E-Book, Deutsch, 176 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 215 mm
Virit Miteinander sprechen - miteinander wachsen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-8426-1692-9
Verlag: Schlütersche
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebevolle Kommunikation mit deinem Kind. Beziehung stärken, Konflikte lösen
E-Book, Deutsch, 176 Seiten, Format (B × H): 145 mm x 215 mm
ISBN: 978-3-8426-1692-9
Verlag: Schlütersche
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
• Hilal Virit ist Diplom-Pädagogin sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Expertin für Familienthemen (u.a. für ARD & ZDF) und erreicht über ihre Social-Media-Kanäle monatlich 100.000 Eltern
• Bindungs- und bedürfnisorientierte Eltern-Kind-Kommunikation: gute Gespräche beginnen und führen, Gefühlsausbrüche begleiten, Fehler vermeiden, Konflikte lösen
• Mit Spickzetteln: Was Eltern in herausfordernden Situationen sagen können
Superkraft für Eltern: Bindung und gute Kommunikation
Wer kennt es nicht? Im stressigen Familienalltag bleiben liebevolle Gespräche mit dem Kind manchmal auf der Strecke – mal nehmen Eltern die Bedürfnisse ihres Kindes nicht richtig wahr, mal fehlt einfach die Zeit.
Hilal Virit
zeigt, wie Eltern mit ihrem Kind einfühlsam kommunizieren. Anhand von typischen Situationen gibt sie
Tipps und Impulse
. Konkrete Formulierungsbeispiele zeigen, wie Mütter und Väter mit ihrem Kind reden können, wie gute Gespräche entstehen und Konflikte gelöst werden. Für alle, die die
Superkraft der Kommunikation
nutzen und ihr Kind mit Worten stark machen möchten.
Aus dem Inhalt:
Kommunikation braucht eine sichere Eltern-Kind-Bindung
Was dein Kind versteht und wie du kommunizieren kannst
Die Bausteine der empathischen Kommunikation
Wie verringere ich mein Stressgefühl?
Sprich die Sprache deines Kindes – Dein Spickzettel für Alltagskonflikte: Anziehen, Einkaufen, Spielplatz, Medienkonsum, Geschwisterstreit, Essen, Schlafenszeit
Wie erkläre ich es meinem Kind?
Autoren/Hrsg.
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Weitere Infos & Material
Schon lange bevor dein Kind auf die Welt kam, hast du mit ihm kommuniziert und vielleicht festgestellt: „Ah, es hat mich gehört und sich bewegt!“ Über das Wiegen, Singen, Sprechen und Streicheln vermitteln viele Eltern ihrem Kind bereits vor den ersten „sprachlichen“ Äußerungen Gefühle von Sicherheit, Geborgenheit und Verlässlichkeit und legen dadurch unbewusst die ersten Grundbausteine für die Sprachentwicklung. Kinder erfahren Sprache mit allen Sinnen, sie hören, spüren, erleben Sprache und das schon, bevor sie selbst das erste Wort gesprochen haben. Sprechen ist genetisch angelegt, benötigt aber Anregungen aus der Umwelt, sobald das Baby auf der Welt ist. Das bedeutet, dass dein Kind vom allerersten Augenblick an von dir lernt. Wie du zuhörst, sprichst und in Kontakt gehst ist ausschlaggebend für eure Beziehungsqualität und die Sprachentwicklung. Das heißt allerdings auch, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist und nicht nur dein Kind eine neue Sprache lernen wird, sondern auch du dir die Frage stellen solltest: „Spreche ich denn die Sprache meines Kindes?“
Sprache ist mehr als nur das gesprochene Wort
| Der Erwerb der Sprache ist weit komplexer, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Schon in einem sehr frühen Stadium müssen Kinder ohne irgendwelches Vorwissen neben den gesprochenen Worten auch Mimik und Gestik ihres Gegenübers entschlüsseln, verstehen und darauf reagieren können. Manche Eltern sitzen dann dem Irrtum auf, dass ihr Kind, weil es schon alleine ins Auto einsteigen und sich in seinen Kindersitz setzen kann, auch eine solche elterliche Aussage versteht: „Setz dich ordentlich hin, sonst passiert dir was!“ |
In einem solchen Fall könnte es dir dann durchaus passieren, dass dich dein Kind mit großen Augen anstarrt, aber nicht das macht, was du eigentlich wolltest (nämlich sich anschnallen). Und weil du davon ausgehst, dass dein Kind dich schon gut genug versteht, kann es dann schon mal sein, dass du gereizt reagierst, weil du denkst, dass es absichtlich nicht auf dich hört.
Doch auch wenn es im Alltag oftmals hektisch zugeht, solltest du dir ab und zu mal überlegen, ob dein Kind deine Worte und Sätze überhaupt entschlüsseln kann. Und wenn dir dann klar wird, dass es dazu vom Entwicklungsstand noch gar nicht in der Lage ist oder du dich unklar ausgedrückt hast, solltest du deine Superkraft der empathischen Kommunikation aktivieren, um deinem Kind das zu übermitteln, was du wirklich ausdrücken möchtest:
| „Schnall dich bitte an, wir fahren los!“ |
Das Wissen über „Was versteht mein Kind überhaupt“ wird dir dabei helfen, deine Kommunikation anzupassen, um „richtig“ mit deinem Kind sprechen zu können. Und das führt unweigerlich zu weiteren Fragen: „Über- oder unterfordere ich mein Kind mit der Sprache, die ich im Augenblick mit ihm spreche? Wie sollte ich meine Sprache anpassen, damit meine Worte bei meinem Kind ankommen? Wie kann ich mein Kind sprachlich fördern? Um diese Fragen beantworten zu können, sollten wir uns erst einmal anschauen, welche Entwicklungsstadien die Sprache eines Kindes eigentlich durchläuft.
