Vlcek | Perry Rhodan 2006: Cugarittmos Gesichter | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2006, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Vlcek Perry Rhodan 2006: Cugarittmos Gesichter

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2005-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"

E-Book, Deutsch, Band 2006, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2005-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sein Handwerk ist das Töten - er ist ein Krieger der Mundänen Auf der Erde und den Tausenden von Planeten in der Milchstraße, auf denen Menschen leben, schreibt man das Jahr 1303 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 4890 alter Zeit. Seit dem Ende des Konstituierenden Jahres gehört die Milchstraße zur Koalition Thoregon, jenem Zusammenschluß von sechs Galaxien, der künftig für Frieden und Gerechtigkeit in diesem Bereich des Kosmos stehen soll. Als Sechster Bote von Thoregon bildet Perry Rhodan gewissermaßen das Bindeglied zwischen der Menschheit und den Superintelligenzen sowie den anderen Völkern des Galaxienbundes. Leider entspricht die Lage innerhalb der Menschheitsgalaxis nicht den Zielen Thoregons. Vor allem das aggressiv auftretende Kristallimperium dehnt seine Macht immer weiter aus. Zuletzt besetzten mehrere zehntausend Kampfraumschiffe das kleine Sternenreich der Topsider, gewissermaßen direkt 'vor der Haustür' der Terraner. Davon können die Menschen an Bord der SOL nichts ahnen. Das legendäre Hantelraumschiff ging zuletzt im Kessel von DaGlausch durch den dort existierenden gigantischen Pilzdom auf unbekannte Fahrt. Seither hat man in der Milchstraße nichts mehr von Atlan und den sechstausend Besatzungsmitgliedern gehört. Auch nicht von Mondra Diamond und dem kleinen Delorian Rhodan... Die SOL kommt an einem Punkt des Universums heraus, der eigenen Gesetzen unterliegt. Man nennt diese Region die NACHT, und sie wird von den kleinwüchsigen Mom'Serimern bewohnt. Bedroht werden diese unter anderem durch CUGARITTMOS GESICHTER...

ERNST VLCEK Ernst Vlcek ist 1941 in Wien geboren. Nach der Schulausbildung und Absolvierung einer kaufmännischen Lehre war er in verschiedenen manuellen Berufen tätig. Schon in jungen Jahren begeisterte sich der Autor für die Science Fiction. Eine seiner ersten Kurzgeschichte hatte den Titel 'Es kommt eine kleine Überraschung'. Für Ernst Vlcek bot sich zunächst die Möglichkeit, seine Werke innerhalb des Fandoms zu veröffentlichen. 1966 erschien sein erster Roman 'Der kosmische Vagabund', weitere Veröffentlichungen folgten. Zwei Jahre später ergab es sich für den Österreicher, bei den PERRY RHODAN-Taschenbüchern mitzuschreiben. Mit diesem erfolgreichen Roman 'Planet unter Quarantäne' (46) schaffte er den Einstieg in die PERRY RHODAN-Heftserie. Sein erster Roman war 'Die Banditen von Terrania'. 1970 folgte der Einstieg bei ATLAN, parallel dazu konzipierte er mit seinem Schriftstellerkollegen Kurt Luif die Horrorserie 'Dämonenkiller'. In den darauffolgenden Jahren seines Schaffens entwickelte er den bekannten SF-Zyklus 'Sternensaga'. 1980 wurde ihm die Exposéarbeit der Fantasyserie 'Mythor' anvertraut und auch an 'Dragon' hat er mitgearbeitet. Bei PERRY RHODAN stieg er ab 'Der gute Geist von Magellan' (1211) mit Thomas Ziegler in die Exposéarbeit ein. Zwei Jahre später bekam er mit Kurt Mahr einen neuen Exposéautor zur Seite gestellt, auf den Robert Feldhoff folgte. Auf dem PERRY RHODAN WeltCon 2000, erklärte er seinen Rücktritt aus der Exposé-Redaktion, im Jahre 2004 schließlich zog er sich schließlich auch aus dem Autorenteam zurück - in einen von eigenen schriftstellerischen Projekten Ruhestand. Am Vormittag des 22. April 2008 ist der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek unerwartet in Wien gestorben.
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1.


