Vlcek | Perry Rhodan 2018: Der Untergang der Krone | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2018, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Vlcek Perry Rhodan 2018: Der Untergang der Krone

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2017-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"

E-Book, Deutsch, Band 2018, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2017-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Als die Kym-Jorier starben - das Schicksal einer Galaxis Wohl kaum ein Raumschiff ist mit derart viel Mythen verbunden wie die SOL. Mit ihr startete Perry Rhodan von der Erde im Mahlstrom der Sterne, um über vierzig Jahre hinweg die Rückkehr in die heimatliche Milchstraße zu finden. Mit ihr irrte Atlan durch das Universum. Als 'Fliegender Holländer' der terranischen Raumfahrt tauchte das hantelförmige Raumschiff immer wieder in der Geschichte der Menschheit auf. Zuletzt hatte Shabazza das Raumschiff in seiner Gewalt. In der Kosmischen Fabrik MATERIA wurde die SOL umgestaltet, vergrößert und mit einer Carithülle umgeben. Auf dem Planeten Century I in der Galaxis DaGlausch konnte Perry Rhodan sein uraltes Raumschiff zurückerobern, um es erneut in den Dienst der Menschheit zu stellen. Doch jetzt ist die SOL so weit von dieser Menschheit entfernt wie nie zuvor in ihrer Geschichte. Sie wurde 18 Millionen Jahre in die Vergangenheit geschleudert. Dort, in der gigantischen Kugelgalaxis Segafrendo, soll ihre Besatzung einen mysteriösen Auftrag der Superintelligenz ES erfüllen. Gelingt dies nicht, so lautet die Prophezeiung, droht das Ende der Menschheit. Die Besatzungsmitglieder der SOL sind in fernen Zeiten gestrandet. Atlan und seine Begleiter müssen in dieser Vergangenheit nach Informationen suchen. Auf dem Planeten Orllyndie erfahren sie die Geschichte einer Galaxis und über den UNTERGANG DER KRONE...

ERNST VLCEK Ernst Vlcek ist 1941 in Wien geboren. Nach der Schulausbildung und Absolvierung einer kaufmännischen Lehre war er in verschiedenen manuellen Berufen tätig. Schon in jungen Jahren begeisterte sich der Autor für die Science Fiction. Eine seiner ersten Kurzgeschichte hatte den Titel 'Es kommt eine kleine Überraschung'. Für Ernst Vlcek bot sich zunächst die Möglichkeit, seine Werke innerhalb des Fandoms zu veröffentlichen. 1966 erschien sein erster Roman 'Der kosmische Vagabund', weitere Veröffentlichungen folgten. Zwei Jahre später ergab es sich für den Österreicher, bei den PERRY RHODAN-Taschenbüchern mitzuschreiben. Mit diesem erfolgreichen Roman 'Planet unter Quarantäne' (46) schaffte er den Einstieg in die PERRY RHODAN-Heftserie. Sein erster Roman war 'Die Banditen von Terrania'. 1970 folgte der Einstieg bei ATLAN, parallel dazu konzipierte er mit seinem Schriftstellerkollegen Kurt Luif die Horrorserie 'Dämonenkiller'. In den darauffolgenden Jahren seines Schaffens entwickelte er den bekannten SF-Zyklus 'Sternensaga'. 1980 wurde ihm die Exposéarbeit der Fantasyserie 'Mythor' anvertraut und auch an 'Dragon' hat er mitgearbeitet. Bei PERRY RHODAN stieg er ab 'Der gute Geist von Magellan' (1211) mit Thomas Ziegler in die Exposéarbeit ein. Zwei Jahre später bekam er mit Kurt Mahr einen neuen Exposéautor zur Seite gestellt, auf den Robert Feldhoff folgte. Auf dem PERRY RHODAN WeltCon 2000, erklärte er seinen Rücktritt aus der Exposé-Redaktion, im Jahre 2004 schließlich zog er sich schließlich auch aus dem Autorenteam zurück - in einen von eigenen schriftstellerischen Projekten Ruhestand. Am Vormittag des 22. April 2008 ist der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek unerwartet in Wien gestorben.
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1.


