E-Book, Deutsch, Band 1, 176 Seiten
Reihe: Abenteuer vom Rosenhof
ViktoriaSarina Waldgrün - Der verlorene Frühling
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-96096-503-9
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Roman aus der Welt von „Abenteuer vom Rosenhof“ von ViktoriaSarina, Band 1
E-Book, Deutsch, Band 1, 176 Seiten
Reihe: Abenteuer vom Rosenhof
ISBN: 978-3-96096-503-9
Verlag: Community Editions
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In Fines und Melodys erstem Romanabenteuer herrscht Rätselraten: Der Frühling ist da, doch die Blumen lassen ihre Köpfe hängen. Die Mädchen, genervt von langweiligen Referatsthemen, verbringen widerwillig ihre Nachmittage in der Bibliothek. Dort stoßen sie auf geheimnisvolle Hinweise. Je länger sie in den Büchern recherchieren, desto näher kommen sie dem größten Geheimnis von Funkental und der Spur des verlorenen Frühlings. Was hat die uralte Magie Funkentals mit den welkenden Blumen zu tun?
Viktoria und Sarina, zusammen besser bekannt als ViktoriaSarina, sind beste Freundinnen, erfolgreiche YouTuberinnen und Bestseller-Autorinnen. Mit ihrem pastellig-bunten Content, ihren originellen DIY-Ideen, ihren Mitmachbu?chern und Comics begeistert das kreative Duo seit Jahren rund 2 Millionen Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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Zwitsch, zwitsch! … Zilp-zalp! … Tütidel, tüdü!
Der Frühling ist da. Das kleine Städtchen Funkental erwacht an diesem Morgen zu einem vielstimmigen Vogelkonzert. Überall singt, zwitschert und trällert es.
Ein kleiner Spatz landet auf einem Fenstervorsprung. Das alte Gebäude gehört zum Rosenhof, und hinter den Mauern schlummert ein Mädchen friedlich in ihrem Bett. Fine hat noch etwas Zeit, bis ihr Wecker läuten wird. Sie atmet ganz ruhig. Aber bewegt sich da nicht doch etwas? Ein wuscheliges kleines Tier mit rotbraunem Fell und Knopfaugen linst zwischen ihren Haarsträhnen hindurch.
»Quiek!« Das zahme Eichhörnchen Cookie ist wohl schon wach?
Cookie ist einer der vielen tierischen Bewohner des Rosenhofs, dem wohl allerschönsten Ort von Funkental. Der alte Bauernhof liegt am Stadtrand, umgeben von Hügeln und einem dichten, verwunschenen Wald, dem Zauberwald. Das gemütliche gelbe Wohnhaus, die luftigen Ställe und weitläufigen Gärten voller Rosenbüsche sind nicht nur Fines und Cookies Zuhause, sondern auch das von Fines Tante Ida, fünf flauschigen Alpakas und zwei Pferden. Eines haben alle Tiere auf dem Hof gemeinsam: Sie waren anderswo nicht mehr erwünscht und haben hier ein Heim für immer gefunden.
»Quiek?«, ertönt es wieder, und Cookie stupst gegen Fines Wange. »Quie-quiek?«
Uh, das kitzelt! Blinzelnd setzt Fine sich auf. Sie sieht gerade noch, wie das kleine rotbraune Tier vom Kopfkissen auf den Nachtschrank hüpft und sich hinter einem Blumentopf versteckt.
Fine gähnt herzhaft, dann streckt sie die Hände aus. »Guten Morgen, Cookie! Danke fürs Aufwecken. Du kannst ruhig wieder rauskommen, ich bin dir nicht böse.«
Langsam schieben sich zwei kleine Öhrchen hinter dem Blumentopf hervor, dann kommen zwei dunkle Kulleraugen und eine stupsige Fellnase zum Vorschein. Cookie kommt näher und knabbert an Fines Fingern. Da muss Fine lachen, und Cookie huscht auf den Fußboden. Fines Zimmer ist nicht besonders ordentlich – und das ist für das kleine Eichhörnchen genau richtig! Zwischen Büchern, Spielsachen und Klamotten gibt es immer ausreichend Verstecke.