Was dein Kind versteht und wie du kommunizieren kannst
Wenn wir uns jetzt die einzelnen Phasen der Sprachentwicklung eines Kindes ansehen, sollten wir uns im Klaren darüber sein, dass die Unterschiede ziemlich groß sind, wann Kinder welche Fähigkeiten beherrschen. Denn sie entwickeln sich – zum Glück – alle in ihrem eigenen Tempo. Daher können die angegebenen Zeiträume nur eine grobe Orientierung sein. Die Tipps, die ich dir jeweils dazu gebe, können dir dabei helfen, die Sprachfähigkeit deines Kindes zu fördern.
Vor der Geburt
• Die Hörfunktion eines Fötus bildet sich ca. ab der 26. Schwangerschaftswoche aus (Pränatales Hören).
• Bereits im Bauch hört dein Kind aufmerksam deiner Stimme oder einer schönen Melodie zu und verfolgt, wie dein Herz schlägt.
? Sprich in der Schwangerschaft mit deinem Baby, erzähle ihm, wie dein Tag war, hört gemeinsam Musik oder lies ihm eine Geschichte vor.
In den ersten Lebensmonaten
• Bereits Neugeborene reagieren auf Geräusche.
• Dein Baby wird schon sehr früh die eigene Muttersprache erkennen und deine Stimme von anderen Stimmen unterscheiden können. Das liegt nicht etwa daran, dass es diese Sprache bzw. die Worte bereits verstehen kann, sondern eher daran, dass ihm die verwendete Sprachmelodie, die Pausensetzungen und die Betonungen bekannt und vertraut sind.
? Du kannst mit den Lippen blubbern oder schnalzen, dein Baby wird dann seinen Blick in die Richtung der Geräuschquelle lenken.
• Dein Baby ist auf nonverbale Hinweisreize wie Blickkontakt, Mimik und Gestik sowie den Klang deiner Stimme angewiesen. Es wird deine Gesichtsausdrücke beobachten und nachahmen.
? Du könntest aus einer Entfernung von etwa 30 cm zu deinem Baby mehrmals langsam den Mund weit auf und zu machen (dazwischen ca. 8 Sekunden Reaktionszeit lassen), so kann dein Baby dich imitieren.
• Dein Baby wird in diesem Jahr den sogenannten „Babytalk“ bevorzugen. Mit diesem feststehenden Begriff wird die Art und Weise bezeichnet, wie Erwachsene instinktiv mit Babys reden (übrigens ein weltweites Phänomen): Höhere Stimmlage, langsamere Sprechgeschwindigkeit, längere Pausen und übertrieben ausgesprochene Vokale. Das alles weckt die Aufmerksamkeit des Kindes. Das oft verpönte gegenüber einem Baby ist anfangs also gar nicht so schlecht, solange es nicht dabei bleibt und die Erwachsenen irgendwann auch Wörter mit Bedeutung und ganze Sätze äußern. Der Satz sollte dann grammatikalisch und artikulatorisch korrekt ausgesprochen werden.
| ? Sprich melodiöser und in höheren Tonlagen. Vereinfache dabei kurze Sätze mit längeren Pausen zwischen den einzelnen Wörtern, wie „Woooo ist –––– Valentin?!“ |
• Das erste und zunächst wichtigste Kommunikationsmittel für deinen Säugling stellt das Schreien dar. Danach kommt das Gurren/das erste Lallen (1. Lallphase) hinzu.
? Damit dein Kind seine eigenen Sprechwerkzeuge entdecken kann, kannst du während den Lallpausen sein Brabbeln (die gleichen Lautketten) imitieren „dadadadada“ und dein Kind erwartungsvoll anschauen, dies wird ihm signalisieren, dass es nun an der Reihe ist (Sprecherwechsel). So lernt dein Kind Dialoge zu führen.
• Babys können bereits etwa ab dem 4./5. Monat ihren eigenen Namen in Gesprächen heraushören.
? Probiere es aus! Sprich den Namen aus und warte, ob sich dein Kind zu dir wendet. Achtung: Wenn du deinem Kind Kosenamen gibst und es z. B. Bärchen nennst, dann solltest du bei dem Test auch „Bärchen“ rufen.
• Im ersten halben Jahr nimmt dein Baby die gesprochene Sprache so wahr: deinbabyhörtallesineinemstücksowieicheshiergeschriebenhabe
• Mit ca. 6 Monaten beginnt dann so langsam das ausgiebige und verfeinerte Lallen (2. Lallphase). Jetzt fängt dein Baby an, die gehörte Sprache gedanklich in einzelne Bausteine zu zerlegen, und es lernt aktiv einzelne Wörter aus dem Redefluss herauszuhören. Dies ist ganz wichtig für die Sprachentwicklung, die grammatikalische Entwicklung sowie für die Erweiterung des Wortschatzes.
| ? Sprich langsamer und betone Schlüsselwörter durch deine Sprachmelodie „Daaaas ist dein BALL!“ |
| Eltern sollten Folgendes beachten: Wenn das Kind bis zum 8. Lebensmonat nicht brabbelt oder verstummt, also die 2. Lallphase ausbleibt, wendet euch bitte an eine/n Pädaudiolog*in (Fachärzt*in für kindliche Hörstörungen). Dies könnte auf eine „Hörminderung“ hindeuten. |
• Zwischen dem 7. und 10. Monat werden neben Einsilbern, wie z. B. „na“, „ba“, auch zwei Silben gebildet (z. B. „ada“) und auch schon Mehrsilber (bababa, adaadaada). Bald wirst du vielleicht auch ein MAMA oder PAPA aus dem Munde deines Kindes hören. Zu diesem Zeitpunkt versteht es in der...




