Veryan | Scotland Lovesong - Ein Dandy zum Verlieben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 490 Seiten

Reihe: Scotland Lovesong

Veryan Scotland Lovesong - Ein Dandy zum Verlieben

Roman - Band 3 | »Bridgerton« trifft »Outlander« in dieser großen Schottlandsaga
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96655-964-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman - Band 3 | »Bridgerton« trifft »Outlander« in dieser großen Schottlandsaga

E-Book, Deutsch, Band 3, 490 Seiten

Reihe: Scotland Lovesong

ISBN: 978-3-96655-964-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wie werde ich ihn los in 10 Tagen? Das Romantik-Highlight »Scotland Lovesong - Ein Dandy zum Verlieben« von Patricia Veryan als eBook bei dotbooks. An den Ufern von Loch Ness, 1746. Ihr flammend rotes Haar trägt Lady Prue MacTavish stets offen - für seinen schottischen Stolz muss man schließlich Zeichen setzen! Die Liebe zu ihrer Heimat übertrifft nur noch die Begeisterung für die neusten Nachrichten über den legendären Rebellen »Ligun Doone«, der für die unterdrückten Highlander gegen die feindlichen Engländer kämpft. Als dieser plötzlich verwundet auf ihrer Türschwelle auftaucht, glaubt Prue daher erst an die Erfüllung all ihrer Träume, nur um dann festzustellen: Ihr Held ist in Wahrheit ein Engländer, was für ein Albtraum! Nur zähneknirschend erklärt sie sich bereit, seine Wunden zu versorgen. Da kann er sie noch so sehr mit seinen dunklen Augen und seinem verflixten Charme aus der Fassung bringen - die Gräben in diesem Gefecht sind klar gezogen! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der historische Liebesroman »Scotland Lovesong - Ein Dandy zum Verlieben« von Romance Queen Patricia Veryan, ein Fest für Fans von Georgette Heyer und Eloisa James. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Patricia Veryan (1923-2009) ist das Pseudonym der englischen Schriftstellerin Patricia Valeria Bannister. Sie wurde in London geboren, siedelte aber nach dem Zweiten Weltkrieg nach Amerika um. Dort lebte sie viele Jahre in Kalifornien und Washington, wo sie auch mit dem Schreiben ihrer historischen Liebesromane begann. Diese gehören heute zu Klassikern in diesem Genre und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Patricia Veryan wurde für ihr gesammeltes Werk zudem mehrfach mit dem Romantic-Times-Award und dem »Silver Loving Cup« von Liebesroman-Legende Barbara Cartland ausgezeichnet. Bei dotbooks veröffentliche Patricia Veryan ihre »Scotland Lovesong«-Reihe: »Ein Ball um Mitternacht« »Eine Reise in die Highlands« »Ein Dandy zum Verlieben« »Ein englischer Sommerball« »Einen Liebe in North Downs« »Ein unverschämter Gentleman« »Eine stürmische Reise« Sowie ihre nachfolgende »Scotland Kisses«-Reihe: »Eine bezaubernde Lady« »Eine charmante Diebin« »Ein unerhörter Skandal« »Das Geheimnis des Gentleman« »Das Lächeln einer Lady« »Eine charmante Intrige« Und ihre »Regency Dreams«-Reihe: »Ein Lord in Somerset« »Eine Lady in Sussex«
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Kapitel 1


Inverness, Juni 1746

Kurz nach Mittag kam eine prickelnde, kühle Brise auf, die die Baumwipfel tanzen ließ und die flaumigen weißen Wolken in eiligem Gleiten über das heitere Tiefblau des Himmels trieb. Die Sonne krönte die Wellen mit hellem Gold und funkelte auf dem länglichen Saphir des Loch Ness, der inmitten smaragdgrüner Felder und Hügel lag, eingeschlossen von zerklüfteten Felsen und Hügeln, die sich nach den entfernten Gebirgsmassen streckten. Weit hinten in der großen Schlucht ragte feierlich und mächtig die Ruine von Urquhart Castle ins Wasser, und in stolzer Unnahbarkeit hielt das Mealfuarvonie-Gebirge Wacht über allem. Ein Anblick, der das Herz jedes Schotten unweigerlich höher schlagen ließ, der Freude am Leben wecken oder zu poetischen Gedanken über die Schönheit der Schöpfung inspirieren konnte.

Ein Pferd kam die Straße entlang, jedoch nicht in gemächlichem Schritt, sondern im Galopp. Die Reiterin, die sich im Sattel nach vorn beugte, das dunkelblaue Reitkleid im Wind flatternd und die lange Feder in ihrem breitrandigen Hut durch den schnellen Ritt ganz aus der Fasson, sah keine der landschaftlichen Schönheiten, da sie von bedeutenderen Dingen in Beschlag genommen war. Als die beiden Pferdeknechte, die sie begleiteten, weit hinter ihr zurückgeblieben waren, verließ sie die verhaßte Straße, die General Wade hatte bauen lassen, um das Hochland zu unterwerfen, und bog in einen schmalen Weg ein, der zum Wasser hinunterführte, wo über prächtigem Baumbestand der Turm eines großen Hauses zu sehen war. Das Mädchen ritt durch den sonnendurchfluteten Wald und kam schließlich auf breite, sauber gemähte Rasenflächen, die den Blick auf das graue Steinhaus mit den dicken Mauern und das weiter seitlich liegende Gebäude freigaben, vor dem schon viele Gäste erstaunt stehengeblieben waren: eine ansehnlich große Pyramide.