»Du bist wohl schon hungrig, Cookie«, stellt Fine fest. »Na komm!« Im Schlafanzug tapst Fine nach unten, und Cookie läuft ihr hinterher.
In der großen Wohnküche ist es wie immer warm und gemütlich. Tante Ida hat Blumen in ihrer Lieblingsfarbe Gelb auf den Tisch gestellt. Und an Fines Platz warten schon eine Schale Schokomüsli und eine Tasse mit dampfendem Tee auf sie.
»Guten Morgen, Finchen! Gut geschlafen?«, begrüßt Tante Ida Fine freundlich. »Ich wollte dich gerade wecken kommen.«
»Das hat Cookie schon erledigt«, erklärt Fine. »Ich glaube, sie möchte ihr Frühstück.«
Tante Ida lächelt und zeigt auf den Esstisch. Neben der Müslischale steht ein Tellerchen mit gerösteten Haselnüssen für Cookie. Fines Tante kümmert sich immer so liebevoll um alle Lebewesen, egal ob Vier- oder Zweibeiner.
»Mhm, danke!«, sagt Fine. Sie setzt sich und beginnt zu essen. Cookie springt von der Eckbank auf den Tisch und knabbert Nüsse.
Tante Ida lehnt sich mit ihrer Teetasse im Stuhl zurück. »Na, steht heute in der Schule etwas Besonderes an?«, fragt sie.
»Fau Wimpa wi heupe hie Hefaharz…«
Tante Ida fängt an zu lachen, und Cookie blickt verwundert von ihrem Frühstück auf. Fine schluckt rasch ihr Müsli herunter. »Entschuldigung«, sagt sie kichernd. »Also: Frau Winter will heute die Referatsthemen verteilen. Hoffentlich bekomme ich nichts zu Schwieriges! Ich hab keine Lust, bei dem schönen Frühlingswetter nur drinnen zu hocken und zu lernen.«
Frau Winter ist die Klassenlehrerin von Fine. Sie ist freundlich, aber streng, und sie erwartet immer gute Leistungen.
»Oh, wie spannend!«, sagt Tante Ida. »Ich drücke dir die Daumen für ein schönes Thema. Du kannst mich natürlich fragen, wenn du Hilfe brauchst. Und Melody unterstützt dich bestimmt auch, oder?«
»Natürlich!« Fine strahlt. Ihre beste Freundin Melody und sie sind immer füreinander da. »Mit Melody wird es super – egal, welches Thema.«
Während sich die beiden weiter unterhalten, bürstet
Tante Ida Fines lange braune Haare und flicht sie zu einem Zopf.
»Jetzt muss ich mich aber langsam an die Arbeit machen«, stellt Tante Ida mit einem Blick auf die Uhr fest. »Ich möchte heute Unkraut jäten, die Tulpen düngen und den ganzen Garten gießen. Die Pflanzen sind momentan besonders durstig.«
Tante Ida verkauft selbst gezogene Blumen, Obst und Gemüse auf dem Markt. Dafür müssen die Pflanzen natürlich gut wachsen!
»Soll ich dir helfen?«, fragt Fine.
Ihre Tante schüttelt den Kopf. »Du machst dich besser für die Schule fertig. Aber es wäre toll, wenn du heute Nachmittag den Alpakastall ausmisten könntest.«
Fine seufzt innerlich. Stallarbeit ist so langweilig! Aber für Tante Ida macht sie es gern. Und für die Alpakas natürlich! »Okay«, sagt sie lächelnd.
Tante Ida streicht ihr über den Kopf. »Danke. Oh, und wenn du gehst, nimm doch bitte ein paar Möhren für Tiran und Little Spirit mit.«
»Mach ich!« Fine flitzt nach oben, putzt ihre Zähne und macht sich blitzschnell fertig. So hat sie noch ein bisschen Zeit für die Pferde: den großen Hengst Tiran und das freche Pony Little Spirit. Beide bekommen eine Möhre und ein ausgiebiges Kraulen hinter den Ohren.