»Sie sind ja manchmal wirklich schwer zu fassen«, sinnierte der mundänische Krieger und räkelte sich wohlig an der Seite der nackten Frau. »Ich meine, du brauchst schon eine ausgeklügelte Taktik, wenn du ihre Kämpfer in einer Raumschlacht schlagen willst. Auch wenn es darum geht, einen ihrer Planeten einzunehmen … Damit meine ich nicht, einen Planeten einfach zu zerstäuben, das ist keine Kunst. Nein, nein, das geht manchmal mit Fingerschnippen. Ich rede davon, eine Welt im Sturm zu erobern, so mit Bombenteppich, Landetruppen und ausgedehnten Bodenkämpfen. Sogar dann können sie sich noch – dank ihrer Technik – durchaus zur Wehr setzen. Ja, es ist manchmal schon beeindruckend, wie sich kleine, vermeintlich leicht einzunehmende Ziele als schier unüberwindliche Bastionen erweisen können. Und du denkst, du hast es da mit ganzen Kerlen zu tun. Aber …«

Der Krieger sog die Luft genüsslich in einem langen Atemzug ein, stieß sie dann kurz und geräuschvoll wieder aus.

»Aber wenn du sie erst einmal ihrer Technik entblößt«, fuhr er verklärt fort, »und sie in die Enge getrieben hast, erkennst du, dass sie zerbrechlich sind wie Püppchen. Ihre erbärmliche Angst zu spüren, wenn du zum Todesstoß ansetzt, ihre kläglichen Versuche, dich zu beeinflussen und dich umzustimmen, elektrisieren dich förmlich und putschen dich auf …«

Der Krieger atmete nun schwer, als durchlebe er einen solchen wonnevollen Akt der Vollstreckung in der Erinnerung noch einmal durch.

»Zerbrechlich wie Püppchen«, wiederholte er verklärt. Er fand aber gleich wieder in die Wirklichkeit zurück und lachte befreit auf. »Mein Vater hat mir einmal so eine Puppe geschenkt, ich war fünf, weiß aber nicht mehr, zu welchem Anlass. Sie war nichts Besonderes, ziemlich primitiv konstruiert sogar. Aber in den richtigen Farben, Gelb und Blau. Das machte mich so aggressiv, dass ich die Puppe in Stücke riss. Ich dachte, mein Vater würde mich dafür züchtigen. Aber er rückte mir nur den Kopf wieder zurecht und tätschelte mich anerkennend. Das war damals das erste Mal, dass ich aus mir herausging. Und daran muss ich immer denken, wenn ich einen Slatty vor mir habe: Ich reiße ihn wie diese Puppe in Stücke.«

»Erzähl mir mehr davon, Cuga«, bat die Frau, während sie sich rittlings auf ihn setzte und mit den zwölf Fingern ihrer beiden Hände die Muskelstränge seiner Brust knetete.

»Worüber, über die Püppchen?«, fragte er belustigt. »Das hast du doch selbst auch schon oft genug erlebt.«

Sie schüttelte den Kopf in so heftiger Verneinung, dass ihr die Mähne ums Gesicht schlug.

»Deine Geschichte«, sagte sie und massierte ihm weiterhin die Brustpartie, wobei sie ihn zwischendurch immer wieder in die Muskeln kniff. »Ich möchte deine Geschichte hören. Zum wiederholten Mal …«

»Meine Geschichte begann nicht sehr aufregend«, erzählte der Krieger. »Mein Vater schickte mich schon sehr früh auf die Kadettenschule, weil er dachte, ich hätte das Zeug zu einem Helden in mir. Aber ich war nie ein guter Theoretiker, deshalb kam ich in der Schule nicht weiter und musterte als einfacher Soldat ab. Ich war nur ein kleiner Mun-12, ein Mundäne ohne Rang, als ich Dubensys verließ und nach Segafrendo einschiffte …«

*

Cugarittmo musste bis zu seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr warten, bis der nächste Tross seines Volkes die Heimat verließ und zur Verstärkung nach Segafrendo geschickt wurde.