Genesis

Avy-Sonder war dazu auserkoren worden, die kosmische Erscheinung zu untersuchen. Dies war eine besondere Ehre für ihn. Selbst wenn er bei diesem Unternehmen sein Leben hätte geben müssen, hätte er es sich dennoch nicht nehmen lassen, das Wagnis einzugehen.

Die kosmische Wolke war plötzlich und ohne jegliche Vorzeichen jenseits des 67. Planeten materialisiert. Dort schwebte sie nun bewegungslos und ohne jede Eigendynamik.

Der gesamte Sternensektor war sofort zum Sperrgebiet erklärt worden. Die Wissenschaftler beobachteten die Wolke aus der Distanz, untersuchten sie aus der Ferne nach allen Regeln der Kunst. Aber sie erhielten keine zufriedenstellenden Ergebnisse, die ihren Wissensdurst gestillt hätten.

Die kosmische Wolke hatte einen Durchmesser von 66 Lichtsekunden und bestand aus Myriaden feinster Partikel von nur geringer Dichte. Ihre Gesamtmasse war lediglich die eines größeren Asteroiden. Das einzig Hervorstechende an ihr war ein hohes Potenzial an ultrahochfrequenter Hyperstrahlung.

Die Wissenschaftler versuchten durch vorsichtigen Strahlenbeschuss, die kosmische Erscheinung zu einer Art Reaktion zu provozieren. Doch alle diese Versuche scheiterten: Die Wolke blieb in Form und Ausdehnung unverändert und änderte auch nicht ihr Emissionsspektrum.

Es hätte weitere Methoden gegeben, der Natur der kosmischen Wolke auf den Grund zu gehen. Doch diese erschienen den Wissenschaftlern zu drastisch. Sie wollten weder Teile der Wolke zerstören noch ihre Gesamterscheinung verändern. Die Rautak waren ein überaus friedliebendes Volk, und darum widerstrebte es ihnen, Manipulationen an der kosmischen Wolke vorzunehmen, die nicht mehr rückgängig zu machen gewesen wären.

Die rautakischen Wissenschaftler des Auroch-Maxo-Systems sahen als letzten Ausweg, einen Erkunder in die Wolke hineinzuschicken, um sie auf diese Weise an Ort und Stelle zu analysieren. Diese Ehre wurde Avy-Sonder zuteil.

Er wurde mit einem Raumanzug ausgerüstet, der mit einer umfangreichen Gerätschaft ausgestattet war. Und nachdem die Techniker seine Ausrüstung gewissenhaft überprüft hatten, wurde er per Teleport zu den Ausläufern der Wolke transferiert.

Als Avy-Sonder so nahe an diesem kosmischen Phänomen materialisierte, bot sich ihm ein überwältigender Anblick. Die mächtige Staubwolke, die aus der Ferne wie zu Bewegungslosigkeit erstarrt gewirkt hatte, war in ständiger Bewegung.

Die Myriaden winziger Partikel tanzten einen beständigen Reigen. Es war wie das ewige Spiel des Meeres, wenn sich die Partikel zu gigantischen Wogen auftürmten, um dann in rollender Gischt zusammenzubrechen. Es war wie das Spiel des Windes mit dem Wüstensand, der in rasender Eile Düne um Düne aufbaute, nur um sie wieder zu untergraben, auszuhöhlen und zu verblasen.

Fontänen aus flirrendem kosmischem Staub, in dem sich das Licht der fernen Sonne vielfach brach, schossen empor, wurden zu Spiralen gedreht, stoben wieder auseinander und wurden aufs neue zu weiteren bizarren Gebilden geformt, die sich erneut verflüchtigten, nur um sich dann wiederum neu zu formieren.

