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E-Book, Deutsch, 568 Seiten

Verne Der Goldvulkan


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-1369-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 568 Seiten

ISBN: 978-3-8496-1369-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
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Dies ist die illustrierte Version dieses Klassikers. Ein Roman des französischen Autors Jules Verne aus der Zeit des großen Goldrauschs in Klondike.

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In seinem Heim angelangt, beschäftigte sich Summy Skim mit den ihm zunächst liegenden Aufgaben und Pflichten. Er mußte den Bekannten der Familie Mitteilung machen, sich für die Trauer ausrüsten und die kirchlichen Feierlichkeiten bestellen, die in der Parochie bei Todesfällen Sitte waren.

Was die Ordnung der seinen Onkel persönlich betreffenden Angelegenheiter anging, war es noch Zeit, darüber mit Herrn Snubbin eingehend zu sprechen wenn die beiden Vettern sich über ihre Entschließung geeinigt hatten und der Notar im Besitze der telegraphisch verlangten Unterlagen war, die es ihm ermöglichten, über die Hinterlassenschaft ein Verzeichnis aufzustellen.

Ben Raddle kam erst nach fünf Tagen, am 21. März, nach Montreal zurück, nachdem er sich einen Monat in New York aufgehalten hatte, wo zwischen ihm und mehreren andern Ingenieuren das Riesenprojekt einer Brücke beraten worden war, die, den Hudson überspannend, die Metropole mit New Jersey verbinden sollte.

Ben Raddle hing mit allen Fasern seines Herzens an dieser Arbeit, die ja geeignet war, einen Ingenieur zu begeistern. Die Errichtung der Brücke schien jedoch nicht so nahe bevorzustehen. Wohl sprach man davon in allen Journalen und studierte man die Sache auf dem Papier, mindestens vergingen aber voraussichtlich ein, vielleicht zwei Jahre, ehe es zur Ausführung der Arbeit kam. Daraufhin eben hatte sich Ben Raddle zur Heimreise entschlossen.

Sein Ausbleiben war Summy Skim recht lang vorgekommen. Wie oft bedauerte er, den Vetter nicht zu seinen Anschauungen bekehren, ihn nicht veranlassen zu können, ein friedliches, sorgenfreies Leben der jetzigen aufreibenden Existenz vorzuziehen. Die Geschichte mit der Hudsonbrücke steigerte nur noch seine Beunruhigung. Beteiligte sich Ben Raddle bei der Ausführung dieses Projektes, so fesselte ihn das vielleicht jahrelang an New York und er, Summy Skim, würde dann allein sein in dem gemeinschaftlichen Hause und allein auch in Green-Valley.

Gleich nach dem Eintreffen des Ingenieurs meldete sein Vetter ihm das in Dawson City erfolgte Ableben ihres Onkels Josias Lacoste, der als einziges Vermögen den Claim Nummer 129 am Ufer des Forty Miles Creek im Gebiete von Klondike hinterlassen hatte.

Bei dem letzten Namen, der jetzt eben in aller Munde war, spitzte der Ingenieur die Ohren. Wahrscheinlich vernahm er nicht mit der schönen Gemütsruhe Summy Skims die Mitteilung, in Zukunft Eigentümer eines goldführenden Erdenfleckchens zu sein. Wie er darüber dachte, das sprach er im ersten Augenblicke übrigens nicht aus.

Bei seiner Gewohnheit, sich all und jedes gründlich zu überlegen, wollte er das auch jetzt tun, bevor er sich über die Angelegenheit äußerte.

Vierundzwanzig Stunden genügten ihm, das Für und Wider abzuwägen, und beim Frühstück am nächsten Morgen interpellierte er ohne Vorrede Summy Skim, den er tief in Gedanken versunken fand.

»He, Vetter, begann er, wie wär's denn, wenn wir ein wenig von Klondike sprächen?

– Ja, wenn sich's nur darum handelt, ein wenig....

– Na, ein wenig oder auch viel, lieber Summy.

– Gut, wie es dir gefällt, mein lieber Ben.

– Der Notar hat dir die Eigentumsdokumente betreffs des Claims Nummer 129 wohl noch nicht vorgewiesen?

– Nein, antwortete Summy Skim, ich hielt es auch für nutzlos, davon Kenntnis zu nehmen.

– Na ja, daran erkenn' ich meinen herzensguten Summy! rief Ben Raddle lachend.

– Wozu sollte es dienen? entgegnete ihm Summy Skim. Mir scheint gar kein Anlaß vorzuliegen, sich wegen dieser Sache Scherereien zu machen. Es ist doch höchst einfach: Entweder hat der Nachlaß einigen Wert, dann werden wir ihn so vorteilhaft wie möglich veräußern, hat er aber – und das halte ich für weit wahrscheinlicher – keinen solchen, nun, so bekümmern wir uns um die ganze Sache nicht weiter.

– Ja, ja, du hast recht, stimmte ihm Ben Raddle zu. Doch uns treibt ja nichts.... so ein Placer.... man weiß doch manchmal nicht.... Man hält ihn für wertlos, für erschöpft.... und siehe da, ein Spitzaxthieb beschert dir ein Vermögen.«

Bei diesen Worten gab es Summy Skim einen recht schmerzlichen Stich.