Es war eine beeindruckende Flotte, die da auf den Flug über die fünf Millionen Lichtjahre aus Dubensys aufbrach. Sie bestand aus fünftausend Kriegstürmen, jeder davon ein Zylinder mit 3000 Metern Durchmesser und 1800 Metern Höhe. Dazu kamen ebenso viele Versorgungseinheiten von derselben Form, die jedoch nur einen Durchmesser von 1500 Metern und eine Höhe von 900 Metern hatten.

Alle mundänischen Einheiten, vom kleinsten Beiboot bis zu den legendären, geradezu mystifizierten gigantischen S-Zentranten basierten auf dieser Zylinderform. Ihre Heck- und Bugflächen wiesen jeweils sechzehn Zacken auf, in denen die Triebwerke untergebracht waren. Und sie waren alle von matter tiefschwarzer Farbe. Die Hüllen bestanden aus einem unglaublich widerstandsfähigen Spezialstahl, und deren Oberfläche waren nicht glatt, sondern gerippt und aufgeraut, so dass sie fast wie organisch strukturiert wirkten. Diese Aufrauung sorgte auch dafür, dass die Hüllen, unabhängig von allen äußeren Einflüssen, ihre Schwärze beibehielten.

Die Grundform der mundänischen Einheiten folgte nicht ästhetischen Maßstäben, sondern war auf Zweckdienlichkeit bedacht. Es gab keine unnötigen Schnörkel, keine überflüssigen Verzierungen.

Die mundänischen Zackenzylinder waren einfach und einprägsam: Wer ein Raumschiff dieser Form sah, egal welcher Größe, wusste sofort, mit wem er es zu tun hatte. Die Feinde der Galaktischen Krone hatten die schwarzen Sternzylinder fürchten gelernt. Für die Bewohner Segafrendos waren sie der Inbegriff von Hässlichkeit und des Bösen.

Damit erfüllte diese typische Form von Raumschiffen eine zusätzliche Funktion: Allein ihr Auftauchen verbreitete Angst und Schrecken. Und das war gut so.

Jeder der Kriegstürme war zugleich Trägerschiff für jeweils 40 Kriegsflöße, die auf der Bug- und der Heckfläche verankert waren. Ein Kriegsfloß besaß 500 Meter Durchmesser und eine Dicke von 300 Metern. Auf diese Weise wurden 200.000 solcher Truppentransporter nach Segafrendo überstellt, jeder voll bemannt. Hinzu kamen noch einmal 300.000 Kriegsleichter von 200 mal 120 Metern Größe, die von den Trossschiffen im Huckepack-Verfahren transportiert wurden.

Das waren insgesamt 510.000 Einheiten mit einer Besatzung von unzähligen Millionen von Mundänen!

Und jeder von diesen Millionen und Abermillionen Mundänen, ob Mann oder Frau, war ein durchtrainierter Soldat, der voller Ungeduld war, sein Handwerk in Segafrendo mit Leidenschaft und größtem Einsatz ausüben zu können. Sie wollten mit allen körperlichen und technischen Waffen gegen die Galaktische Krone kämpfen.

Auch Cugarittmo brannte darauf, seinen Teil zur Erreichung dieses Zieles beizutragen. Er konnte es kaum erwarten, einem Slatty gegenüberzustehen und ihn zu töten. Sein Schlaf war erfüllt von solchen Szenen, in denen er die Feinde reihenweise niedermähte.