Es war wie ein Schauspiel vom ewigen Werden und Vergehen und permanenter Wiedergeburt.

Es ist das Schauspiel vom endgültigen Vergehen, drangen da fremde Gedanken in Avy-Sonders Geist. Gebt mir Asyl und gewährt mir die Gunst, in eurer Nähe auf das Ende zu warten! Mehr will Sorrmo nicht.

Avy-Sonder war starr vor Überraschung. Er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er war außerstande zu begreifen, was hier vor sich ging. Und er bekam nicht sofort mit, als die Bodenstation ihn anrief.

»Gys-Troker an Avy-Sonder!«, plärrte eine Stimme aufgeregt in seinem Helmempfänger. »Was geht dort oben vor? Wir haben von dir heftige, jedoch geordnete psionische Eruptionen empfangen. Was hat das zu bedeuten?«

»Nichts weiter«, sagte Avy-Sonder mit einer Ruhe, die seiner völligen Irritation entsprang. »Etwas aus der kosmischen Wolke hat sich mir telepathisch mitgeteilt. Ein Wesen, das sich Sorrmo nennt, bittet uns um Asyl und möchte im Bereich des Auroch-Maxo-Systems auf seinen Tod warten.«

»Bist du übergeschnappt, Avy-Sonder?«, fragte Gys-Troker von der Bodenstation an. »Was redest du da für konfuses Zeug?«

»Entschuldige«, sagte Avy-Sonder schuldbewusst. »Nicht irgendwer aus der Wolke hat Gedankenkontakt zu mir aufgenommen. Es war die kosmische Wolke selbst. Sie versteht sich insgesamt als Sorrmo. Es scheint sich um eine überaus höfliche und friedvolle Wesenheit zu handeln.«

Seinen Worten folgte ein langes Schweigen, in dem sich Gys-Troker offenbar mit den Projektleitern und Wissenschaftlern beriet. Schließlich meldete sich Gys-Troker wieder.

»Wenn du nicht phantasierst, Avy-Sonder, und deine Angaben den Tatsachen entsprechen, dann bitte Sorrmo doch, uns mehr über sich zu erzählen.«

»Das brauche ich erst gar nicht«, antwortete Avy-Sonder. »Sorrmo hat mir ihre Geschichte von sich aus erzählt. Wollt ihr sie hören?«

»Wie kommst du denn darauf? Jetzt mach schon endlich, Avy-Sonder!«

*

Ihre Anfänge liegen schon sehr weit zurück.

Sorrmo weiß nicht mehr, welchen Intelligenzen sie entsprungen ist, wie sie geworden ist, was sie ist. Das liegt alles schon so weit zurück, dass sie die Erinnerung daran verloren hat. Aber der eigentliche Grund für den Verlust ihrer Erinnerung liegt nicht an der langen Zeitspanne. Sorrmo hat das Wissen um ihre Entstehung in Wirklichkeit unbewusst verdrängt. Es ist im Grunde genommen auch egal, woher sie kommt, dafür weiß sie um so besser, wohin sie geht.

Vor ihr liegt das Nichts.

Sorrmo hat erkennen müssen, dass sie keine Zukunft hat. Die kosmische Wolke, die ihr Körper ist, der Träger ihres mächtigen Geistes, wird irgendwann diffundieren und sich im All verflüchtigen. Und das wird das Ende von Sorrmo sein.

Sorrmo hat alle Hoffnung fahrenlassen, sie ist auf einer langen vergeblichen Wanderung mutlos geworden. Nun sieht sie keine andere Möglichkeit mehr als die Selbstaufgabe.

Hinter Sorrmo liegt eine lange Wanderschaft, in der sie von Sterneninsel zu Sterneninsel gezogen ist. Immer auf der Suche nach einem Ort des Friedens und der Ordnung. Einem Ort, an dem sie Erfüllung finden, einem Platz, an dem sie keimen könnte.

Aber eine solche Stätte hat sie nirgendwo gefunden.

