Vlcek | Perry Rhodan 1452: Entscheidung am Ereignishorizont | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1452, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Vlcek Perry Rhodan 1452: Entscheidung am Ereignishorizont

Perry Rhodan-Zyklus "Die Cantaro"
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8453-1451-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Cantaro"

E-Book, Deutsch, Band 1452, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1451-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Auf der Straße des Sieges - zur Schlacht mit den Cantaro Der doppelte Schock der galaktischen Heimkehrer aus Tarkan, sich fast um 700 Jahre verspätet zu haben und die Heimat durch eine undurchdringliche Barriere abgeschottet zu finden, an der schon viele Raumfahrer gescheitert sind, ist längst überwunden. Inzwischen schreibt man den Juli des Jahres 1144 NGZ, und die galaktische Barriere ist für einige schon durchaus passierbar geworden. So haben die CIMARRON, mit Perry Rhodan an Bord, und die BLUEJAY mittels des von Geoffry Waringer entwickelten Pulswandlers die erste Absperrung längst durchbrechen und mit den Widdern, den von Homer G. Adams geleiteten Widerständlern, die im Untergrund agieren, Kontakt aufnehmen und selbst den Viren-Wall überwinden können. Diese Begegnung mit einem alten Freund und die Bildung einer neuen Allianz führen letztlich zur großangelegten Aktion auf Uulema und zum ersten Sieg über die Cantaro, die neuen Herrscher der Milchstraße. Damit beginnen bei denen, die gegen die galaktischen Gewaltherrscher ihr Leben riskieren, Hoffnungen zu keimen - Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Mit diesem Gefühl gehen sie auch in ihren neuen Einsatz im Perseus-Sektor. Dort fällt die ENTSCHEIDUNG AM EREIGNISHORIZONT ...

ERNST VLCEK Ernst Vlcek ist 1941 in Wien geboren. Nach der Schulausbildung und Absolvierung einer kaufmännischen Lehre war er in verschiedenen manuellen Berufen tätig. Schon in jungen Jahren begeisterte sich der Autor für die Science Fiction. Eine seiner ersten Kurzgeschichte hatte den Titel 'Es kommt eine kleine Überraschung'. Für Ernst Vlcek bot sich zunächst die Möglichkeit, seine Werke innerhalb des Fandoms zu veröffentlichen. 1966 erschien sein erster Roman 'Der kosmische Vagabund', weitere Veröffentlichungen folgten. Zwei Jahre später ergab es sich für den Österreicher, bei den PERRY RHODAN-Taschenbüchern mitzuschreiben. Mit diesem erfolgreichen Roman 'Planet unter Quarantäne' (46) schaffte er den Einstieg in die PERRY RHODAN-Heftserie. Sein erster Roman war 'Die Banditen von Terrania'. 1970 folgte der Einstieg bei ATLAN, parallel dazu konzipierte er mit seinem Schriftstellerkollegen Kurt Luif die Horrorserie 'Dämonenkiller'. In den darauffolgenden Jahren seines Schaffens entwickelte er den bekannten SF-Zyklus 'Sternensaga'. 1980 wurde ihm die Exposéarbeit der Fantasyserie 'Mythor' anvertraut und auch an 'Dragon' hat er mitgearbeitet. Bei PERRY RHODAN stieg er ab 'Der gute Geist von Magellan' (1211) mit Thomas Ziegler in die Exposéarbeit ein. Zwei Jahre später bekam er mit Kurt Mahr einen neuen Exposéautor zur Seite gestellt, auf den Robert Feldhoff folgte. Auf dem PERRY RHODAN WeltCon 2000, erklärte er seinen Rücktritt aus der Exposé-Redaktion, im Jahre 2004 schließlich zog er sich schließlich auch aus dem Autorenteam zurück - in einen von eigenen schriftstellerischen Projekten Ruhestand. Am Vormittag des 22. April 2008 ist der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek unerwartet in Wien gestorben.
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2.


Sie waren pünktlich von Arhena gestartet – die QUEEN LIBERTY mit zehn Minuten Vorsprung, um die Lage zu sondieren und sich einen Überblick über die Situation im Kugelsternhaufen M 55 zu verschaffen. Erst als Homer G. Adams' Flaggschiff einen der Flugkorridore in mehreren Hypersprungetappen bewältigt hatte und den entsprechenden Kode funkte, folgten die anderen sieben Schiffe auf demselben Kurs.

In der Peripherie von M 55 sammelte sich die kleine Flotte.

Die Distanz vom Sumac-System zum Perseus-Black-Hole betrug rund 24.000 Lichtjahre, die sie auch in einer einzigen Etappe hätten bewältigen können. Adams riet jedoch, dass sie als Vorsichtsmaßnahme vier Zwischenstopps machen sollten. Perry Rhodan stimmte zu. Diese Stopps dienten weniger der Orientierung als dem Abhören der von den Cantaro verwendeten Hyperfunkfrequenzen; es war lediglich eine zusätzliche, vielleicht auch überflüssige Sicherheitsmaßnahme.