Aber er musste sich noch lange gedulden, bis es endlich soweit war und er Gelegenheit bekam, einem Erzfeind gegenüberzustehen.

In Segafrendo mussten die Neuankömmlinge zuerst etliche Formalitäten erledigen und Rituale über sich ergehen lassen. Begrüßung, Einschwörung auf den Feind, Feuertaufe, Registrierung, Eignungstests und Zuteilung zu einer Kampfeinheit, Eingliederung in die Mannschaft eines Schiffes und dergleichen mehr.

In der Regel war es so, dass erfahrene Krieger, die schon längere Zeit in Segafrendo dienten, mit neuen, unerfahrenen Soldaten in Einheiten gesteckt wurden, um die Frischlinge von ihren Erfahrungen profitieren zu lassen. Den neu eingetroffenen Raumschiffen wurden altgediente Kommandeure zugewiesen, und wo das nicht ging, wurden frischgebackene Kommandanten mit ihren Schiffen in bestehende Flottenverbände eingegliedert.

Es gab Lücken genug in den Reihen der Mundänen, die es auszufüllen galt. Denn wie abfällig man auch über die Verteidiger dieser Galaxis sprechen mochte, wie sehr man sie belächelte und verspottete, sie hatten den Mundänen zu allen Zeiten dieses nun schon über 11.000 Segaf währenden Krieges große Verluste zugefügt. Erst in den letzten paar hundert Segaf hatte sich der Sieg der Mundänen abzuzeichnen begonnen. Aber noch immer wehrten sich die Völker der Galaktischen Krone vehement gegen den drohenden Untergang. Wie groß ihr Widerstand war, konnte man an der Tatsache erkennen, dass die in Segafrendo kämpfenden Mun-Truppen durch über 500.000 Einheiten gerade wieder aufgebessert werden mussten.

Cugarittmo wurde aufgrund der Eignungstests den Raumlandesoldaten zugeteilt und mit einigen hundert anderen Neulingen der Mannschaft eines Kriegsfloßes zugeteilt, die beim letzten Einsatz arg dezimiert worden war. Cugarittmo und die anderen hörten den Erzählungen der Krieger über dieses Unternehmen fasziniert zu, ohne zu hinterfragen, ob die geschilderten Heldentaten tatsächlich stattgefunden hatten. Tausende Mundänen hatten bei der Eroberung dieses einen Sonnensystems schließlich ihr Leben verloren, aber kein einziger Feind hatte überlebt. Wer fragte da schon nach den Namen der Helden – sie waren alle Helden.

Auch Cugarittmo wollte zu einem werden. Er wollte den Glauben des Vaters an ihn bestätigen, und er wollte alle Ausbilder der Kriegerschmiede Lüge strafen, die ihn als Mun-12 abgetan hatten.

Cugarittmo hatte nur Schwierigkeiten damit, sich der Zeitrechnung und der Sprache der Slattys zu bedienen. Beides war ihm zuwider und verhasst. Aber die Ausbilder bestanden darauf, dass alle Kämpfer das weiche, melodische Frendo-Prom perfekt beherrschten und soviel wie möglich von den Lebensregeln des Feindes übernahmen, um sich im Ernstfall besser auf sie einstellen zu können.

»Ihr sollt nicht zu Slattys umgeformt werden«, erläuterte Surgarro, ein Mun-7 und Verbandskommandeur über zehn Flöße, der ihnen Kriegspsychologie beizubringen versuchte, »aber ihr sollt lernen, ihre Denkweise nachzuvollziehen. Ich weiß, dass ihr denkt, das sei nicht nötig, weil ihr euch sowieso auf eure Instinkte und euren Spürsinn verlassen könnt. Aber solange ein Slatty über seine Technik verfügt, kann er euch ganz schön zum Narren halten. Verlasst euch nie allein auf eure Sinne. Denn es kommt nicht selten vor, dass diese getäuscht werden. Ihr denkt, die Aura aus Hass und Todesangst eines...



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