Das stürmische Herannahen des Pferdes rief einen Gärtner auf den Plan. Er winkte und rief ihr einen Gruß zu. Das Mädchen winkte zurück, verlangsamte ihr Tempo aber erst, als sie das Haus erreichte, wo sie im letzten Moment so heftig an den Zügeln zog, daß das Pferd schnaubte und am Fuß der Treppe tänzelte.

Ein Stallbursche kam herbeigelaufen. »Ho, ruhig, Miss Prue! Gibt es wieder Ärger?«

Prudence MacTavish beugte sich nach unten, um sich vom Pferd helfen zu lassen. »Nicht für uns, Gott sei Dank«, sagte sie, und ein Lächeln erhellte ihr herzförmiges Gesicht. »Jamie MacDougall ist gefahrlos entkommen, dank Ligun Doone!«

Der Stallbursche ließ ein lautes Hurra hören und warf seine Kappe in die Luft. »Hochleben soll er, der Mann! Er ist ein Teufelskerl!«

Prudence grinste, hob hastig ihre Schleppe hoch und lief zur Treppe.

Der Stallbursche rief: »Mr. MacTavish is’ nich’ allein, Miss!«

Sie hielt einen Moment inne und blickte sich nach ihm um, dann setzte sie eilig ihren Weg fort. Wahrscheinlich war es der alte Duncan MacKie, der auf dem Heimweg von Inverness hier angehalten hatte, um über den Schlächter Cumberland und seine gedungenen Mörder zu wettern. Oder Sir Matthew Garry, dessen grauer Schnurrbart vor Zorn über das Verbot, die Hochlandtracht zu tragen, bebte.

Prudence betrat hastig die große Halle und übergab Hut und Handschuhe dem Diener, der mit leiser Mißbilligung in der Stimme bemerkte, der Herr sei in der Bibliothek, »mit einem Gast«. Das bedeutete, mit jemandem weniger Vertrauten als einem Verwandten oder Freund, aber Prudence, die keine Lust hatte, nach oben zu gehen, um ihr Haar zu ordnen oder ihr Reitkleid auszuziehen, trat nur zu dem goldenen Spiegel an der Wand und betrachtete sich prüfend.

Der schnelle Galopp hatte ihre Wangen rosig erblühen lassen, und ihr gepudertes Haar ließ ihre leicht gebräunte Haut durch den Kontrast noch dunkler aussehen. Pausbäckchen! dachte sie geringschätzig und musterte ihre Gesichtszüge ohne Begeisterung. Obwohl ihr Haar von einem hellen Rotgold war, hatte sie das Glück, dunkle Brauen und Wimpern zu besitzen. An den letzteren konnte sie keinen Makel finden, denn sie umrahmten ihre tiefblauen Augen dicht und mit einem leichten Schwung nach oben, doch ihre Brauen waren eher spitz als sanft gebogen, und, obwohl schön gezeichnet, waren sie zu breit. Auch ihre Wangenknochen gefielen ihr nicht, da sie nicht so feingeschnitten und zart waren, wie sie es sich gewünscht hätte, und ihre Nase war eher eine leichte Stupsnase als klassisch gerade und schmal geformt. Ihr Mund war hübsch gerundet, wie sie zugeben mußte, aber zu breit, und ihr Kinn war kräftig, ohne das kleinste Grübchen. Es war ein junges Gesicht, da sie gerade erst neunzehn geworden war, und hübsch genug, wie schon einige junge Schotten ihr gesagt hatten, doch sie selbst bewunderte die zarte Blässe, die in Mode war, und so preßten sich ihre roten Lippen unwillig zusammen. Pausbäckchen!, dachte sie erneut.

Vorsichtig strich sie über ihre Locken, bis sie annähernd ordentlich aussahen, glättete das Kleid und schritt in den hinteren Teil des Hauses, auf die Bibliothek zu.

Es war ein entzückendes altes Haus, und obwohl es im Stil der früheren Festungen gebaut war, besaß es eine stille Eleganz, die zugleich einladend und gemütlich wirkte. Die Eingangshalle mit ihrer reichen Täfelung vom Boden bis zur Decke war groß und eindrucksvoll. Das Porträt eines hübschen jungen Schotten in vollem Hochlandstaat hing herausfordernd über dem großen Kamin an der Ostwand, und im Hintergrund des Raumes führte eine prächtige Treppe zu den oberen Stockwerken.