Die erste Etappe führte über 6000 Lichtjahre. Rhodan hatte dafür die Geschwindigkeit mit einem Überlichtfaktor von 30 Millionen ziemlich niedrig angesetzt. Die Spitze der Staffel aus acht Schiffen bildete die QUEEN LIBERTY mit einem Vorsprung von zwei Minuten. Die HALUTA war als letztes Schiff in Überlichtflug gegangen.

Auch diese Maßnahme hatte Homer G. Adams angeregt. Wenn man bei einem der Zwischenstopps wider Erwarten auf Cantaro treffen sollte, dann war die Zeitspanne kurz genug, dass sich die QUEEN LIBERTY bis zum Eintreffen des Hauptkontingents halten konnte – und lange genug, dass möglicherweise lauernde cantarische Einheiten in Erscheinung treten würden. Und so wurde die erste Hyperraumetappe in Angriff genommen.

*

Icho Tolot saß in dem seiner Größe angepassten Kontursessel in der Kommandozentrale der HALUTA und hatte mit dem Bordsyntron eine heftige Diskussion. Es drehte sich um ein Thema, das den Haluter schon seit damals beschäftigte, als er mit Perry Rhodan und den anderen über die Schwarze Sternenstraße 650 Jahre in die Vergangenheit verschlagen worden war – über ebenjenes Black Hole, das ihr Ziel war.

Icho Tolot quälte sich förmlich mit diesem Thema.

»Wenn du es tun willst, dann mache es. Oder lasse es bleiben. Aber dein Gezeter, durch das du Wankelmut ausdrückst, ist eines Haluters unwürdig, Tolotos.«

So sprach der Bordsyntron seines Schiffes zu ihm!

»Du redest dir dieses Dilemma nur ein. Tu es oder lasse es. So einfach ist die Angelegenheit.«

So einfach war die Sache nicht! Nicht für ein Wesen, das mehr als bloß einen syntronischen Verstand hatte – erst recht nicht für einen Haluter! Für einen Haluter zählten auch Ehre, Freundschaft, Pflichtbewusstsein.

Im Augenblick hatte er zusätzlich auch noch die Verantwortung über 50 Freifahrer, die er auf Phönix an Bord genommen hatte. Er hatte kaum Kontakt zu ihnen, sie störten ihn nicht, weil er sich von ihnen distanzierte, sich in der Kommandozentrale isolierte. Aber bevor er irgend etwas unternahm, musste er sie von Bord schicken.

Das musste er bei nächster Gelegenheit erledigen.

Eine andere Sache wog viel mehr. Er fühlte sich der Sache verpflichtet, die Rhodanos, Atlanos und die anderen Freunde in Angriff genommen hatten. Der Kampf gegen die Beherrscher der Milchstraße hatte Vorrang.

»Woher hast du nur diesen seltsamen Wortschatz und die Respektlosigkeit, ihn auch anzuwenden, Taravatos?«, sagte Icho Tolot.

Er deutete damit an, dass der Syntron sich die seltsame Redensart von Perry Rhodan angewöhnt hatte, der ihm auch den, wie der Haluter fand, unpassenden Namen Taravatos gegeben hatte. »Taravatos« bedeutete so viel wie »angesehen« und »ehrenhaft« oder auch »Ehrwürden«, und das war dieser Syntron ganz gewiss nicht. Der Haluter empfand ihn eher als hinterhältig und verschlagen – und als über die Maßen vorlaut. Aber irgendwie hatte er sich an ihn gewöhnt.

Da der Bordrechner nicht antwortete, fuhr Icho Tolot fort:

»Ich wollte das Thema mit dir diskutieren, weil ich vernünftige Antworten erwartete – wie man das bei einem Syntron voraussetzen darf. Statt dessen gefällst du dir darin, Plattheiten von dir zu geben. Wenn das so weitergeht, muss ich dich mit einem Eingriff auf deine logischen Funktionen reduzieren.«

Der Syntron sagte nichts darauf.

»Gib Antwort, Taravatos!«

»Ganz wie es beliebt, ehrenwerter Tolotos«, meldete sich der Syntron. »Du hast von mir verlangt, eine Wahrscheinlichkeitsrechnung darüber anzustellen, was aus deinem Volk, den Halutern, geworden sein könnte. Aber du hast vergessen, mir die dazu erforderlichen Unterlagen zu liefern. Aus der Tatsache, dass der Haluta-Sektor schon vor sechshundertfünfzig Jahren, als die Galaktiker noch ihre Galaxis verwalteten, Sperrgebiet war und es jetzt, da die Cantaro herrschen, immer noch ist, kann man keine Hochrechnung erstellen. Sie lässt eine unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten zu, von denen keine eine höhere Wahrscheinlichkeit als die andere aufzuweisen hat. Darum habe ich geraten, hinfliegen und nachsehen.«

Icho Tolot wusste selbst, dass er Unmögliches von dem Bordrechner erwartet hatte. Und wenn er keine auf nackte Logik reduzierten, sachbezogenen Antworten vom Syntron der HALUTA erhalten hatte, dann aus eigener Schuld. Er, Icho Tolot, hatte den Dialog gesucht.

