ruhte auf seiner Schulter, ihr linker Arm lag auf seiner Brust.
Ihre Gesichtszüge waren entspannt und um ihre Lippen spielte ein zartes Lächeln. Jan spürte, wie sein Herz schneller zu schlagen begann. Jetzt wird es ernst, ging es ihm plötzlich durch den Kopf. Die ersten Wochen nach ihrer Flucht aus Köln waren in einem konfusen Auf und Ab widerstreitender Gefühle und verwirrender Eindrücke wie im Flug vergangen. Hin- und hergerissen zwischen euphorischer Verliebtheit und Zweifeln, ob ihr Schritt wirklich richtig war, hatten Kerstin und er sich durch die riesige Metropole treiben lassen. Flucht? Hatte er eben wirklich Flucht gedacht? Jan seufzte.
Ja, es stimmte. Anders konnte man ihren überstürzten Aufbruch nicht nennen. Zumindest von seiner Seite. Getrieben von dem Wunsch, den schmerzvollen Erinnerungen an eine verbotene Liebe zu entgehen, Julia zu vergessen und alles hinter sich zu lassen, was ihn an sie erinnern könnte, war es für ihn das Naheliegendste gewesen, möglichst weit fort zu gehen. Dass sie in Paris gelandet waren, war eher Zufall, oder?
Jan zog die Stirn kraus. Nein, vermutlich nicht. Wenn das Plakat für eine andere Stadt Werbung gemacht hätte, hätte er es wahrscheinlich gar nicht beachtet. Aber der Satz „Besuchen Sie Paris, die Stadt der Liebe!“ war wie eine Initialzündung gewesen. Vom ersten Augenblick an hatte Jan an einen Fingerzeig des Schicksals geglaubt. Auch wenn er damals noch sehr jung gewesen war, als er als Austauschschüler einige Wochen in Paris verbracht hatte, dem unwiderstehlichen Flair dieser lebendigen, faszinierenden Stadt hatte er sich selbst als Halbwüchsiger nicht entziehen können.
Mit seiner neuen Liebe dorthin zu gehen, war ihm verlockend und vielversprechend erschienen. Jan betrachtete Kerstins ebenmäßige Gesichtszüge, die von ihren langen dunkelblonden Haaren umrahmt wurden. Er mochte es, wenn sie die Haare offen trug, was sie viel zu selten tat. Sacht berührten seine Lippen ihre Stirn. Für Kerstin war es keine Flucht gewesen, sie war ihm aus Liebe gefolgt. Hatte ihr Studium abgebrochen und alles zurückgelassen, ihre Freunde, ihre Familie – für ein Versprechen. Ein Versprechen, das Jan unbedingt halten wollte. Er durfte Kerstin einfach nicht enttäuschen!