Am Anfang ihrer Reise war Sorrmo noch voller Zuversicht und Hoffnung gewesen, einen geeigneten Ort zum Keimen zu finden. Denn der Kosmos ist weit und vielfältig, und sie war sicher gewesen, dass sich in dieser schier grenzenlosen Weite auch für sie die richtigen Gegebenheiten finden würden.

Denn nur darin liegt der Sinn ihres Lebens: an einem geeigneten Ort zu keimen und eine Insel des Friedens zu schaffen. Und Sorrmo hat lange an ihre Existenzberechtigung geglaubt.

Doch je länger ihre vergebliche Suche gedauert hat, desto größer sind ihre Zweifel geworden. Und sie hat sich zu fragen begonnen, ob sie wirklich so einmalig in diesem Universum ist, dass es für sie keine Entsprechung gibt, an der sie sich verwirklichen könnte.

Sorrmo ist hunderttausend Jahre oder mehr unterwegs. Aber wohin sie auch gekommen ist, überall ist sie auf negative Erscheinungen gestoßen, auf Tod und Vernichtung und Chaos. Nirgendwo ein Ort, der richtig zum Keimen gewesen wäre.

Und nun ist sie nach Segafrendo gekommen. Auch in dieser Riesengalaxis herrschen dieselben ungeeigneten Bedingungen wie in den anderen Sterneninseln, in denen sie gewesen ist. Und hier ist ihre Willenskraft endgültig erloschen. Sie will nicht mehr umherirren, sie hat nicht mehr den Mut, nicht mehr die Kraft, sich noch einmal gegen ihr Schicksal aufzubäumen.

Hier, im Auroch-Maxo-System, hat sie endlich einen Platz der Stille und des Friedens gefunden, an dem sie ihr Leben ausklingen lassen will – sofern die Rautak ihr Asyl gewähren.

Mehr als das können die Rautak aber nicht für sie tun, denn Sorrmo brauchte mehr als nur den beengten Raum eines kleinen galaktischen Sektors, um erblühen zu können. Sorrmo brauchte ein großes kosmisches Feld, um ihre Saat zu streuen, auf dass sie grenzenlos keimen könnte …

*

Avy-Sonder war wie alle Rautak in kosmischem Denken nicht besonders bewandert. Aber er war intelligent und einfühlsam genug, um zu erkennen, welche kosmische Tragödie sich vor den Augen seines Volkes anzubahnen begann. Die ganze Tragweite konnte er freilich nicht erkennen, denn dafür lief der Prozess des Vergehens, der mit Sorrmo passierte, viel zu langsam ab.

Während Avy-Sonders gesamter Lebensspanne waren an Sorrmo praktisch keine Veränderungen zu bemerken. Auch die nächste und die übernächste Generation von Rautak merkte die Wandlung an Sorrmos Zustand nicht.

Zur Zeit des Lyv-Okelo schien Sorrmo immer noch unverändert an ihrem Platz weit außerhalb des Auroch-Maxo-Systems zu schweben.

Sorrmo war inzwischen zu einem festen Bestandteil des Lebens der Rautak geworden. Die intelligente Sporenwolke war aus ihrem Leben nicht mehr fortzudenken. Sie war zu ihrem Ratgeber und Orakel geworden, und wann immer weitreichende Entscheidungen für das Volk zu treffen waren, wandten sich die eigens dafür ausgebildeten Sorrmo-Sprecher um Hilfe an die Sporenwolke.

Lyv-Okelo war einer dieser Sorrmo-Sprecher. Er selbst hatte noch nie Gelegenheit gehabt, sich um Rat an die Sporenwolke zu wenden. Mit den kleinen Alltagsproblemen der Rautak belästigte man Sorrmo nämlich besser nicht. Denn die Sporenwolke war eine Wesenheit, die in höheren Sphären schwebte und sich vom Leben der Rautak schon sehr weit entfernt hatte. Die meisten der...



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