»Nun, lieber Ben, sagte er, wärmer werdend, das müssen doch die Leute dort, die, die gegenwärtig die berühmten Goldfundstätten von Klondike ausbeuten, am allerbesten wissen. Ist der Claim am Forty Miles Creek überhaupt etwas wert, dann, ich wiederhole es dir, dann versuchen wir, ihn zum günstigsten Preise an den Mann zu bringen. Wie ist aber anzunehmen, daß unser Onkel Lacoste die Welt gerade verlassen haben sollte, wo er vielleicht im nächsten Augenblicke hätte Millionär werden können?

– Darüber müssen wir erst Klarheit haben, antwortete Ben Raddle. Der Beruf des Prospektors ist reich an derartigen Überraschungen. Man kann doch jede Minute eine glückliche Ader entdecken, das soll nicht etwa heißen, die Aussicht auf einen Zufall, sondern sie, die Goldader selbst, die an Pepiten Überfluß hat. Jedenfalls gibt es, das wirst du ja nicht bestreiten, doch nicht gar so wenige Goldsucher, die sich wahrlich nicht zu beklagen haben.

– Jawohl, antwortete Summy Skim, einen auf hundert, auf tausend, vielleicht auf hunderttausend, und was haben sie darum für Sorge und Mühe, ich möchte hinzufügen, für Elend in Kauf nehmen müssen!

– Ach, das sind billige Redensarten, Summy, sagte Ben Raddle, nichts als Redensarten! Ich gebe da nichts auf die Schreibereien der Blätter, nein, ich halte mich an Tatsachen, nur an Tatsachen.«

Summy Skim erkannte, ohne sich darüber zu wundern, wo sein Vetter hinaus wollte; darum schlug er nochmals das frühere Thema an und die ewige Diskussion darüber begann von neuem.

»Sage mir, lieber Vetter, genügt die Erbschaft, die wir nach dem Ableben unsrer Eltern gemacht haben, uns wirklich nicht? Sichert dieses Erbteil nicht unsre Unabhängigkeit, unser Wohlbefinden? Wenn ich so zu dir rede, geschieht es, weil ich bemerke, daß du der Sache mehr Gewicht beilegst, als sie verdient. Ich bitte dich, sind wir denn nicht vermögend genug?

– Nein, niemals genug, solange man noch vermögender werden kann.

– Wenigstens wenn man nicht schon gar zu reich ist, Ben, so reich wie gewisse Milliardäre, die ebensoviele Unannehmlichkeiten wie Millionen haben und denen es, ihre Schätze zusammenzuhalten, jetzt mehr Mühe kostet als früher deren Erwerbung.

– O, nur gemach, nur gemach! erwiderte Ben Raddle, die Philosophie ist ja eine recht schöne Sache, mißbrauchen sollte man sie aber doch nicht. Du brauchst für mich auch nicht zu sagen, was ich ja selbst nicht sage. Es fällt mir nicht ein, zu erwarten, daß das Gold aus dem Claim unsers Onkels tonnenweise hervorquillt; über die Verhältnisse möchte ich mich aber wenigstens unterrichten.

– Natürlich werden wir das tun, lieber Ben, das ist ja schon ausgemacht, und gebe nur der Himmel, daß wir, wenn uns die verlangte Aufklärung zuteil geworden ist, nicht einer verfahrenen Sachlage gegenüberstehen und aus Rücksicht für unsre Familie zu deren Ordnung einspringen müssen. In diesem Falle habe ich dem Notar Snubbin schon zugesagt....

– Ja ja, daran hast du ganz recht getan, Summy, unterbrach ihn Ben Raddle. Mir erscheint es nur überflüssig, schon eine solche Zwangslage ins Auge zu fassen, denn in eine solche kommen wir wahrscheinlich doch nicht. Wären Gläubiger vorhanden, so hätten sie sich gewiß schon gemeldet. Laß uns lieber von Klondike sprechen. Du kannst mir wohl glauben, daß ich nicht erst etwas von jenen Erzlagern zu hören brauche. Obwohl sie erst seit kaum zwei Jahren ausgebeutet werden, habe ich doch alles gelesen, was über deren Bodenschätze veröffentlicht worden ist, und ich sage dir, Dinge, die auch die waschechteste Gleichgültigkeit aufrütteln müßten. Nach Australien, Kalifornien und Südafrika hätte man ja annehmen können, daß unsre Erdkugel keine weitern Placers enthielte. Da kommt der plumpe Zufall und läßt in jenem Teile Nordamerikas, nahe den Grenzen von Alaska und der Dominion, doch noch neue entdecken, ja es scheint sogar, als ob die nördlichen Gebiete Amerikas in dieser Hinsicht allen übrigen voranstünden. Goldminen finden sich nicht allein in Klondike, sondern auch in Ontario, auf Michipicoton und in Britisch-Kolumbien, wo schon große Gesellschaften entstanden sind, wie die War Eagle, Standard, Sullivan Grup, Alhabarka, die Ferm, das...



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