Leicht überrascht sah Prudence, daß mehrere Koffer und Truhen am Fuß der Treppe ordentlich aufgestapelt waren, und betrachtete sie, während sie sich fragte, warum ihr Vater es versäumt hatte, ihr mitzuteilen, daß sie Besuch bekommen würden. Ein Lächeln stahl sich in ihre Augen. Wie närrisch zu erwarten, daß MacTavish irgendeiner Logik folgte. Liebenswert, aber zerstreut, hatte er heute morgen wahrscheinlich beschlossen, seiner Tochter die bevorstehende Ankunft eines Freundes oder Wissenschaftlers anzukündigen, aber lange bevor er hinunter ins Frühstückszimmer ging, waren seine Gedanken schon mit irgendeiner Ausgrabung in Ägypten beschäftigt gewesen, oder mit der Vorlesung, die er nächsten Monat in Edinburgh halten sollte.

Sie würde ihn ausschelten, beschloß sie, aber auf behutsame Weise. Und dann würde sie sich darum kümmern, ob sie ihre Haushälterin, die respektgebietende Mrs. Cairn, besänftigen mußte.

In der östlichen Halle war es still, Sonnenstrahlen drangen friedlich durch die offene Tür des großen Eßzimmers herein und malten die Schatten der Fenstergitter auf das Eichenholzparkett. In der Bibliothek war es ebenfalls still, und Prudence ging hinein, erfreut, ihren Vater schließlich doch allein vorzufinden.

James MacTavish sah ganz so aus wie das, was er war: ein freundlicher Gelehrter, der sich in eine rauhe Welt verirrt hatte. Er war ein magerer Herr mittlerer Größe, mit ergrauendem blonden Haar, ziemlich kurzsichtigen blauen Augen und einer Neigung, alles hintanzusetzen, was mit seiner Hauptbeschäftigung, der Archäologie, nichts zu tun hatte. Im Augenblick stand er hinter seinem Schreibtisch und blickte stirnrunzelnd auf einen Brief, den er in der Hand hielt, aber als die Tür sich öffnete, sah er auf und lächelte seiner Tochter zu. »Prudence, meine Liebe«, begann er.

»Ich habe wunderbare Neuigkeiten, Papa«, unterbrach sie ihn überschwenglich. »Diese ekelhaften Engländer haben es nicht geschafft, Jamie MacDougall zum Galgen zu schleifen! Er ist gefahrlos entkommen, dank Li –« Sie unterbrach sich, aufmerksam geworden durch das leise Stirnrunzeln ihres Vaters und seine leicht erhobene, warnende Hand.

»Wir haben einen Gast, Prue«, sagte er mit seiner sanften Stimme. »Thaddeus, darf ich Ihnen meine Tochter vorstellen?« Während er dies sagte, trat er hinter dem Schreibtisch hervor, und Prudence, die seinem Blick folgte, schloß die halboffene Tür und entdeckte auf der anderen Seite einen eleganten Gentleman. »Prudence«, fuhr MacTavish fort, »das ist Lord Thaddeus Briley.«

Erschrocken und voller Reue über ihre Impulsivität, die eine alte Untugend von ihr war, ließ sich Prudence zu einem tiefen Knicks hinab. Mit einem anmutigen Schwenken seines Spitzentaschentuchs verbeugte Seine Lordschaft sich. Während er sich aufrichtete, taxierten ihre Augen ihn rasch. Er war etwa Anfang Dreißig. Seine Gesichtszüge waren regelmäßig, aber nicht sehr bemerkenswert, sein Teint war hell, seine Größe durchschnittlich. Er trug eine hochmoderne französische Perücke, und ein kleines Schönheitspflästerchen zierte seine rechte Wange. Seine schlanke Gestalt steckte in einem hervorragend geschnittenen Mantel aus dunkelgoldenem Samt, die breiten Manschetten und die Taschen waren üppig mit goldenen Litzen besetzt. Eine reichbestickte braune Weste, makellose Reithosen aus goldfarbenem Satin, beigefarbene Strümpfe mit goldenem Muster und hochhackige braune Schuhe mit topasfarbenen Schnallen vervollständigten seine Kleidung. Lieber Himmel! Der Kerl ist ein Dandy! dachte Prudence.

Seine Lordschaft, der die Verachtung in ihren hübschen Augen richtig interpretierte, lispelte entschuldigend: »Ich – äh, ich wollte mich nicht vor Ihnen verßtecken, Miß MacTaviß. Ich habe dießes Ölbild bewundert. Ihr Vater ßagte mir, Ssie hätten eß gemalt.« Er lächelte zaghaft. Sein Lächeln war eigentümlich bezaubernd, und Prudence stellte verspätet fest, daß er sehr schöne Augen von einem ungewöhnlichen Bernsteinton hatte, aber sie dachte, Er ist nicht nur ein Dandy, sondern auch noch ein Engländer! Und er hat sich passend zu seiner Augenfarbe gekleidet! Gräßlich! Ihr Lächeln war...



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