Ring, ring! Mit einem Klingeln ihrer Fahrradglocke verabschiedet sich Fine von Tante Ida, die im Garten arbeitet, und rollt vom Hof.
Es ist nicht weit bis zu Melodys Zuhause. Ihre Eltern arbeiten viel, deswegen steht Melody morgens allein auf und wartet draußen auf ihre beste Freundin.
»Fineeeee!«, ruft Melody schon von Weitem und winkt freudig, dabei wippen ihre schulterlangen, welligen Haare und ihr hellblaues Kleid im Einklang.
Fine bremst scharf. Sie springt vom Rad und lehnt es an den Zaun. »Guten Morgen, beste Freundin!«
Fine und Melody sind unzertrennlich, seit Melody mit ihrer Familie vor ein paar Jahren nach Funkental gezogen ist.
»Wartest du schon lange?« Fine umarmt ihre Freundin.
»Hatschi!« Ein Duft aus Melodys Haaren hat Fine an der Nase gekitzelt.
Melody hält sich eine Haarsträhne vor die Nase und schnuppert daran. »Morgen, Fine. Wie findest du mein Kirschblütenshampoo? Es ist neu.«
»Himmlisch, ein richtiger Frühlingsduft«, erwidert Fine. »Wollen wir los?«
»Wollen? Eher müssen …«, meint Melody und verzieht das Gesicht.
Fine gibt ihr einen Stupser in die Seite. »Bist du auch aufgeregt wegen der Referate? Komm schon, zusammen wird es auf jeden Fall funktastisch.«
Funktastisch ist Fines und Melodys besonderes Wort, es bedeutet, dass etwas noch besser als fantastisch ist.
Melody legt ihren Kopf auf Fines Schulter und lächelt. »Gemeinsam schaffen wir es bestimmt. Aber jetzt sollten wir wirklich los. Du weißt ja, wie sauer Frau Winter werden
kann, wenn man zu spät kommt.«
Durch den strahlenden Morgen radeln die Freundinnen zur Schule. Die Sonne lässt den Tau auf Wiesen und Gärten glitzern. Kunterbunte Frühlingsblumen strecken ihre Blüten den Strahlen entgegen. Ein sanfter Wind weht und bringt die frischen Blätter der Bäume zum Rascheln. Bunte Häuser säumen die gewundene Straße ins Innere des Städtchens. In den Gärten wachsen das süßeste Obst und das leckerste Gemüse, die buntesten Blumen und die knorrigsten alten Bäume. Neben den Vögeln finden auch Mäuse, Feldhamster und Füchse in Funkentals vielen grünen Ecken ein sicheres Zuhause.
Heute aber sieht es so aus, als sei den Funkentalern ihr Städtchen noch nicht schön genug. Überall sehen Fine und Melody, wie Menschen ihre Fenster putzen und Haustüren schrubben. Sie fegen die Gehsteige und bepflanzen Blumenkübel. Flatternde Girlanden werden über die Straßen gespannt, und an einer Kreuzung hängt ein großes Transparent.
»Guck mal!«, ruft Fine Melody zu. »Bald beginnen die Funkentaler Blumentage! Jetzt verstehe ich, warum Tante Ida sich so um ihren Garten sorgt. Ich habe mich schon gefragt, warum sie heute gießen will, wo es in Funkental doch sowieso fast jeden Tag regnet.«
An den vielen Regen ist man hier gewöhnt. Er sorgt dafür, dass das Städtchen so grün und lebendig ist. Und dann ist da ja noch die geheime Sache mit dem Regen und den Tieren …
Melodys Augen leuchten. »Die Blumentage werden bestimmt lustig! In Grimmingers Park soll es eine Hüpfburg in Blütenform geben, abwaschbare Blumen-Tattoos und noch viel mehr. Gehen wir hin?«
Fine nickt. »Hoffentlich ist der Eintritt nicht so teuer. Herr Grimminger ist...