Taravatos war nur darauf eingegangen; er war auch mehr als ein Bordrechner, er war zu einem Dialogpartner geworden. Die Ungewissheit über das Schicksal seines Volkes hatte Icho Tolot dazu verleitet, ihm seine Gedanken anzuvertrauen; Gedanken, die keineswegs Produkt seines Planhirns waren. Der Vorwurf von Taravatos, dass sein »Gezeter« eines Haluters unwürdig sei, hatte ihn getroffen.

Die Ungewissheit über das Schicksal seines Volkes machte ihm schwer zu schaffen. Schon bei der Exkursion in die Vergangenheit hatte er einen erfolglosen Ausreißversuch gemacht, um herauszufinden, was aus seinem Volk und seiner Heimatwelt geschehen war. In der Gegenwart bekam er von den Widdern keine klaren Antworten. Sie redeten um die Sache herum, als wollten sie ihm die Wahrheit verschweigen.

Diese Geheimnistuerei führte nicht gerade dazu, ihn zu festigen und ihm die Würde und Selbstsicherheit zu geben, die er nach außen zur Schau stellte. Er quälte sich mit Gedanken, die ihm früher fremd gewesen waren. Ja, er war wankelmütig, da hatte Taravatos schon recht, und sein Dilemma war in Wirklichkeit eingeredet. Es erwuchs ihm nur aus dem Zwiespalt, den die Loyalität zu Rhodanos und den anderen im Widerstreit mit seinem Rassenbewusstsein schuf.

Hinfliegen und nachsehen!

Das war die einfache und einzig wahre Formel, die Lösung all seiner eingeredeten Probleme.

»Hinfliegen und nachsehen, ja«, sagte Icho Tolot. »Das werde ich tun. Gleich nachdem das Unternehmen Anti-Paura abgeschlossen ist.«

Der Syntron schwieg.

*

Sie hatten die zweite Flugetappe hinter sich und machten 10.000 Lichtjahre von Arhena entfernt Zwischenstopp.

Die QUEEN LIBERTY, die die Vorhut bildete und zwei Minuten vor den anderen sieben Schiffen am Zielpunkt eingetroffen war, meldete gleich bei ihrem Eintauchen in den Normalraum »keine besonderen Vorkommnisse«. Kein Cantaro in Sicht. Dabei wäre schon die Ortung irgendeines Flugobjekts ein ungewöhnliches Ereignis gewesen, weil es innerhalb der Milchstraße so etwas wie einen geregelten Raumschiffsverkehr nicht gab.

Aber auch die aufgefangenen Funksprüche gaben nach der Dekodierung keinen Grund zur Besorgnis. Die kleine Flotte konnte ihren Flug zum Perseus-Sektor unbemerkt und unbehelligt fortsetzen.

Alle – und nicht nur an Bord der CIMARRON – waren von einer geradezu abergläubischen Siegesgewissheit erfüllt. Und das war Perry Rhodan unbehaglich. Er wollte nicht auch noch von einer »bösen Ahnung« sprechen, um nicht als Schwarzseher verschrien zu werden und sich nicht auf dieselbe Stufe wie die Optimisten zu stellen. Er hatte auch kein »schlechtes Gefühl«. Er zweifelte eigentlich auch gar nicht an einem Erfolg, er fürchtete bloß, dass seine Kameraden den Blick für die Realitäten verlieren und sich der Selbsttäuschung hingeben könnten.

Leider war ihm der Bordsyntron bei einer nüchternen Betrachtung der Sachlage keine große Hilfe. Denn dessen Prognosen waren, wenn auch mit geringem Wahrscheinlichkeitsgehalt, nicht viel weniger optimistisch als die der Mannschaften.

Der Sieg von Uulema war ein schöner Erfolg gewesen, zugegeben. Man hatte gegen einen bisher als unbesiegbar geltenden Gegner ein Gefecht gewonnen. Aber wenn nun selbst die besonnenen Widder, die die Situation in der Milchstraße am besten kennen sollten, von der »sich anbahnenden großen Wende« sprachen, dann stimmte das nachdenklich.

Und schuld daran war Adams, der meinte, dass sich durch die Zusammenarbeit mit den alten Freunden ihre Schlagkraft potenzierte. Eine Milchmädchenrechnung gewissermaßen.

Rhodan wurde dadurch förmlich in die Rolle des Pessimisten gedrängt. Wenn alle die Welt nur noch durch die rosarote Brille zu sehen schienen, musste wenigstens einer die Optik der kühlen Sachlichkeit benutzen.

Es gab keinen Grund zur Euphorie. Keine Rede von einer knapp bevorstehenden Errettung der Galaktiker von der Tyrannei der Cantaro. Sie hatten noch einen weiten Weg vor sich, und sie würden, um in der blumigen Sprache der Optimisten zu sprechen, auch weiterhin noch »kleine Brötchen« backen müssen.

Rhodan wollte nur nicht, dass seine Mitarbeiter zu leichtsinnig wurden. Darum sein etwas theatralischer Appell bei der letzten Lagebesprechung. Sie durften den Boden unter den...



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